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Die Zwischenkriegszeit im Außerfern



Der verlorene Krieg hatte große Armut auch über das Außerfern gebracht. Die Wirtschaft lag am Boden und die Bevölkerung litt häufig Not. Der Mangel an so gut wie Allem brachte aber auch den Erfinder- sowie Pioniergeist an die Oberfläche. So beeilten sich die meisten Gemeinden in der Nachkriegszeit etwa, durch den Bau kleiner - durch die Wasserkraft betriebener - Elektrizitätswerke, den horrenden Erdölpreisen nach Möglichkeit auszuweichen.
Trotz der Anfälligkeit dieser ersten kleinen Anlagen zur Produktion des Stroms, konnten findige Tüftler immer wieder Verbesserungen an den Generatoren und den technischen Aufbauten vornehmen.

Holzreichtum


Die Gemeinden hatten sich, um aufwändige und kostspielige Neuerungen einführen zu können, meist damit ausgeholfen, das Holz der Gemeindewälder zu verkaufen. Mit dem Erlös wurden dann Hochdruck-Wasserleitungen, E-Werke, Straßensanierungen, etc. finanziert. Aber auch Ankäufe von Getreide wurden damit bestritten, die Lieferungen im Anschluss in Getreidespeichern bzw. Schrannen eingelagert.

Volksblatt für Stadt und Land vom 9. Dezember 1928
Die gesperrten Grenzen

Die bayerischen Vieheinkäufer aus den Bezirken Füssen, Markt Oberdorf und Kaufbeuren, die am letzten Samstag den Viehmarkt in Reutte besuchten, erlebten eine böse Enttäuschung: die Grenze wurde für die Vieheinfuhr gesperrt, nachdem der bayerische Amtstierarzt bei der Verladung des nach Bayern verkauften Viehes einen Fall von Maul- und Klauenseuche festgestellt hatte. Inzwischen waren aber 59 Stück Vieh schon auf der Landstraße an die bayerische Grenze getrieben worden und mußten nun dort in Sturm und Kälte stehen bleiben. Die Lage wurde noch verzwickter dadurch, daß nun auch Tirol die Grenze sperrte und das Vieh nicht mehr zurückgetrieben werden konnte. Nun stand also ein halbes hundert bayerischer Landwirte mit dem Vieh zwischen den beiden Grenzen und konnte weder vorwärts noch rückwärts.

Das Vieh, das meist schon zwei Tage unterwegs war, zitterte vor Kälte und viele Landwirte deckten es mit ihren eigenen Mänteln und Kleidern zu. Die Stimmung wurde immer kritischer und einzelne Landwirte drohten, sie würden mit Gewalt die Grenze überschreiten, so daß Gendarmerie von der Umgebung geholt wurde. Schließlich wurde auf Anordnung der Bezirkshauptmannschaft Reutte die Tiroler Grenze wieder geöffnet, aber es wollte niemand sein Vieh wieder zurücktreiben. Mittlerweile hatte sich die Vorstandschaft der Bezirksbauernkammer Füssen energisch um die Sache angenommen und beim Bezirksamt erreicht, daß die Grenze geöffnet wurde. Das Vieh durfte nach Füssen verbracht werden, wo es in einigen größeren Stallungen zur Beobachtung auf vierzehn Tage eingestellt wurde.







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