Die Zeitleiste - Außerferner Chronik


Chronikeinträge in denen der Begriff Pinswang vorkommt Ich möchte lieber die ganze Chronik erkunden!




1000keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Gebiet das heute jenem des Außerferns entspricht wird in einer Urkunde als "Silva inter Oenem et Licum" genannt. Was übersetzt so viel bedeutet wie "Wald zwischen Inn und Lech"

Die Welfen besitzen mehrere Höfe in Pinswang, Breitenwang und im Bereich Zwischentoren bis an die Wasserscheide bei Bichlbach/Lähn. Links des Lech wurden sie vom Füssener Kloster St. Magnus in der Aschau und Vils als Vögte eingesetzt



1095keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Erstmalige Nennung Pinswangs

Papst Urban II. ruft auf der Synode von Clermont zum ersten Kreuzzug auf



1120keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Urkunden wird ein Besitztum des Klosters Rottenbuch im Bereich Pinswang genannt, welches auch ein Erzabbaurecht beinhaltet



1250keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Pinswang wird die Höhlenburg Schloss Loch erbaut, der Höhlentrakt - so wird vermutet - könnte schon seit der Steinzeit als Jagdstation gedient haben

In einer Urkunde wird unter den Besitzungen des Welfenklosters Weingarten ein Maierhof in Zaumberg am Alpsee bei Immenstadt genannt, zu dessen Ausstattung auch sechs im Lechtal befindliche Alpen gehören: "...Crapah, Oberpopah, Westerpopah, Niderpopah, Houakir und Gaispuohil..."
(Mögliche) heutige Entsprechungen wären: Krabach(tal), Hintere Bockbachalpe, Wösteralpe, Bockbacher Alpe, Kienberg?, Bockbichl bei Birchetsgump?



1312keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ulrich von Schwangau verkauft den Reichlinghof in Oberpinswang an das Stift Stams



1313keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bei einem Kampf um die Höhlenburg Schloss Loch gewinnen die Tiroler Landesfürsten gegen ihre Kontrahenten - dem Herzog von Bayern und dem Bischof von Augsburg. Somit wird Pinswang zu einem Tiroler Ort

Der Tiroler Landesfürst überlässt die Burg Falkenstein dem Bischof von Augsburg

Die Herren zu Rettenberg schenken ihre Besitzungen bei Elbigenalp dem Stift Stams



1328keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Kampfhandlungen im Bereich der Höhlenburg Schloss Loch bei Pinswang



1449keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 12. Februar heiratet Sigmund (Siegmund), Erzherzog von Österreich und Regent von Tirol, seine erste Gemahlin Eleonore von Schottland

Die Stadt Füssen wird angewiesen einen Weg nach Pinswang zu bauen. Für die Nutzung dieses Abschnittes soll die Stadt dann eine Nutzungsgebühr einheben dürfen. Der Tiroler Landesfürst Sigmund der Münzreiche lässt hingegen die Straße von Pinswang über den Kniepass erneuern

Kaufleute aus Augsburg und Nürnberg legen Beschwerde gegen die Zollstelle zwischen Musau und Vils ein, welche von den Herren von Hohenegg dort betrieben wird



1488keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Sigmund erlässt auf Georg Gossembrots Betreiben die Anweisung, die Handelswaren für Augsburg künftig anstatt über den Zirler Berg über die Ehrenberger Klause zu transportieren

Im Gebiet von Pinswang kommt es zu einem Grenzstreit zwischen Füssen und Tirol

Reutte erhält das Recht einen Wochen- und zwei Jahrmärkte abzuhalten

Ein strenger Winter lässt die Iller als auch den Lech zugefrieren



1505keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Pfleger von Ehrenberg, Hans Paumgartner, wird angewiesen eine neue Rodfuhrordnung auszuarbeiten, da es immer wieder zu Streitigkeiten und Missverständnissen unter den Rodleuten gekommen war

Die Pfarrgemeinde Breitenwang, wie auch Ober- und Unterpinswang übertragen ihre politische Vertretung dem Bürgermeister und Rat zu Reutte

Hungersnöte werden überliefert



1515keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Hochwasser an Lech und Wertach vom 17. bis 19. Juli

Zwischen den Herren von Schwangau und den Leuten von Unterpinswang kommt es zu einem Streit über die Holz- und Weidenutzung. Bei einem Lokalaugenschein werden die Marken neu gesetzt

Aus Dankbarkeit über den Erfolg mit dem Messingwerk lassen die Gebrüder Höchstetter eine Kapelle 'am Rain' errichten. Das kleine Kirchengebäude wird den Heiligen Ulrich und Afra geweiht, von der Bevölkerung aber meist nur Ulrichskapelle genannt



1520keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Lermoos erhält ein Warenlager, auch Ballhaus (Pallhaus) genannt

In den Auen nördlich des Stieglberges bei Pinswang wurde ein Mord verübt, welcher eine genaue Grenzbeschreibung nach sich zog um zu klären, wer hier Recht zu sprechen hatte

Zwischen den Füssenern und den Leuten von Musau kommt es zu einem Vergleich, welcher die Anlage eines etwa ein Meter breiten Steiges für das Vieh von Füssen über die Achsel bis hinauf zur Füssener Alpe im Reintal zur Folge hat



1525keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Bauernaufstand bzw. Bauernkrieg wütet vorwiegend im nordwestlich gelegenen Allgäu am Lauf der Iller bis an die Donau. Aber auch das östliche Allgäu mit Schongau, Steingaden und Füssen sind davon betroffen

Vils und Pinswang werden aufgrund ihrer Grenzlage in den Bauernaufstand verstrickt

Am 31. März wird eilends Kriegsgerät auf Ehrenberg geschafft und die Burg kriegsbereit gemacht. Unter dem Hauptmann Nikolaus Jurischitz trifft am 6. April ein Corps bestehend aus 100 Mann der Reiterei auf der Festung Ehrenberg ein. Am 18. April vertreibt diese Truppe des Tiroler Landesfürsten dann die Aufständischen von der Lechbrücke bei Pinswang hinaus nach Vils. Füssen wird, um die Gefahr weiterhin kontrollieren zu können und den Sonthofener Walther Bach und seinen Haufen fern zu halten, von den Tirolern besetzt. Allerdings bieten die Österreicher nur in dem Fall Hilfe an, wenn die Füssener im Gegenzug mitsamt ihrer Stadt künftig unter die Schirmherrschaft des Erzherzogs Ferdinand sich stellen würden. Zunächst lehnt der Füssener Rat ab, muss sich dann aber, als der Haufen unter Bach immer näher rückt, dem österreichischen Hauptmann Nikolaus von Jurischitz beugen.

Trotzdem versammeln sich auch im Hinterland im Reuttener Becken am 27. Mai die Bauern des Gerichts Ehrenberg, und sie wollten dem Landesfürsten die Treue nur dann schwören, wenn er im Gegenzug den verhassten, zu der Zeit amtierenden Ehrenberger Pfleger Don Gabriel Salamanca aus seinem Dienst entlässt. Der Landesherr willigt ein und verspricht einen Tiroler als künftigen Pfleger einzusetzen

Im Allgäu werden derweil durch die Bauern die Burgen Wolkenberg und Liebenthann, sowie weiter südlich die Nesselburg abgebrannt

Als am 9. April sich die Aufständischen um die Stadt Füssen versammeln um diese einzunehmen, fordert der österreichische Hauptmann sie auf, die nunmehr österreichische Stadt in Ruhe zu lassen

Am 5. Mai standen einige Heerhaufen bei Marktoberdorf, Roßhaupten, Seeg, Pfronten und Nesselwang. Die Burg Eisenberg wurde dabei von diesen eingenommen und geplündert

Um die Streitigkeiten zu beschließen fanden sich am 10. Mai Abgesandte aller Parteien in Füssen ein. Die Hoffnung des Adels, dass die Bauern den Weingartner Vertrag annehmen würden zerschlug sich. So verlasen die Allgäuer ihre Beschwerden und forderten das 'göttliche Recht' in Zwölf Artikeln

Am 12. Mai verheerten sie das Kloster Steingaden. Von der Füssener Besatzung durch Tiroler Knechte - zumeist Erzknappen aus Schwaz - liefen jedoch immer wieder ganze Gruppen zu den Allgäuern über und nur mit Mühe konnte Hauptmann Jurisitsch die Übrigen zum Bleiben überreden

Nur mit Mühe konnte unter den gegnerischen Parteien ein vertragliches Werk zustande gebracht werden, welches beiden Seiten als annehmbar erschien. Letztlich erwies sich dieser Vertrag jedenfalls als nichtig

Bald versammelten sich auch im Hinterland im Reuttener Becken am 27. Mai die Bauern des Gerichtes Ehrenberg, sie wollten dem Landesfürsten die Treue nur dann schwören, wenn er im Gegenzug den verhassten, zu der Zeit amtierenden Ehrenberger Pfleger Salamanca aus seinem Dienst entlässt. Der Landesherr willigte ein und versprach einen Tiroler als künftigen Pfleger einzusetzen

Anfang Juli tobte im benachbarten Allgäu der Kampf der Allgäuer Bauern gegen den Schwäbischen Bund. Namentlich an der Leubas nahe Kempten sollte die Entscheidungsschlacht stattfinden, doch machte die prekäre Versorgungslage und die fehlende militärische Ausbildung der Bauern dem Vorhaben bald ein Ende. Sie flohen zurück in ihre Heimat, oder aber ins Gebirge nach dem nahen Tirol und teils sogar in die Schweiz

Am 25. Juli ritt eine Abteilung des Schwäbischen Bundes vor Füssen um über die Rückgabe der Stadt zu verhandeln. Die Besatzer ließen sich die Straffreiheit der Füssener Bürger schriftlich beurkunden und forderten die Unkosten für die Zeit der Versicherung der Stadt ein



1532keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Tiroler Landesfürst Ludwig der Brandenburger verleiht in München an Jacob Freymann und Grimoald dem Drechsel das Recht, im Gericht Landeck, aber auch zu Musau, Pinswang und am Plansee nach Eisen zu schürfen



1543keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bei der Holzgewinnung westlich des Säulings geraten die Herren von Schwangau mit den Leuten von Oberpinswang in Streit. Daraufhin wird die Grenze von der Schlegelwelze, über die Anwerff bis zum Vorderen Säulingkopf neu vermarkt

Auch im Raazwald kommt es zu Grenzstreitigkeiten

Karl V. zieht im Sommer mit italienischen und spanischen Truppen von Tirol über Ehrenberg, Nesselwang, Kempten und Memmingen in die Niederlande



1549keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 13. August verhandeln der Fürstbischof von Augsburg und die Herren von Hohenegg über die Zuständigkeit des Hochgerichts und das Jagen in der Musau.
Aller bischöflicher Besitz soll vermarkt und beschrieben werden. Strafangelegenheiten werden vom Pfleger von Füssen behandelt. Auf allen nicht dem Bistum Augsburg zugehörigen Gütern, werden von den Hoheneggern gerichtet.
Die Hohe Jagd teilen sich die Hohenegger und der Fürstbischof, das kleine Weidwerk bleibt den Hoheneggern vorbehalten

In Pinswang wird ein neues Zollhaus errichtet



1555keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwischen König Ferdinand und denen von Hohenegg zu Vilsegg kommt es am 9. Januar wegen des neuen Zolls zu Pinswang zu einem Vergleich. Die Untertanen von Hohenegg sollen von dem Holz, das sie auf dem Boden der königlichen Majestät gewinnen, nur den halben Zoll bezahlen. Von jenem Holz und Kalk, so sie nicht auf kgl. Boden gewinnen, müssen sie keinen Zoll bezahlen

Im Kreckelmoos bei Breitenwang wird eine 'Badehütte' errichtet. Sechs Jahre später wird die 'Hütte' durch ein 'festes Haus' ersetzt. Ab dem Jahr 1602 wächst es zu einem stattlichen 'Heilbad' heran und erfreut sich großer Beliebtheit.
Um das Jahr 1700 scheint die Schwefelquelle allerdings wieder zu versiegen und das Bad muss vorerst aufgelassen werden.
1719 rettet der damalige Bürgermeister von Reutte das Bad mit einem umfassenden Ausbau und lässt ein Kurhaus errichten

Zwischen den Reuttenern und Ehenbichlern kommt es zu einem Weidestreit um den Sintwag



1564keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Da die Baummarken am Kitzberg (Pinswang) an der Grenze zwischen der Herrschaft Hohenschwangau und Ernberg nicht mehr klar ersichtlich sind, werden am 6. Juli Steinsäulen errichtet und markante Felsplatten mit Grenzmarken versehen und so der Grenzverlauf kenntlich gemacht. In einem Vertrag werden die Marken sämtlich beschrieben



1583keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In einem Vergleich vom 29. September zwischen der Stadt Füssen und dem Markt Reutte wird festgelegt, dass künftig die Reuttener für den Straßenerhalt ab Pinswang (Stocka; südöstlich des Gutshofes Schluxen) verantwortlich sind



1596keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwischen der Herrschaft Vils und dem Stift Augsburg wird ein Vertrag bezüglich der zu transportierenden Mengen an Salzfässern von Pfronten nach Vils und Pinswang geschlossen



1632keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Zwei Fähnlein Tiroler (etwa 800 Mann) ziehen im Einverständnis mit dem bischöflichen Pfleger Achatius von Laiming am 14. Mai zur Sicherung der Stadt in Füssen ein

Von Schwaz treffen am 14. Juni die Bergknappen und 12000 Mann der Tiroler bei Ehrenberg ein

Am 25. Juni fallen die Schweden über Füssen ins Außerfern ein. Vils wird verwüstet, schwedische Einheiten rücken bis Roßschläg vor

Am 8. Juli überfällt eine schwedische Reitertruppe das Tannheimer Tal. Ehrenberger Soldaten können die Schweden jedoch zurückdrängen

Dreieinhalb Tage lang nimmt Erzherzog Leopold die besetzte Stadt Füssen unter Beschuss, bis die Stadt großteils sturmreif geschossen wieder in die Hände der Tiroler fiel. Die Tiroler Truppen verhielten sich jedoch mehr als unrühmlich, als sie selbst anfingen die Stadt zu plündern ...[mehr dazu]

Am 22. Juli rückte Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar mit 6000 Mann abermals gegen Füssen vor und vertrieb den Großteil der Tiroler nach der Burg Ehrenberg. Mindestens 800 Mann aber wurden getötet oder gefangen genommen. Den Schwung des Angriffs mitnehmend, rücken sie an die Ehrenberger Vorwerke vor und zerstören diese, bis sie schließlich im Talkessel von Reutte eintreffen

Erzherzog Leopold V. hält bis zum 27. Juli auf der Festung Ehrenberg mehreren Angriffen der Schweden unter Bernhard von Sachsen-Weimar stand. Zur selben Zeit entsandten die Angreifer jedoch mehrere Stoßtrupps in das Lechtal hinauf um über Pfafflar in das Obere Inntal vorzudringen, die Lechtaler können den Vormarsch jedoch vereiteln

Nochmals greifen die Schweden am 29. Juli die Truppen von Leopold V. an, plündern den Markt Reutte um zwei Tage später wieder ab zu ziehen

Auch am Stiglberg (Stieglerberg) bei Pinswang kommt es zu Kampfhandlungen. Das Sperrwerk und die Verschanzungen werden am 29. Juli durch den Feind niedergebrannt

Zu allem Übel rafft auch die Pest viele aus der Bevölkerung dahin



1672keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Reutte entbrennt ein Streit um das Niederlagsrecht in den Ballhäusern. Die Reuttener Wirte beschuldigen mehrere Bürger von Reutte, die Waren in ihren Privathäusern abzulegen und so das Ballhaus selbst, als auch die Pfarre Breitenwang um den ihnen zustehenden Kreuzer Niederlagsgeld zu bringen

Pinswang erhält eine eigene Dorfordnung



1760keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Im Gebiet von Reutte wird von Viehseuchen berichtet

An die Maria-Hilf-Kapelle in Höfen wird ein Turm angebaut

In Pinswang wird erstmals von einem Schulunterricht durch den damaligen Lehrer Anton Liskodin berichtet



1771keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Überschwemmungen im Lechtal zerstören beinahe alle Brücken des Tals

Es herrscht eine Hungersnot

Bei Pinswang werden dem Lech durch Verarchungen Flächen abgerungen, welche als Felder den Ertrag steigern sollen



1775keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Beginn des Hexenprozesses gegen die Maria Anna Schwegelin in der Stiftsstadt Kempten. Sie gilt als letztes Opfer der Hexenverfolgung auf deutschem Boden. Erst 1998 legten Nachforschungen offen, dass das damals ausgesprochene Todesurteil nie vollstreckt wurde. Anna Schwegelin verstarb erst 1781 im Gefängnis, nachdem sie zuvor jahrelang auf der Burg Langenegg inhaftiert war

Den aktuellen Forschungsstand stellte Wolfgang Petz 2007 dar, der inzwischen die gesamten Prozessakten einsehen konnte. Er verfasste das Buch „Die letzte Hexe. Das Schicksal der Anna Maria Schwägelin“

In Elbigenalp und Elmen kommt es zu Überschwemmungen am Fluss Lech

In Bichlbach wird am 23. Dezember für die Fuhrleute von Lähn eine neue Fuhrordnung erlassen. "Die Vorspann soll gleich jener für die Fasslfuhren umgehen. Die Lähner verpflichten sich, im Winter und im Sommer sämtliche passierenden Landfuhrleute unklagbar zu bedienen und ihnen weiterzuhelfen..."

Bei Pinswang, unterhalb des Burgschrofens, wird eine 'Saliterhütte' genannt, welche den vor Ort abgebauten Kalk- oder auch Mauersalpeter verarbeitet



1782keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kaiser Joseph II. lässt Ehrenberg auf. 1783 wird die Festung dann um 1700 Gulden versteigert. Auch sämtliche Vorwerke werden aufgelassen und gelangen zur Versteigerung

Am 7. Mai fährt Papst Pius VI. bei Schneegestöber in Reutte ein. Vom Balkon der späteren Bezirkshauptmannschaft erteilt er der Menge seinen Segen, um eine Viertelstunde später die Weiterfahrt anzutreten

Die neue Straße von Pinswang, am Lech entlang, bis nach Füssen wird gebaut. Bis dahin mussten Reisende stets den Weg von Pinswang aus über den Stieglberg nehmen.
Auch die erste "Bruder-Ulrich-Brücke", oder auch "Rote Brücke" genannt, entstand während dieser Bauphase

Eine Beschwerde Bayerns ergeht an Reutte, da es vermehrt zu Wilderei und Viehraub gekommen sein soll



1800keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Anfang Mai zieht ein ganzer Flüchtlingsstrom über mehrere Tage und Nächte hindurch durch das Außerfern in das Innere Tirols

Mitte Mai geben die Österreicher ihre Stellungen in Memmingen und Kempten auf und ziehen sich bis nach Nesselwang und Füssen zurück. Inzwischen kommen aber immer mehr Truppen aus dem innertirolischen Raum mit Kanonen nach Reutte

Im Juli ziehen französische Truppen plündernd und brandschatzend durch Vils, Musau und Pinswang. Ein Waffenstillstandsvertrag teilt das Außerfern in Besatzungszonen auf.
Die linke Seite des Lech fällt an die Franzosen, die rechte Seite wird von den Österreichern besetzt.

Am 22. Juli stoßen französische Truppen bis Elbigenalp vor, das sie für die folgenden sieben Monate belagern. An allen Lechbrücken werden Wachhäuser errichtet. Der Lechtaler Chronist Anton Falger berichtet: "Im Allgemeinen hatte man wenige Klagen über die Franzosen, sie waren lustige Leute, entwendeten wenig; was sie von den Bauern bekamen, wollten sie zwar gut und reinlich, aber nicht viel; den schönen Mädchen waren sie nicht feind, wenn die Mädchen auch auf dem rechten Lechufer waren. Manchmal waren die "Wachen an den Lechbrücken ziemlich streng und wollten Niemand passiren lassen... So zogen denn die fröhlichen Republikaner am 24. Februar 1801 ab; singen, springen und fechten war ihnen am liebsten, einfach und leicht ihre Kleider, der Haarzopf ist mit ihnen verschwunden und als alte Dummheit belacht... Ehe die Franzosen kamen, sahen die Thalbewohner gar häufig Pütze (Geister) und dergleichen Erscheinungen, aber mit Ankunft derselben vergass man darauf; bei den fortwährenden 'Kriegen führte man andere Gespräche', man vergass die Gespenstergeschichten und der Aberglaube nahm ab"
Quelle: Anton Falger und das Lechthal (Christian Schneller; Ferdinandeums-Zeitschrift [1877])



1809keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ab Februar beginnt die bayerische Regierung damit junge Tiroler zu mustern. Sofort entwickelt sich Widerstand, da kein Tiroler unter napoleonischer Flagge in den Krieg ziehen will. Viele junge Burschen flüchten bald darauf in die Berge.
Schon im April formiert sich eine Gruppe Aufständischer und bald werden in den Bergen die ersten Feuer entzündet, welche zur Kommunikation über die Täler hinweg genutzt werden.

Am 13. April marschiert Andreas Hofer mit seinen Schützen in Innsbruck ein. In Reutte entbrennt ein Aufstand, woraufhin sämtliche bayerischen Beamten aus dem Amt gejagt werden. Die Schützen aus dem Außerfern gelangen schnell an den Vorwerken und Verschanzungen ein, unternehmen sogar Streifzüge bis fast hinaus nach Kempten um die Lage zu erkunden. In Vils sammelt sich eine große Anzahl an Tiroler Schützen, da sich die kleine Stadt inzwischen dem Aufstand angeschlossen hat. Die Tannheimer Schützen unternehmen auch Exkursionen in das Ostrachtal bis hin nach Sonthofen. Die Sonthofener und die Bürger von Immenstadt sympathisieren größtenteils mit den Tirolern

Bald schlägt diese Stimmung bei den Oberallgäuern jedoch um, als einige der Tiroler Truppen damit beginnen die Allgäuer Dörfer auszuplündern. Im besonderen Maße gibt das Vorgehen des Major Teimer Grund zur Klage, die Tannheimer Kompanie zieht deshalb in eine andere Region ab, da sie die bis dahin guten Beziehungen mit den Oberallgäuern gefährdet sehen

Mitte Mai kommt es im oberen Illertal zu einigen Scharmützeln zwischen bayerisch-französischen Truppen und einem Aufgebot an Oberallgäuer Bauern, welche sich bewaffnet mit Sensen, Mistgabeln und Spießen auf der Seite der Aufständischen Tiroler gegen den Feind stellten

Am 19. Mai wird Innsbruck von den durch das Inntal herauf vorrückenden Bayern und Franzosen besetzt. Nach Reutte ergeht daraufhin die Aufforderung zu kapitulieren und die Waffen umgehend nieder zu legen. Die Tiroler Schützen im Außerfern lassen sich davon aber nicht beeindrucken. Als der Feind schließlich Füssen besetzt und seine Truppen an den Ehrenberger Vorwerken aufstellt rotten sich bei Reutte hunderte von Schützen und Bauern zusammen. Die Frauen und Kinder flüchten in der Zwischenzeit in Richtung oberes Lechtal

Am 25. Mai siegt Andreas Hofer mit seinen Schützen am Bergisel bei Innsbruck. Die bayerisch-französischen Truppen können wieder zurückgedrängt werden. Die Talengen werden wieder abgeriegelt um sich vor Überraschungsangriffen aus dem süddeutschen Raum abzusichern

Auch die Vorarlberger beteiligen sich an den Kämpfen gegen Napoleons Truppen. Sie erhalten Blei für ihre Gewehrkugeln aus dem Bergwerk in Biberwier. Der Nachschub an Schwarzpulver versiegt jedoch in Tirol und Vorarlberg zusehends. So kommt es nur gelegen, dass sich die Soldaten auf bayerischer Seite immer weiter zurück zogen

Die jetzt wieder vorrückenden Tiroler Schützen begehen jedoch just den selben Fehler und unternehmen, wieder unter dem Befehl des k.k. Majors Martin Teimer, wilde Beutezüge im Allgäu. Gerade die Ostallgäuer wenden sich immer mehr von der Sache der Aufständischen ab. Auch auf Seite der Tiroler weigern sich viele unter dem Kommando Teimers an diversen Ausfällen teilzunehmen

Am 19. Juni kommt es zu einigen Kampfhandlungen zwischen den Vorarlbergern und den Soldaten der Bayern und Franzosen. Die Vorarlberger sind wild entschlossen die Stadt Kempten für sich einzunehmen und greifen auch an, werden aber durch das Kanonenfeuer zurück gedrängt

Der vom Kaiser von Österreich am 12. Juli unterzeichnete Waffenstillstandsvertrag von Znaim schreibt die Übergabe Tirols an die Bayern vor. Die Tiroler wollen dies aber nicht akzeptieren, besetzen auch Mitte Juli wieder die Talengen und ziehen zusammen mit den Vorarlbergern gegen Pfronten und Nesselwang. Am 17. Juli greifen sie Kempten an, werden aber blutig niedergeschlagen - die Aufständischen ziehen sich damit hinter die Talsperren des Außerferns und nach Vorarlberg zurück

Von französisch-bayerischer Seite aus wird Anfang August daraufhin Füssen abermals besetzt und mit einem ausgedehnten Sperrwerk aus Palisaden und Verschlägen versehen - auch Innsbruck wird wieder unter bayerische Besatzung genommen. Da kommt am 7. August die Meldung, dass Andreas Hofer alle Tiroler Schützen zu den Waffen ruft. In Reutte kommt es zum Kampf, wobei eine württembergische Truppe geschlagen wird

Am 12. August entbrennt - neben dem Schauplatz Füssen - auch im Tannheimer Tal ein Gefecht zwischen den Franzosen, Bayern und unter anderen auch den Tannheimer Schützen. Die Franzosen müssen hierbei an der Wacht bei Oberjoch eine bittere Niederlage einstecken - 34 Tote und einige Verwundete. Die Tannheimer hingegen hätten 'nur' 3 Tote und einen Verwundeten zu beklagen. Die Tiroler Schützen besetzen daraufhin den Ort Hindelang.
Aus dem Lechtal ziehen sieben Schützenkompanien in den Bereich von Reutte bis gegen Kempten, sowie in das Tannheimer Tal. Auch bei den Lechtalern wurde von 'nur' 2 Todesopfern berichtet

Bei Innsbruck beginnt indes am 13. August die mitunter dritte Schlacht am Bergisel. Auf jeder Seite kämpfen an die 15000 Mann - letztlich schlagen die Tiroler die gegnerischen Truppen und die wehrhaften Bauern und Schützen des gebirgigen Landes sind bald in ganz Europa in aller Munde

Bei Vils und Pinswang werden noch bis Ende August die Ehrenberger Vorwerke besetzt gehalten. Die Franzosen und Bayern lagern derweil in Füssen, Pfronten und Nesselwang. Immer wieder entflammen kleinere Gefechte, etwa im Illertal, bei Füssen oder auch bei Vils. Anfang September nimmt die Heftigkeit dieser Kampfhandlungen gerade im Bereich zwischen dem Tannheimer Tal und dem Ostrachtal immer weiter zu. Am 8. Oktober kämpfen sich die Tiroler bis Sonthofen vor, das Ostrachtal bleibt jedoch weiter schwer umkämpft

Das Zollamt Weißhaus wird durch die Hand der Franzosen ein Raub der Flammen. Bis Ende Oktober kommt es immer wieder zu Angriffen durch die Franzosen und Bayern. Am 26. Oktober ist dann für die Bevölkerung allerdings das Maß voll. Selbst die Frauen und Mädchen marschieren nun zornentbrannt gegen das Joch um die 'Eindringlinge' ein für alle mal zu vertreiben. Die Frauen können auch wirklich einige Franzosen vertreiben und erbeuten mehrere Pferde der Gegner

Für alle Beteiligten ist es oftmals nicht klar ersichtlich, welche Partei nun in der Gewalt steht. Der Schriftverkehr scheint meist schon im Augenblick seiner Übersendung als überholt, wie folgende Nachricht anschaulich darstellt:
Schönberg am 29. Oktober 1809
Nachricht an das Distriktkommando in Reutte


Durch Andreas Hofer wird die vom Hauptquartier unter Erzherzog Johann abgegangene Kuriermeldung über die offizielle Bestätigung des Friedensschlusses vom 14. Oktober mit dem französischen Kaiser zur Kenntnis gebracht. Infolgedessen das Land Tyrol nicht mehr als ein Teil der Monarchie anzusehen ist. Es sind daher alle Feindseligkeiten einzustellen, um ein weiteres Blutvergießen zu verhindern. Es sollen die alten Posten beibehalten werden. Sollte man vom Feind angegriffen werden, so darf man sich verteidigen. Dieser Entschluss ist sogleich dem feindlichen General durch einen Trompeter gegen Empfangsbestätigung zu übermitteln.

Am 1. November findet bei Innsbruck am Bergisel die inzwischen vierte Schlacht statt. Diesmal mit einem ungleichen Verhältnis von 20000 Franzosen gegen gerade einmal etwas mehr als 8000 Tirolern. Bald wird den Tirolern klar, dass sie bei diesem Unternehmen keine Chance mehr haben und ergeben sich. Das Bitten der Tiroler beim Kaiser von Österreich hatte zu keinem Ergebnis geführt. Von Österreich waren keine Soldaten gekommen um die Tiroler zu unterstützen und so war die Aussicht auf Erfolg schlicht vergebens. In Reutte wird die Kapitulation vom Bergisel vorerst argwöhnisch betrachtet und eine Niederlegung der Waffen abgelehnt. Erst am 8. November wird durch zumeist geistlichen Einfluss der Waffenstillstand vollzogen und die Tiroler verlassen die Sperrwerke. Am 11. und 12. November kommen 1200 Soldaten und wenig später noch einmal 3000 Mann als Besatzung in das Außerfern



1824keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Ort Nesselwängle droht von einer Mure verschüttet zu werden

Auch am Lech herrscht das Hochwasser am 28. und 29. Oktober und bei der Pinswanger Ulrichsbrücke überflutet der Fluss die Straßen. Am 'Steg' mussten deshalb zwei Häuser evakuiert werden

Im Bereich der Klause Ehrenberg kommt es zu einem größeren Bergsturz

Laut einer Zählung hat das Außerfern 17178 Einwohner



1839keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 18. August wird die Fürstenstraße von Pinswang (Schluxen) über den Alpsee nach Hohenschwangau eröffnet



1851keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Wieder fällt die Kirche und der Pfarrhof von Kaisers den Flammen zum Opfer

Große Schäden bringt ein Hagelschlag am 25. Juli - die Unwetterschneise reicht vom Tannheimer Tal über den Reuttener Talkessel bis nach Lähn in Zwischentoren

Starkregen am 3. August über Außerfern. In Reutte tritt der Lech über die Ufer und ganze Häuser stehen unter Wasser, sodass die Bewohner - nachdem sie eine unruhige Nacht auf den Dächern der Häuser zugebracht hatten - am nächsten Tag mit Flössen in Sicherheit gebracht werden mussten

Bei Pinswang untergräbt der Lech eine Stützmauer und bringt sie zum Einsturz, woraufhin auch bald die Straßentrasse von den Fluten mitgerissen wird

Die Temperaturen im Sommer sind zu kalt und mehrtägige Regenfälle führen zu Überschwemmungen am Lech. Die Lechbrücke bei Elbigenalp-Grießau wird dabei zerstört, auch die Wegtrasse am Gachtpass wird stellenweise weggeschwemmt, genauso wie die Planseestraße am Roßrücken

Wieder Hagelschäden am 10. September im Reuttener Kessel - das 'Grummet' wird dabei unmähbar und die Bauern haben in den Wintermonaten zu wenig Futter für ihr Vieh

Am 28. Oktober erschreckt ein leichtes Erdbeben die Bewohner des Lechtals



1891keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nesselwängle und Pinswang werden zur eigenständigen Pfarre erhoben

Am 16. August findet die Einweihung der Kemptner Hütte statt

Es wird berichtet, dass für 33 Gemeinden des Bezirkes lediglich ein Arzt zur Verfügung steht

In Reutte und den umliegenden Gemeinden, sowie in Füssen wird über die Möglichkeiten eines Zollanschlussvertrags mit Bayern diskutiert. Man sieht darin die einzig echte Chance, die Versorgungslage und die Wirtschaft im Außerfern zu stärken



1901keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Im Januar wird in Lechaschau erstmals eine Hundesteuer ("Hundetaxe") eingehoben

"...am 19. März nachmittags von 12 bis 3 Uhr hat in der Gemeinde Bichlbach und deren Fraktionen Wengle und Aue ein heftiger Strumwind in den Wäldern wie auch an Gebäuden großen Schaden angerichtet. Gleichzeitig wüthete der Sturm auch in Kleinstockach, [...] wo das Kirchthurmdach abgedeckt und in den Bach geschleudert wurde..."

Das Elektrizitätswerk Reutte wird gegründet und es wird sogleich mit dem Bau des Kraftwerkes am Plansee begonnen. Die einstmals mächtigen Stuibenfälle werden dadurch aber zu einem großen Teil ihrer eindrucksvollen Kraft beraubt

In Tannheim wird am 4. April um 11 Uhr nachts ein Brand im Haus des Landwirts Alfons Kleiner bemerkt. Zwei Stunden später liegt das Haus in Schutt und Asche, die in der Nähe befindlichen Gebäude konnten aber von den Feuerwehren des Tales gerettet werden

Am Schwarzenberg bei Pinswang kommt es am 24. April durch Unvorsichtigkeit zu einem Waldbrand. Eine Fläche von etwa 4 Hektar wird dabei eingeäschert

Am 18. Juli wird die Sägemühle in Biberwier durch einen Brand zerstört

Die Coburger Hütte, unweit des Sebensees in den Mieminger Bergen, wird erbaut. Die Einweihungsfeierlichkeiten werden am 6. August begangen

Durch andauernden Regen kommt es Anfang August unter anderem in Stanzach zu Überschwemmungen und der Dorfplatz steht dabei 1 Meter unter Wasser. In Nesselwängle richtet der Hansjörgenbach Sachschäden an. In Wängle werden zahlreiche Felder durch abgegangene Muren verwüstet, in Rieden eine Brücke und in Weißenbach gar zwei Häuser fort gerissen. Des Weiteren wird von zahlreichen weiteren beschädigten Brücken und Straßen berichtet

Als erste Außerferner Gemeinde erhält Jungholz ihren Anschluss an das elektrische Stromnetz

Der Alpengasthof Ammerwald wird durch einen Brand zerstört

Im Tannheimer Tal werden die ersten Stimmen laut, welche eine Neutrassierung der Straße über den Gaichtpass verlangen. Die alte Straße weist Steigungen von bis zu 30% auf und ist somit für die gestiegenen Anforderungen nicht mehr zeitgemäß. Bis zum tatsächlichen Baubeginn der Strecke werden aber noch acht Jahre vergehen

Am 8. Oktober kommt es zu einem Brandereignis durch einen defekten Kamin, in Lechaschau fallen diesem zwei Bauernhöfe zum Opfer



1907keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 12. Januar wird im Abgeordnetenhaus der Antrag auf Errichtung der Fernbahn abgewiesen, eine Subventionierung der Bahnstrecke Reutte-Ehrwald-Garmisch jedoch bewilligt

Aus Ehrwald wird am 2. Februar eine Schneehöhe von 3,65 Metern gemeldet. Bei Zöblen werden von einer Lawine 15 gefüllte Heustadel zerstört

Am 12. März tobt ein heftiger Schneesturm über dem Außerfern. Die Zugänge zu mehreren Seitentälern sind nicht mehr passierbar und ihre Bewohner eingeschlossen

Im Zuge einer Ausrückung der Bichlbacher Musikkapelle berichtet am 1. Mai der Chronist: "...die Zäune standen so tief im verharschten Schnee, dass die Musikanten ungehindert darüber marschieren konnten..."

Am 22. Mai wird mit dem 'Ausstecken' der neuen Bahntrasse zwischen Griesen und Reutte begonnen. Je zwei Arbeitertrupps arbeiten sich von genannten Punkten an aufeinander zu und sollen sich dann in Lähn treffen

Auch ein Bahnprojekt mittels einer Schmalspurbahn zum Gipfel der Zugspitze wird nun angedacht. Schon bald folgen Auseinandersetzungen zwischen den Zugspitzgemeinden Ehrwald und Garmisch-Partenkirchen

In Pinswang brennt das Anwesen des Longinus Kaiser (Hausname Gines) bis auf die Grundmauern ab

Die im Jahr zuvor gegründete Alpenvereinssektion Holzgau des Österreichischen Alpenvereins hat eine Schutzhütte an der Lechtaler Wetterspitze errichtet. Später wird man diese Schutzhütte als Simmshütte kennen

Eine Steiganlage zum Thaneller wird in Planung gestellt, vorerst fehlen aber die finanziellen Mittel. Erst 1908 unternahm Werner Riezler die notwendigen Arbeiten um den Steig schaffen zu können. Er organisiert Arbeiter, besorgte das Material und erledigte die Markierung. Ende September 1908 erfolgte schließlich die Fertigstellung



1910keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ein Sturm fegt am 19. Jänner über Reutte und den Raum Füssen hinweg. Zahlreiche Stromleitungen werden dabei unterbrochen und der Strom fließt erst mehrere Stunden später wieder

Am 22. Jänner geht in den Gazetten die Meldung ein, dass aufgrund des starken Schneefalls die Verbindungswege im Bezirk großteils unterbrochen sind. Am Blindsee hat eine Lawine die Fernpassstraßentrasse verlegt

Ende Jänner wird ein Komet am Abendhimmel über dem Außerfern beobachtet. Ende Mai zeigt sich dann auch der Halleysche Komet über der nordwestlichen Ecke Tirols

Vom Plansee wird berichtet, dass sich der im Vorjahr errichtete Kanal für die Schifffahrt als unbrauchbar erwiesen hat. Den ganzen Mai über kam es nochmalig zu Arbeiten an dem Verbindungskanal, sodass ab dem 1. Juni die Dampfschiffe planmäßig auf den beiden Seen verkehren können

Am 1. Juni eröffnet der Bergführer Fritz Mossauer das direkt am Vilsalpsee gelegene und neu errichtete Unterkunfts- und Schutzhaus 'Schäfhütte'

Mitte Juni (13. bis 15.) Hochwasserkatastrophe im Außerfern und am Lech, welche ein Todesopfer (in Holzgau wird eine Frau vom Höhenbach mitgerissen und ertrinkt) fordert. Auch im Tannheimer Tal gibt es große Schäden in den Dörfern und auf den Feldern. Die Straßenverbindung ist großteils unterbrochen und nur mit Mühe kann der Damm der Vils gehalten werden. Im Ehrwalder Becken sind große Teile der Straßen überflutet. Als Folge gibt es häufig Missernten bei den Kartoffeln, was den Kartoffelpreis in die Höhe treibt. Dort wo die Verheerungen am größten sind wird das Militär zur Beseitigung der Schäden hinzu gerufen

Bei Pinswang wird der aus Eisenschienen gefertigte Steg von den Lechfluten fortgerissen

Erdbeben in Bichlbach (5.0)

Der Reichsstraßenbau im Bereich von Ehrwald kommt lediglich langsam voran. Die geplanten Vorarbeiten zum Bau der neuen Trasse der Mittenwaldbahn geraten dadurch ebenfalls ins Stocken

Die Stuttgarter Hütte (AV Sektion Schwaben) wird am 1. August feierlich eröffnet

Am 9. August zieht abends ein Gewitter über dem Reuttener Talkessel auf. In Wängle brennt nach einem Blitzschlag ein bäuerliches Anwesen komplett ab, wobei sämtliches Mobiliar und eine Kuh ein Raub der Flammen werden

Die Ortsgruppe München des Touristenvereines "Die Naturfreunde" erwirbt im August die Musauer Alm

In den Sommermonaten wird der schon seit Jahrzehnten und Jahrhunderten eingestellte Bergbau im Teges- und Gafleintal durch eine deutsche Bergwerks-Gesellschaft wieder aufgenommen

Das Edelweiß wird unter Schutz gestellt

Im November bewilligt der Verkehrsausschuss einen Teil der Geldmittel für die Ausbesserungs- und Instandsetzungsarbeiten an der Lechtaler Konkurrenzstraße

Am 19. Dezember tagt eine Notstandskommission im Lechtal, mit dem Ziel die wirtschaftlichen Verhältnisse im Bezirk etwas zu heben. Vor allem die Landwirtschaft und und der Handel mit Vieh war einer der drängendsten Punkte. Weiters wurde verlangt: Unterstützung bei der Eigenproduktion von Nahrungsmitteln, bei der Alpwirtschaft, eine Erleichterung der Militärpflicht zum Erhalt der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, Bekämpfung der Landflucht, Unterstützung bei der Lechregulierung, Verstaatlichung der Lechtalerstraße, Straßenverbesserungen speziell in den Seitentälern



1917keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
wehrmann-wappensäule nagelsäule reutte weltkrieg
die Wehrmann-Wappensäule (Nagelsäule)
in Reutte
Die zu Reutte gehörende Hirschfängalpe wird durch eine Lawine zerstört

Im Mai spricht der Füssener Bürgermeister beim Staatsministerium in München vor. Er will den Anschluss des Außerferns an den Bezirk Füssen in die Wege leiten, erhält jedoch eine Absage

Im August kommen erste Beschwerden über das Strecken der jeweiligen Mehlrationen auf. Meist lässt der Dorfvorsteher selbst diese Streckungen durchführen. Generell ist die Not in den Haushalten groß und so herrscht der Hunger in den kriegsgebeutelten Gemeinden. Von Seite der Bezirkshauptmannschaft wird eine Weisung bezüglich der richtigen Verteilung von Lebensmitteln heraus gegeben. Kinder, Alte, Schwangere und Stillende werden dabei bevorzugt behandelt

In Oberpinswang fällt das Haus des Greatler (Hausname) den Flammen zum Opfer

Am 26. August wird die Wehrmann-Wappensäule - auch als Nagelsäule bekannt - in Reutte feierlich eingeweiht. Jeder eingeschlagene Nagel verpflichtet dazu, eine Spende an die Notleidenden des Kriegs abzugeben

Die Versorgung mit Milch, Butter und Fett bricht ein, der Hunger wird immer drückender

Am Freitag, dem 21. September steigen um 8 Uhr früh über Kög bei Reutte Rauchsäulen in den Himmel. Die Alarmierung der Feuerwehr und der Bevölkerung funktioniert jedoch nicht wie gewohnt, da die Kirchenglocken für Kriegszwecke eingezogen wurden.
Als die Flammen schon weithin sichtbar waren, rückte auch endlich die Feuerwehr am Brandplatz an. Das Doppelhaus des Jakob Jäger und des Friedrich Schennach brannte zu diesem Zeitpunkt schon lichterloh, jedoch konnte die Wehr nun das Feuer auf dieses Gebäude beschränken



1928keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 15. Februar entstand um 18 Uhr abends durch Kurzschluss im Südflügel der Fabriksanlage der Tiroler Oelwerke GmbH in Reutte ein Brand. Der Südflügel ist dadurch ausgebrannt, die Feuerwehren können aber ein Übergreifen auf die anderen Trakte verhindern

Am 8. März ereignet sich in Bichlbach eine Brandkatastrophe, welcher mehrere Gebäude zum Opfer fallen

In Biberwier legt am 15. April ein junger Mann aus Rache ein Feuer an einer Holzlege. Die Flammen greifen rasch um sich und zerstören den halben Ort

Ein schwerer Sturm fegt am 29. April über das Obere Lechtal hinweg, entwurzelt zahlreiche Bäume und beschädigit einige Dächer von Stadeln und Häusern

lechtalhaus klause bach stockach sulztal
das Lechtalhaus bei Stockach

unwetter schäden mühl metallwerk plansee
schwere Wetterschäden in Mühl bei Reutte
Bei Stockach wird zu Pfingsten das Naturfreundehaus "Klause" am Ausgang des Sulztals feierlich eingeweiht

Schwere Unwetter führen vom 15. bis zum 18. Juli in den Aschauer Bergen zu Murabgängen, welche große Mengen Schlamm und Geschiebe über die Wängler Felder verteilen. Der Leinbach kann nur mit Mühe am Austritt gehindert werden

In Unterpinswang brennt das Anwesen des Martin Immler bis auf die Grundmauern ab

Anfang August gehen Wilderer im Bereich des Oberen Lechtals um. Der Jagdherr will diese stellen, woraufhin ein Schusswechsel passiert und einer der beiden Wilddiebe offenbar getroffen wird. Am Tag darauf werden die beiden Wilderer im Bockbachtal durch die Gendarmerie angehalten und verhaftet

Das ehemalige Bad Kreckelmoos wird formell in ein Allgemeines Krankenhaus umgewandelt

Am 12. November wird in Tannheim die neue Sennerei eröffnet



1933keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Tausend-Mark-Sperre des Hitler-Regimes bringt den gerade erst aufblühenden Fremdenverkehr gänzlich zum Erliegen

Anfang Juni formieren sich erste Heimatwehrortsgruppen in den Außerferner Gemeinden

Zwischen Lechaschau und Pinswang ist der Freiwillige Arbeitsdienst mit der Regulierung des Lechs beschäftigt

Im Bereich von Pinswang, Vils und im mittleren Tannheimer Tal wird ein Schädlingsbefall durch die sogenannte Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa), im Volksmund als Schmotzgrille benannt, verzeichnet. Weite Flächen der Felder sterben hierbei ab, da die Engerlinge der Grillen sämtliche Wurzeln abfressen. Vor allem die angebauten Kartoffeln werden von den Tieren vollständig vernichtet

Am Beginn des November gibt es mehrere Verhaftungen von Nationalsozialisten im Bezirk

Am 8. November ereignet sich ein relativ starkes Erdbeben mit dem Epizentrum im Raum Namlos. In Namlos selbst, bei Vorderhornbach und in Reutte werden zahlreiche Schäden gemeldet

Ende November wird in Fachkreisen die Wiederansiedlung von Steinböcken im Außerfern diskutiert



1936keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 25. Februar geht zwischen Steeg und Warth ein Felssturz mit rund 8000 Kubikmetern an Masse auf die Straße nieder. Die Strecke wird dabei auf etwa 90 Metern Länge verlegt

Ein Erdbeben erschüttert am 22. April das Außerfern, es werden leichte Schäden an Häusern und Wohnungen gemeldet

Am 1. September erfolgt die Aufhebung der 1000-Mark-Sperre, zu einer Belebung des Fremdenverkehrs führt diese Maßnahme zu jenem Zeitpunkt jedoch noch nicht

Der amtierende Landeshauptmann von Tirol, Josef Schumacher, besichtigt am 18. November das Metallwerk Plansee und das Werk Titanit



1951keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Bei einem Lawinenabgang bei Häselgehr werden am 21. Jänner 13 Hektar Wald vernichtet. Das Dorf selbst entging nur knapp einer Katastrophe, lediglich ein Haus wurde durch den enormen Luftdruck abgedeckt

Der zur Gemeinde Pfafflar gehörige Weiler Sack bei Bschlabs wird mittels eines Dammes gegen Lawinen gesichert

Über Reutte wütet am 1. August für etwa 20 Minuten ein schweres Gewitter mit bis zu 8 cm starken Hagelkörnern und richtet dabei erhebliche Schäden an Gebäuden und den Gärten an

In Bschlabs findet am 5. August das Musik- und Volksfest statt

In Pflach besteht die Gießerei- und Maschinenbaufirma Richard Sigl

Am Kniepass, zwischen Pflach und Oberpinswang, wird mit dem Bau des Kraftwerk Kniepass begonnen. Die Fertigstellung der Anlage wird bis 1953 andauern



1955keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 1. Juli kommt im Bereich der Pimigalpe bei Steeg der 12-jährige Hirte Heinrich Moosbrugger durch Steinschlag ums Leben

Schwere Gewitter mit Hagelschlag führten am 3. Juli in Vils zu zahlreichen Schäden in Gärten und an Gebäuden

Beim Absturz eines Traktors vom Häselgöhrweg bei Lermoos kommt der 59jährige Josef Sonnweber aus Ehrwald ums Leben. Ein Traktor war auf Grund ungenügender Bremswirkung zu schnell geworden, wobei der Lenker noch versuchte das Gefährt hangseitig an den Felsen abzubremsen. Der schwerbeladene Hänger schob jedoch die Zugmaschine über die Böschung hinaus, wodurch diese mitsamt dem Hänger etwa 70 Meter in die Tiefe stürzte. Auf dem Hänger fuhren drei Wegmacher mit. Zwei der Arbeiter und der Lenker konnten sich in letzter Sekunde noch durch einen Sprung von dem Gefährt retten, dem dritten Wegarbeiter gelang dies jedoch nicht mehr

Eine Feuersbrunst zerstört das Anwesen des Alois Zotz in Oberpinswang



1992keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ab dem 1. Mai des Jahres tritt jene Verordnung in Kraft, welche das Fahrverbot auf der Vilsalpseestraße regelt

Als erste Gemeinde im Außerfern wird in Tannheim unter der Führung der Gesellschaft "Parkgemeinschaft Tannheim" eine Parkraumbewirtschaftung eingeführt. Bereits im selben Jahr wurden dafür insgesamt sieben Parkautomaten in Betrieb genommen

Am 26. Dezember zerstört ein Großbrand in Unterpinswang das Anwesen des Ludwig Heim, wobei ein Kind in einer Mietwohnung ums Leben kommt