Freitag - 06. Dez. 2019


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Die Zeitleiste - Außerferner Chronik


Chronikeinträge in denen der Begriff Reutte vorkommt Ich möchte lieber die ganze Chronik erkunden!


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-1700keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Reutte findet man Teile eines Dolches aus der mittleren Bronzezeit

Pfronten: Randleistenbeil
Stanz - Bereich der heutigen Ruine Schrofenstein: Ringbarren, Scheibenkopfnadeln
Zams: Randleistenbeil, Dolchklinge



900keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Vermehrt Siedlungstätigkeiten im Außerfern

Bajuwarische Siedler aus dem Inntal lassen sich im weiträumigen Becken unterhalb des Wetterstein-Massives nieder und nutzen die Seitentäler rechts des Lechs als Almflächen

Aus dem Raum zwischen Lech und Iller, also aus dem Allgäu, kamen Hirten mit alamannischen Wurzeln (die sogenannten Bodensee-Alamannen über die Jöcher ins mittlere Lechtal und Gefolgsleute aus dem Stammesherzogtum Schwaben in den Raum des Reuttener Beckens) um hier ihr Vieh zu weiden. Sie werden bald sesshaft, machen die Almen winterfest und beginnen einige Zeit später mit der Rodung der Wälder und Aulandschaften



1278keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Reutte wird erstmals urkundlich erwähnt

In den Chroniken wird für den 21. Februar eine sogenannte Seegfrörni am Bodensee gemeldet - ein Phänomen, welches den Bodensee während sehr kalter und strengen Wintern zur Gänze zugefrieren lässt



1352keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Höhlenburg Schloss Loch wird der Verwaltung von Ehrenberg unterstellt und damit zu einem Vorwerk der Burg am Katzenberg über Reutte



1455keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Durch die voranschreitende Verarmung der Edelleute nimmt das Raubrittertum überhand. Regelmäßig werden Kaufmannszüge auf den Handelsstraßen überfallen und städtische Anwesen, sowie auch Bauernhöfe auf Diebestouren geplündert

Im Bereich des heutigen Reuttener Ortsteils Kög befand sich ein kleiner, von Schilf umstandener See (Grundsee). Der Torhüter Burkhard von Hausen erbat von Herzog Sigmund die Erlaubnis aus diesem kleinen sumpfigen See einen Fischweiher machen zu dürfen, welcher nachmals wohl als Rohrachsee bekannt war



1458keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Herzog Sigmund verleiht den Breitenwangern und den Leuten von Reutte das Weiderecht am Harland (Hallander) und im Gebiet Ligvaist (Liegfeist)



1464keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Die Reuttener bauen eine Brücke über den Lech und eröffnen eine Zollstelle

Tannheim wird Sitz eines Niedergerichtes



1471keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Reutte bekommt das 'Niederlagsrecht', somit müssen die Waren im Ort über Nacht abgelegt werden. Am Niederlagsort wurde dabei natürlich eine Gebühr fällig



1482keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Dorf Häselgehr wird für die Salztransporte durch das Lechtal eine Salzstation eingerichtet

Erzherzog Sigmund verkauft eines seiner Schmelzwerke bei Schwangau

Der Ehrenberger Pfleger Jörg Gossenbrot entscheidet im Auftrag des Erzherzogs Sigmund einen Streit zwischen den Leuten von Breitenwang und Reutte einer- und denen von Aschau andererseits wegen Holzschlag und den Weiderechten am Hallanderberg - letztlich erhalten die Aschauer das Holzrecht und die Weidegründe fallen an die Breitenwanger und Reuttener



1483keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwischen Erzherzog Sigmund und Hug von Montfort kommt es zum Streit wegen eines angeblich gebrochenen Vertrags. Die Zwistigkeiten bleiben ungelöst und so dauert der Rechtsstreit weitere zwei Jahre an, bis ein neuer Vergleich abgeschlossen wird

Am 16. April zieht der Dominikanermönch Fratris Felicis (Felix) Fabri im Tross einiger Ritter, welche sich auf dem Weg in das Heilige Land befinden, durch das Außerfern. Im Januar 1484 passiert der Mönch bei seiner Rückkehr von seiner Pilgerreise abermals das Außerferner Gebiet. Er hält die Erlebnisse und die Stationen der Reise in dem Werk Evagatorium, der Bericht über die Reise ins Heilige Land für die Nachwelt fest



1488keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Sigmund erlässt auf Georg Gossembrots Betreiben die Anweisung, die Handelswaren für Augsburg künftig anstatt über den Zirler Berg über die Ehrenberger Klause zu transportieren

Im Gebiet von Pinswang kommt es zu einem Grenzstreit zwischen Füssen und Tirol

Reutte erhält das Recht einen Wochen- und zwei Jahrmärkte abzuhalten

Ein strenger Winter lässt die Iller als auch den Lech zugefrieren



1489keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Dörfchen Reutte wird von dem Habsburger Erzherzog Sigmund 'dem Münzreichen' am 5. Juni zum Markt erhoben

Der Bischof von Augsburg tritt seine Rechte im Tannheimer Tal an das Haus Habsburg ab

Erzherzog Sigmund und Bischof Friedrich von Augsburg kommen darüber über ein, dass ihre Ernbergischen und Rettenbergischen Untertanen gegenseitig freien Zug erhalten und dass deren Kinder in ihrem Stand nicht mehr der Mutter folgen, sondern dem Herrn, in dessen Gebiet sie geboren sind. Damit wird der Allgäuer Brauch abgelegt, der da lautet: "Der Knecht trägt seinen Herrn auf dem Buckel mit sich"

Der Bischof von Augsburg strengt beim Schwäbischen Bund eine Klage gegen Haug von Montfort wegen der Errichtung eines Bergwerkes am Hindelanger Erzberg an. Nach der Ausführung des Augsburger Bischofs würde dem Montforter nur der Wildbann im Ostrachtal zustehen, auf der Allmende von Oberdorf habe er jedoch zudem widerrechtlich eine Schmelze als auch ein Hammerwerk errichtet



1491keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Im Winter herrscht eine große Kälte

Das Außerfern und auch das Allgäu sucht eine Hungersnot heim

Kaiser Maximilian lässt im Tannheimer Tal ein Jagdhaus errichten

Den Reuttenern räumt Maximilian zur Stärkung des aufstrebenden Markts das Recht ein, 12 Jahre lang den Wegzoll am Katzenberg für den Ort zu beanspruchen



1493keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 22. März gestattet König Maximilian in einem Schreiben den Leuten von Reutte und Breitenwang, dass sie den Ammerwald roden und Wiesmähder daraus machen dürfen

Maximilian I. tritt nach dem Tod seines Vaters Friedrich III. die Nachfolge im Reich an



1494keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Kaiser Maximilian besucht den Plansee für eine Bärenjagd. Diesem vermutlich ersten Jagdausflug des Regenten werden noch viele weitere folgen

Maximilian vergibt Reutte das Privileg zur Errichtung eines Kornhauses und eines Salzstadels

Maximilian hegt den Plan auf dem Falkenberg (wo viel später das Fort Claudia entstehen wird) und am Plansee zwei starke Türme errichten zu lassen. Dieses Vorhaben wird jedoch nicht ausgeführt



1495keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Grenzstreitigkeiten zwischen den Leuten von Reutte und den Ettalern im Gebiet des Ammerwaldes



1500keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In alten Urkunden wird für diese Zeit von einem Bergbaugebiet im Bereich des Seebensees bei Ehrwald berichtet

In Reutte wird durch den Ehrenberger Pfleger Jörg Gossenbrot an Stelle einer früheren Kapelle die Kirche zur Hl. Anna erbaut

Die ursprünglichen politischen Gebietskörperschaften waren die Anwaltschaften, die Vorgängerversion der heutigen Gemeinden. Solche Anwaltschaften bestanden örtlich: 3 im Lechtal (Ober-, Mitter- und Unterlechtal), Tannheim, Lermoos, Bichlbach, Heiterwang, Aschau

In den Jahren um 1500 kommt es auf Ehrenberg zu Modernisierungs- und Erweiterungsbauten der Burganlage



1505keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Pfleger von Ehrenberg, Hans Paumgartner, wird angewiesen eine neue Rodfuhrordnung auszuarbeiten, da es immer wieder zu Streitigkeiten und Missverständnissen unter den Rodleuten gekommen war

Die Pfarrgemeinde Breitenwang, wie auch Ober- und Unterpinswang übertragen ihre politische Vertretung dem Bürgermeister und Rat zu Reutte

Hungersnöte werden überliefert



1511keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine Bergmann-Gewerkschaft erhält die Schürfrechte am Biberwierer Schachtkopf. Daraus entwickelt sich der größte Bergbaubetrieb des Außerferns

Maximilian I. erlässt für die Grafschaft Tirol das Landlibell, einer Urkunde die die Tiroler Landstände zur Landesverteidigung und dem Kriegsdienst innerhalb Tirols verpflichtete

Martin Luther bereist während seiner Rückkehr von Rom auch den Marktflecken Reutte

Ein Streit um die Weidegerechtigkeit an der Alpe Raaz (Ratz) weitet sich aus und wird im Oktober sogar von einem Freigericht zu Sonthofen behandelt. Die Reuttener geben an, dass ihnen die Alpe jenseits des Roten Lech gehöre und sie dort jährlich ihr Melk- und Galtvieh, ihre Rösser und Rinder übersommern würden



1518keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In der Reuttener St.-Anna-Kirche wird erstmals ein eigener Priester angestellt



1525keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Bauernaufstand bzw. Bauernkrieg wütet vorwiegend im nordwestlich gelegenen Allgäu am Lauf der Iller bis an die Donau. Aber auch das östliche Allgäu mit Schongau, Steingaden und Füssen sind davon betroffen

Vils und Pinswang werden aufgrund ihrer Grenzlage in den Bauernaufstand verstrickt

Am 31. März wird eilends Kriegsgerät auf Ehrenberg geschafft und die Burg kriegsbereit gemacht. Unter dem Hauptmann Nikolaus Jurischitz trifft am 6. April ein Corps bestehend aus 100 Mann der Reiterei auf der Festung Ehrenberg ein. Am 18. April vertreibt diese Truppe des Tiroler Landesfürsten dann die Aufständischen von der Lechbrücke bei Pinswang hinaus nach Vils. Füssen wird, um die Gefahr weiterhin kontrollieren zu können und den Sonthofener Walther Bach und seinen Haufen fern zu halten, von den Tirolern besetzt. Allerdings bieten die Österreicher nur in dem Fall Hilfe an, wenn die Füssener im Gegenzug mitsamt ihrer Stadt künftig unter die Schirmherrschaft des Erzherzogs Ferdinand sich stellen würden. Zunächst lehnt der Füssener Rat ab, muss sich dann aber, als der Haufen unter Bach immer näher rückt, dem österreichischen Hauptmann Nikolaus von Jurischitz beugen.

Trotzdem versammeln sich auch im Hinterland im Reuttener Becken am 27. Mai die Bauern des Gerichts Ehrenberg, und sie wollten dem Landesfürsten die Treue nur dann schwören, wenn er im Gegenzug den verhassten, zu der Zeit amtierenden Ehrenberger Pfleger Don Gabriel Salamanca aus seinem Dienst entlässt. Der Landesherr willigt ein und verspricht einen Tiroler als künftigen Pfleger einzusetzen

Im Allgäu werden derweil durch die Bauern die Burgen Wolkenberg und Liebenthann, sowie weiter südlich die Nesselburg abgebrannt

Als am 9. April sich die Aufständischen um die Stadt Füssen versammeln um diese einzunehmen, fordert der österreichische Hauptmann sie auf, die nunmehr österreichische Stadt in Ruhe zu lassen

Am 5. Mai standen einige Heerhaufen bei Marktoberdorf, Roßhaupten, Seeg, Pfronten und Nesselwang. Die Burg Eisenberg wurde dabei von diesen eingenommen und geplündert

Um die Streitigkeiten zu beschließen fanden sich am 10. Mai Abgesandte aller Parteien in Füssen ein. Die Hoffnung des Adels, dass die Bauern den Weingartner Vertrag annehmen würden zerschlug sich. So verlasen die Allgäuer ihre Beschwerden und forderten das 'göttliche Recht' in Zwölf Artikeln

Am 12. Mai verheerten sie das Kloster Steingaden. Von der Füssener Besatzung durch Tiroler Knechte - zumeist Erzknappen aus Schwaz - liefen jedoch immer wieder ganze Gruppen zu den Allgäuern über und nur mit Mühe konnte Hauptmann Jurisitsch die Übrigen zum Bleiben überreden

Nur mit Mühe konnte unter den gegnerischen Parteien ein vertragliches Werk zustande gebracht werden, welches beiden Seiten als annehmbar erschien. Letztlich erwies sich dieser Vertrag jedenfalls als nichtig

Bald versammelten sich auch im Hinterland im Reuttener Becken am 27. Mai die Bauern des Gerichtes Ehrenberg, sie wollten dem Landesfürsten die Treue nur dann schwören, wenn er im Gegenzug den verhassten, zu der Zeit amtierenden Ehrenberger Pfleger Salamanca aus seinem Dienst entlässt. Der Landesherr willigte ein und versprach einen Tiroler als künftigen Pfleger einzusetzen

Anfang Juli tobte im benachbarten Allgäu der Kampf der Allgäuer Bauern gegen den Schwäbischen Bund. Namentlich an der Leubas nahe Kempten sollte die Entscheidungsschlacht stattfinden, doch machte die prekäre Versorgungslage und die fehlende militärische Ausbildung der Bauern dem Vorhaben bald ein Ende. Sie flohen zurück in ihre Heimat, oder aber ins Gebirge nach dem nahen Tirol und teils sogar in die Schweiz

Am 25. Juli ritt eine Abteilung des Schwäbischen Bundes vor Füssen um über die Rückgabe der Stadt zu verhandeln. Die Besatzer ließen sich die Straffreiheit der Füssener Bürger schriftlich beurkunden und forderten die Unkosten für die Zeit der Versicherung der Stadt ein



1528keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwischen den Höchstettern und den Bürgern von Reutte und Breitenwang kommt es erneut zu Streitigkeiten bezüglich der Holznutzung im Zwieselbachtal. Nachdem die Bürger des Gerichts Ernberg vorbrachten, dass sie bei Verlust des strittigen Waldes die Fronarbeiten zur Pflege des Gerichts Ernberg nicht mehr erfüllen könnten, werden die Gemeinden der Klage enthoben und sie können ihre Schäden bei den Höchstettern geltend machen



1541keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 21. Januar wird für Reutte und Lechaschau eine Salzrodordnung erlassen. So haben die Leute dieser Gemeinden vor allen anderen das Recht, das Salz zu laden. Und zwar soll Reutte von drei Salzfässern zwei und die von Aschau das dritte Fass laden

An mehreren Orten im Gericht Ehrenberg wird an die Ausbesserung oder die Verlegung der Straße gegangen. Der Pfleger Jacob von Thun schießt dafür größere Geldbeträge vor und kauft mehrere Güter entlang der Straße. Bei der Klause Ehrenberg lässt er eine Mahlmühle, eine Schmitte, eine Säge, sowie eine Blaumühle errichten



1542keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bischof Christoph von Augsburg genehmigt die Verlegung des Gottesdienstes von Breitenwang (20 Häuser) nach Reutte (110 Häuser), weil im Markt mehr Menschen wohnen und die Anna-Kirche an der Landstraße liegt



1546keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Schmalkalden fallen, nachdem sie am 10. Juli Füssen besetzt hatten, in das Außerfern ein und besetzen unter der Führung des Sebastian Schertlin von Burtenbach am 11. Juli die Festung Ehrenberg, welche zu diesem Zeitpunkt lediglich von 71 Mann bewacht wird

Ein Teil der Schmalkaldischen Streitmacht zieht weiter in Richtung Innsbruck, muss jedoch kehrt machen, da die Kaiserlichen Streitkräfte bereits Augsburg bedrohen. Die Besetzung Ehrenbergs blieb aber aufrecht

Auch der Ort Lermoos wird am 12. Juli für zwei Tage von der protestantischen Liga besetzt und zu großen Teilen verwüstet

Um den 21. Juli versammelt sich ein großer Heeresteil bei Heiterwang und vor Ehrenberg im Talkessel von Reutte. Eine weitere Abteilung macht offenbar einen Ausfall in das Lechtal hinein, wo sie den Talbewohnern etliche Stück Vieh wegnehmen

Ende Juli vereinigen sich schließlich die vermutlich über 30000 Mann zählenden protestantischen Truppen bei Donauwörth

Erst Ende August hatten sich endlich an die 11 Fähnlein (etwa 5000 Mann) aus dem Inn- und Wipptal gesammelt um gegen Ehrenberg vor zu rücken. Ein Teil wurde am Fernpass zurückgelassen, der Reste bewegte sich durch das Gebiet Zwischentoren vor und legte an allen Wegen entlang des Heiterwanger- und Plansees Verhaue und Wälle an

Ab dem 29. August begannen die Weg- und Wallbauten durch Schanzbauern an der sogenannten Kanzroate. Am 4. September hatten sich die kaiserliche Truppen am gegenüberliegenden Falkenberg (dort wo sich heute das Fort Claudia befindet) postiert und nahmen die Burg Ehrenberg mit ihren 7 Geschützen bald unter heftigen Beschuss. Nach einem länger andauernden gegenseitigen Geschützfeuer hatten die Besatzer jedoch schließlich im Laufe des nächsten Tages das inzwischen sturmreif geschossene Gemäuer unbemerkt verlassen

Erste Fälle der Pest treten Mitte Oktober in den Orten Lermoos, Lähn und Wengle auf. An der Klause Ehrenberg wird eine "Sterbhut" postiert, die auf eine mögliche Einschleppung der Seuche achten muss



1551keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Die während des Schmalkaldenkriegs zur Ruine geschossene Burg Ehrenberg wird um 8000 Gulden wieder aufgebaut, wobei aber die umliegenden Gemeinden schwere Robotarbeiten und außerordentliche Frondienste abzuleisten hatten

Der Gemeine Pfennig (eine Reichssteuer) wird eingeführt

Die Flächen in der Lüss bei Reutte sollen durch Archenbauten auf Dauer nutzbar gemacht werden. Die Kosten werden auf die Nutzungseigentümer in der Lüss aufgeteilt. Wer die Baukosten nicht bezahlen kann, muss den Nutzungsanspruch an Reutte und das Gericht Ernberg abgeben



1552keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 6. April kommt Kaiser Karl V. in das Außerfern. Als er aber erfährt, dass Kurfürst Moritz von Sachsen als Anführer einer protestantischen Streitmacht gegen Ehrenberg vorrückt, kehrt er sofort nach Innsbruck zurück

Moritz von Sachsen besetzt ein weiteres Mal Füssen und schlägt sich bei der Wehranlage am Kniepass durch. Die nun ungeschützte kaiserliche Hauptstreitmacht im Kessel von Reutte wird frontal angegriffen und erleidet eine verheerende Niederlage.
Zeitgenössischen Angaben zufolge dürfte es bei diesem Angriff etwa 1200 Tote und über 5000 Gefangene gegeben haben

Ein einheimischer Verräter führt einen Teil der Truppen des Moritz von Sachsen hinter die Ehrenberger Klause. Durch einen Überraschungsangriff von beiden Seiten wird die Klause schnell von feindlichen Einheiten eingenommen

Moritz von Sachsen zieht nach Innsbruck weiter um dort den Kaiser gefangen zu nehmen, der ist zu diesem Zeitpunkt allerdings schon über den Brenner geflohen. Daraufhin ziehen Moritz' Truppen - vermutlich da sie ihr Primärziel nicht erreicht haben - mordend und brandschatzen durch die Täler, verwüsten Kirchen (Breitenwang) und hinterlassen ein Bild des Grauens. Viele der verängstigten Anwohner sind vor der Gefahr in die Wälder geflüchtet und dabei zum Teil gar verhungert. Alle Orte entlang der Fernpassstrecke werden dabei zum größten Teil zerstört

Die Tiroler versuchen die Stadt Füssen im Tauschweg vom Hochstift Augsburg zu erhalten um dort eine Grenzfestung für 3000 Mann auszubauen, als Sperrfestung direkt am Eingang in die Alpen

Graf Hug von Montfort zieht am 4. August mit 30 Fähnlein Fußvolk (etwa 10000 bis 12000 Mann) von Kempten kommend über Nesselwang durch Reutte und weiter nach Innsbruck



1553keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Reutte rechtfertigt sich bezüglich der Verlegung des Gottesdienstes von Breitenwang nach Reutte



1555keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwischen König Ferdinand und denen von Hohenegg zu Vilsegg kommt es am 9. Januar wegen des neuen Zolls zu Pinswang zu einem Vergleich. Die Untertanen von Hohenegg sollen von dem Holz, das sie auf dem Boden der königlichen Majestät gewinnen, nur den halben Zoll bezahlen. Von jenem Holz und Kalk, so sie nicht auf kgl. Boden gewinnen, müssen sie keinen Zoll bezahlen

Im Kreckelmoos bei Breitenwang wird eine 'Badehütte' errichtet. Sechs Jahre später wird die 'Hütte' durch ein 'festes Haus' ersetzt. Ab dem Jahr 1602 wächst es zu einem stattlichen 'Heilbad' heran und erfreut sich großer Beliebtheit.
Um das Jahr 1700 scheint die Schwefelquelle allerdings wieder zu versiegen und das Bad muss vorerst aufgelassen werden.
1719 rettet der damalige Bürgermeister von Reutte das Bad mit einem umfassenden Ausbau und lässt ein Kurhaus errichten

Zwischen den Reuttenern und Ehenbichlern kommt es zu einem Weidestreit um den Sintwag



1557keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auf der Strecke zwischen Füssen und Reutte kommt es zu Wegbauarbeiten



1570keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Abgesandte der Stadt Augsburg bekunden, dass der Markt Reutte und Breitenwang ihnen mit Bewilligung Erzherzog Ferdinands Wälder in den Alpen Raaz und am Rainberg verkauft haben. Das Abholzungsrecht wurde auf 30 Jahre erlassen.
Um das Holz am Lech zu lenden, durften die Augsburger oberhalb der Brücke auf der Ebene am Roten Lech ein Haus errichten. Der Lech sollte ferner in diesem Bereich verarcht werden



1573keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein schneereicher Winter mit eisigen Temperaturen hält das Außerfern im Griff

Überschwemmungen an Lech und Wertach

Im Reuttener Untermarkt entbrennt ein Streit um den Platz vor dem Salzstadel. Der Ernberger Pfleger Melchior von Welsperg wird informiert, dass ein Anwohner auf diesem Platz widerrechtlich einen Misthaufen angelegt und einen Zaun errichtet hat



1578keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Reutte wird ein Rauschhaus eingerichtet

Kontakte zum Färberhandwerk in Kaufbeuren bringen weitere Abnehmer für den Rauschhandel

Rauschhandelordnungen für Aschau und Breitenwang



1583keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In einem Vergleich vom 29. September zwischen der Stadt Füssen und dem Markt Reutte wird festgelegt, dass künftig die Reuttener für den Straßenerhalt ab Pinswang (Stocka; südöstlich des Gutshofes Schluxen) verantwortlich sind



1585keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Jänner werden in Reutte drei Nachtwächter in Dienst gestellt



1588keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Flurstreit zwischen Reutte und Pflach wegen dem Dürrenberg

Erzherzog Ferdinand II. schließt mit dem Abt des Klosters St. Mang zu Füssen einen Vertrag. Mit einer Ablöse von 60 Gulden kauft er ein dem Kloster St. Mang zinspflichtiges Gut, den "Döttels Hof", frei



1598keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im November wird auf Erlass des Kaisers Rudolf II. das Weggeld zur Erhaltung der Landstraße von Katzenraiten über den Katzenberg herab durch den Markt Reutte bis an die Aschauer und Pflacher Brücke angehoben

Am 20. Dezember beschließt der Bürgermeister sowie der Rat von Reutte an allen Hauptverkehrsachsen im Markt ein Pflaster verlegen zu lassen

Für die Nutzung des Weges über den Roßrücken wird ein Weggeld eingehoben



1604keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Amtssitz des Pflegers von Ehrenberg wird von der Burg nach Reutte herunter velegt. Somit wird der Ort Reutte erstmals zum Bezirkshauptort



1609keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am Steineberg bei Pflach wird eine Pfisterei (Bäckerei) eingerichtet, welche neben den Schmelzhütten auch den Markt in Reutte beliefert

In den Breitenwanger Feldern werden Fischweiher angelegt

In Reutte werden am sogenannten Pfannenbichl zwei Weiher eingelassen

Das Füssener Kloster St. Magnus veräußert all seine Besitztümer im Außerfern an Tirol

Zwischen den Tiroler Landesherren und den Herren von Schwangau kommt es zu einem ersten Entwurf eines Grenzvertrages über das Gebiet der Ammergauer Alpen



1614keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Schneller und Nachtwächter müssen zu ihren üblichen Aufgaben nun auch die Feueraufsicht im Markt Reutte übernehmen
"...es darf keiner für den anderen Ausrufen. Wer eine Stunde verschläft, muss eine Stunde im Gefängnis liegen. Die 32 Gulden Belohnung verstehen sich ohne Kost und müssen von den Nachtwächtern selbst zur Quatemberszeit eingetrieben werden. Fremde oder verdächtige Personen müssen angehalten und angezeigt werden. Sollten sie ein Feuer entdecken, müssen sie sofort ausrufen und zur Brandstelle laufen. Bei Krankheit muss der Wächter selbst einen Ersatz stellen. In die Wirtshäuser zu gehen oder zu viel Wein zu trinken ist untersagt..."



1619keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine kaiserliche Streitmacht von 12000 Mann zieht in Verbindung mit dem Dreißigjährigen Krieg über Reutte nach Füssen

Stilllegung des Bergwerks bei Pflach



1623keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine Ungezieferplage sucht die Bewohner von Reutte und seiner Umgebung heim

Im Winter herrscht in den Häusern der Bürger der Hunger



1628keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das einzige Kloster des Außerferns wird von Erzherzog Leopold V. gegründet. Er übergibt es den Franziskanern, welche es bis in das Jahr 2014 (also für 386 Jahre) betreiben werden

Ein verheerendes Hagelunwetter zieht über Schwangau, Reutte und Umgebung, sowie das östliche Tannheimer Tal hinweg, sodass das Korn und der Flachs vernichtet werden und zahlreiche Fensterscheiben zu Bruch gehen

Das Jahr gilt generell als ein "Jahr ohne Sommer" und ein Tiefpunkt der kleinen Eiszeit. In Tirol verschärft sich die Hungersnot

Der Ammerwald wird zur Gänze gerodet



1630keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Tiroler Landesfürst Erzherzog Leopold V. verhandelt mit dem kaiserlichen Feldherrn Wallenstein in Reutte. Kurz darauf besucht auch ein Abgesandter des dänischen Königs, Kronprinz Christian, den Außerferner Ort

Wiederholt kommt es zu Überschwemmungen und Hochwasser in Füssen am Lech



1632keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwei Fähnlein Tiroler (etwa 800 Mann) ziehen im Einverständnis mit dem bischöflichen Pfleger Achatius von Laiming am 14. Mai zur Sicherung der Stadt in Füssen ein

Am 25. Juni fallen die Schweden über Füssen ins Außerfern ein. Vils wird verwüstet, schwedische Einheiten rücken bis Roßschläg vor

Am 8. Juli überfällt eine schwedische Reitertruppe das Tannheimer Tal. Ehrenberger Soldaten können die Schweden jedoch zurückdrängen

Erzherzog Leopold V. hält am 27. Juli auf der Festung Ehrenberg einem Angriff der Schweden unter Bernhard von Sachsen-Weimar stand. Noch im selben Jahr verstirbt dieser aber und so fällt die Regentschaft an dessen Gattin Erzherzogin Claudia.
Die Festung Fort Claudia erinnert noch heute an ihre Regierungszeit. Ihre beiden Söhne Erzherzog Ferdinand Karl und Sigmund Franz waren ihre Nachfolger, erlangten aber keine Bedeutung mehr

Nochmals greifen die Schweden am 29. Juli die Truppen von Leopold V. an, zerstören dabei die Vorwerke Roßschlög und Kniepass und plündern danach den Markt Reutte. Zwei Tage später ziehen sie wieder ab

Auch am Stiglberg (Stieglerberg) bei Pinswang kommt es zu Kampfhandlungen. Das Sperrwerk und die Verschanzungen werden am 29. Juli durch den Feind niedergebrannt

Zu allem Übel rafft auch die Pest viele aus der Bevölkerung dahin



1633keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Mitte Januar werden kriegsgefangene Kemptener Bürger von den Schweden über Ehrenberg in das Inntal nach der Burg Petersberg verbracht, wo sie bis Anfang März inhaftiert bleiben um dann wieder in die großteils zerstörte Heimat zurück zu kehren

Bereits seit 1629 wurden die Pässe und Anhöhen rigoros überwacht um ein Einschleppen der Pest zu verhindern. Die Wachposten hatten die Pflicht Tag und Nacht auf ihrem Posten zu bleiben und alles genau zu kontrollieren. Sie mussten die Reisenden nach ihrem Herkunftsort fragen, sie danach in Quarantäne verbringen bis ausgeschlossen werden konnte, dass sie und ihre Habe nicht infiziert waren. Das illegale Einschleichen wurde mit der Hinrichtung geahndet

Trotzdem wird das Außerfern abermals von der Pest entvölkert. Etwa 20 bis 40% der Bevölkerung wird durch die Seuche dahingerafft. Im Lechtal werden beispielsweise die rechts des Lech gelegenen Weiler Grießau und Grünau besonders stark getroffen, dort lebt bis zum Abebben der Pest so gut wie niemand mehr. Das große Sterben endet erst im Jahre 1636

Starkregen ergießt sich über dem Bezirk Reutte und dem Allgäu. Auch bei der Hochalpe bei Sibratsgfäll gibt es einen solchen Wasserguss, dass "sich das Vieh nicht mehr zu retten wusste, sondern Pferde und Stiere zu schwimmen anfingen. Es wurden 51 Ross und 49 Stiere durch die Gewalt des nach der Öffnung ziehenden Stromes durch die Felsenwände heraus getrieben und in das tiefe Tal hinuntergestürzt"



1642keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auf der Höfener 'Platte' wird eine Flachsrösterei und -brechlerei gegründet. Im Jahr 1825 wird nach der Verlegung nach Reutte das 'Reuttener Textilwerk' daraus hervorgehen

Wegen der Abholzung des Klausenwaldes kommt es zu einer Neuverkmarkung

Bei dem jährlich zur Sommerzeit auf die Hintere Raazalpe aufzutreibenden Galtvieh kommt es zu einer Beschränkung der Stückzahlen. Es soll nicht mehr Vieh aufgetrieben werden, als die Galtalpe "wohl ertragen kann"

Nach zahlreichen Streitigkeiten kommt es zu einer verbesserten Rodordnung



1645keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Erzherzogin Claudia beauftragt den Festungsbaumeister Elias Gumpp zur Visitation und Beurteilung der Wehrfähigkeit der Festung Ehrenberg und seiner Vorwerke

Abschluss der Arbeiten am Fort Claudia

Auch die Instandsetzungsarbeiten am Kniepass scheinen kurz vor der Vollendung zu stehen

In Reutte wird eine Salz- und Rodordnung ausgerufen



1648keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auch in diesem Jahr werden Soldaten in Reutte und der Umgegend einquartiert

Von Tannheim ergeht ein Schreiben an den Steuereinnehmer Abraham Reinhard, mit der Bitte um Steuererlassung, da die Bewohner des Tals durch die Kriegsschäden und Einquartierungskosten in Armut gefallen sind

Sämtliche Grenzpässe werden besetzt gehalten. Glücklicherweise endet am 24. Oktober der Dreißigjährige Krieg mit dem Westfälischen Frieden

In Ehrwald wird eine Kirche erbaut. Zuvor besuchten die Ehrwalder stets die Kirche von Lermoos



1649keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Reutte wird zum Hauptniederlagsort für die von Hall kommenden Salztransporte

Für die Verpflegung der Truppen des Kommandanten Kaspar Schoch fallen für etwa 100 Soldaten aus dem Tannheimer Tal Zehrungskosten an



1659keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Weißenbach wird kurzfristig Salzniederlagsort. Bereits kurze Zeit später wird von der Regierung jedoch ein Verbot der Salzniederlage in Weißenbach ausgesprochen. Ein Rechtsstreit beschäftigt das Gericht Ehrenberg bis in das Jahr 1664 hinein

Auch zwischen Leuten von Ehrwald und jenen von Lermoos bzw. Bichlbach kommt es zu einem Streit, da jene von Ehrwald den Stapelzwang zu Lermoos umgehen wollen und die Salzfässer direkt von Nassereith bis nach Reutte liefern. Erzherzog Ferdinand Karl erlässt daraufhin, dass die Ehrwalder das Recht zur Fassdauben-Herstellung erhalten und darüber hinaus je 75 hergestellter Fassdauben ein Fass Salz direkt von Nassereith nach Reutte transportieren dürfen



1661keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Reutte werden in diesem Jahr 15.850 Salzfässer registriert



1665keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Bürger von Reutte und Breitenwang geloben zur Abwendung der Pest einen Bittgang nach Ettal zu unternehmen - dieser Brauch wird bis mindestens 1770 fortgeführt

Es herrscht ein Dürresommer

In diesem Jahr endet die Herrschaft der in Tirol ansässigen Habsburger, da der Regierungssitz in Innsbruck aufgelassen wird. Das Außerfern wird von nun an vom Kaiser in Wien aus regiert



1672keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Reutte entbrennt ein Streit um das Niederlagsrecht in den Ballhäusern. Die Reuttener Wirte beschuldigen mehrere Bürger von Reutte, die Waren in ihren Privathäusern abzulegen und so das Ballhaus selbst, als auch die Pfarre Breitenwang um den ihnen zustehenden Kreuzer Niederlagsgeld zu bringen

Pinswang erhält eine eigene Dorfordnung



1685keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Durch den täglichen Durchzug von 20 bis 40 Bettlern - vornehmlich aus dem Vinschgau - richtet der Bürgermeister von Reutte ein Bittschreiben an die Regierung. In Folge wird der Ernberger Pfleger Franz Karl Rost angehalten, sämtliche Bettler an dem Zollposten Fernstein und Ernberg unter Strafandrohung am Zutritt zu hindern



1686keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nach einem Truppendurchzug werden in Reutte einige Schäden reklamiert

An der Pflacher Brücke entsteht eine Hammerschmiede. Bis 1717 wird dieser eine Waffenschmiede angegliedert. Neben diesem Gewerk werden auch zwei Sägewerke und eine Wagenschmiede errichtet



1691keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Leute von Musau werden aus ihrer Zugehörigkeit zum Hochstift Augsburg entlassen und an die Pflegschaft Vils übergeben

Bereits 1688 war es von Seite des Bäckerhandwerks zu einer Beschwerde gekommen, dass die Füssener ihr Brot widerrechtlich nach Reutte brächten, da dies ausnahmslos nur gestattet sein, wenn in Reutte Markt gehalten würde.
Im Dezember des Jahres ergeht eine weitere Beschwerde an den Pfleger von Ehrenberg. Der Kornmeister Hans Rohrmoser teilt mit, dass das Brot von Pfronten und Füssen in solcher Menge während der ganzen Woche hereingetragen wird, dass die Brotbank und die Bäcker in Reutte erledigt sind. Zur Rettung des Bäckerhandwerks sollte mittels Dekret der Brotträgern Einhalt geboten werden. Es soll denen von Nesselwang und Pfronten bei Strafe verboten werden, über Gacht, Roßschläg und den Kniepass Brot zu transportieren

Kaiser Leopold I. erlässt ein Privileg, welches die Wegeerhaltung zwischen Reutte und Pflach regelt



1696keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Untertanen des Lechtals können bei starkem Regenwetter mit ihren Fuhren nicht über den Rotlech fahren, sondern müssen das Korn und andere Waren abladen und die Wägen und Waren stückweise über den Steg tragen. Es wird vereinbart, dass die Reuttener Bürgerschaft über den Rotlech eine neue Brücke nebst Zufahrtsweg erbauen wird. Bei Hochwasser dürfen die Lechtaler mit ihren beladenen Wägen ungehindert darüber fahren, müssen jedoch einmalig eine gewisse Summe an die Reuttener bezahlen

Eine Viehseuche grassiert im Tannheimer Tal derart schrecklich, dass man sogar eine Bittprozession abhält in deren Verlauf eine Kuh als Opfergabe dargebracht wird

In Pflach wird eine Brücke erbaut (?)

Am Kniepass kommt es zu Aus- und Umbauten der Befestigungsanlagen. Die sogenannte Hohe Schanz auf der Höhe des Passrückens, ein Rondell mit Wehrmauern gegen den Lech hinab

In Reutte wird ein sogenanntes Pfleghaus erbaut



1703keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine Feuerkatastrophe wütet am 8. Mai in Reutte. 52 Häuser, die Kirche und das Kloster werden ein Raub der Flammen

Im Zuge des sogenannten "Bayrischen Rummels" schlagen die Tiroler die seit dem 19. Juni im Tiroler Unterland vordringenden Bayern unter dem Kurfürsten Maximilian II. Emanuel ab dem 26. Juli zurück. Nach dem Sieg an der Pontlatzer Brücke und an der Anhöhe des Brenners durch die Tiroler, vertreiben die Schützen und die einfache Landbevölkerung die Bayern aus dem Land

In dem im Mai abgebrannten Markt Reutte kommt es zu Einquartierungsproblemen



1704keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Abermals wütet ein Großbrand in Reutte

Es kommt zu Streitigkeiten wegen scheinbar exzessivem Abholzen der Waldbestände



1706keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Leute von Reutte und Breitenwang räumen die um die Hochschanz und dem Fort Claudia geschlagenen Hölzer weg, damit der umliegende Grund und Boden zu einer Wiese gerodet werden kann

In den Akten wird im Bereich des Wolfsberges ein Krankenhaus genannt



1709keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auch die ersten Monate dieses Jahres beginnen mit einer extremen Kälte. Missernten und Teuerung führen zu einer Hungersnot, welche wohl ganz Europa betrifft. Der Überlieferung zufolge soll die letzte Frostnacht im Juli gewesen sein. Den Sommer über herrschte dann eine Dürre

Zu der Kälte gesellt sich noch die Pest. Die halb erfrorenen und verhungerten Menschen haben damit der Seuche meist wenig entgegen zu setzen

Von den Schneidern und Schuhmachern der Pfarre Breitenwang wird eine Beschwerde gegen jene von Aschau eingebracht, da sich diese anstatt in Reutte in der Bichlbacher Handwerkszunft als Nebenzunft eintragen ließen. Es wird den Aschauern angedroht, auch weiterhin an dem Verbot des Verkaufs von Aschauer Produkten auf dem Markt in Reutte festzuhalten. Auch darf kein Aschauer in Reutte auf die Stör gehen



1717keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Salzfaktor von Reutte erhält eine Rüge, da sich die Rodfuhrleute beschwerten, da dieser die Haller Salzfässer selbst bei schlechtestem Weg alle auf einmal von Lermoos nach Reutte hat liefern lassen



1723keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Leute von Pflach beschweren sich über jene von Reutte wegen Weidebehinderung am Dürrenberg



1724keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Wieder ruft der Brandalarm in Reutte zu einem Großbrand

Auf Island explodiert am 17. Mai erstmals der Vulkan Krafla, die Eruptionen werden sich noch bis 1729 fortsetzen

Am 22. Mai erregt eine totale Sonnenfinsternis die Gemüter

Nach zweijähriger Bauzeit wird die neu errichtete Pfarrkirche St. Nikolaus in Tannheim fertiggestellt. Damit hat Andreas Hafenegger aus Haldensee die - nach der Kirche in Neustift im Stubaital - zweitgrößte Landkirche der Diözese Innsbruck erschaffen

Ein Weidestreit bezüglich dem Salober wird Ende August per Dekret zwischen denen von Füssen und der Gemeinde Vils beigelegt



1728keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Fall der Klage wegen Weidebehinderung von 1723 kommt es zu einer Gegenklage durch Reutte. Den Pflachern wird dabei das Vergehen der Grenzverletzung vorgeworfen

Über dem Ort Haldensee geht ein heftiger Wolkenbruch nieder, welcher zahlreiche Felder und die Landstraße stark beschädigt. Anfang November wird durch die Kommandantur zu Ehrenberg eine Unterstützungszahlung getätigt

In Ehrwald kommt es zum Neubau der Kirche



1729keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Reutte wird ein zweites Kornhaus errichtet



1730keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Reutte fällt zwischen dem 21. u. 24. März soviel Schnee, dass 'von Reutte nach Breitenwang nur mit Roß und Wagen zu gelangen ist'

Durch die überbordende Holzgewinnung der letzten Jahre kommt es zu einer generellen Holzknappheit. Gleichzeitig werden für den Rotlech und am Hirschwang (Hirschfäng) um die Erlaubnis zum Klausenbau angesucht



1731keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwischen Reutte und Pflach kommt es zum Streit wegen der Weidegrenzen und der Nutzung der Brunnen



1735keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auf der Kög (Reutte) wird das erste 'bürgerliche Krankenhaus' eröffnet

Der Sensen- und Waffenschmied Franz Strigl erhält die Erlaubnis zur Errichtung einer Hufschmiede samt Rauchfang an der Brücke bei Pflach unter dem Steineberg



1738keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 25. Juni ergeht in einem Schreiben der Hofkammer in Innsbruck der Befehl an den Reuttener Bürgermeister Josef Anton Zeiller, ein Heiratsverbot unbemittelter Leute im Markt Reutte und der Pfarre Breitenwang durchzusetzen



1743keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Reutte lehnt aus finanziellen Gründen die von Kaiserin Maria Theresia angebotene Erhebung zur Stadt ab



1744keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Wegen eines feindlichen Überfalles in der Herrschaft Bregenz werden von Reutte, Lechtal und Tannheimer Tal rund 100 Schützen über den Arlberg entsandt



1755keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Ausschuss des Schneider- und Schuhmacherhandwerks von Reutte beschwert sich beim Kreishauptmann gegen die in allen Häusern eindringenden Näherinnen, welche Frauen- und Männerkleidung zum Schaden der Zunft anfertigen. Folglich sind die hiesigen sieben Schneidermeister wochenweise arbeitslos. Die mit hohen Kosten erkauften Privilegien besagen, dass alle Stör und Stimplereien (Schwarzarbeit Anm.) im Markt Reutte untersagt sind. Allein in Reutte sind 24 Näherinnen vorhanden, welche wirklich von Haus zu Haus auf die Stör gehen

Im März kommt es zu Truppeneinquartierungen im Gericht Ehrenberg



1758keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Reutte tritt Dr. Peter Paul Mayr als erster Arzt in Festanstellung seinen Dienst an



1760keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Gebiet von Reutte wird von Viehseuchen berichtet

An die Maria-Hilf-Kapelle in Höfen wird ein Turm angebaut



1762keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Gericht Ehrenberg und besonders um Reutte und Breitenwang kommt es nach Dauerregen zu gewaltigen Überschwemmungen bei welchen mehrere Brücken zerstört und andere Bauwerke beschädigt werden



1767keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Brüder Carl Josef und Ignaz Dominik Falger errichten in der Nähe von Reutte eine Papiermühle



1774keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Stanzach werden die Kirche und 10 Häuser ein Raub der Flammen

Der Trierer Kurfürst Klemens Wenzeslaus von Sachsen ist im Juni im Hohen Schloss in Füssen zu Gast. Ein Ausflug nach Tirol führte ihn zum Kniepass, zur Ehrenberger Klause und nach Reutte selbst

Das traditionelle Nikolauslaufen wird verboten

Die Allgemeine Schulpflicht wird auf Erlass der Kaiserin Maria Theresia in Österreich eingeführt

Der Vulkan Vesuv bricht aus



1777keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kaiser Joseph II. nächtigt im Gasthof Krone in Reutte. Noch heute erinnert eine Fassadenmalerei an dem Gasthof an diese Begebenheit



1778keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die zuvor in Heiterwang befindliche Poststation wird nach Reutte verlegt

Beginn des Bayerischen Erbfolgekrieges - größere Gefechte werden zu Beginn jedoch vermieden, da auf beiden Seiten die Truppenverpflegung nicht funktioniert. Schon im Folgejahr wird der Krieg von beiden Seiten beigelegt



1779keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Eine Holztriftverordnung tritt in Kraft

Vertragliche Regelung des Rauschhandels in Reutte vom 9. September



1781keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
In Reutte wird der alte Salzstadel abgebrochen



1782keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kaiser Joseph II. lässt Ehrenberg auf. 1783 wird die Festung dann um 1700 Gulden versteigert. Auch sämtliche Vorwerke werden aufgelassen und gelangen zur Versteigerung

Am 7. Mai fährt Papst Pius VI. bei Schneegestöber in Reutte ein. Vom Balkon der späteren Bezirkshauptmannschaft erteilt er der Menge seinen Segen, um eine Viertelstunde später die Weiterfahrt anzutreten

Die neue Straße von Pinswang, am Lech entlang, bis nach Füssen wird gebaut. Bis dahin mussten Reisende stets den Weg von Pinswang aus über den Stieglberg nehmen.
Auch die erste "Bruder-Ulrich-Brücke", oder auch "Rote Brücke" genannt, entstand während dieser Bauphase

Eine Beschwerde Bayerns ergeht an Reutte, da es vermehrt zu Wilderei und Viehraub gekommen sein soll



1787keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Übertragung des Pfarrwidums in das Franziskanerkloster Reutte

Durch das Josephinische Strafgesetz wird die Todesstrafe in den habsburgischen Erblanden abgeschafft

Die Zunftlade Reutte der Schuster und Schneider reklamiert, dass sich in dem schon seit 1705 hinziehenden Streit, neben der Aschau nun auch Tannheim von der Hauptlade in Reutte lösen und eine Filiallade eröffnen wolle.
Von Imst kommt umgehend die Aufforderung, dass Tannheim die alten Rechte respektieren und bei der Hauptzunftlade von Reutte verbleiben soll. Dasselbe gilt ebenso für die renitenten Handwerker von Aschau

Der Vilser Bürgermeister erhebt gegen die Einquartierung der Soldaten im Winter-Standquartier Einspruch und bitte davon Abstand zu nehmen, da Vils bereits durch die Transportkosten hoch belastet sei, zur Versorgung zu wenig Holz und Nahrung habe und noch an den Schäden der letzten Einquartierung leide.
Dem Einspruch wird daraufhin vom Kreishauptmann stattgegeben

In Vils brennt die Mühle des Peter Triendl ab

Die Seelsorge Schattwald wird zur Expositur erhoben (Begräbnis- und Taufrecht). Im Anschluss wird mit der Errichtung des Friedhofs begonnen

Der Vilser Bürgermeister Gotthard Konz bestätigt, dass nicht von jedem Haus die vorgeschriebene Anzahl Mäuse gefangen und abgeliefert wurde, weshalb von diesen Häusern ein Äquivalent eingezogen werde

Im November bitte der Vilser Bürgermeister um die Aufhebung der verhängten Viehausfuhrsperre, da durch Missernten in den letzten drei Jahren, sowie durch Mausbiss und einer Maikäferplage die armen Untertanen ohnedies hart getroffen seien



1788keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Reutte wird eine Leinwandmanufaktur zur Verarbeitung des Flachses gegründet

Es kommt zu Abschiebungen von auswärtigen Bettlern



1790keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 19. März weilt Goethe in Reutte

Der Schleichhandel mit Schwarzpulver führt bei der Exekutive zu erhöhter Besorgnis

Sämtliche Leute von Vils reichen beim Pfleger eine Bittschrift um Befreiung von der Kriegssteuer ein. Die Ausgaben würden schon für die dringend benötigten Getreidezukäufe von anderen Orten aufgehen und die meisten Insassen der Gemeinde seien ohnehin schon hoch verschuldet



1793keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bei einem Lawinenabgang in der Nähe des Dorfes Häselgehr werden 11 Menschen in 3 Häusern verschüttet und davon 7 getötet

In Reutte wird auf Grund einer Viehseuche eine Bittprozession abgehalten



1795keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nach zeitgenössischen Angaben verlassen rund 1600 Männer das Gericht Ehrenberg um in der Fremde auf Arbeitssuche zu gehen. Die Heimat kann nach einem extrem kalten Winter und einer folgenden, unergiebigen Ernte die Menschen nicht einmal mehr annähernd ernähren

Die Vilser Gerichtsuntertanen bitten das k.k. Pflegamt um Bewilligung, das Getreide aus dem Land Tirol einführen zu dürfen

Im Tannheimer Tal werden trotz der prekären Versorgungssituation französische Kriegsgefangene einquartiert

In einem Sammelakt wird über sogenannte Holzexzesse berichtet, welche unter anderem in Ehrwald, Stanzach, Elmen, Häselgehr und Holzgau verübt wurden

Auch in Schattwald wird von "äußerstem Holzmangel" berichtet

In Zöblen wird die Kirche zum hl. Josef anstelle des Vorgängerbaus von 1682 neu errichtet

Vom Pflegamt wird das Jagen, Fischen, Vogelfangen und Pechklauben in auswärtigen Gegenden ausdrücklich als Verbrechen geahndet, da von Tiroler Wildschützen alle möglichen Exzesse im Hohenschwangauer Territorium vorgekommen seien

In Reutte wird das "Pfarrliche Spital und Armenhaus" eröffnet (heute Seniorenzentrum "Zum guten Hirten")

In Reutte wird ein Namensverzeichnis zahlreicher Ortsfremder angelegt. Es folgen mehrere Abschiebungsmaßnahmen

Der Vilser Rodausschuss beschwert sich wegen des verkürzten Salzdrittels. Von den veranschlagten und vertraglich zugesicherten 10000 Fässern fehlen allein für das Jahr 1795 beinahe 2700 Fass, was einen Verdienstentgang von über 1660 Gulden bedeutet. Man verlangt die Nachlieferung der der fehlenden Fässer



1796keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Der Vilser Oberbürgermeister Lob bittet das Pflegamt Vils, das Wetterläuten wieder zu bewilligen. Denn in den vergangenen Jahren, so Lob, hätten die Hochgewitter dem Getreideanbau sehr geschadet

Der Vilser Salzrodausschuss bittet um eine Angleichung des Frachtlohnes, da auch die Kosten für Futter, Zoll und Weggelder angehoben wurden. Zudem verweist der Ausschuss darauf, dass von allen Rodstationen jene von Vils mit 6 Steilstücken und einer Wegstrecke von viereinhalb Stunden die beschwerlichste sei.
Das Gesuch wird jedoch vom Kreisamt abgelehnt, mit der Begründung, man müsse das Ärar (Vermögen eines Staates oder einer Körperschaft) wegen der Kriegszeiten vor allen Ausgaben schützen

Eine Erhebung im Juni ergibt ein ernüchterndes Bild - die Befestigungsanlagen auf Ehrenberg, dem Gaichtpass, der Ehrwalder Schanz und bei Roßschläg befinden sich in einem sehr schlechten Zustand. Am Gaichtpass wird daraufhin sofort mit der Errichtung einer Palisadenlinie begonnen. Auch auf Ehrenberg werden Gräben ausgehoben und zahlreiche Verhaue angelegt

Das Blei für die Gewehrkugeln wird vorwiegend bei Biberwier in den Gruben des Bergwerks Silberleithen gewonnen

Ein Problem stellt die Aushebung lokaler Rekruten dar, da die meisten der wehrfähigen Männer im Ausland als Saisonarbeiter tätig sind. Die Situation macht es dennoch erforderlich, dass ab dem 7. Juli die verbliebenen wehrfähigen Männer mit Waffen ausgestattet werden.
Am 17. Juli treffen noch hunderte von Gewehren aus Innsbruck ein

Vom Gerichtsamtmann Luger von Rettenberg ergeht eine Warnung an seinen Kollegen in Tannheim, da sich eine bis zu 900 Mann starke Räuberbande - aus Deserteuren bestehend - mordend, brennend und plündernd durch das Allgäu bewege

Wegen der Flur- und Waldschäden in Musau anlässlich der Landesverteidigung in Roßschläg und Lechschanzl wird ein Lokalaugenschein anberaumt

Die französischen Truppen stoßen von Westen kommend gegen Vorarlberg und Schwaben vor. Am 12. August ziehen sich österreichische Soldaten aus Kempten nach Nesselwang zurück.
Da die französische Armee schier übermächtig immer weiter vorprescht, wird Mitte August am Fernpass eine weitere Verteidigungslinie eingerichtet. Am 21. August ziehen sich die Österreicher schließlich auch aus Immenstadt und Sonthofen zurück

Aus Furcht vor den anrückenden Franzosen, aber auch wegen des Verhaltens der eigenen, der österreichischen Armee - insbesondere der österreichischen Husaren, flüchteten die Frauen des Tannheimer Tals mit ihren Kindern Ende August in das Gebirge. Auch in Reutte wird das schändliche Benehmen der Husaren angezeigt, woraufhin die Husaren schließlich aus dem Außerfern abkommandiert werden

Am 27. August besetzte das Militär der Habsburger und zahlreiche einheimische Bataillone den Jochpass, wo schon bald zahlreiche erbitterte Kämpfe geführt werden. Die Zivilbevölkerung flieht großteils nach Reutte, denn auf beiden Seiten wird inzwischen mit grausamer Härte und Brutalität gegeneinander vorgegangen. In Pfronten werden beim Rückzug von den Österreichern viele Bauernhöfe in Brand gesetzt um den Franzosen kein Quartier und keine zurückgelassene Verpflegung zu hinterlassen. Am 13. September wagen die Franzosen schließlich einen Vorstoß gegen das Tannheimer Tal, werden aber zurückgeschlagen. Bei dem Versuch über den Oberdorfer Berg (Palmenberg) ins Tal zu gelangen, werden die französischen Soldaten von wehrhaften Talbewohnern in die Flucht geschlagen. Derweil besetzen die Franzosen aber die Stadt Kempten

Bei Musau stehen mehrere Kompanien aus Reutte, Lechaschau und dem Lechtal bei der Roßschläg, der Lechschanz und am Kniepass

Am 17. September wehren Tannheimer und Lechtaler Schützen einen französischen Angriff erfolgreich ab und werfen den Feind bis hinter Kempten zurück. Seither wird im Hochtal der 17. September als Talfeiertag gefeiert

Mehrere Lechtaler Scharfschützen sind an den Jochübergängen postiert und halten dort Wache

Mitte September gelingt es dann, die Franzosen bis hinter Kempten zurück zu drängen

Im Oktober bricht dann eine eingeschleppte Viehseuche aus. Im Außerfern herrscht große Not, trotzdem wird bald daran gegangen die Verschanzungen der Ehrenberger Vorwerke wieder instand zu setzen

Anfang November zerstört eine Feuersbrunst eine Mahl- und Schneidmühle bei Nesselwängle



1798keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Große Truppenbewegungen durch das Außerfern und das Allgäu. Die Einquartierungen fordern den Einheimischen große Entbehrungen ab

Die Pocken wüten in der Stadt Vils, mehrere Dutzend Menschen fallen ihr zum Opfer

Im Raazwald ereignet sich ein großflächiger Waldbrand

Die Rodgemeinschaft Vils ersucht das Kreisamt Imst, dass künftig von Reutte vertragsgemäß jedes dritte Fass nach Vils umgeleitet und der Abgang entschädigt wird.
Das Amt unterstützt diese Bitte, denn obwohl die Spedition schon lange wieder begonnen habe, sei in Vils noch kein einziges Fass angekommen



1800keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Anfang Mai zieht ein ganzer Flüchtlingsstrom über mehrere Tage und Nächte hindurch durch das Außerfern in das Innere Tirols

Mitte Mai geben die Österreicher ihre Stellungen in Memmingen und Kempten auf und ziehen sich bis nach Nesselwang und Füssen zurück. Inzwischen kommen aber immer mehr Truppen aus dem innertirolischen Raum mit Kanonen nach Reutte

Im Juli ziehen französische Truppen plündernd und brandschatzend durch Vils, Musau und Pinswang. Ein Waffenstillstandsvertrag teilt das Außerfern in Besatzungszonen auf.
Die linke Seite des Lech fällt an die Franzosen, die rechte Seite wird von den Österreichern besetzt.

Am 22. Juli stoßen französische Truppen bis Elbigenalp vor, das sie für die folgenden sieben Monate belagern. An allen Lechbrücken werden Wachhäuser errichtet. Der Lechtaler Chronist Anton Falger berichtet: "Im Allgemeinen hatte man wenige Klagen über die Franzosen, sie waren lustige Leute, entwendeten wenig; was sie von den Bauern bekamen, wollten sie zwar gut und reinlich, aber nicht viel; den schönen Mädchen waren sie nicht feind, wenn die Mädchen auch auf dem rechten Lechufer waren. Manchmal waren die "Wachen an den Lechbrücken ziemlich streng und wollten Niemand passiren lassen... So zogen denn die fröhlichen Republikaner am 24. Februar 1801 ab; singen, springen und fechten war ihnen am liebsten, einfach und leicht ihre Kleider, der Haarzopf ist mit ihnen verschwunden und als alte Dummheit belacht... Ehe die Franzosen kamen, sahen die Thalbewohner gar häufig Pütze (Geister) und dergleichen Erscheinungen, aber mit Ankunft derselben vergass man darauf; bei den fortwährenden 'Kriegen führte man andere Gespräche', man vergass die Gespenstergeschichten und der Aberglaube nahm ab"
Quelle: Anton Falger und das Lechthal (Christian Schneller; Ferdinandeums-Zeitschrift [1877])



1801keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das gesamte damalige Außerfern wird Anfang Februar im Friedensvertrag von Lunéville wieder an Österreich angegliedert. Die Franzosen ziehen Ende März schließlich ab

In der Madau beschädigt ein Feuer mehrere Häuser

Ende September wird die neu erbaute Lechbrücke zwischen Reutte und Lechaschau in Betrieb genommen



1802keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In der Liegfeist wütet ein Waldbrand

In Vils kommt es zu Einquartierungen französischer Soldaten, der französische Generalstab bezieht für rund ein halbes Jahr im Pflegschlössel Quartier. Daneben häufen sich auch Verpflegungskosten und Plünderungsschäden an, welche den Geschädigten jedoch nicht rückerstattet werden

Wegen des drückenden Holzmangels wird in Reutte ein Maßnahmenkatalog verabschiedet, welcher folgende Punkte umfasst:
Strenge Ahndung von Waldexzessen, Bevorzugung des liegenden Holzes, Unterbindung von mißbräuchlicher Verwendung des Bauholzes zu Brennholz, Einschränkung des Dachsenschneidens, sorgfältige Holzauszeigung, Einschränkung des Bauholzes, Anweisungen zum Holzsparen und Schutz vor Feuersgefahr

Für den Ort Heiterwang wird eine Fabrikationsstätte für "leonische Waren" (Borten, fein gezogene Drähte aus Kupfer, welche ein gold- oder silberähnliches Aussehen haben) genannt. Die Produktion wird aber schon nach kurzer Zeit nach Schwaz verlegt



1803keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Vils kommt zum Außerfern und damit zu Tirol. Allerdings ergeben sich durch das Machtgerangel zwischen Bayern und dem Hause Habsburg mehrfach Besitzänderungen in dieser Zeit. Erst 1816 gelangt Vils dann endgültig zu Tirol und somit auch zu Österreich

In Reutte wird ein Vorsorgelager für Roggen eingerichtet

Vils sieht sich abermals gezwungen, für Quartierungskosten der Mannschaften und Offiziere aufzukommen



1804keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nach beinahe einhundert Jahren im Separierungsstreit der Aschauer Schneider und Schuster von der Hauptzunftlade in Reutte, kommt es zu einem Abschluss. Die Aschauer dürfen fortan zwei Beisitzer im Ausschuss stellen, womit ihnen mehr Mitspracherecht innerhalb der Zunft eingeräumt wird



1805keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ab Jahresmitte kommt es immer wieder zu Heereszügen der Österreichischen k.k. Armee durch das Außerfern

Am 25. August wechselt das Kurfürstentum Bayern die Seiten und schließt sich Frankreich an

Eilig werden nun Verschanzungen aufgeworfen und bereits Mitte Oktober werden vom Militär die Vorwerke Roßschläg, Kniepass, Plansee und die Ehrwalder Schanz besetzt.
Ende Oktober erleiden die Österreicher bei Ulm eine große Niederlage. Entlassene Militärgranden treffen in Reutte ein. Ihnen folgen schon bald Flüchtlingsströme aus Augsburg und München und in den schanzennahen Orten werden jede Menge Soldaten einquartiert. Die Not wächst zusehends, da auch die Ernte des Getreides nicht ausgereift war und die Speicher somit nicht gefüllt werden konnten

Anfang November wird schließlich das Militär abgezogen, womit zwar die Einquartierungen aufgehoben werden - jetzt allerdings steht dem Feind Tür und Tor offen. Das Reuttener Becken liegt völlig ungeschützt als Einfallstor da

Am 26. Dezember wird im Zuge des "Friedens von Pressburg" Tirol mitsamt dem Außerfern kampflos an die Bayern übergeben



1808keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Rodfuhrleute von Vils transportieren Mitte Januar auch militärisches Gerät von Vils über Reutte nach Lermoos

Den Vilser Bürgern wird durch das königlich bayerische Landesgubernium die zwischen Vils und Füssen gelegene Alpe Salober verkauft

Am Sintenbichl wird ein Gipsbruch genehmigt

Die Salzrodfuhren von Reutte werden nach langem Streit ordnungsgemäß zu knapp einem Drittel über Vils geleitet. Die Rodfuhren erfolgen dabei täglich, auch an Sonntagen. Es sind an einem Tag bis zu neun Rodfuhren unterwegs



1809keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ab Februar beginnt die bayerische Regierung damit junge Tiroler zu mustern. Sofort entwickelt sich Widerstand, da kein Tiroler unter napoleonischer Flagge in den Krieg ziehen will. Viele junge Burschen flüchten bald darauf in die Berge.
Schon im April formiert sich eine Gruppe Aufständischer und bald werden in den Bergen die ersten Feuer entzündet, welche zur Kommunikation über die Täler hinweg genutzt werden.

Am 13. April marschiert Andreas Hofer mit seinen Schützen in Innsbruck ein. In Reutte entbrennt ein Aufstand, woraufhin sämtliche bayerischen Beamten aus dem Amt gejagt werden. Die Schützen aus dem Außerfern gelangen schnell an den Vorwerken und Verschanzungen ein, unternehmen sogar Streifzüge bis fast hinaus nach Kempten um die Lage zu erkunden. In Vils sammelt sich eine große Anzahl an Tiroler Schützen, da sich die kleine Stadt inzwischen dem Aufstand angeschlossen hat. Die Tannheimer Schützen unternehmen auch Exkursionen in das Ostrachtal bis hin nach Sonthofen. Die Sonthofener und die Bürger von Immenstadt sympathisieren größtenteils mit den Tirolern

Bald schlägt diese Stimmung bei den Oberallgäuern jedoch um, als einige der Tiroler Truppen damit beginnen die Allgäuer Dörfer auszuplündern. Im besonderen Maße gibt das Vorgehen des Major Teimer Grund zur Klage, die Tannheimer Kompanie zieht deshalb in eine andere Region ab, da sie die bis dahin guten Beziehungen mit den Oberallgäuern gefährdet sehen

Mitte Mai kommt es im oberen Illertal zu einigen Scharmützeln zwischen bayerisch-französischen Truppen und einem Aufgebot an Oberallgäuer Bauern, welche sich bewaffnet mit Sensen, Mistgabeln und Spießen auf der Seite der Aufständischen Tiroler gegen den Feind stellten

Am 19. Mai wird Innsbruck von den durch das Inntal herauf vorrückenden Bayern und Franzosen besetzt. Nach Reutte ergeht daraufhin die Aufforderung zu kapitulieren und die Waffen umgehend nieder zu legen. Die Tiroler Schützen im Außerfern lassen sich davon aber nicht beeindrucken. Als der Feind schließlich Füssen besetzt und seine Truppen an den Ehrenberger Vorwerken aufstellt rotten sich bei Reutte hunderte von Schützen und Bauern zusammen. Die Frauen und Kinder flüchten in der Zwischenzeit in Richtung oberes Lechtal

Am 25. Mai siegt Andreas Hofer mit seinen Schützen am Bergisel bei Innsbruck. Die bayerisch-französischen Truppen können wieder zurückgedrängt werden. Die Talengen werden wieder abgeriegelt um sich vor Überraschungsangriffen aus dem süddeutschen Raum abzusichern

Auch die Vorarlberger beteiligen sich an den Kämpfen gegen Napoleons Truppen. Sie erhalten Blei für ihre Gewehrkugeln aus dem Bergwerk in Biberwier. Der Nachschub an Schwarzpulver versiegt jedoch in Tirol und Vorarlberg zusehends. So kommt es nur gelegen, dass sich die Soldaten auf bayerischer Seite immer weiter zurück zogen

Die jetzt wieder vorrückenden Tiroler Schützen begehen jedoch just den selben Fehler und unternehmen, wieder unter dem Befehl des k.k. Majors Martin Teimer, wilde Beutezüge im Allgäu. Gerade die Ostallgäuer wenden sich immer mehr von der Sache der Aufständischen ab. Auch auf Seite der Tiroler weigern sich viele unter dem Kommando Teimers an diversen Ausfällen teilzunehmen

Am 19. Juni kommt es zu einigen Kampfhandlungen zwischen den Vorarlbergern und den Soldaten der Bayern und Franzosen. Die Vorarlberger sind wild entschlossen die Stadt Kempten für sich einzunehmen und greifen auch an, werden aber durch das Kanonenfeuer zurück gedrängt

Der vom Kaiser von Österreich am 12. Juli unterzeichnete Waffenstillstandsvertrag von Znaim schreibt die Übergabe Tirols an die Bayern vor. Die Tiroler wollen dies aber nicht akzeptieren, besetzen auch Mitte Juli wieder die Talengen und ziehen zusammen mit den Vorarlbergern gegen Pfronten und Nesselwang. Am 17. Juli greifen sie Kempten an, werden aber blutig niedergeschlagen - die Aufständischen ziehen sich damit hinter die Talsperren des Außerferns und nach Vorarlberg zurück

Von französisch-bayerischer Seite aus wird Anfang August daraufhin Füssen abermals besetzt und mit einem ausgedehnten Sperrwerk aus Palisaden und Verschlägen versehen - auch Innsbruck wird wieder unter bayerische Besatzung genommen. Da kommt am 7. August die Meldung, dass Andreas Hofer alle Tiroler Schützen zu den Waffen ruft. In Reutte kommt es zum Kampf, wobei eine württembergische Truppe geschlagen wird

Am 12. August entbrennt - neben dem Schauplatz Füssen - auch im Tannheimer Tal ein Gefecht zwischen den Franzosen, Bayern und unter anderen auch den Tannheimer Schützen. Die Franzosen müssen hierbei an der Wacht bei Oberjoch eine bittere Niederlage einstecken - 34 Tote und einige Verwundete. Die Tannheimer hingegen hätten 'nur' 3 Tote und einen Verwundeten zu beklagen. Die Tiroler Schützen besetzen daraufhin den Ort Hindelang.
Aus dem Lechtal ziehen sieben Schützenkompanien in den Bereich von Reutte bis gegen Kempten, sowie in das Tannheimer Tal. Auch bei den Lechtalern wurde von 'nur' 2 Todesopfern berichtet

Bei Innsbruck beginnt indes am 13. August die mitunter dritte Schlacht am Bergisel. Auf jeder Seite kämpfen an die 15000 Mann - letztlich schlagen die Tiroler die gegnerischen Truppen und die wehrhaften Bauern und Schützen des gebirgigen Landes sind bald in ganz Europa in aller Munde

Bei Vils und Pinswang werden noch bis Ende August die Ehrenberger Vorwerke besetzt gehalten. Die Franzosen und Bayern lagern derweil in Füssen, Pfronten und Nesselwang. Immer wieder entflammen kleinere Gefechte, etwa im Illertal, bei Füssen oder auch bei Vils. Anfang September nimmt die Heftigkeit dieser Kampfhandlungen gerade im Bereich zwischen dem Tannheimer Tal und dem Ostrachtal immer weiter zu. Am 8. Oktober kämpfen sich die Tiroler bis Sonthofen vor, das Ostrachtal bleibt jedoch weiter schwer umkämpft

Das Zollamt Weißhaus wird durch die Hand der Franzosen ein Raub der Flammen. Bis Ende Oktober kommt es immer wieder zu Angriffen durch die Franzosen und Bayern. Am 26. Oktober ist dann für die Bevölkerung allerdings das Maß voll. Selbst die Frauen und Mädchen marschieren nun zornentbrannt gegen das Joch um die 'Eindringlinge' ein für alle mal zu vertreiben. Die Frauen können auch wirklich einige Franzosen vertreiben und erbeuten mehrere Pferde der Gegner

Für alle Beteiligten ist es oftmals nicht klar ersichtlich, welche Partei nun in der Gewalt steht. Der Schriftverkehr scheint meist schon im Augenblick seiner Übersendung als überholt, wie folgende Nachricht anschaulich darstellt:
Schönberg am 29. Oktober 1809
Nachricht an das Distriktkommando in Reutte


Durch Andreas Hofer wird die vom Hauptquartier unter Erzherzog Johann abgegangene Kuriermeldung über die offizielle Bestätigung des Friedensschlusses vom 14. Oktober mit dem französischen Kaiser zur Kenntnis gebracht. Infolgedessen das Land Tyrol nicht mehr als ein Teil der Monarchie anzusehen ist. Es sind daher alle Feindseligkeiten einzustellen, um ein weiteres Blutvergießen zu verhindern. Es sollen die alten Posten beibehalten werden. Sollte man vom Feind angegriffen werden, so darf man sich verteidigen. Dieser Entschluss ist sogleich dem feindlichen General durch einen Trompeter gegen Empfangsbestätigung zu übermitteln.

Am 1. November findet bei Innsbruck am Bergisel die inzwischen vierte Schlacht statt. Diesmal mit einem ungleichen Verhältnis von 20000 Franzosen gegen gerade einmal etwas mehr als 8000 Tirolern. Bald wird den Tirolern klar, dass sie bei diesem Unternehmen keine Chance mehr haben und ergeben sich. Das Bitten der Tiroler beim Kaiser von Österreich hatte zu keinem Ergebnis geführt. Von Österreich waren keine Soldaten gekommen um die Tiroler zu unterstützen und so war die Aussicht auf Erfolg schlicht vergebens. In Reutte wird die Kapitulation vom Bergisel vorerst argwöhnisch betrachtet und eine Niederlegung der Waffen abgelehnt. Erst am 8. November wird durch zumeist geistlichen Einfluss der Waffenstillstand vollzogen und die Tiroler verlassen die Sperrwerke. Am 11. und 12. November kommen 1200 Soldaten und wenig später noch einmal 3000 Mann als Besatzung in das Außerfern



1814keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Außerfern und dem Allgäu werden mehrere Sammlungen für die Männer im Krieg gegen Napoleon durchgeführt. Darüber hinaus werden Wäsche, Socken und Verbandszeug an die Soldaten gesandt

Am 31. März wird Napoleon geschlagen und die Truppen der Koalition ziehen in Paris ein. Mit dabei ist auch der Korporal Anton Falger - später werden seine Eindrücke in die Bilder der von ihm gefertigten Totentänze mit einfließen

In Nesselwängle werden mehrere Häuser durch Muren beschädigt

Am 11. Mai kommt Marie Luise, die Ex-Frau des inzwischen in die Verbannung geschickten Feldherrn Napoleon, nach Reutte. Sie wird herzlich empfangen und nächtigt im Posthaus



1816keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im ganzen Außerfern (und weit darüber hinaus) gibt es Missernten. Am Markt Reutte verdreifacht sich der Getreidepreis. In Folge werden sogar Mäuse als Nahrungsquelle genutzt. Eine Eintragung überliefert folgendes:
'Vierzig Wochen kam kein Brot mehr in unser Haus. Einmal am Tag wurde gegessen - Erdäpfel und Brennsuppe. Die Kinder bekamen zusätzlich noch etwas Mus aus gestrecktem Gerstenmehl'

Heute weiß man, dass dies die Folge des Vulkanausbruches des indonesischen Tambora war, dessen Eruption aber bereits Mitte April 1815 stattfand. Die enorme Masse an Auswurfmaterial (bis zu 150km³) führte zu globalen Klimaveränderungen, welche sich als "Jahr ohne Sommer" auf Nordeuropa sowie auf Nordamerika niederschlugen

In Vils kommt es zu einer Feuersbrunst (?)

Vils wird im Zuge des Beschluss des Wiener Kongress und dem Frieden von Schönbrunn wieder dem Außerfern und somit auch Tirol einverleibt

Eine aus der Hönig-Nordflanke abgebrochene Staublawine beschädigt einige Häuser und die Kirche. Am Kirchenbau wird das Dach des Turmes und sämtliche südseitig ausgerichteten Fenster zerstört

Die Pfarre Schattwald wird der Diözese Brixen einverleibt



1823keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Reutte erleidet durch die Verlegung der Salztransporte über den Arlberg einen wirtschaftlichen Niedergang

Anlage eines neuen Vicinalwegs (Nahverkehrsweg) über den Kniepass



1829keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Die Gemeinde Grän verkauft an das Ärar einen Baugrund im sogenannten Wolfhaag (Enge) zur Errichtung eines neuen Zollhauses

Ende Juni - Hochwasser am Lech

Im Juli gehen schwere Gewitter mit Blitz und Hagelschlag über dem Reuttener Talkessel nieder. Zur damaligen Zeit wurden auch Feldfrüchte wie Gerste, Roggen und Hafer angebaut, welches vollständig 'verdorben' wurde. Auch das angebaute Gemüse konnte keiner weiteren Verwendung mehr zugeführt werden. Darüber hinaus begleitete ein Sturm das extreme Wetter und entwurzelte zahlreiche Bäume und deckte mehrere Häuser ab.
In der Folgezeit wurden für die Betroffenen zahlreiche Sammlungen getätigt und die Schäden durch Nachbarschaftshilfe wieder großteils bereinigt



1833keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein Brand zerstört die Kirche von Kaisers

Wegen einer Pocken-Epidemie kommt es vermehrt zu Sterbefällen im Außerfern, aber auch im Allgäu und in Inner-Tirol

Im Außerfern werden die gebietskörperschaftlichen Gebilde der sogenannten Anwaltschaften aufgehoben. Es entstehen eigenständige Gemeinden

Im Raum Reutte treten vermehrt Fälle der Maul- und Klauenseuche auf



1835keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zöblen kann sich von dem Verband mit Tannheim trennen und wird eine eigenständige Gemeinde

Reutte holt einen Kostenvoranschlag für eine Sanierung des Ritschenkanals ein

Der Turm der Schattwalder Pfarrkirche St. Wolfgang wird erhöht



1842keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Raum Reutte verenden mehrere Tiere durch die sogenannte Lungenseuche

Im Nesselwängler Ortsteil Rauth wird eine eigene Schule eingerichtet



1844keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Lawinenabgänge am 28. u. 29. Jänner in Berwang, in Bichlbach, am Fernstein und in Bichlbächle

Beim Abgang einer Staublawine werden in Berwang am 1. Februar 8 Menschen getötet

Am 2. Februar löst sich bei Reutte ein Schneebrett und verschüttet eine Mühle mitsamt deren Bewohnern. Alle Verunglückten können geborgen werden

Im Sulzltal (Holzgau/Bach) kommt am 5. März bei einem Lawinenabgang eine Person ums Leben

Am 12. April zerstört eine Lawine in Elbigenalp mehrere Heupillen und Sennhütten

Im Außerfern werden Fälle von Rinderpest registriert



1845keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Reuttener Leinwandmanufaktur wird zu einer Baumwollspinnerei und -weberei ausgebaut

Die Stadt Vils lässt die Schärpa- und Reichenbachwiesen vermarken

In Vils wird der Gesundheitsschein für Klauentiere eingeführt



1846keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine Hungersnot droht. Die schlechte Witterung und Umweltkatastrophen suchen den ganzen Bezirk heim. Die Kartoffeln beginnen wegen der hohen Niederschläge bereits im Boden zu faulen. 1847 setzt sich die Misere fort. Noch einmal macht die Fäulnis die Kartoffelernte zunichte. Auch die Viehzucht bringt keinen Gewinn mehr

Überschwemmungen durch den Lech in den Gemeinden Weißenbach und Reutte

Im Tannheimer Tal verfinstern am 22. u. 23. August schwere Wolkenbrüche den Himmel. In Nesselwängle gehen dabei nördlich des Ortskerns aus allen Tobeln beinahe gleichzeitig Muren und Hangrutsche ab und verschütten einen großen Teil des Ortes. 67 von 74 Häusern werden dabei zerstört oder zumindest schwer beschädigt

Am 24. August gehen schwere Wolkenbrüche über Reutte und dem Zwischentoren nieder. Der Lähnbach bei Wengle läuft über und bringt teils größere Schäden

Großbrand in Reutte. Sieben Häuser, die Kirche und das Kloster liegen in Schutt und Asche

Kaiser Ferdinand I. 'der Gütige' verleiht den Weißenbachern das Recht an jedem 26. September einen Markt abzuhalten



1847keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ein Hungerwinter geht zu Ende

Die Abläufe der Zollmanipulation für Getreide für die Schranne Reutte werden erleichtert

Feststellung und Markung der Gemeindegrenzen von Vils

Beschränkung der Holzausfuhr nach Bayern



1849keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Österreich werden die Bezirkshauptmannschaften als neue Verwaltungseinheit eingeführt. Das Landgericht Reutte gehört nun zu der Bezirkshauptmannschaft Imst, welche somit die Gerichtsbezirke Imst, Silz und Reutte umfasst. Damit verfällt auch die amtliche Bezeichnung Gericht Ehrenberg

Am 11. Juli bringen die hochwasserführenden Bäche rund um Nesselwängle Zerstörungen



1850keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kaiser Franz Joseph I. kommt nach Reutte

Starkregen und Vermurungen des Sulz- und Triesenbaches bei Nesselwängle am 2. Februar. Mittels Sammlungen werden die Gelder für die Verarchungen der Bäche beschafft

Am 1. Juni kommt es bei Tätlichkeiten mit Truppenabteilungen der Benedek-Infanterie zum Tod eines jungen Biberwierers

Im Juli kommt es in Nesselwängle zu einem Felssturz in der Sulz

Mitte November geschieht in Jungholz ein grausamer Kindsmord. Die Kindsmutter gesteht, das Neugeborene zu Tode gewürgt und vergraben zu haben. Als man die Kindsleiche exhumiert stellt man überdies noch eine Menge an Gestein und Erde in der Luftröhre fest

Der in Europa aufkeimende Alpinismus führt auch immer öfter Bergbegeisterte in das Außerfern und seine vielfältige Bergwelt



1851keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Wieder fällt die Kirche und der Pfarrhof von Kaisers den Flammen zum Opfer

Große Schäden bringt ein Hagelschlag am 25. Juli - die Unwetterschneise reicht vom Tannheimer Tal über den Reuttener Talkessel bis nach Lähn in Zwischentoren

Starkregen am 3. August über Außerfern. In Reutte tritt der Lech über die Ufer und ganze Häuser stehen unter Wasser, sodass die Bewohner - nachdem sie eine unruhige Nacht auf den Dächern der Häuser zugebracht hatten - am nächsten Tag mit Flössen in Sicherheit gebracht werden mussten

Bei Pinswang untergräbt der Lech eine Stützmauer und bringt sie zum Einsturz, woraufhin auch bald die Straßentrasse von den Fluten mitgerissen wird

Die Temperaturen im Sommer sind zu kalt und mehrtägige Regenfälle führen zu Überschwemmungen am Lech. Die Lechbrücke bei Elbigenalp-Grießau wird dabei zerstört, auch die Wegtrasse am Gachtpass wird stellenweise weggeschwemmt, genauso wie die Planseestraße am Roßrücken

Wieder Hagelschäden am 10. September im Reuttener Kessel - das 'Grummet' wird dabei unmähbar und die Bauern haben in den Wintermonaten zu wenig Futter für ihr Vieh



1853keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Lermoos kommt es zu einer Überschwemmung im Gries

Am 14. März kommt es in Reutte zu einer Realitäten-Versteigerung. Mit im Angebot steht ein Salzstadel im Obermarkt, "wovon jedoch der größere Teil abgebrochen und der Grund in einen Krautgarten umgeändert worden ist"



1855keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In einem Bericht wird die für Vorspannzwecke abgestellte Anzahl an Pferden, welche zwischen Nassereith und Reutte verkehren, mit 128 Paaren angegeben



1861keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Postverbindung zwischen Reutte und dem Tannheimer Tal wird eingerichtet. Zunächst noch wöchentlich, wird aber ab dem Jahre 1881 täglich das Hochtal angefahren



1867keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auf der Vilsalpe bricht Anfang September eine Viehseuche aus, woraufhin die Region für den Viehhandel gesperrt wird und fast 100 Stück Vieh gekeult werden müssen

Ein erster detaillierter Entwurf des Plans für die Fernbahn wird bekannt, dabei soll die Bahnlinie an Heiterwanger- und Plansee hinab über den Stuibenfall nach Reutte verlaufen

Am 28. Dezember des Jahres geht eine Lawine auf Pfafflar nieder und zerstört dabei ein Wohnhaus und zwei Futterstädel samt Heu



1868keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die heute noch gültige Einteilung der Bezirkshauptmannschaft wird im Bezirk Reutte eingeführt

Der Zollanschlussvertrag für Jungholz wird zwischen Österreich und dem Königreich Bayern unterzeichnet



1872keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Januar erlangen die Käserei-Genossenschaft Jungholz Gold und die Alp-Genossenschaft Tannheim Silber als Staatspreis für Käserei-Genossenschaften des Ackerbauministeriums

Hochwasser am Namlosbach, dabei kommt es in Namlos und Stanzach zu Überschwemmungen

In Schattwald wird eine Mädchenschule errichtet

Am 7. oder 8. August erschütterte ein Erdbeben den Raum Reutte



1873keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am Beginn des Frühjahres grassiert eine Pferdeseuche im benachbarten Ostallgäu, die Angst vor einer Ansteckung durch jene Tiere ist bei den Bauern in Reutte und Umgebung enorm groß

Ein Börsensturz erschüttert die Finanzwelt

Ein leichtes Erdbeben erschüttert am 29. Juni um 5 Uhr Früh das Tannheimer Tal

Starkregen Anfang August führt zu großen Ausfällen für das Grummet (Grummat). An 8 Tagen hindurch regnet es und die Bäche greifen über die Ufer aus, eine Regulierung der Fließgewässer wird von den Bauern und Bewohnern des Tals gefordert

Mitte August durchstreift eine Bärin mit ihrem Jungen das Gebiet des Außerferns und tötet danach bei Nassereith ein Kalb



1885keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Rappenseehütte wird erbaut

Ein Hagelunwetter richtet in der Gegend um Reutte große Schäden an

Die Nesselwängler Kirche wird nach dem Brand wieder fertiggestellt

Ein weitum bekannter Schütze des Lechtals fehlt bei einem Schießen in Holzgau mit seinem Schuss und trifft dabei seinen 7-jährigen Sohn tödlich

Am 15. Oktober zieht ein Sturm über das Zwischentoren hinweg und sorgt bis in den Raum der Leutasch für starke Verwüstungen. Bei der Ehrwalder Schanz blies der Starkwind gar ein ganzes Fuhrwerk von der Straße, welches nachher im Gestrüpp zu liegen kam



1888keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Weiler Schiggen bricht am 18. Jänner um 2 Uhr morgens im Stall des Franz Schuler ein Feuer aus, welches bald auch auf das Haupthaus übergreift. Die alarmierte Feuerwehr kann jedoch die schwere 'Motorspritze' nicht den steilen Berg herauf fahren und so brennt der ganze Hof binnen kürzester Zeit nieder. In den Flammen verenden 9 Stück Vieh und auch die Barmittel gehen dabei verloren. Durch die herbei geeilten Bewohner konnte immerhin noch ein Übergreifen auf die anderen Höfe von Schiggen verhindert werden

In Biberwier soll ein Bauer wegen Pechdiebstahls am 18. März verhaftet werden. Als die Gendarmen in seinem Haus vorstellig werden, fügt sich der gefährliche Wunden am Hals zu. Die Gesetzeshüter können den Mann überwältigen und überführen diesen in das Spital nach Reutte.
Die Beamten konnten sich zunächst nicht erklären, weshalb der Biberwierer Bauer wegen einer eigentlich eher geringen Verfehlung wie dem Pechdiebstahl Selbstmord begehen wollte. Bald erinnerten sich diese jedoch, dass eben jener bereits wegen eines Raubmordes im Moos zwischen Biberwier und Lermoos unter Verdacht stand, jedoch aus Mangel an Beweisen wieder laufen gelassen werden musste.
Sofort eingeleitete Ermittlungen kommen auch dem Pechdieb zu Ohren und machen den bereits wieder halbwegs gesunden Bauern nervös, er flieht am 3. April aus dem Krankenhaus. Erst am Morgen des 8. April konnte der Geflohene auf dem Dachboden seines Hauses entdeckt werden. Bei dem Zugriff der Gendarmen stieß sich der Verfolgte ein Messer in den Hals und verstarb etwa eine Stunde später an den Folgen seiner Verletzungen

Der Gemeindename des vormaligen 'Lech in der Aschau' wird aufgrund von Verwechslungen mit Lech (am Arlberg) in Lech-Aschau (später Lechaschau) umgewandelt

Am 19. August wird der vom Deutschen und Österreichischen Alpenverein neu errichtete Verbindungsweg zwischen Holzgau und Oberstdorf eröffnet. Am Mädelejoch treffen sich Vertreter der österreichischen und bayerischen Seite unter dem Jubel von rund einhundert Besuchern, welche dem Festakt beiwohnen wollen. Die schlechte Witterung zwingt die Festgäste aber von der Jochhöhe hinab in die weiter unten auf bayerischem Gebiet gelegene Alphütte (Obere Mädelealpe) abzusteigen, wo die Feierlichkeit fortgesetzt wird



1890keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zivilingenieure werden mit den Vorarbeiten für die Findung einer möglichen Trasse der Lokalbahn von Imst zu der Landesgrenze bei Füssen beauftragt (Imst - Gurgltal - Nassereith - Biberwier - Ehrwald - Bichlbach - Reutte - Füssen)



1891keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nesselwängle wird zur eigenständigen Pfarre erhoben

Am 16. August findet die Einweihung der Kemptner Hütte statt

Es wird berichtet, dass für 33 Gemeinden des Bezirkes lediglich ein Arzt zur Verfügung steht

In Reutte und den umliegenden Gemeinden, sowie in Füssen wird über die Möglichkeiten eines Zollanschlussvertrags mit Bayern diskutiert. Man sieht darin die einzig echte Chance, die Versorgungslage und die Wirtschaft im Außerfern zu stärken



1894keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine Telegraphenverbindung wird zwischen dem Tannheimer Tal und Reutte hergestellt

In den Sommermonaten wird bei Ehrwald der Steig am sogenannten Hohen Gang durch den D.u.Ö.A.V errichtet bzw. versichert

Die letzten Bewohner von Pfafflar ziehen nach Boden hinunter, danach wird Pfafflar nur noch als Sommersiedlung genutzt



1897keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
In Ehrwald wird am 6. Juli eine Telegraphenstation eingerichtet

Hochwasser im Allgäu und dem Außerfern im September mit teils großen Verwüstungen (Illertal)

Ein Erdbeben wird am 18. September vom Nordwesten Tirols (Außerfern) bis in das Vorarlberger Montafon verzeichnet

Knapp unterhalb des Gipfels der Zugspitze wird am 19. September das Münchner Haus feierlich eröffnet

Am 11. Oktober wird die Flexenstraße feierlich eröffnet

In einer Zeitungsmeldung berichtet man über "den ungünstigen Zustand des Gerichtsarchives von Lech-Aschau (Lechaschau) aufmerksam". Die Archivalien würden schutzlos auf dem Boden verstreut herumliegen und man befürchte den Verderb bzw. die Entwendung derselben. Man beschloss daraufhin, die Archivalien in dem Archiv des Bezirksgerichtes Reutte unterzubringen. Letztlich werden die Akten und Dokumente jedoch durch den Konservator und Universitätsprofessor Dr. Emil von Ottenthal in das k.k. Statthalterei-Archiv in Innsbruck verbracht



1899keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In einer Bitte der Marktgemeinde Reutte sowie der Gemeinde Lechaschau an den Landtag wird der Unmut über das sogenannte Hausierwesen zum Ausdruck gebracht. Man wünscht sich eine gesetzliche Regelung für die Hausierer und deren Hausierhandel

Am 21. Mai tritt in Tannheim die Vils über die Ufer und überschwemmt die angrenzenden Felder

Die Maul- und Klauenseuche grassiert in Imst und dem Ehrwalder Becken, woraufhin diese Landstriche als "verseuchtes Gebiet" gesperrt werden

Ein Roman von Ludwig Ganghofer lässt die Besucherzahlen in Ehrwald in die Höhe schnellen, sehr zur Freude der Vermieter und Schankwirte

Der 'Jubiläumsweg' wird anlässlich des 25jährigen Bestehens des Alpenvereines angelegt



1900keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Sektion Coburg des D.Ö.A.V. erwirbt im März eine Grundfläche für den Bau einer Schutzhütte in der Nähe des Drachensees

Die neue Jochpassstrasse von Hindelang nach Oberjoch und dem Tannheimer Tal wird feierlich eröffnet

Hochwasser am 21. Juli am Nesselwängler Sulzbach, bei Forchach wird eine Brücke durch eine Mure zerstört und in Stanzach sogar die kurz zuvor neu errichtete Straße weggerissen. Schon drei Tage zuvor wütete ein heftiges Gewitter über der Alpe Mahdberg bei Kaisers, wobei ein 17-jähriger Hirte aus Landeck vom Blitz getroffen wurde und am Tag darauf verstarb

Im Sommer grassiert vornehmlich im Lechtal die Maul- und Klauenseuche

Am 6. August besucht Erzherzog Eugen den Markt Reutte und wird festlich empfangen. Am nächsten Tag besuchte er noch die Stadt Vils und reiste nachmittags über den Fernpass weiter

Am 10. September bricht in der Hinterbischenalpe am Nordhang des Pimig ein Feuer aus, welches beinahe die beiden schlafenden Hirten um ihr Leben bringt. Eine Kuh und ein Kalb haben weniger Glück und verenden in den Flammen



1901keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Im Januar wird in Lechaschau erstmals eine Hundesteuer ("Hundetaxe") eingehoben

Das Elektrizitätswerk Reutte wird gegründet und es wird sogleich mit dem Bau des Kraftwerkes am Plansee begonnen. Die einstmals mächtigen Stuibenfälle werden dadurch aber zu einem großen Teil ihrer eindrucksvollen Kraft beraubt

In Tannheim wird am 4. April um 11 Uhr nachts ein Brand im Haus des Landwirts Alfons Kleiner bemerkt. Zwei Stunden später liegt das Haus in Schutt und Asche, die in der Nähe befindlichen Gebäude konnten aber von den Feuerwehren des Tales gerettet werden

Am 18. Juli wird die Sägemühle in Biberwier durch einen Brand zerstört

Die Coburger Hütte, unweit des Sebensees in den Mieminger Bergen, wird erbaut. Die Einweihungsfeierlichkeiten werden am 6. August begangen

Durch andauernden Regen kommt es Anfang August unter anderem in Stanzach zu Überschwemmungen und der Dorfplatz steht dabei 1 Meter unter Wasser. In Nesselwängle richtet der Hansjörgenbach Sachschäden an. In Wängle werden zahlreiche Felder durch abgegangene Muren verwüstet, in Rieden eine Brücke und in Weißenbach gar zwei Häuser fort gerissen. Des Weiteren wird von zahlreichen weiteren beschädigten Brücken und Straßen berichtet

Als erste Außerferner Gemeinde erhält Jungholz ihren Anschluss an das elektrische Stromnetz

Der Alpengasthof Ammerwald wird durch einen Brand zerstört

Im Tannheimer Tal werden die ersten Stimmen laut, welche eine Neutrassierung der Straße über den Gaichtpass verlangen. Die alte Straße weist Steigungen von bis zu 30% auf und ist somit für die gestiegenen Anforderungen nicht mehr zeitgemäß. Bis zum tatsächlichen Baubeginn der Strecke werden aber noch acht Jahre vergehen

Am 8. Oktober kommt es zu einem Brandereignis durch einen defekten Kamin, in Lechaschau fallen diesem zwei Bauernhöfe zum Opfer



1902keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Georg Schretter wird zum Alleineigentümer eines kleinen Ziegel- und Kalkwerkes. 1904 entdeckt Schretter dann im Falltal bei Vils ein Kalkmergelvorkommen. Schnell erwirbt er die Abbaurechte und beginnt bald darauf mit der Zementproduktion

Am 5. Mai findet die konstituierende Sitzung der neu gegründeten freiwilligen Feuerwehr Holzgau statt

Bei den Postämtern Biberwier, Ehrwald und Lermoos werden Telefonverbindungen nach Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald und andere grenznahe Orte aufgebaut und ab dem 1. November in Betrieb genommen

Am 21. Dezember um halb 8 Uhr morgens gab es Feueralarm. Im Obermarkt brannte ein Stadel und durch den starken Wind drohte das Feuer auch auf die angrenzenden Gebäude überzugreifen. Dabei verbrannten sämtliche im Stadel gelagerten Futtervorräte und auch die direkt angrenzenden Gebäude wurden stark beschädigt



1903keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Elektrizitätswerk Reutte eröffnet das Kraftwerk Plansee feierlich. Dadurch kann auch die Region Reutte mit elektrischem Strom versorgt werden

Bis auf ein einziges Haus zerstört eine Feuerkatastrophe den gesamten Elmer Weiler Martinau

Am 10. Juli bebt die Erde in Elbigenalp, Elmen, Forchach und Häselgehr. Auch in Imst, Jerzens, Karres und Mils werden die Erdstöße wahrgenommen

Am 11. Juli bricht um halb acht Uhr morgens im Gasthaus Hirschen in Lermoos ein Feuer aus. Der Gasthof und das benachbarte Gebäude brennen vollständig nieder, das Übergreifen auf ein drittes Objekt kann in letzter Sekunde verhindert werden

Zwei Gauner, ein Brüderpaar, wird Mitte Juli nach langer Fahndung im Gipfelbereich des Geißhorns bei Tannheim verhaftet

Am 25. August stürzt der 9-jährige Hirtenbub Alois Neuner am Abstieg vom Hermannskar in Richtung Petersberger Alpe im Bereich des sogenannten Marchloch in den Tod

Im November wird die Installation der Telegrafenverbindung im Lechtal vollendet



1904keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwei Münchner Studenten werden am 1. Februar in Ehrwald als vermisst gemeldet. Sie wollten trotz der eindringlichen Warnung des Vermieters auf die Zugspitze steigen. Am 6. Februar fanden Suchkräfte aus Ehrwald die zerschmetterten und tiefgefrorenen Leichen in einer Felsrinne nördlich unterhalb der Wiener-Neustädter-Hütte

Am 15. März bricht in der sogenannten Kübelhütte am Ostende der Stadt Vils ein Brand aus. Durch das rasche Eingreifen der Wehren Vils und Pfronten kann ein größerer Brand verhindert werden

In Reutte wird durch den Nesselwanger Johann Röck eine Brauerei gegründet

Nach langem und zähem Ringen wird auf der Strecke zwischen Griesen und Biberwier ein Stellwagen der Post die Sommermonate über täglich auch den ansonsten abseits der Fernstraße gelegenen Ort Ehrwald anfahren

Den Anschluss an das bayerische Telefonnetz erhält Jungholz am 22. Juni

Ein Blitzschlag lässt am 23. Juli ein Haus in Tannheim - Oberhöfen in Flammen stehen. Die herbei geeilte Feuerwehr kann die umliegenden Häuser retten, das Brandobjekt und die darin befindlichen Tiere müssen aber der Feuersbrunst überlassen bleiben

Am 18. Oktober kommt es bei Biberwier während Sprengarbeiten zu einem verhängnisvollen Zwischenfall. Beim Auslösen mehrerer Dynamitladungen war eine nicht abgegangen. Als zwei junge Männer Nachschau halten wollten, explodierte auch diese Ladung und verletzte beide schwer



1905keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 24. Februar wurde zumindest im Raum Ehrwald ein leichtes Erdbeben verspürt

Hochwasserschäden am 23. April am Lech und weiteren Orten des Außerferns. In den Folgemonaten wurden die Regulierung des Lechs, sowie Wildbachverbauungen in den Gemeinden Vils, Bichlbach, Elmen, Lermoos und Ehrwald gefordert. Auch eine Verbauung des großen Murbruches am Hornberg (Gemeinde Höfen) war Teil eines Antrages an die Landesregierung

Wieder wird in Ehrwald ein leichtes Beben der Erde wahrgenommen (28. April)

Der Lehbach bei Vils bringt am 24. Mai viel Geschiebe bis in die Stadt

In Ehrwald wird eine 'Kinderbewahranstalt' (Kindergarten) eingerichtet

Am 26. August fällt in Lechaschau das Wohnhaus der Witwe Viktoria Lutz einem Brand zum Opfer. Der Brand brach nach 2 Uhr nachts aus und breitete sich rasch aus. Aus dem brennenden Haus konnte so gut wie nichts in Sicherheit verbracht werden, selbst die zwei im Stall befindlichen Kühe verbrannten

In Holzgau wird am 1. Oktober eine neue 'Feuerspritze' eingeweiht, welche als Spende des Gönners Frederic Simms eigens in London angefertigt wurde

Bereits am 11. Oktober hat es im Tannheimer Tal so viel Schnee, dass Lawinen abgehen. In Grän wird dabei ein Heustadel zerstört. Niemand kann sich zu so früher Zeit im Jahr an solche Schneemassen erinnern

Am 7. November fegt ein Sturm über das Zwischentoren hinweg. Ein Hausbesitzer in Bichlbach versucht das Dach gegen Sturmschäden zu sichern, als eine besonders starke Böe das Dach abhebt und der Mann dabei zu Tode stürzt. Sein Sohn kommt mit zahlreichen Verletzungen davon

Die Lokalbahn 'Reutte - Schönbichl' wird am 17. Dezember in Betrieb genommen



1906keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Bei einem Skirennen in St. Anton gewinnt am 8. Januar unter anderen Teilnehmern aus Tirol, Wien, Baden-Württemberg, Vorarlberg und anderen Regionen der Bergführer Spielmann aus Ehrwald

Am 10. Januar findet in Lermoos im Gasthof zur Post eine Versammlung statt, bei welcher die künftige Trassierung der Bahnstrecke besprochen wird. Unter anderem wird auch die Möglichkeit erwogen, die Bahntrasse rund um das gesamte Moos zu verlegen und so bei Biberwier einen geeigneten Anknüpfungspunkt zu einer projektierten 'Fernbahn' zu schaffen

Am 6. März brennt in Ehenbichl das Haus des Waldaufsehers Otto Müller vollständig ab

Vom Tiroler Hütkinder Verein werden keine Kinder unter 11 Jahren mehr für das Schwabengehen zugelassen

Von der Regierung in Württemberg wird verlangt, dass alle Kinder, welche sich dort als Hütkinder (Schwabenkinder) verdingen wollen, geimpft sein müssen. Andernfalls müsste die Impfung vor Dienstantritt in Württemberg vollzogen werden

Am 17. Mai werden die Eheleute Lutz aus Lechaschau verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, ihren zweieinhalbjährigen Sohn zu Tode gequält zu haben

Am 1. Juli stürzt ein Tourist aus München am Abstieg von der Gehrenspitze in den Tod

Am Gaichtpass ereignet sich am 26. Juli ein großer Felssturz, welcher nur knapp zwei sich auf der Strecke befindliche Fuhrwerke verfehlt

Großes Staunen herrscht am 12. August im westlichen Teil des Tannheimer Tals, als im Bereich der Pontenalpe ein Heißluftballon niedergeht. Er war von Zürich aus gestartet und Mangels verfügbarem Gas ungünstig im Alpgebiet gelandet. Mit einem Fuhrwerk wurde der Ballon später vom Berg geschafft

Von Befürwortern der Fernbahn werden in vielen Orten entlang der Strecke Versammlungen abgehalten um letztlich eine Resolution zu verabschieden, in welcher die Regierung aufgefordert wird dieses Bahnprojekt im nächsten Eisenbahnprogramm aufzunehmen



1907keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 12. Januar wird im Abgeordnetenhaus der Antrag auf Errichtung der Fernbahn abgewiesen, eine Subventionierung der Bahnstrecke Reutte-Ehrwald-Garmisch jedoch bewilligt

Aus Ehrwald wird am 2. Februar eine Schneehöhe von 3,65 Metern gemeldet. Bei Zöblen werden von einer Lawine 15 gefüllte Heustadel zerstört

Am 12. März tobt ein heftiger Schneesturm über dem Außerfern. Die Zugänge zu mehreren Seitentälern sind nicht mehr passierbar und ihre Bewohner eingeschlossen

Im Zuge einer Ausrückung der Bichlbacher Musikkapelle berichtet am 1. Mai der Chronist: "...die Zäune standen so tief im verharschten Schnee, dass die Musikanten ungehindert darüber marschieren konnten..."

Am 22. Mai wird mit dem 'Ausstecken' der neuen Bahntrasse zwischen Griesen und Reutte begonnen. Je zwei Arbeitertrupps arbeiten sich von genannten Punkten an aufeinander zu und sollen sich dann in Lähn treffen

Auch ein Bahnprojekt mittels einer Schmalspurbahn zum Gipfel der Zugspitze wird nun angedacht. Schon bald folgen Auseinandersetzungen zwischen den Zugspitzgemeinden Ehrwald und Garmisch-Partenkirchen

Die im Jahr zuvor gegründete Alpenvereinssektion Holzgau des Österreichischen Alpenvereins hat eine Schutzhütte an der Lechtaler Wetterspitze errichtet. Später wird man diese Schutzhütte als Simmshütte kennen

Eine Steiganlage zum Thaneller wird in Planung gestellt, vorerst fehlen aber die finanziellen Mittel. Erst 1908 unternahm Werner Riezler die notwendigen Arbeiten um den Steig schaffen zu können. Er organisiert Arbeiter, besorgte das Material und erledigte die Markierung. Ende September 1908 erfolgte schließlich die Fertigstellung



1909keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Anfang des Jahres nimmt die Firma Georg Schretter die Drahtseilbahn vom Falltal zum Zementwerk in Vils in Betrieb

Beim Holztransport wurde am 13. Jänner ein Bauer von Kaisers von einer Lawine verschüttet und getötet

Am 14. Mai wird durch eine Kommission um Auskunft angesucht, wie man mit den durch die Holztrift und Verklausungen verursachten 'Verheerungen' am Lech weiter verfahren soll. Eine Fläche von rund 1800 Hektar wurde dabei den Angaben zufolge in eine Schotter- und Steinwüste verwandelt - es resultierte daraus eine groß angelegte Lech-Regulierung

Am 6. Juni wird in Reutte eine Jahrhundertfeier zum Gedenken an das Jahr 1809 veranstaltet, welche sich über mehrere Tage hinzieht und in der Enthüllung eines Denkmals "vor dem neuen Schulhaus" gipfelt

Der Plansee wird durch einen künstlich angelegten Kanal mit dem Heiterwanger See verbunden. Im selben Jahr erhält der Plansee auch sein erstes Dampfschiff

Der Bau der 'neuen' Gaichtpassstrasse wird begonnen

In Tannheim wird am 15. August die Jahrhundertfeier anlässlich des Heldenjahres 1809 begangen. Am Dorfplatz wird dabei das Freiheitskämpferdenkmal von dem Künstler Öfner enthüllt, welches einen mit ausgebreiteten Schwingen auf einem Fels sitzenden Adler zeigt. Um kurz vor 10 Uhr trifft dann der Ehrengast des Tages ein - Erzherzog Eugen von Österreich

Die ersten Postomnibusse verkehren im Sommer zwischen Imst und Reutte

Ein deutscher Fabrikant erörtert das Projekt, den Talkessel bei Lermoos in einen See zu verwandeln um die Wasserkraft in elektrische Energie zu verwandeln

Am 31. Oktober treffen am Schrofenpass zwei Wilderer aus Warth auf bayerische Jagdaufseher. Einer der Wilderer trägt gerade seine Jagdbeute, welche sie auf bayerischem Gebiet geschossen hatten, auf den Schultern heimwärts zu als ein Schuss ihn tödlich trifft

Im Dezember des Jahres wird eröffnet, dass man das Bergwerk Silberleithe wieder in Gang setzen will. Mit neuen Verfahren hofft man auf eine bessere Ausbeute an Erzen



1910keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ein Sturm fegt am 19. Jänner über Reutte und den Raum Füssen hinweg. Zahlreiche Stromleitungen werden dabei unterbrochen und der Strom fließt erst mehrere Stunden später wieder

Am 22. Jänner geht in den Gazetten die Meldung ein, dass aufgrund des starken Schneefalls die Verbindungswege im Bezirk großteils unterbrochen sind. Am Blindsee hat eine Lawine die Fernpassstraßentrasse verlegt

Ende Jänner wird ein Komet am Abendhimmel über dem Außerfern beobachtet. Ende Mai zeigt sich dann auch der Halleysche Komet über der nordwestlichen Ecke Tirols

Vom Plansee wird berichtet, dass sich der im Vorjahr errichtete Kanal für die Schifffahrt als unbrauchbar erwiesen hat. Den ganzen Mai über kam es nochmalig zu Arbeiten an dem Verbindungskanal, sodass ab dem 1. Juni die Dampfschiffe planmäßig auf den beiden Seen verkehren können

Am 1. Juni eröffnet der Bergführer Fritz Mossauer das direkt am Vilsalpsee gelegene und neu errichtete Unterkunfts- und Schutzhaus 'Schäfhütte'

Mitte Juni (13. bis 15.) Hochwasserkatastrophe im Außerfern und am Lech, welche ein Todesopfer (in Holzgau wird eine Frau vom Höhenbach mitgerissen und ertrinkt) fordert. Auch im Tannheimer Tal gibt es große Schäden in den Dörfern und auf den Feldern. Die Straßenverbindung ist großteils unterbrochen und nur mit Mühe kann der Damm der Vils gehalten werden. Im Ehrwalder Becken sind große Teile der Straßen überflutet. Als Folge gibt es häufig Missernten bei den Kartoffeln, was den Kartoffelpreis in die Höhe treibt. Dort wo die Verheerungen am größten sind wird das Militär zur Beseitigung der Schäden hinzu gerufen

Bei Pinswang wird der aus Eisenschienen gefertigte Steg von den Lechfluten fortgerissen

Erdbeben in Bichlbach (5.0)

Der Reichsstraßenbau im Bereich von Ehrwald kommt lediglich langsam voran. Die geplanten Vorarbeiten zum Bau der neuen Trasse der Mittenwaldbahn geraten dadurch ebenfalls ins Stocken

Am 9. August zieht abends ein Gewitter über dem Reuttener Talkessel auf. In Wängle brennt nach einem Blitzschlag ein bäuerliches Anwesen komplett ab, wobei sämtliches Mobiliar und eine Kuh ein Raub der Flammen werden

Die Ortsgruppe München des Touristenvereines "Die Naturfreunde" erwirbt im August die Musauer Alm

In den Sommermonaten wird der schon seit Jahrzehnten und Jahrhunderten eingestellte Bergbau im Teges- und Gafleintal durch eine deutsche Bergwerks-Gesellschaft wieder aufgenommen

Das Edelweiß wird unter Schutz gestellt

Im November bewilligt der Verkehrsausschuss einen Teil der Geldmittel für die Ausbesserungs- und Instandsetzungsarbeiten an der Lechtaler Konkurrenzstraße

Am 19. Dezember tagt eine Notstandskommission im Lechtal, mit dem Ziel die wirtschaftlichen Verhältnisse im Bezirk etwas zu heben. Vor allem die Landwirtschaft und und der Handel mit Vieh war einer der drängendsten Punkte. Weiters wurde verlangt: Unterstützung bei der Eigenproduktion von Nahrungsmitteln, bei der Alpwirtschaft, eine Erleichterung der Militärpflicht zum Erhalt der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, Bekämpfung der Landflucht, Unterstützung bei der Lechregulierung, Verstaatlichung der Lechtalerstraße, Straßenverbesserungen speziell in den Seitentälern



1911keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ein Erdbeben erschreckt am 24. April die Bewohner des oberen Lechtales, Schäden gibt es aber keine

Am 19. Mai treten nach einem Unwetter die Bäche über die Ufer und in vielen Häusern läuft das Wasser in den Keller oder gar die Wohnräume. In Pfafflar und über das Joch hinweg im Salvesental wurden wichtige Wege und Brücken weggerissen. Der Viehtrieb gestaltet sich daher schwierig

Im Umfeld von Ehrwald und den Anrainerorten an der Loisach wird über eine Stauung des Sebensees nachgedacht

In Ehrwald wird im Juni mit dem Bau des Loisach-Viaduktes begonnen

Am 18. Juni wird die neu erbaute Brücke zwischen Stanzach und Vorderhornbach fertiggestellt, später wird man sie "Donnerbrücke" nennen

Das Bergwerk Dirstentritt wird wieder in Betrieb genommen

Anfang Juli wird die erste befahrbare Straße durch das Engetal eröffnet, bis dahin konnte das Tal zwischen Tannheim und dem Gebiet von Pfronten nur auf einem Fußweg durchwandert werden

Am 9. Juli eskaliert ein zwischen Bauarbeitern der neuen Bahnstrecke Griesen-Ehrwald ausgetragener Streit. Ein ungarischer tötet dabei einen kroatischen Arbeiter durch mehrere Messerstiche in Kopf- und Brustbereich

Mitte Juli ereignet sich am Rappenschrofen bei Grän ein kleinräumiger Bergrutsch, welcher jedoch einigen Schaden an Waldflächen und Feldern verursacht

Von der Bergmahd müde, legte sich am 25. Juli das Ehepaar Winkler nach getaner Arbeit auf den steilen Bergwiesen in ihr aufgeschlagenes Schlafzelt. Gegen Mitternacht vernahm die Frau ein Poltern und im nächsten Augenblick durchschlug auch schon ein rund ein Kilogramm schwerer Felsbrocken die Zeltwand. Dabei wurde der noch schlafende Mann unglücklich am Kopf getroffen, sodass er eine klaffende Wunde und ein Loch in der Schädelkalotte behielt

Der Ortsvorsteher von Tannheim, Johann Wöber, erwirbt das Gasthaus 'zum Baum', oder wie es früher hieß 'zum Wilden Mann'. Es ist dies die älteste Gastwirtschaft in Tannheim und soll einst von den Grafen von Montfort erbaut worden sein

Am 20. August wird die Telefonverbindung von Imst nach Reutte in Betrieb genommen

Am 12. September wütet ein Waldbrand im Bereich des Gaichtpasses, die Feuerwehren Höfen, Reutte, Nesselwängle und Weißenbach brachten die Flammen schließlich unter Kontrolle. Die gerade neu errichtete Telefonleitung wurde bei dem Brand ebenfalls zerstört

Ein Erdbeben lässt am 16. oder 17. November im ganzen Außerfern Mensch und Tier aufschrecken, Dachplatten fallen von den Dächern und Möbelstücke werden verrückt



1912keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Wieder Hochwasseralarm am Lech Anfang Mai, eine große Mure schädigt den Ort Schattwald. Bei Elbigenalp wird die Fahrbahntrasse weggerissen und mehrere Wohnhäuser sind einsturzgefährdet. Die Planseestraße wird von einer Mure verlegt und auch die Zufahrtsstraße in das Tannheimer Tal ist unpassierbar geworden

In den Räumlichkeiten des 'Gasthof zur Rose' errichtet Adolf Beck eine Brauerei

In Alaska kommt es am 6. Juni zum Ausbruch des Vulkans Novarupta. Die Eruptionen dauern zwei Tage lang an und so gilt das Ereignis mit einer Auswurfmenge von etwa 15 km³ als der größte Vulkanausbruch des 20. Jahrhunderts

Bei Lechaschau wird am Frauensee ein Hotel erbaut und auch am Urisee bei Reutte errichtet man einen Beherbergungsbetrieb für Gäste

Ein Blitzschlag trifft am 6. Juli abends die Pfrontner Hütte, die in der Hütte befindlichen Personen - die Wirtin, deren Sohn und ein Dienstmädchen - verloren dabei das Bewusstsein. Die Wirtin erlangte als erste wieder das Bewusstsein und wollte das noch immer ohnmächtige Mädchen ins Freie tragen, als erneut ein Blitz die Hütte traf und einigen Schaden anrichtete. Später wurde dann der dringend erforderliche Blitzableiter an der Hütte montiert

Am 24. Juli wird in Lechleiten feierlich das für den Übergang am Schrofenpass so wichtige Holzgauer Haus eröffnet

Am 9. September wird wegen starker Regenfälle die Dorfstraße in Tannheim überflutet, auf den Anhöhen schneit es bis knapp oberhalb der Talsohle und das Vieh muss frühzeitig von den Alpen abgetrieben werden



1913keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Die Eisenbahnlinie von Garmisch nach Reutte wird eröffnet, die 'Außerfernbahn' ist somit fertiggestellt



1916keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Füssen und Reutte kommt es zu Gesprächen mit dem Inhalt, den Bezirk Reutte nicht nur zollpolitisch, sondern generell im politischen Sinne dem Kreis Füssen und damit an Bayern anzuschließen

Ein Großbrand wütet am 9. August in Kienzen bei Tannheim. Ausgegangen war das Feuer von einem Stadel, griff aber rasch auf die umliegenden Gebäude über. Insgesamt wurden drei Häuser nebst Anbauten von den Flammen verschlungen. Ausgelöst wurde das Feuer vermutlich von spielenden Kindern

Am 2. Dezember geschieht in Lähn bei Bichlbach eine grausige Bluttat. Ein Sohn erschlägt dabei seinen Vater mit der Axt. In offenbar geistiger Verwirrung legt der Täter den Erschlagenen auf die Ofenbank und heizt den Ofen ein. Später wird er als Grund für das Heizen angeben: "Den Vater friert, er muss hübsch warm haben!"



1917keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
wehrmann-wappensäule nagelsäule <mark>reutte</mark> weltkrieg
die Wehrmann-Wappensäule (Nagelsäule)
in Reutte
Die zu Reutte gehörende Hirschfängalpe wird durch eine Lawine zerstört

Im Mai spricht der Füssener Bürgermeister beim Staatsministerium in München vor. Er will den Anschluss des Außerferns an den Bezirk Füssen in die Wege leiten, erhält jedoch eine Absage

Im August kommen erste Beschwerden über das Strecken der jeweiligen Mehlrationen auf. Meist lässt der Dorfvorsteher selbst diese Streckungen durchführen. Generell ist die Not in den Haushalten groß und so herrscht der Hunger in den kriegsgebeutelten Gemeinden. Von Seite der Bezirkshauptmannschaft wird eine Weisung bezüglich der richtigen Verteilung von Lebensmitteln heraus gegeben. Kinder, Alte, Schwangere und Stillende werden dabei bevorzugt behandelt

Am 26. August wird die Wehrmann-Wappensäule - auch als Nagelsäule bekannt - in Reutte feierlich eingeweiht. Jeder eingeschlagene Nagel verpflichtet dazu, eine Spende an die Notleidenden des Kriegs abzugeben

Die Versorgung mit Milch, Butter und Fett bricht ein, der Hunger wird immer drückender



1918keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Betrieb der Baumwollspinnerei und Baumwollweberei wird an die Kleinmünchner Baumwollspinnereien verkauft.

Im März kommt es in Reutte zu sogenannten 'Mehlunruhen'. Frauen, welche nicht mehr wissen womit sie noch etwas kochen sollen, drohen das Versorgungslager zu stürmen

Ärgste Not herrscht ab April vor allem im Außerfern, Mütter ziehen inzwischen zu sogenannten 'Hamsterfahrten' aus um die hungernden Kinder mit erbettelten Lebensmitteln zu versorgen. Eine Mutter aus Breitenwang soll bei solch einer Sammelfahrt bis nach Memmingen gekommen sein. Mit voll gepacktem Rucksack wanderte sie die rund 120 Kilometer wieder zurück in ihren Heimatort

Im Mai reist der Bürgermeister von Füssen nach Berlin in das Auswärtige Amt, um dort bezüglich der Zusammenlegung der Bezirke Reutte und Füssen vorzusprechen

Viele der Alpen des Außerferns können nicht mehr bestoßen (beweidet) werden, da sämtliches Alppersonal im Kriegsdienst steht

Am 19. Juli zieht ein Hagelunwetter über den nördlichen Teil des Außerferns hinweg und zerstört große Mengen an Feldfrüchten und führt auch sonst zu erheblichen Sachschäden wie etwa an Fenstern, etc.

Generell ist der Sommer zu kühl und zu feucht, was einen Misswachs auf den Feldern und damit eine Anspannung der ohnehin schon katastrophalen Versorgungssituation nach sich zieht

Im Juli bricht die Versorgung mit Mehl schließlich vollends zusammen, die Getreide- und Mehllager bleiben leer

In Reutte wird eine Volksversammlung abgehalten, in welcher die Entscheidung zum Verbleib des Außerferns bei Tirol beschlossen wurde. Als Gegenoption stand die Angliederung an Bayern zur Diskussion.
Von den Gemeindevertretern wurde dieses Vorhaben aber einstimmig abgelehnt, da der Vizebürgermeister Bauer die Anwesenden von einem angeblichen Projekt der Stadt Füssen unterrichtete, bei dem die ganze Grenzgegend bis hinauf nach Reutte in einen Stausee verwandelt werden solle um sich dort die Wasserkraft zunutze zu machen

Ende August kommt es auf Grund von Hunger und Elend vermehrt zu Einbruch und Diebstahl. Von den Gemeinden werden sogenannte Flurwächter abgestellt

Von Ende Oktober bis Mitte November sucht eine Grippeepidemie ('Spanische Grippe') den Bezirk heim und löscht mindestens 15 Leben aus (tirolweit sind es etwa 1500 Tote)

Am 29. Oktober werden bei Mittenwald durch übereifriges Militär die Eisenbahnschienen zerstört. In Reutte bricht Panik aus, da damit die Hilfsgüter nicht geliefert werden können und die Versorgungslage erneut zusammenbricht

Vom 7. bis zum 10. November kommt es in Reutte zu einer Besatzung durch bayerisches Militär

Am 24. November wird im Reuttener Gasthof 'Hirschen' eine Volksversammlung abgehalten, welche die Angliederung des Bezirks Reutte an Füssen vorantreiben soll. Die Befürworter sind dabei weit in der Überzahl

Die ersten Kriegsheimkehrer kommen Anfang Dezember zurück in ihre Heimat, wo sich ihnen ein trauriges Bild darbietet. Die Höfe sind herunter gekommen, Teile des Viehs verkauft und die Speisekammern leer. Nach wenigen Tagen schließen sie sich zusammen und fordern die sofortige Ausbezahlung der von der Regierung zugesicherten Unterhaltszahlungen. Ansonsten müssten als Mittel der Notwehr erneut zur Waffe greifen.
Um die Not zu lindern, fordern sie überdies die Freigabe des Wildbestandes aus den umliegenden Wäldern. Bei übermäßiger Schlachtung der eigenen Viehbestände würde nämlich der Landbevölkerung die weitere Lebens- und Erwerbsgrundlage endgültig entzogen

Ende des Jahres schickt die Schweiz erste Lebensmittel-Hilfslieferungen



1919keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am Beginn des Jahres begibt sich eine Abordnung nach Italien um die Kriegsgefangenenlager aufzusuchen. Mit dabei sind Versorgungspakete und Spenden für die Inhaftierten

Am 23. November wird in Reutte ein Fest für die Heimkehrer veranstaltet. Mit dabei sind insgesamt 433 Teilnehmer aus den Orten Reutte, Breitenwang, Pflach und Ehenbichl



1922keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Vilsfall bei Schattwald wird zur Stromgewinnung genutzt und das neue E-Werk eröffnet. Im Tannheimer Tal (ausgenommen Jungholz) gibt es erstmals elektrisches Licht

Am 12. Juli zieht ein Gewitter über das Tannheimer Tal. In dem Dorf Haldensee schlägt ein Blitz in ein Bauernhaus ein, welches in kurzer Zeit nieder brennt

Die Gimpelhütte wird erbaut

Am 3. September kommt der Hirte Ludwig Knittel von der Schochenalpe um den sonntäglichen Gottesdienst zu besuchen. Hinter dem Dorf wird er von der Finanzwache angehalten, seinen Rucksack her zu zeigen um diesen auf Schmuggelware zu durchsuchen. Nach einer kurzen verbalen Auseinandersetzung entreißt der Oberkommissar Knittel den Rucksack mit Gewalt und zieht gleichzeitig seine Dienstwaffe. Dabei löst sich, angeblich versehentlich, ein Schuss. Knittel sackt daraufhin zusammen und versucht sich noch fort zu schleppen, verstirbt aber wenige Minuten nach dem Vorfall.
Der Oberkommissar Scharf, ebenfalls aus Holzgau stammend, meldet das Unglück sofort. Das Geschehene hat sich aber inzwischen im Tal herumgesprochen und so empfängt den Beamten anderntags eine aufgebrachte und wütende Menge. Selbst im Beisein zweier Gendarmen wird Scharf angegriffen und nur mit Not kann der vorläufig entkommen. Mehrere Burschen verfolgen und attackieren ihn jedoch abermals.
Scharf kann sich bis Elbigenalp durchschlagen und verstecken. Eilig wird von Innsbruck aus eine Mannschaft von 50 Gendarmen in das Lechtal entsandt, die kommt aber am selben Tag nur bis Reutte und muss dort Quartier beziehen. Als sie am nächsten Tag ins Lechtal weiter wollen, wird ihnen von den hiesigen Fuhrleuten der nötige Vorspanndienst versagt. Umständlich werden zwei Omnibusse und ein Lastkraftwagen organisiert, um die Fahrt doch noch antreten zu können.
In Elbigenalp stellt sich ihnen jedoch ein großer Teil der Talbewohner in den Weg. Es werden nochmals 30 weitere Gendarmen herbei gerufen um die angespannte Situation in den Griff zu bekommen. Letztlich behielt die Staatsgewalt die Oberhand und verhaftete in Summe fast 40 der Aufständler.
Das Ereignis war nicht nur im Außerfern in aller Munde, sondern sorgte in ganz Österreich für Gesprächsstoff

Mit Ende Dezember wird das Bergwerk Silberleithen in Biberwier stillgelegt



1925keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein Sturm legt am 14. und 15 Februar im Außerfern an die 40000 Festmeter Holz um. In Lechleiten (Steeg) wird von der Kapelle der ganze Dachstuhl samt Turm und ein Teil der Mauer durch den Wind weggerissen

Am 27. April wird mit den Umbauarbeiten des vormaligen Heilbades Kreckelmoos zum Krankenhaus begonnen

Josef Fritz sen. und sein Sohn Josef Fritz jun. legen den Grundstein für das Unternehmen 'Holzindustrie Fritz' in Reutte

Im Mai ersteigert die Gemeinde Tannheim den Vilsalp- als auch den Traualpsee

Am 22. Mai geht ein Gewitter mit starkem Hagel über dem Tannheimer Tal nieder. Die Anpflanzungen in den Gärten werden dabei völlig zerstört und auch für die kommende Heuernte wird mit Einbußen gerechnet, da die Felder 'wie gewalzt' aussehen

Mitte Juni richtet ein Waldbrand in den Südhängen der Gehrenspitze einen geringfügigen Schaden an, den die Feuerwehr Lechaschau aber rasch unter Kontrolle bringen kann. Ausgelöst wurde er vermutlich von unvorsichtigen Touristen

Am 19. Juli wird der Abschluss der Arbeiten des neuen Zubaus der Memminger Hütte mit einer Bergmesse gefeiert

Die Simmshütte wird am 1. August ihrer neuen Besitzerin übergeben. Die Sektion Stuttgart erwarb die Hütte von der Sektion Holzgau und baute sie umfassend aus

Mitte September wird aus Tannheim berichtet, dass ein Schulmädchen mit den freihängenden Zöpfen in die Milchzentrifuge geriet und dabei an einer Kopfhälfte sämtliche Haare ausgerissen wurden

Am 29. September brennt das Gasthaus am Vilsalpsee nieder. Der Jagdpächter hatte auch ein paar Räume in dem Gasthaus gepachtet. Er und seine Gäste bemerkten als erste den Rauch an der Westseite des Hauses, für das Hinausschaffen von Hab und Gut blieb aber keine Zeit mehr. Binnen einer Stunde war der Holzbau bis auf die Grundmauern eingeäschert

Bei einem Lawinenabgang bei Lähn wird am 1. Dezember eine rund 40-köpfige Gruppe beim Heutransport überrascht. Von insgesamt 8 Verschütteten konnten 2 nur noch tot geborgen werden
In Holzgau wird am selben Tag ein Bauer - ebenfalls beim Heuziehen - von einer Lawine mitgerissen und getötet

Am 5. Dezember kommt es abermals beim Heuziehen in Holzgau zu einem Lawinenabgang, bei welchem drei Personen verschüttet werden. Einer kann sich gerade noch retten, indem er sich an eine Latsche klammert, für die anderen beiden - zwei Brüder - endet das Ereignis aber tödlich. Sie werden etwa 8 Stunden später als Leichen ausgeschaufelt

In der Nacht zum 18. Dezember bricht aufgrund von Unachtsamkeit ein Brand in Steeg aus. Zwei Bauernhäuser werden dabei vernichtet, die Feuerwehren von Steeg und Holzgau können gerade noch ein Übergreifen auf zwei weitere Gebäude verhindern

45 Wintersportgäste besuchen zu Weihnachten das Tannheimer Tal



1926keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ein von Garmisch kommender Zug entgleist am 7. April bei Griesen. Ein vermeintlicher technischer Defekt veranlasste den Lokführer sich weit aus dem Fenster zu lehnen, wobei der das Gleichgewicht verlor und aus dem fahrenden Zug stürzte. Der somit führerlose Zug sprang in Folge aus den Geleisen

Die Zugspitzbahn bei Ehrwald wird feierlich eröffnet

Am 14. Juni besucht Bundespräsident Dr. Hainisch das Außerfern. Er macht Station in Ehrwald und besichtigt die neu errichtete Zugspitzbahn. Danach reist er über Kreckelmoos und Vils weiter.
Am 15. Juni gelangt er nach Holzgau um dort eine Delegation von Rinderzüchtern zu treffen und die Produktion von Käse in der örtlichen Sennerei zu inspizieren

Die Lechbrücke zwischen Lechaschau und Reutte wird neu errichtet

Am 15. Juli gehen in den Morgenstunden schwere Wolkenbrüche über dem Reuttener Talkessel nieder. Der Laimbach tritt über die Ufer und reißt die Brücke der Bundesstraße mit sich, wodurch der Verkehr nach dem Lech- und Tannheimer Tal vorübergehend unterbrochen wird. Die Felder am angrenzenden Ortsteil 'Platten' werden überschwemmt und vermurt. Bei Ehrwald wird die Straße und die Bahnstrecke unter einer Mure begraben

Am 26. August wird der Betrieb des Bergwerks Dirstentritt eingestellt

Ende des Jahres wird ein weiteres Bergbahnprojekt im Zugspitzgebiet vorgestellt. Eine Bahn soll von Ehrwald hinauf zum idyllisch gelegenen Seebensee gebaut werden um das Gebiet um die Coburger Hütte und dem Drachensee leichter zugänglich zu machen

Am 3. Dezember wird in Lechaschau ein junger Mann bei einem Schusswechsel getötet



1927keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Neubau der Brücke zwischen Reutte und Lechaschau

Im neuen Krankenhaus Kreckelmoos beginnt man mit der Arbeit

Am 6. August bricht in der Nacht im Holzgauer Gasthof 'Zum Hirschen' ein Brand aus. Die aus dem Schlaf gerissenen Gäste sprangen zum Teil in Panik aus dem ersten und zweiten Stock des Anwesens und verletzten sich dabei schwer. Zwei Bedienstete und ein Gast wurden während der späteren Branduntersuchungen schließlich als 'völlig verkohlte [...]Leichen' entdeckt. Die Köchin, welche sich zunächst noch durch einen Sprung vom Balkon hat retten können, erlag später im Krankenhaus ihren Verletzungen.
Im Nachhinein wurde bekannt, dass es einige Pannen bei der Alarmierung der Feuerwehr gegeben hatte. Generell befanden sich nur wenige Feuerwehrleute beim Einsatz, da der Brand während der Zeit der Bergmahd - die ungefähr drei Wochen dauerte - geschah und fast der gesamte arbeitsfähige Teil der männlichen Bevölkerung sich Tag und Nacht auf den Anhöhen hoch über den Dörfern befand

Vils begeht am 10. und 11. September die 600-Jahr-Feier zur Stadterhebung. Die Vorbereitungen zu der Festivität werden mit und unter der Leitung von Ignaz Dengel vorangetrieben

Nachdem die DAV-Sektion Regensburg mit ihren vorläufigen Hüttenbauplänen am Roßkarsee letztlich doch ins Stubaital abgewandert waren, trat die Sektion Wartburg-Eisenach in dieser Sache die Nachfolge an um hier ihre 'Eisenacher Hütte' zu errichten



1931keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Mitte März türmen sich die Schneemassen teilweise bis zu 3 Meter hoch. Zahlreiche Dächer werden eingedrückt. Im Tannheimer Tal ist der Verkehr zusammengebrochen und das Postauto steuert das Hochtal für mehrere Wochen nicht mehr an. Die Post bringt der Briefträger mit den Skiern

Am 23. März erschüttert ein Erdbeben um 2 Uhr morgens das Gebiet um Berwang/Namlos

In Tannheim findet am 12. Juli die Erstaufführung des Andreas-Hofer-Spieles in einem eigens errichteten Freiluft-Theater statt

Die Fremdenverkehrszahlen brechen massiv ein und beinahe sämtliche Gästebetten bleiben leer

Auch die Bauernschaft sieht sich in einer misslichen Lage. Am 15. November findet eine Großversammlung der Außerferner Bauern in Reutte statt. Dort berichten sie von ihren Problemen und Nöten und stellen einen Forderungskatalog um Vergünstigungen und Steuersenkungen zusammen

Am 16. Dezember brennt das Gerichtsgebäude in Reutte ab



1933keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Tausend-Mark-Sperre des Hitler-Regimes bringt den gerade erst aufblühenden Fremdenverkehr gänzlich zum Erliegen

Anfang Juni formieren sich erste Heimatwehrortsgruppen in den Außerferner Gemeinden

Zwischen Lechaschau und Pinswang ist der Freiwillige Arbeitsdienst mit der Regulierung des Lechs beschäftigt

Im Bereich von Pinswang, Vils und im mittleren Tannheimer Tal wird ein Schädlingsbefall durch die sogenannte Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa), im Volksmund als Schmotzgrille benannt, verzeichnet. Weite Flächen der Felder sterben hierbei ab, da die Engerlinge der Grillen sämtliche Wurzeln abfressen. Vor allem die angebauten Kartoffeln werden von den Tieren vollständig vernichtet

Am Beginn des November gibt es mehrere Verhaftungen von Nationalsozialisten im Bezirk

Am 8. November ereignet sich ein relativ starkes Erdbeben mit dem Epizentrum im Raum Namlos. In Namlos selbst, bei Vorderhornbach und in Reutte werden zahlreiche Schäden gemeldet

Ende November wird in Fachkreisen die Wiederansiedlung von Steinböcken im Außerfern diskutiert



1935keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 4. Juni besucht Bundeskanzler Dr. Schuschnigg das Außerfern. Von Reutte aus fährt der Tross in das Tannheimer Tal



1936keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 25. Februar geht zwischen Steeg und Warth ein Felssturz mit rund 8000 Kubikmetern an Masse auf die Straße nieder. Die Strecke wird dabei auf etwa 90 Metern Länge verlegt

Ein Erdbeben erschüttert am 22. April das Außerfern, es werden leichte Schäden an Häusern und Wohnungen gemeldet

Am 1. September erfolgt die Aufhebung der 1000-Mark-Sperre, zu einer Belebung des Fremdenverkehrs führt diese Maßnahme zu jenem Zeitpunkt jedoch noch nicht



1945keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 22. Februar wird Reutte von den Amerikanern bombardiert. Acht Opfer unter der Zivilbevölkerung sind zu beklagen

In Vils werden am 27. Februar 5 und in Tannheim 2 feindliche Piloten gefangen genommen. Ihre Maschinen stürzten bei Füssen (?) und Weißenbach ab

Ein einzelner amerikanischer Jäger startet am 20. April einen Angriff auf die Tiroler Zugspitzbahn

Am 28. April überschreiten amerikanische Soldaten die Grenze bei Vils

Am 29. April sprengen deutsche Truppen die Lechaschauer Brücke und die Gemstobelbrücke am Gaichtpass. Bei Grän wird ein erbitterter Kampf um das Engetal geführt. Die Amerikaner schießen den Ort Grän in Brand, woraufhin 15 Häuser den Flammen zum Opfer fallen. 23 Menschen finden den Tod und 5 kommen mit schweren Verletzungen davon

In der Nacht auf den 30. April fällt auch Schattwald unter Granatfeuer

Am 1. Mai besetzen die Amerikaner die Fernpasshöhe

Am 2. Mai bricht um 16:45 Uhr der nationalsozialistische Widerstand im Außerfern zusammen

Am 8. Mai tritt der deutsche Raketenforscher Wernher von Braun und sein Team in Reutte zu den Amerikanern über

Im Gemeindegebiet von Vils zerschellt am 16. Juli - also bereits nach Kriegsende - eine amerikanische Fracht- oder Sanitätsmaschine (?) an einer Felswand. Alle sieben Besatzungsmitglieder finden den Tod, die Maschine (B-17 Flying Fortress) brennt teilweise aus. Die Absturzursache ist nicht bekannt (siehe dazu das Thema "der zweite Weltkrieg im Außerfern")

Eine Feuersbrunst zerstört fünf Häuser und die Kirche von Vorderhornbach

Der Nachkriegswinter kommt mit einer extremen Kälte über das Außerfern



1951keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bei einem Lawinenabgang bei Häselgehr werden am 21. Jänner 13 Hektar Wald vernichtet. Das Dorf selbst entging nur knapp einer Katastrophe, lediglich ein Haus wurde durch den enormen Luftdruck abgedeckt

Über Reutte wütet am 1. August für etwa 20 Minuten ein schweres Gewitter mit bis zu 8 cm starken Hagelkörnern und richtet dabei erhebliche Schäden an Gebäuden und den Gärten an



1952keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Kleinwalsertal geht am 11. Februar eine Lawine auf die im Talboden gelegene Alpe Melköde nieder. Sie zerstört dabei mehrere der Hütten und tötet 20 zumeist junge Menschen. Man findet sie später in Nachthemden und Schlafanzügen. 30 Personen können lebend geborgen werden

Am 14. Februar fallen in Tannheim innerhalb eines Tages beinahe eindreiviertel Meter Neuschnee

In Reutte wird das Gymnasium gegründet



1971keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bei Reutte werden am 10. April bei einem Lawinenabgang 10 Kinder verschüttet, ein Kind stirbt dabei

Die Verbauungsarbeiten an der Vils zwischen Tannheim und Schattwald können abgeschlossen werden

In Schattwald wird der Wannenjoch-Schlepplift errichtet



1979keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 12. März ergießt sich über dem Tannheimer Tal eine Niederschlagsmenge von satten 185 mm

Die neue Gemstobel-Rundbogenbrücke wird eröffnet

Starkregen über dem Außerfern Ende Juni - 'Spitzenreiter' ist dabei Reutte mit 176 mm

Am 6. und 7. November gehen 140 mm Niederschlag über dem Lechtal nieder, im Tannheimer Tal sind es sogar 152 mm



1981keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Außerfern fällt im ersten Monat des Jahres extrem viel Neuschnee, die Lechtaler Seitentäler sind daraufhin tagelang von der Außenwelt abgeschnitten

Die Reuttener St. Anna Kirche erhält wieder ihren zwiebelförmigen Turm. Nachdem im Jahr 1846 die Kirche zum wiederholten Mal abgebrannt war, wollen die Franziskaner den Turm nicht mehr errichten. Die Bürger von Reutte nehmen daraufhin den Aufbau trotz ihrer damaligen Armut auf sich, jedoch erhält der Turm aus Kostengründen nur noch ein sehr schlichtes Dach



1997keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Häselgehr lösen am Luxnacher Sattel Tourengänger eine Lawine aus. 4 Menschen finden darin den Tod

Am 15. Februar wird kurz vor Mitternacht eine Frauenleiche vom Brückenkopf der Gemstalbrücke - Gemeindegebiet Weißenbach - in die Tiefe geworfen. Wie sich später herausstellen wird, wurden dem Opfer schon im Vorfeld mindestens 16 wuchtige Hiebe mit einem scharfgeschliffenen Rückenspalter (Fleischerbeil) gegen Kopf, Nacken und Schulter zugefügt. Am 24. März 1998 wird der Lebensgefährte der Getöteten zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt

Der moderne Neubau des Bezirkskrankenhauses Reutte in Ehenbichl wird im Juli 1997 in Betrieb genommen



2015keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ende März hält das Sturmtief "Niklas" die Außerferner Einsatzkräfte der Feuerwehr in Atem. Glasfronten werden eingedrückt, ganze Dächer durch Böen abgedeckt (Gossenbrotstraße, Reutte), Isoliermaterial auf Straßen geweht und den Straßenverkehr durch dutzende auf die Fahrbahn gestürzter Bäume blockiert. Die Sachschäden der Forstflächen, an Gebäuden, Fahrzeugen und der Infrastruktur waren enorm. Menschen kamen aber nicht zu Schaden



2018keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Schon am Beginn des Jahres fegt das Sturmtief "Burglind" mit bis zu 145 km/h über den Norden Tirols und das Allgäu und sorgt so für die Sperrung der Liftanlagen am Reuttener Hahnenkamm und des Tannheimer Tals. Wegen zahlreicher umgestürzter Bäume mussten die Gramaiser Straße und die Planseestraße gesperrt werden. In der Gemeinde Zöblen wurde durch den Starkwind ein Dach abgedeckt

In den Sommermonaten herrscht extreme Hitze. Über Nord- und Mitteleuropa hängt ein Hochdruckgebiet, es regnet zum Teil Wochen lang nicht und zahlreiche Alpen sind auf Grund der Wasserknappheit gezwungen, mit den Tieren vorzeitig von den Hochweiden ab zu fahren. Südseitige Hänge sind schon Anfang/Mitte August regelrecht verbrannt