Die Zeitleiste - Außerferner Chronik


Chronikeinträge in denen der Begriff Steeg vorkommt Ich möchte lieber die ganze Chronik erkunden!




1100keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Über den Hauptkamm der Lechtaler Alpen kommen bayerische Kolonisten und lassen sich in sogenannten Schwaighöfen in den Seitentälern des Lechtals nieder

Auch im Tannheimer Tal kommt es zu einer Siedlungswelle. Es sind schwäbisch-alamannische Siedler aus dem benachbarten Allgäu die sich in der Talsenke niederlassen

Die von ihren Landesherren unterdrückten und somit vertriebenen Walser besiedeln das oberste Lechtal (Zürs, Lech, Warth und die Steeger Fraktionen Gehren und Lechleiten). Diese als tüchtige Bauern bekannten Siedler wurden von den Grafen von Montfort angeworben und mit allerlei Rechten ausgestattet

Die Tiroler Landesfürsten beschneiden die Rechte des Bischofs von Augsburg in den Gebieten des nachmaligen Außerferns massiv. Durch ihren großen Einfluss konnten sie eine Verlegung der Territorialgrenzen erreichen - so wurde der Grenzverlauf nicht mehr am Lech entlang, sondern am Kamm der Allgäuer Alpen festgelegt



1706keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Leute von Reutte und Breitenwang räumen die um die Hochschanz und dem Fort Claudia geschlagenen Hölzer weg, damit der umliegende Grund und Boden zu einer Wiese gerodet werden kann

In den Akten wird im Bereich des Wolfsberges ein Krankenhaus genannt

Steeg wird zur Kaplanei erhoben



1831keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Es werden gedruckte sanitätspolizeiliche Maßnahmen zur Vorbeugung gegen die Choleraepidemie und die Blattern ausgegeben

Einreisende werden für eine vorgegebene Zeit in Quarantäne (Kontumaz) verbracht

Für die Anlage einer Straße von Steeg nach Warth werden Kostenvoranschläge eingeholt

Bei Lechleiten wird eine 'Notschule' eingerichtet, welche zum Teil aus dem 'Kapellenvermögen' finanziert wird. In der Regel besuchen die Kinder jedoch die Schule in Warth (Vorarlberg). Erst 1898 wird der Schulbetrieb allein von Steeg aus finanziert und die Kinder von Gehren und Lechleiten werden fortan in die eigene kleine Schule geschickt

Ein Erdbeben erschüttert am 26. November das Lechtal

Bei einem Unwetter kommt es zu größeren Murabbrüchen im Bereich der Edenalpe oberhalb des Ortes Haldensee. Größere Waldstücke wurden dabei weggerissen und eine Verschüttung des Dorfes und der Felder wird befürchtet



1836keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kälteeinbruch im Lechtal am 22. Juli - einiges an Vieh erfriert auf den Almen, die überlebenden Tiere werden daraufhin sofort ins Tal geholt und in die Ställe gebracht

In den grenznahen Orten kommt es zu Einquartierungen von Soldaten: Reutte (6 Betten), Pinswang (2 Betten), Vils (2 Betten), Biberwier (3 Betten), Ehrwald (1 Bett), Tannheim (3 Betten), Vilsrain bei Schattwald (1 Bett), Enge bei Grän (1 Bett), Elmen (4 Betten), Holzgau (3 Betten), Lechleiten bei Steeg (1 Bett)



1837keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Landgericht genehmigt am 12. April der Gemeinde Pflach, obwohl dort nur 190 Seelen wohnen und schon zwei Gipsmühlen bestehen, auf Ansuchen der Kreszenz Sprenger eine Gipsmühle, um auch nach Bayern für Bau und Dünger exportieren zu können

Der zuvor in Innsbruck tätige Simon Lederer übernimmt mit Mitte Mai das Heilbad Schattwald und den Gasthof zur Traube

Am 29. August zerstört eine Lawine 25 Heustöcke am Heuberg bei Elbigenalp

Auf "dem Tamberge zu Lechleiten" (Gemeinde Steeg) wird ein neu zu errichtendes Zollhaus ausgeschrieben. Die Gesamtbaukosten werden mit 3748 Gulden und 44 Kreuzern veranschlagt



1839keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine große Trockenheit belastet Mensch und Tier

Für die "Gränzwacht-Postierung" wird eine Auflistung der erforderlichen Betten zur Einquartierung vorgelegt: Gieblen bei Elbigenalp (10 Betten), Lechleiten bei Steeg (6 Betten), Steeg (6 Betten), Madau (6 Betten), Häselgehr (6 Betten), Vorderhornbach (6 Betten), Reutte (8 Betten), Weißenbach (6 Betten), Vilsrain bei Schattwald (6 Betten), Enge bei Grän (6 Betten), Schönbichl bei Vils (6 Betten), Weißhaus bei Pinswang (6 Betten), Schwangauer Gitter bei Pinswang (6 Betten), Kniepass bei Pflach (6 Betten), am Plansee (6 Betten), Ehrwald (11 Betten), Ehrwalder Schanz (6 Betten), Pontifensteig bei Ehrwald (6 Betten)

Am 18. August wird die von dem bayerischen König in Auftrag gegebene Fürstenstraße von Pinswang (Schluxen) über den Alpsee nach Hohenschwangau eröffnet



1848keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Getreideausfuhrverbot der Kronländer wird aufgehoben und die Bewohner des Gerichts Ehrenberg können endlich wieder Getreide zu einem fairen Preis erwerben, woraufhin auch das Schmugglerwesen zurück geht

In Österreich wird durch Kaiser Ferdinand I. "dem Gütigen" die bäuerliche Untertänigkeit aufgehoben. Damit waren alle alten grundherrlichen Rechte wie auch die Abgabe des Zehents an die Kirche abgeschafft worden

Für die "Gränzwacht-Postierung" wird eine Auflistung der erforderlichen Betten zur Einquartierung vorgelegt: Pontifensteig b. Biberwier (5 Betten), Ehrwalder Schanz (4 Betten), Biberwier (7 Betten), Reutte (8 Betten), Plansee (4 Betten), Schwangauer Gitter bei Pinswang (5 Betten), Weißhaus bei Pinswang (3 Betten), Vils (6 Betten), Schönbichl bei Vils (2 Betten), Enge bei Grän (4 Betten), Schattwald (6 Betten), Vilsrain (1 Bett), Vorderhornbach (5 Betten), Elbigenalp (7 Betten), Holzgau (5 Betten), Lechleiten bei Steeg (6 Betten)

Im Tannheimer Ortsteil Schmieden wird durch das Hochwasser ein Haus weggerissen

Im gesamten Allgäuer Raum wird der Wildbestand bis auf einige wenige Restbestände abgeschossen. Ab 1851 stellt Prinzregent Luitpold den verbliebenen Wildbestand unter seinen persönlichen Schutz und fördert den Wiederaufbau einer gesunden Population

Schattwald wird eigene Pfarrei

Der erste Lechtaler wandert nach Amerika aus um dort als Händler sein Glück zu suchen



1863keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In den frühen Morgenstunden des 9. Februar erschreckt ein leichtes Erdbeben die Bewohner von Reutte und dessen Umgebung

Einem Gesuch der Steeger Fraktionen Lechleiten und Gehren auf Vergünstigung bei Getreide-Einfuhr wird stattgegeben

Ein verheerender Großbrand in Nesselwängle legt 42 Häuser in Schutt und Asche

Restaurierung der Schattwalder Pfarrkirche St. Wolfgang

Tiroler Schützen-Zeitung vom 19. Oktober 1863
"Einem Jung-Büchsenmacher im Lechgaue ist es gelungen, eine neue Gewehrzugmaschine zu konstruiren, die vor den bisherigen Zugbänken sehr vieles voraus hat, und einen vierfachen Vortheil gewährt. Der erste Vortheil ist, daß mittelst dieser Maschine einem Gewehrrohre beliebig viele Züge gegeben werden können, von 1 bis 20, 30 und noch mehr. Der zweite Vortheil, daß sie die Windung der Züge, je nach Verlangen, enger oder weiter ausführt. Der dritte Vortheil, daß den Zügen die Richtung nach Rechts oder nach Links gegeben werden kann. Der vierte Vortheil, daß das Innere eines Rohres um zwei Drittheile Zeit schneller, und überdieß viel genauer hergestellt werden kann, als es durch die gewöhnlichen Zugbänke geschieht.
Der Erfinder dieser verbesserten Zugmaschine ist geneigt, seine Erfindung zu verkaufen. Sein Wohnort ist Stanzach im Lechthale, sein Name Robert Lechleitner."




1866keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bei Heiterwang wird am 22. Juli bei einem Schützenfest der 43jährige Josef Fasser als Zieler eingesetzt - eine Kugel trifft ihn dabei tödlich

Ein Waldbrand bei Kaisers hält Ende Oktober die Wehren von Steeg und Holzgau in Atem



1898keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 3. Jänner bricht der 26jährige Taglöhner Karl Fasser von Heiterwang aus auf und marschiert zunächst am Heiterwanger See entlang. Am Plansee nutzt er schließlich die Eisfläche um seinen Weg abzukürzen. Am nordöstlichen Uferbereich bricht er jedoch ein und ertrinkt - er wird erst am 8. Jänner aufgefunden

Im März findet in Meran ein Gerichtsprozess statt. Die Anklage auf Kindsmord wird gegen eine 27-jährige Ehrwalderin erhoben. Sie gibt zu nach einem Fehltritt in andere Umstände geraten zu sein. Der Kindsvater habe sich von ihr abgewandt und sie im Stich gelassen. Bei einem Tierarzt habe sie dann versucht ein Präparat zu erhalten um die Schwangerschaft abzubrechen.
Da der ihr aber nicht weiterhelfen wollte, trug sie das Kind aus, versuchte aber ihren Zustand zu verheimlichen. Aus Scham und Verzweiflung kam es dann zu der schrecklichen Tat. Sie erwürgte das Neugeborene, wickelte es in Tücher und versteckte das Bündel zunächst in ihrer Kammer. Tage später schaffte sie die Kindsleiche dann auf den Friedhof von Ehrwald.
Dort fand der Mesner den Leichnam und erstattete Anzeige. Die Kindsmutter wurde dann rasch ausfindig gemacht

Ein gewaltiger vom Hornberg abbrechender Bergsturz richtet Ende April große Verwüstungen in den Feldern an, mehrere Häuser werden evakuiert

Da die Gemeinde Steeg für die Finanzierung des Schulbetriebs in Gehren und Lechleiten zuständig ist, besuchen die Kinder dieser Ansiedlungen fortan eine 1831 als 'Notschule' eingerichtete Bildungseinrichtung bei Lechleiten - zuvor gingen die Schüler bei guter Witterung in die Schule von Warth



1905keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zur Mitternachtsstunde des 7. Januar erhebt sich ein schwerer Wind, welcher den ganzen Tag über fortdauert und bei Lermoos sogar einige Dächer abdeckt und Kamine zerstört. Der Sturmwind beschädigt auch die Telegrafen- und Telefonleitungen

Am 24. Februar wurde zumindest im Raum Ehrwald ein leichtes Erdbeben verspürt

In Lähn bei Bichlbach brennt am 21. März ein Bauernhof nieder - die Bewohner können nur ihr nacktes Leben retten. Der Viehbestand und die Ersparnisse werden von den Flammen verschlungen

In Gries bei Lermoos brennt am 29. März das nächste bäuerliche Gehöft nieder - Brandursache war ein defekter Kamin

Das alte Pfarrwidum in Steeg wird am 30. März ein Raub der Flammen

Hochwasserschäden am 23. April am Lech und weiteren Orten des Außerferns. In den Folgemonaten wurden die Regulierung des Lechs, sowie Wildbachverbauungen in den Gemeinden Vils, Bichlbach, Elmen, Lermoos und Ehrwald gefordert. Auch eine Verbauung des großen Murbruches am Hornberg (Gemeinde Höfen) war Teil eines Antrages an die Landesregierung

Wieder wird in Ehrwald ein leichtes Beben der Erde wahrgenommen (28. April)

Der Lehbach bei Vils bringt am 24. Mai viel Geschiebe bis in die Stadt

In Ehrwald wird eine 'Kinderbewahranstalt' (Kindergarten) eingerichtet

Am 26. August fällt in Lechaschau das Wohnhaus der Witwe Viktoria Lutz einem Brand zum Opfer. Der Brand brach nach 2 Uhr nachts aus und breitete sich rasch aus. Aus dem brennenden Haus konnte so gut wie nichts in Sicherheit verbracht werden, selbst die zwei im Stall befindlichen Kühe verbrannten

In Holzgau wird am 1. Oktober eine neue 'Feuerspritze' eingeweiht, welche als Spende des Gönners Frederic Simms eigens in London angefertigt wurde

Bereits am 11. Oktober hat es im Tannheimer Tal so viel Schnee, dass Lawinen abgehen. In Grän wird dabei ein Heustadel zerstört. Niemand kann sich zu so früher Zeit im Jahr an solche Schneemassen erinnern

Am 7. November fegt ein Sturm über das Zwischentoren hinweg. Ein Hausbesitzer in Bichlbach versucht das Dach gegen Sturmschäden zu sichern, als eine besonders starke Böe das Dach abhebt und der Mann dabei zu Tode stürzt. Sein Sohn kommt mit zahlreichen Verletzungen davon

Die Lokalbahn 'Reutte - Schönbichl' wird am 17. Dezember in Betrieb genommen



1906keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Bei einem Skirennen in St. Anton gewinnt am 8. Januar unter anderen Teilnehmern aus Tirol, Wien, Baden-Württemberg, Vorarlberg und anderen Regionen der Bergführer Spielmann aus Ehrwald

Am 10. Januar findet in Lermoos im Gasthof zur Post eine Versammlung statt, bei welcher die künftige Trassierung der Bahnstrecke besprochen wird. Unter anderem wird auch die Möglichkeit erwogen, die Bahntrasse rund um das gesamte Moos zu verlegen und so bei Biberwier einen geeigneten Anknüpfungspunkt zu einer projektierten 'Fernbahn' zu schaffen

Am 6. März brennt in Ehenbichl das Haus des Waldaufsehers Otto Müller vollständig ab

Vom Tiroler Hütkinder Verein werden keine Kinder unter 11 Jahren mehr für das Schwabengehen zugelassen

Von der Regierung in Württemberg wird verlangt, dass alle Kinder, welche sich dort als Hütkinder (Schwabenkinder) verdingen wollen, geimpft sein müssen. Andernfalls müsste die Impfung vor Dienstantritt in Württemberg vollzogen werden

Am 17. Mai werden die Eheleute Lutz aus Lechaschau verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, ihren zweieinhalbjährigen Sohn zu Tode gequält zu haben

Bei Steeg wird ein Steinkohlevorkommen entdeckt. Die Analyse bescheinigt der Kohle eine gute Qualität

Am 1. Juli stürzt ein Tourist aus München am Abstieg von der Gehrenspitze in den Tod

Am Gaichtpass ereignet sich am 26. Juli ein großer Felssturz, welcher nur knapp zwei sich auf der Strecke befindliche Fuhrwerke verfehlt

Großes Staunen herrscht am 12. August im westlichen Teil des Tannheimer Tals, als im Bereich der Pontenalpe ein Heißluftballon niedergeht. Er war von Zürich aus gestartet und Mangels verfügbarem Gas ungünstig im Alpgebiet gelandet. Mit einem Fuhrwerk wurde der Ballon später vom Berg geschafft

Von Befürwortern der Fernbahn werden in vielen Orten entlang der Strecke Versammlungen abgehalten um letztlich eine Resolution zu verabschieden, in welcher die Regierung aufgefordert wird dieses Bahnprojekt im nächsten Eisenbahnprogramm aufzunehmen



1924keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ausferner Bote vom 3. Jänner 1924
"Häselgehr. (Dunkle Weihnachten.) Infolge der katastrophalen Schneefälle und durch die Lawinenabgänge im Gramaisertale wurde der Otterbach, der dem Elektrizitätswerk das Wasser liefert, 3 Tage hindurch oft 4-5 Stunden an einem Tage total abgesperrt. Durch die ungeheuren Stauungen des Wassers wurden die Schneemassen in der Gramaiserschlucht in eine Schneesulze verwandelt und brachen damm mit furchtbarer Gewalt nach Häselgehr durch. Dieses Schauspiel der Natur wissen die ältesten Leute nie und sollte es für Erbauer von Kraftanlagen an Wildbächen eine Warnung sein."

Derselbe Schneefall verursachte auch eine Lawine im Gartnertal bei Lermoos. Die gerade erst neu errichteten Hütten und einige Heustadel wurden weggerissen

Bei Weißenbach wird der Lech reguliert

Am 16. März werden die Bewohner von Vils durch die Sturmglocke aus dem Schlaf gerissen. Das Sägewerk des Herrn Triendl Franz steht in Flammen. Trotz der rasch herbeigeeilten Feuerwehr kann die Säge nicht gerettet werden

Mord-Alarm Mitte Juni in Stanzach: Ein 65-jähriger Stanzacher ermordet die 19-jährige Wirtschäfterin Maria Berwanger aus Grießau brutal. Einige Tage später findet man den Mörder in der Nähe von Namlos erhängt auf

Ein Blitzschlag zerstört die etwa 300 Jahre alte Linde in der Nähe der Kirche von Ehrwald

Beim Holztriften stürzt am 25. Juni der 20jährige Adolf Hammerle in den Alperschonbach und ertrinkt

Vom 31. Juli wird berichtet: 'Es gießt unendlicher Regen herab, von den Bergen stürzen die Bäche. Der Lech und seine Zuflüsse schwollen gewaltig an. Ersterer hat bei Holzgau die Brücke weggerissen und bei Grießau die Straße angebrochen. Bei Bach ging eine Mure über die Straße nieder. Eine Menge Holz treibt durchs Tal hinab. Auch der Hornbach hat Brücken weggerissen und das Getöse der Steinmassen, die er talauswärts rollte, übertönte das Rauschen des Regens. Der Rotlech trug eine ertrunkene Kalbin in den Lech hinaus.'

In Elbigenalp wird das Schulhaus saniert

Der Jagdpächter Carl Schwenk aus Ulm lässt die Hängebrücke bei Forchach errichten, um seine Reviere beiderseits des Lechs zu verbinden

Bei Elmen wird am 22. August der von Rieden (Ehenbichl) stammende Postkutscher Schweißgut durch einen Hufschlag so schwer in der Magengegend getroffen, dass er zunächst in das Spital nach Füssen überführt wird. Dort erliegt er jedoch bald seinen schweren Verletzungen

Die DAV-Sektion Regensburg fasst einen Hüttenbau am Roßkarsee bei Gramais ins Auge: "…eine Gruppe der Sektion Regensburg befand sich auf der Suche nach dem Standplatz der geplanten Regensburger Hütte, die an Stelle der von den Welschen geraubten (Geislergruppe) nunmehr im Roßkar (Lechtaler Alpen) errichtet werden soll. Der Standort dürfte die Hütte zur schönstgelegenen der Lechtaler Hütten machen…".
Darüber hinaus soll die Hütte ganzjährig bewirtschaftet werden, um das "herrliche Skigebiet [im Bereich des Roßkares] zu öffnen"

Wegen der grassierenden Maul- und Klauenseuche wird bereits im Juli das gesamte Gebiet um Warth, Gehren und Lechleiten für den Touristenverkehr gesperrt. Auch der Übergang über den Schrofenpass ist verboten

aus: Innsbrucker Nachrichten vom 2. August 1924


Am 1. Oktober wird das neue Geläute (Kirchenglocken) der Firma Graßmayr in Innsbruck eingeweiht

Der Tannheimer Bürgermeister Bernhard errichtet die erste Dampfbäckerei des Bezirkes

In der Vilser Sennerei werden 4 neue Lehrlinge (Lehrsennerei) zugelassen

Die Sektion Stuttgart des D.u.Oe.A.V. lässt die von der Sektion Holzgau in ihren Besitz übernommene Simmshütte am Fuße der Wetterspitze von Grund auf sanieren

Die Fremdenverkehrs-Saison nimmt einen sehr günstigen Verlauf und die Verschönerungsvereine nehmen Fahrt auf

Im November werden in mehreren Häusern von Vils Fälle von Diphterie bekannt. Um eine Ausbreitung zu verhindern wird die Schule geschlossen

In Biberwier ist eine Zündhölzchen-Fabrikation in Betrieb



1925keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Anfang Februar ereignen sich mehrere Lawinenabgänge im Bezirk: Bei Lechleiten sterben dabei zwei Skifahrer (Prof. Dr. Fritz Bergmann und Bernhard Lorenz), bei Schattwald wird der Kaufmannssohn Josef Buettner aus Aschaffenburg von einer Lawinen im Bereich des Ponten (Güntle) verschüttet und getötet

Im Gasthof schwarzer Adler in Ehrwald entbrennt ein Streit. Der unbeteiligte Jäger Martin Hohenegg wird von einem der Streitenden durch Messerstiche derart verletzt, dass er kurze Zeit später durch den Blutverlust verstarb. Die herbeigerufenen Gendarmen von Lermoos fanden den Mordverdächtigen schließlich in einem Stall und nahmen diesen fest

Ein Sturm legt am 14. und 15 Februar im Außerfern an die 40000 Festmeter Holz um. In Lechleiten (Steeg) wird von der Kapelle der ganze Dachstuhl samt Turm und ein Teil der Mauer durch den Wind weggerissen. In Reutte kam es zur Beschädigung mehrerer Hausdächer, bei Lechaschau wird durch eine Sturmböe gar der voll eingedeckte Dachstuhl eines Neubaus angehoben, welcher neben dem Haus in die Wiese stürzt. Zwischen Weißhaus und der Ulrichsbrücke wird die Straße von mehreren umgestürzten Bäumen verlegt. Auch in Lermoos werden mehrere Dächer abgedeckt, in Wengle bei Bichlbach das gesamte Dach des Bahnpartieführers Schennach heruntergerissen, in Bichlbach das Dach der Kirche, sowie des Widums beschädigt.
In Elmen werden zahlreiche Häuser beschädigt und mehrere Städel förmlich vom Sturmwind zerlegt. Im Tannheimer Tal kommt es ebenfalls zu zahlreichen Schäden

In Ehrwald tritt ein Feuer aus, welches drei Gebäude einäschert und ein viertes zumindest den Dachstuhl kostet. Der Sturm hatte das Feuer zwar zusätzlich genährt, die Windrichtung trieb das Feuer aber in die entgegengesetzte Richtung weiterer, gefährdeter Bauten

Mitte März kommt es zur Schließung der Glockengießerei Adler & Hahn in Reutte, da die Betriebsführung nicht im Besitz einer gültigen Konzession ist

Am 27. April wird mit den Umbauarbeiten des vormaligen Heilbades Kreckelmoos zum Krankenhaus begonnen

Josef Fritz sen. und sein Sohn Josef Fritz jun. legen den Grundstein für das Unternehmen 'Holzindustrie Fritz' in Reutte

Im Mai ersteigert die Gemeinde Tannheim den Vilsalp- als auch den Traualpsee

Die Zollstraße Schattwald - Unterjoch wird aufgelassen. Speziell für die Bewohner von Jungholz fällt damit die direkte Zufahrt zum österreichischen Mutterland weg

Sägewerkbesitzer Max Guem aus Nesselwängle, als er eine Fuhre Bretter zur Möbeltischlerei Frick in Hinterbichl lieferte, beim Lech-Aschauer Steinbruch infolge Ausrutschens unter das Fuhrwerk. Der schwer beladene Wagen ging über ihn hinweg, so daß er sofort eine Leiche war
Innsbrucker Nachrichten vom 25. Mai 1925

Am 22. Mai geht ein Gewitter mit starkem Hagel über dem Tannheimer Tal nieder. Die Anpflanzungen in den Gärten werden dabei völlig zerstört und auch für die kommende Heuernte wird mit Einbußen gerechnet, da die Felder 'wie gewalzt' aussehen

Mitte Juni richtet ein Waldbrand in den Südhängen der Gehrenspitze einen geringfügigen Schaden an, den die Feuerwehr Lechaschau aber rasch unter Kontrolle bringen kann. Ausgelöst wurde er vermutlich von unvorsichtigen Touristen

Am 19. Juli wird der Abschluss der Arbeiten des neuen Zubaus der Memminger Hütte mit einer Bergmesse gefeiert

Beim Hotel Hirsch in Reutte wird die erste Benzin-Zapfsäule des Bezirks in Betrieb genommen

Die Simmshütte wird am 1. August ihrer neuen Besitzerin übergeben. Die Sektion Stuttgart erwarb die Hütte von der Sektion Holzgau und baute sie umfassend aus

Über Einladung des Dr. Hermann Stern weilt am 29. August der Handelsminister Dr. Schürff im Außerfern

Mitte September wird aus Tannheim berichtet, dass ein Schulmädchen mit den freihängenden Zöpfen in die Milchzentrifuge geriet und dabei an einer Kopfhälfte sämtliche Haare ausgerissen wurden

Am 29. September brennt das Gasthaus am Vilsalpsee nieder. Der Jagdpächter hatte auch ein paar Räume in dem Gasthaus gepachtet. Er und seine Gäste bemerkten als erste den Rauch an der Westseite des Hauses, für das Hinausschaffen von Hab und Gut blieb aber keine Zeit mehr. Binnen einer Stunde war der Holzbau bis auf die Grundmauern eingeäschert

Bei einem Lawinenabgang bei Lähn wird am 1. Dezember eine rund 40-köpfige Gruppe beim Heutransport überrascht. Von insgesamt 8 Verschütteten konnten 2 nur noch tot geborgen werden
In Holzgau wird am selben Tag ein Bauer - ebenfalls beim Heuziehen - von einer Lawine mitgerissen und getötet

Am 5. Dezember kommt es abermals beim Heuziehen in Holzgau zu einem Lawinenabgang, bei welchem drei Personen verschüttet werden. Einer kann sich gerade noch retten, indem er sich an eine Latsche klammert, für die anderen beiden - zwei Brüder - endet das Ereignis aber tödlich. Sie werden etwa 8 Stunden später als Leichen ausgeschaufelt

Am 10. Dezember bricht im Haus der Maria Pahle ein Brand aus, welcher das komplette Anwesen einäschert

In der Nacht zum 18. Dezember bricht aufgrund von Unachtsamkeit ein Brand in Steeg aus. Zwei Bauernhäuser (Franz Walch und Johann Hammerle in Dickenau) werden dabei vernichtet, die Feuerwehren von Steeg und Holzgau können gerade noch ein Übergreifen auf zwei weitere Gebäude verhindern

45 Wintersportgäste besuchen zu Weihnachten das Tannheimer Tal

Am 29. Dezember steigt eine Mannschaft der Arbeiter der in Bau befindlichen Zugspitzbahn in Richtung Zugspitz-Gipfel auf, als der 21-jährige Bautechniker Emil Linzer und der gleichaltrige Arbeiter Simon Josef Platzer von einer Lawine erfasst und in die Tiefe mitgerissen werden. Die beiden können nur noch tot geborgen werden



1926keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Mit 1. März wird der Bau der Reuttener Hochdruckwasserleitung begonnen

In Höfen plant man eine Drahtseilbahn bis hinauf zu der Höfener Melkalpe zu errichten

Am 3. März bricht im Gasthof Post in Lermoos ein Brand aus, welcher den Dachstuhl komplett zerstört. Neben den heimischen Wehren ist auch die Feuerwehr von Garmisch mit einer Motorspritze vor Ort, mit welcher ein weiteres Ausbreiten des Feuers unterbunden werden kann

In der Nacht vom 22. auf den 23. März brennt bei Vorderhornbach die Tischlerei und auch die Säge des Emanuel Lechleitner vollständig nieder

Ein von Reutte kommender Zug entgleist am 7. April zwischen Schanz und Griesen. Ein vermeintlicher technischer Defekt veranlasste den Lokführer sich weit aus dem Fenster zu lehnen, wobei der das Gleichgewicht verlor und aus dem fahrenden Zug stürzte. Der somit führerlose Zug sprang in Folge überhöhter Geschwindigkeit aus den Geleisen

Die Zugspitzbahn bei Ehrwald wird feierlich eröffnet

Am 14. Juni besucht Bundespräsident Dr. Hainisch das Außerfern. Er macht Station in Ehrwald und besichtigt die neu errichtete Zugspitzbahn. Danach reist er über Kreckelmoos und Vils weiter.
Am 15. Juni gelangt er nach Holzgau um dort eine Delegation von Rinderzüchtern zu treffen und die Produktion von Käse in der örtlichen Sennerei zu inspizieren

Die Lechbrücke zwischen Lechaschau und Reutte wird neu errichtet

Am 15. Juli gehen in den Morgenstunden schwere Wolkenbrüche über dem Reuttener Talkessel nieder. Der Laimbach tritt über die Ufer und reißt die Brücke der Bundesstraße mit sich, wodurch der Verkehr nach dem Lech- und Tannheimer Tal vorübergehend unterbrochen wird. Die Felder am angrenzenden Ortsteil 'Platten' werden überschwemmt und vermurt. Bei Ehrwald wird die Straße und die Bahnstrecke unter einer Mure begraben

Am 26. August wird der Betrieb des Bergwerks Dirstentritt eingestellt

Die fliegerischen Abenteuer des Fabrikanten Pischl aus Telfs im Jahr 1926 enden vorläufig am 25. August mit einem Unfall bei der Landung in Boden (Gemeinde Pfafflar)

Mitte September löst ein Blitzschlag am Gaichtberg (Bärenbad) einen Waldbrand aus. Zahlreiche Helfer löschen das Feuer. Tage später stellt man fest, dass sich der Brand unterirdisch gehalten hatte und wieder ein oberflächliches Feuer hervorbrachte. Über weitere Tage hindurch sind die Bewohner von Weißenbach mit der Schaffung von Gräben und Löscharbeiten beschäftigt.
"...im Laufe der Nacht glich die Gaichtspitze einem ausbrechenden Vulkan, aus welchem gelbe Flammen und schwarzer Rauch zum nächtlichen Himmel loderten..."

Anfang Oktober beruft der vormalige Leiter der Stukkateur-Schule in Elbigenalp Benno Bischof eine Versammlung ein, welche sich dem Thema der Gründung einer Schnitzschule annimmt

Ende des Jahres wird ein weiteres Bergbahnprojekt im Zugspitzgebiet vorgestellt. Eine Bahn soll von Ehrwald hinauf zum idyllisch gelegenen Seebensee gebaut werden um das Gebiet um die Coburger Hütte und dem Drachensee leichter zugänglich zu machen

Ausferner Bote vom 18. November 1926
Biberwier, 24. November. Gestern um halb 10 Uhr abends erschreckte die Bewohner Biberwiers plötzlich der Ruf "Feurer". Das Holzhaus der Rosa Schönherr stand in Flammen. Sofort waren auch schon die Feuerwehren Ehrwald, Lermoos und Biberwier am Brandplatze und es gelang ihnen, die noch im Hause befindliche Frau und eine Ziege zu retten. Das Feuer konnte lokalisiert, das Haus jedoch nicht mehr gerettet werden. Als Brandursache vermutet man Kurzschluß.

Am 3. Dezember wird in Lechaschau der 22 Jahre alte Knecht Wilhelm Wegertseder (Wegetzeder) bei einem Schusswechsel auf einer privaten Feier von einem Nachbarn getötet, da dieser für Ruhe sorgen wollte

Am 12. Dezember wird das komplett renovierte Bad Kreckelmoos feierlich durch den Bischof Sigismund Waitz eröffnet



1927keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Gleich zum Jahresbeginn wird die neue Ski-Sprungschanze Ehrenberg eröffnet. Mit dem Bau der Sprungschanze, am steilen Nordhang des Schloßbergs unterhalb der Ruine Ehrenberg gelegen, wurde unter der Federführung des Direktors Riezler bereits im Jahr 1925 begonnen. Letztlich wurde diese Schanze jedoch in den darauf folgenden Jahren auf Grund der örtlichen Verhältnisse zu Gunsten jener von Lähn aufgegeben

Am 2. Jänner ereignet sich bei Zürs, östlich des Trittkopfes, ein Lawinenabgang, welcher insgesamt 9 Touristen sowie den Skilehrer Strolz aus Lech verschüttet. Bei der Nachsuche werden 1 Deutscher und eine Engländerin lebend geborgen, 8 Personen fanden den Tod

Im Metallwerk Plansee kommt es am 14. Jänner zu einem Betriebsunfall, bei welchem der Arbeiter Rudolf Felber in einen Füllschacht stürzt und in dem Molybdäntrioxyd-Pulver erstickt

Ende Februar zerstört ein Feuer die Sulzlbach-Mühle bei Stockach

Neubau der Brücke zwischen Reutte und Lechaschau

Im neuen Krankenhaus Kreckelmoos beginnt man mit der Arbeit

Außferner Bote vom 14. April 1927
Steeg. 11. April. Am 6. ds. M. nachmittag wäre der Lech für unsere Gemeinde bald zu einer Katastrophe geworden. In Hinterellenbogen ging eine Lawine vom sogenannten Bimig los und füllte den Talkessel in einer Breite von 300 Metern und 15m Höhe aus. Auch das Lechbett wurde vollständig verschüttet, sodaß der Lech seinen Weg durch die Hinterellenbogener Felder nehmen mußte, wo er zirka 4000 Quadratmeter Feld zerstörte. Um nun den Lech wieder in das alte Bett zu leiten, wurde die ganze Gemeinde aufgeboten und die Lawine durchbohrt. Diese Arbeit war schon ziemlich vollendet und ein Teil des Wassers nahm schon den Weg durch den ausgeschaufelten Kanal. Zirka 50 Personen, teils durch Notseile gesichert, welche noch oberhalb des Kanales arbeiteten, wären beinahe durch die plötzlich am Kanal einstürzenden Schneemassen begraben worden. Nur der Geistesgegenwart des Straßenwärters Rach und des Hilfsarbeiters Scheidle, welche rechtzeitig die Gefahr erkannten, ist es zu danken, daß unsere Gemeinde von einem ungeheuren Unglück verschont blieb.

Anfang August geht bei Tannheim vom Kugelhorn eine Steinlawine zu Tal - die dabei aufgewirbelte Staubwolke hält sich eine halbe Stunde in dem Talschluss

Am 6. August bricht in der Nacht im Holzgauer Gasthof 'Zum Hirschen' ein Brand aus. Die aus dem Schlaf gerissenen Gäste sprangen zum Teil in Panik aus dem ersten und zweiten Stock des Anwesens und verletzten sich dabei schwer. Zwei Bedienstete und ein Gast wurden während der späteren Branduntersuchungen schließlich als 'völlig verkohlte [...]Leichen' entdeckt...

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Außferner Bote vom 11. August 1927
Lech-Aschau. (Brand). In der Nacht vom 8. auf den 9. August, in den ersten Morgenstunden, brach im Kalkofen in Hinterbichl ein Brand aus, wodurch der gesamte Holzvorrat und die Holzbaulichkeiten total vernichtet wurden, ebenso ein gebrannter Kalkvorrat durch Begießung bei den Löscharbeiten der Feuerwehr Lech-Aschau. Wirkungsvoll griff die Motorspritze der Feuerwehr Reutte bei der Löschaktion ein. Der Materialschaden ist bedeutend.

Vils begeht am 10. und 11. September die 600-Jahr-Feier zur Stadterhebung. Die Vorbereitungen zu der Festivität werden mit und unter der Leitung von Ignaz Dengel vorangetrieben

Nachdem die DAV-Sektion Regensburg mit ihren vorläufigen Hüttenbauplänen am Roßkarsee letztlich doch ins Stubaital abgewandert waren, trat die Sektion Wartburg-Eisenach in dieser Sache die Nachfolge an um hier ihre 'Eisenacher Hütte' zu errichten

Der Besitzer des Alpenhotels Ammerwald - Gottfried Bunte - erwirbt die Plansee-Hotels Forelle, Seespitze und den Gasthof Fischer am See (Heiterwang) mit dazugehöriger Motorschifffahrt



1929keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 11. Jänner verunglückt bei dem Steinbruch für die Lechverbauung bei Elmen der 32jährige Eugen Huber. Er war mit dem Aufladen von Steinblöcken beschäftigt, als sich oberhalb ein Felsbrocken löste und ihn zu Boden schlug. Er wird noch schwerverletzt in sein Quartier gebracht, dort verstirbt er aber bald

Ein ausgesprochen harter Winter fordert im Wildbestand viele Opfer, so werden an vielen Orten im Bezirk verendete Rehe und Hirsche entdeckt. Die Tiere kommen meist mit letzter Kraft bis an die Häuser um nach Futter zu betteln

Am 17. Februar findet das erste Preis-Skilaufen des Lechtals am Pimig bei Steeg statt

Im Metallwerk Plansee bricht am 11. März um 2 Uhr nachmittags ein Brand im sogenannten Sublimierraum aus. Das Feuer vernichtet den kürzlich fertiggestellten Anbau. Durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr Reutte kann eine Ausbreitung des Brandes verhindert werden. Der Sachschaden ist jedoch erheblich

Die Landsberger Hütte wird Anfang Juni fertiggestellt und am 30. Juni schließlich eingeweiht

Im Juli gehen vom Hornberg bei Höfen durch starke Regenfälle ausgelöst mehrere Muren ab, die mitunter auch die Straße verschütten und den Verkehr für mehrere Tage unterbrechen

Immer wieder kommt es wegen des in Tirol vorgeschriebenen Linksverkehrs zu teils schweren Autounfällen, da im nördlichen Nachbarland Deutschland das Rechtsfahren üblich ist

Im Oktober werden der Plansee und der Heiterwanger See von zwei Großbanken gekauft, welche die Seen für die Gewinnung von Wasserkraft nutzen wollen. Ein schon zuvor diskutiertes Großkraftwerk-Projekt soll damit wieder aufgegriffen werden, welches unter anderem die Überflutung des Ortes Heiterwang vorsieht

Am 29. Oktober steht um halb zehn Uhr vormittags in Lermoos das Gasthaus 'Zur schönen Aussicht' in Flammen. Der Brand wird bis 2 Uhr nachts weiter wüten und beinahe das ganze Gebäude einäschern

In Bach wird der Neubau der Lechbrücke feierlich abgeschlossen

Der in Aussicht gestellte Hüttenbau der DAV-Sektion Wartburg-Eisenach am Roßkarsee wird in seiner Namensgebung abgeändert. So soll die künftige Hütte nicht wie zunächst angekündigt 'Eisenacher Hütte' heißen, sondern 'Wartburger Hütte'

Für die Höfener Alpe und die Stablalpe ist die Errichtung einer Seilbahn geplant, um die Milch schnellstmöglich und kostengünstig in die Sennereien verbringen zu können



1934keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Zu Beginn des Februar kommt es in Innsbruck und Reutte zu mehreren beunruhigenden Anschlägen mittels Papierböllern durch die Nationalsozialisten

Ein furchtbares Schicksal ereilt am 14. März den 14jährigen Heinrich Beck, Sohn eines Brauerei- und Gasthofbesitzers in Reutte. Derselbe rutscht auf den Stufen der Stiege aus und gerät ganz unglücklich mit dem Kopf in eine Schnurschlinge - er erhängt sich während des Spiels mit einem Kinderflugzeug

Ein breiter Güterweg nach Kaisers wird angelegt

Am 17. Juni erbebt die Erde im Oberen Lechtal

Mitte Juli Hochwasserschäden am Nesselwängler Sulzbach - drei zerstörte Brücken - und am Plansee, wo die Fahrstraße an vier Stellen vermurt wurde

Das Kinderferienwerk organisiert die Beförderung mit Zügen und die Unterbringung mehrerer tausend Wiener und Burgenländer Kinder in Tirol und insbesondere dem Außerfern

Anfang August zur Erntezeit, der Wagnermeister von Tannheim ist mit seiner Familie mit der Heuernte beschäftigt, als der zweieinhalbjährige Sohn nicht mehr gesehen wird. Nach intensiver Suche konnte der Bub einige 100 Meter weiter unten an der Vils nur noch als Leiche aufgefunden werden

Am 4. September ereignet sich wieder ein Erdbeben, welches aber wesentlich stärker ausfällt als jenes vor drei Monaten

In Reutte wird ein neues 'Tonkino' eröffnet - das 'Hirschenkino'

Mehrere Anschläge der Nationalsozialisten schädigen die heimische Wirtschaft und bedrohen auch Menschen aus der Zivilbevölkerung

Zwei Buben sind am 3. November in Ehrwald bei einem Schulkamerad zu besuch - in der Stube finden sie ein Gewehr auf dem Tisch liegend. Die zwei Achtjährigen erkunden die Waffe, Alois Somweber blickt neugierig in den Gewehrlauf, eben dann, als sein Freund Walter Kerber - im Spiel vertieft - den Abzug betätigt. Sofort sinkt Alois zu Boden, die Kugel hat ihn tödlich an der Schläfe getroffen

Am 23. Dezember wird in Reutte im Tauscherhaus das Heimatmuseum für den Bezirk Reutte eröffnet



1936keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 25. Februar geht zwischen Steeg und Warth ein Felssturz mit rund 8000 Kubikmetern an Masse auf die Straße nieder. Die Strecke wird dabei auf etwa 90 Metern Länge verlegt

Der Autofrächter Jakob Lechleitner von Stanzach ist wie jeden Tag auch am 18. April mit der Milch aus dem Lechtal unterwegs, welche er nach Pfronten bringt. Aus Unachtsamkeit verliert er nahe Pflach die Kontrolle über sein Fahrzeug und fährt auf einen Wehrstein auf. Durch die Wucht des Aufpralls wird ihm der Brustkorb eingedrückt - nach kurzer Zeit ist er tot

Ein Erdbeben erschüttert am 22. April das Außerfern, es werden leichte Schäden an Häusern und Wohnungen gemeldet

Am 1. September erfolgt die Aufhebung der 1000-Mark-Sperre, zu einer Belebung des Fremdenverkehrs führt diese Maßnahme zu jenem Zeitpunkt jedoch noch nicht

Beim Holzziehen im Schönauer Wald wird der 63jährige Bauer Franz Scharf von seiner Fuhre erdrückt und getötet

Als die Großeltern der 5 Jahre alten Inge Paulweber aus Ehrwald am 17. Oktober ein Feuer entfachen um das angefallene Kartoffelkraut zu verbrennen, gerät das Mädchen zu nahe an die Flammen. Das Kleid fängt Feuer und das Mädchen erleidet schwere Verbrennungen, welchen sie in der Heilanstalt Kreckelmoos schließlich erliegt

Der amtierende Landeshauptmann von Tirol, Josef Schumacher, besichtigt am 18. November das Metallwerk Plansee und das Werk Titanit



1938keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 25. Januar sind wie in ganz Mitteleuropa Polarlichter am Himmel zu sehen

Um den 28. Jänner fegt ein schwerer Sturm über das Ober- und Ostallgäu hinweg. Auch im Außerfern werden einige Sturmschäden gemeldet

Am 17. Februar gehen schwere Schneefälle über dem Außerfern nieder. Das Tannheimer Tal ist für mehrere Tage nicht erreichbar

Die Fiderepasshütte wird errichtet, trägt zunächst aber den Namen 'Hermann-Schertl-Haus'

Am 13. März wird Österreich an das Deutsche Reich angeschlossen

Mitte Juni gehen starke Unwetter über dem Außerfern nieder. Das Lechtal ist für einige Tage nicht erreichbar, wird dann aber mit Hilfe einer Notbrücke wieder für den Verkehr zugänglich gemacht. Das Schwarzwassertal bleibt hingegen für längere Zeit von der Umwelt abgeschnitten. Etwa 600 Stück Rinder und mehr als 1000 Schafe sind von der Hochwasserkatastrophe betroffen

Das Schulhaus von Kaisers wird am 22. Juni von einem Blitz getroffen, woraufhin das Gebäude Feuer fängt und schließlich gänzlich vernichtet wird

Die Straße von Reutte durch das Lechtal bis nach Steeg wird entstaubt (geteert?)

Am 9. September stürzen Gustav Lechleitner und Josef Böhm bei einer Bergtour auf den Großen Wilden ab - sie werden zwei Tage später im Zuge einer schwierigen Bergung als Leichen ins Tal geholt



1939keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Es wird von einem sehr schneearmen Winter berichtet

Am Ortsausgang von Steeg stürzt am 23. März der 46 Jahre alte Jagdaufseher Josef Moosbrugger und wird vom Lastwagen des Räumdienstes überrollt und getötet

Ab April beginnen umfangreiche Wildbach- und Flussverbauungen durch den Reichsarbeitsdienst

Innsbrucker Nachrichten vom 26. April 1939

Die ganze Familie verloren

Das Töchterchen in der Vils ertrunken

Tannheim, 25. April. Das zehnjährige Schulmädchen Maria Schedle stürzte, als es am Bachufer Blumen pflücken wollte, bei der oberen Mühle in die Vils. Da der Vorfall nur von noch kleineren Kameradinnen gesehen wurde und diese erst den acht Minuten langen Weg in ihr Elternhaus rannten, wurde Mariechen inzwischen ungefähr dreihundert Meter bis zur Hennemühle fortgeschwemmt und war schon ertrunken, als der von seinen Kindern verständigte Josef Zobl das Mädchen bergen konnte. Alle angestellten Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.
Der bedauernswerte Vater, Georg Schedle, war nach dem Kriege ledig nach Argentinien ausgewandert, war nach einiger Zeit wieder herüber in seine Heimat gekommen und hatte sich eine junge Frau geholt. Als Neuvermählter kehrte er mit ihr nach Argentinien zurück. Nach wenigen Jahren starb ihm dort seine Frau, nachdem sie einem Mädchen und einem Knaben das Leben geschenkt hatte. Weiteres Unglück veranlaßte Schedle dazu, mit seinen zwei Kindern in die Heimat zurückzuziehen. Hier ist ihm nach kurzer Zeit sein Sohn gestorben, und nun sein Töchterchen ertrunken


Der Zweite Weltkrieg bricht aus und beinahe alle wehrfähigen Männer werden zum Kriegsdienst eingezogen

traktor stürzt am gaichtpass gachtpass abgrund

Ein schweres Unwetter lässt im September Teile des bereits während des Erdbebens von 1930 schwer beschädigten Mauerwerks der Ruine Vilsegg einstürzen

Anfang Dezember ist der Sägewerksbesitzer Josef Pfefferkorn in Steeg mit Wartungsarbeiten an der Transmission (Riemenantriebsscheibe) beschäftigt. Dabei wird er durch eigene Unvorsichtigkeit von der Welle erfasst und derart heftig gegen die dahinter befindliche Betonmauer geschleudert, dass er förmlich in Stücke gerissen wird



1947keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 3. Oktober brennt in Gehren (Gemeinde Steeg) ein Hof bis auf die Grundmauern nieder. Ernstlich verletzt wird dabei niemand und auch das Vieh kann gerettet werden. Jedoch fällt den Flammen das gesamte Mobiliar und auch die Heuvorräte zum Opfer



1955keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 1. Juli kommt im Bereich der Pimigalpe bei Steeg der 12-jährige Hirte Heinrich Moosbrugger durch Steinschlag ums Leben

Schwere Gewitter mit Hagelschlag führten am 3. Juli in Vils zu zahlreichen Schäden in Gärten und an Gebäuden

Beim Absturz eines Traktors vom Häselgöhrweg bei Lermoos kommt der 59jährige Josef Sonnweber aus Ehrwald ums Leben. Ein Traktor war auf Grund ungenügender Bremswirkung zu schnell geworden, wobei der Lenker noch versuchte das Gefährt hangseitig an den Felsen abzubremsen. Der schwerbeladene Hänger schob jedoch die Zugmaschine über die Böschung hinaus, wodurch diese mitsamt dem Hänger etwa 70 Meter in die Tiefe stürzte. Auf dem Hänger fuhren drei Wegmacher mit. Zwei der Arbeiter und der Lenker konnten sich in letzter Sekunde noch durch einen Sprung von dem Gefährt retten, dem dritten Wegarbeiter gelang dies jedoch nicht mehr

Eine Feuersbrunst zerstört das Anwesen des Alois Zotz in Oberpinswang



1958keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Hägerau bei Steeg wird am 12. August ein Bauernhof durch einen Blitzschlag in Brand gesetzt und vollständig zerstört

Am Eibsee (Bayern) entkommt während eines Fotoshootings ein junger Löwe. Erst mehrere Wochen später wird das entlaufene Tier oberhalb von Ehrwald gesichtet und kurz darauf erschossen

In Reutte wird die evangelische Dreieinigkeitskirche geweiht

Die Volksschule Schattwald wird neu errichtet



1999keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Enorme Schneemassen türmen sich zu Jahresbeginn im Bezirk auf (teilweise über 4 Meter). Mehrere Lawinenabgänge oder Sperren an lawinengefährdeten Hängen behindern das öffentliche Leben. Große Lawinenunfälle bleiben glücklicherweise - im Gegensatz zu dem von Krisen und Todesfällen gebeutelten Paznauntal - aus. Aus den Steeger Ortsteilen Gehren und Lechleiten werden 36 Personen evakuiert

Starke Regenfälle und die massiv einsetzende Schneeschmelze - ebenfalls bedingt durch den schneereichen Winter - verursachen zu Pfingsten eine verheerende Hochwasserkatastrophe. Die Gemeinde Pflach ist davon im besonderen Maße betroffen

Im Sommer wird im TVB-Gebäude Tannheim eine Kletterwand errichtet