Die Zeitleiste - Außerferner Chronik


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325keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Vermuteter Beginn des Baues des römischen Kastells Foetibus auf dem heute als Schlossberg bekannten Höhenzug in Füssen



748keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Gründung von Missionszellen bei Waltenhofen (Schwangau) und Füssen



750keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Maginold (Magnus, St. Mang) wirkt als Missionar im Gebiet von Füssen (fauces) und auch im Bereich des Außerferns



772keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Angenommenes Todesjahr des heiligen Magnus von Füssen



811keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kaiser Karl der Große unterstellt das damalige Außerfern dem Bistum Füssen und damit auch dem fränkischen Keltensteingau (Keltinstein, Geltinsteingowe), dass in etwa das heutige Ostallgäu umfasste und weit in das Tiroler Lechtal hineinreichte

Vermutlich umfasste das Gebiet das Areal bis nach Vorderhornbach und beinhaltete darüber hinaus auch das Tannheimer Tal in Form eines Jagdgebietes



840keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kaiser Lothar I. gewährt den Venezianern das Privileg, auf dem Fluss Po Handel zu treiben. Daraufhin erfuhren auch die alten Handelsrouten über die Alpen durch die Warentransporte eine Belebung

Gründung des Benediktinerklosters St. Mang in Füssen und Heiligsprechung des Magnus



992keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Welfe Rudolf übergibt einen Stahlzins aus seinen Bergwerken bei Füssen an das Kloster St. Gallen



1000keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Gebiet das heute jenem des Außerferns entspricht wird in einer Urkunde als "Silva inter Oenem et Licum" genannt. Was übersetzt so viel bedeutet wie "Wald zwischen Inn und Lech"

Die Welfen besitzen mehrere Höfe in Pinswang, Breitenwang und im Bereich Zwischentoren bis an die Wasserscheide bei Bichlbach/Lähn. Links des Lech wurden sie vom Füssener Kloster St. Magnus in der Aschau und Vils als Vögte eingesetzt



1020keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Larinmoos wird erstmals urkundlich erwähnt. Allerdings nicht als Siedlung, sondern als Grenzgebiet. Das Gebiet um Lermoos befand sich damals im Besitz der Stifte Füssen, Steingaden und der Herrn von Schwangau

Im selben Zeitraum wird beispielsweise im schweizerischen Aargau auch die Stammburg der Habsburger errichtet - die Hab(icht)sburg



1218keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
König Friedrich II. bestätigt dem Kloster St. Magnus in Füssen die vollumfängliche Rechtsobrigkeit in der Aschau, welche vom Hof Musau bis zum Hornbach reicht



1227keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Von kirchlicher Seite wird das im Volk noch immer auftretende Heidentum gerügt, wie etwa das Anbeten von Baumgeistern oder Quellen

Am 10. Oktober verbrieft König Heinrich VII. dem Kloster zu Füssen das Recht, "in bürgerlichen Sachen und bei leichteren Freveln der Bauern und Hörigen des Klosters selbständig zu richten und zu strafen". Nur bei schwerwiegenderen Vergehen solle der Probst von Schongau hinzugezogen werden



1230keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Füssener Kloster St. Mang erfährt eine umfangreiche bauliche Erweiterung



1236keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Den Füssener Bürgern wird die Einnahme des Zolls zugewiesen um den Bau einer Stadtmauer zu ermöglichen



1244keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bei Füssen wird erstmals urkundlich eine Lechbrücke erwähnt



1256keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
König Konrad IV. verpfändet die Vogtrechte über die Aschau an den Ritter Hermann von Sulzberg, der "das Kloster Füssen und dessen Angehörige in der Aschau hart bedrängte"



1265keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auf Schloss Loch wird ein Conradus de Foramine als Burgmann der Hohenegger genannt

Heinrich von Rettenberg verkauft Leibeigene zu Breitenwang, Roßhaupten und Waltenhofen am Lech an das Kloster Füssen



1266keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Meinhard II. hat als erster Tiroler Landesherr die Hoheit über Gebietschaften im heutigen Außerfern, welche sich wohl über die drei Ansiedlungen im Moos bei Ehrwald erstreckten. Das Gebiet ging aus dem vormaligen Besitz der Staufer (Stift Steingaden und der Herren von Schwangau) an den Tiroler über

Der Staufer Konradin tauscht die Herrschaft Füssen gegen Donauwörth ein. Die Vogtei vergibt er an Herzog Ludwig II. von Bayern, seinem Onkel und vormaligen Vormund



1269keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Vermutlicher Baubeginn des Hohen Schlosses in Füssen unter dem Herzog Ludwig II. von Bayern



1274keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Grafen von Tirol nehmen die Besitzungen des Klosters Füssen in der Aschau unter ihre Gewalt

Kälte bis weit in die Sommermonate hinein



1285keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Füssen erhält eine Stadtmauer

Verhältnismäßig warmer und feuchter Winter



1286keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Meinhard II., Graf von Tirol und Görz, wird von König Rudolf I. zum Reichsfürsten erhoben

Namlos wird erstmalig in einer Urkunde erwähnt

Vermutliche Erhebung Füssens zur Stadt



1290keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Vermutlicher Ausbau der Wege von Italien über das Vinschgau, dem Reschen- und dem Fernpass nach Füssen und weiter an die Donau



1294keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Forchach gelangt aus dem Besitz des schwäbischen Ritters Konrad von Weizern an das Stift St. Magnus in Füssen



1317keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Fertigstellung der Talsperre Ehrenberg wird urkundlich erwähnt

Das Hohe Schloss bei Füssen wird fertiggestellt

Die Hungersnot hält nach einem langen und kalten Winter mit viel Schnee weiterhin an



1322keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Sitz des Pflegamtes für den Raum Füssen wird von der Burg Hopfen auf das neu errichtete Hohe Schloss verlegt



1330keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ausbau der inneren Stadtmauer in Füssen

Am 28. April wird das Kloster Ettal im Graswangtal durch Kaiser Ludwig dem Bayern gegründet



1333keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Kloster St. Magnus in Füssen erwirbt das Gebiet des heutigen Vorder- sowie Hinterhornbach und gibt es zur Rodung frei



1338keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Füssener Stadtmauer wird umfangreichen Sanierungsarbeiten unterzogen

Ein Heuschreckeneinfall zieht über Österreich, Tschechien und Bayern hinweg und sorgt für erhebliche Schäden und Ernteausfälle



1375keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Alten Akten zufolge dürfte der erste Kirchen- oder Kapellenbau in Vils (heutige St. Anna Kirche) auf das Jahr 1375 zurückgehen. Errichtet als Filiale des St. Mang-Gotteshauses zu Füssen



1381keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Ostallgäu kommt es zu Gefechten zwischen der Rittergesellschaft derer vom Löwen und dem schwäbischen Städtebund. Bei Angriffen des Städtebundes wurden Gebiete des augsburgischen Bischofs verwüstet. Der ließ wiederum die Kaufmannsgüter, welche von Venedig kamen, durch seine Ritter von Schwangau, Freiberg, Hohenegg und Mosau bei Füssen den Besitzern wegnehmen



1394keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Pfarrei Lechtal (Elbigenalp) wird dem Kloster Füssen einverleibt



1395keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Vils wird von der Mutterkirche Füssen abgetrennt und zur selbständigen Pfarre erhoben

Tirol und Vorarlberg; Johann Jakob Staffler (1841)
"...in kirchlicher Beziehung wurde Vils von der Stiftpfarre in Füssen besorgt. Diese Stadt hatte nur eine Filial-Kirche ohne Taufstein und ohne Begräbnißstätte. Andreas Edler von Hohenegg zu Vilsegg und seine Gemahlin, Margarethe geborne von Freiberg zu Eisenberg, stifteten die Pfarre. Sie übergaben zu diesem Zwecke den 2. Hornung 1395 dem St. Magnus-Stifte in Füssen fünf dienst- und vogtfreie Höfe unter der Bedingniß, daß der Stiftspfarrer den bis dahin in Vils bezogenen Groß- und Kleinzehent künftig dem Pfarrer von Vils abtrete..."



1396keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auf Grund der Feuergefahr wird in Füssen ein Verbot des Brotbackens innerhalb der Wohnhäuser ausgesprochen



1397keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Als das Füssener Kloster mit Genehmigung des Herzogs Leopold von Österreich den Leuten von Füssen und der Aschau einen hohen Steuersatz aufbürden will, kommt es zum Eklat. Unter dem Pfleger von Ehrenberg, Tölzer von Schellenberg, greifen die Bürger das herzogliche Heer an. Es folgen blutige Gefechte, doch letztlich erringen sie einen Sieg und Herzog Leopold setzt die Steuerlast auf die Hälfte des zu Beginn geforderten Betrags fest



1401keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Ober- und Unterlechtal wird kirchlich voneinander getrennt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte lediglich ein vom Kloster Füssen abgestellter Pfarrer in Elbigenalp die ganze Talschaft zu betreuen

Die neue Pfarre Holzgau wird gegründet



1405keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Aufgrund eines Streites über das Recht auf einen Viehtrieb entbrennt ein Streit zwischen Füssen und Vils. Daraufhin besetzen die Füssener die Stadt Vils und plündern diese. Erst durch das vermittelnde Einwirken des Peter von Hohenegg, dem Herrn von Vils, glätten sich die Wogen

Die schweizerischen Appenzeller überschreiten im Zuge ihres Freiheitskrieges gegen die Habsburger den Rhein und verbünden sich mit einer Vielzahl von Städten im vorarlbergischen Rheintal zum sogenannten "Bund ob dem See". Als Dank für seine Unterstützung erhält Graf Wilhelm von Montfort-Bregenz den Bregenzerwald



1449keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 12. Februar heiratet Sigmund (Siegmund), Erzherzog von Österreich und Regent von Tirol, seine erste Gemahlin Eleonore von Schottland

Die Stadt Füssen wird angewiesen einen Weg nach Pinswang zu bauen. Für die Nutzung dieses Abschnittes soll die Stadt dann eine Nutzungsgebühr einheben dürfen. Der Tiroler Landesfürst Sigmund der Münzreiche lässt hingegen die Straße von Pinswang über den Kniepass erneuern

Kaufleute aus Augsburg und Nürnberg legen Beschwerde gegen die Zollstelle zwischen Musau und Vils ein, welche von den Herren von Hohenegg dort betrieben wird



1454keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Kloster Füssen versucht sich vom Bistum Augsburg zu trennen und unter den Schirm des Herzogs Sigmund von Österreich-Tirol zu stellen. Dieses Vorhaben wird jedoch durch Bischof Peter von Augsburg vereitelt



1459keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Kloster zu Füssen erwirbt Grundzinse in Lermoos und Biberwier



1461keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Unter dem Abt Johann VI. von Füssen wird für das Niedergericht Aschau ein sogenanntes Bauding verfasst. Es ist dies eine Art Zusammenstellung aller Freiheiten und Rechte, aber auch der jeweiligen Pflichten



1464keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Die Reuttener bauen eine Brücke über den Lech und eröffnen eine Zollstelle

Tannheim wird Sitz eines Niedergerichtes



1465keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Kirchen Aschau, Breitenwang und Bichlbach werden dem Kloster in Füssen einverleibt

Große Kälte im Winter, am Bodensee tritt die Seegfrörne ein



1470keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Füssen erhält das Recht einen eigenen Durchgangszoll einzuheben

Ein harter und kalter Winter (Seegfrörne am Bodensee)



1487keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Erzherzog Sigmund erklärt den Venezianern den Krieg und lässt sofort alle in seinen Ländereien befindlichen Kaufleute überfallen und ausrauben. Schon kurze Zeit später beanspruchten auch die Ritter Kaspar von Laubenberg, Stephan von Schwangau, Hans von Freiberg und die von Hohenegg dieselbe Methode für sich und beraubten durchfahrende Händler ihrer Waren bei Füssen. Die geraubten Gegenstände verbrachten sie anschließend auf Eisenberg, Schwangau, Wagegg und in das Städtchen Vils

In Vils wird ein Spital (Seelhaus) errichtet. Die nötigen finanziellen Mittel werden vom Vilser Pfleger Hans Springer gestiftet



1488keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Sigmund erlässt auf Georg Gossembrots Betreiben die Anweisung, die Handelswaren für Augsburg künftig anstatt über den Zirler Berg über die Ehrenberger Klause zu transportieren

Im Gebiet von Pinswang kommt es zu einem Grenzstreit zwischen Füssen und Tirol

Reutte erhält das Recht einen Wochen- und zwei Jahrmärkte abzuhalten

Ein strenger Winter lässt die Iller als auch den Lech zugefrieren



1499keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Füssener Stadtmauer wird größer dimensioniert und neu errichtet

Nach einem Angriff von Tirolern auf das Münstertal in Graubünden kommt es zum sogenannten Schwabenkrieg, in welchem sich die Schweizer Eidgenossen gegen den Schwäbischen Bund und das Haus Habsburg stellen. Auch der Ehrenberger Pfleger, Jörg Gossembrot, erhebt sich gegen die Eidgenossen. Auf seiner eigenen Burg Ehrenberg kann er (nicht gesicherten Aussagen zu Folge) eine Meuterei jedoch nur knapp verhindern



1502keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Überlieferung nach wird der Ehrenberger Pfleger Jörg Gossenbrot Mitte Juni von seinen Feinden mittels einer Blutwurst vergiftet und stirbt

Im Kloster in Füssen entsteht eine Druckerei



1520keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Lermoos erhält ein Warenlager, auch Ballhaus (Pallhaus) genannt

In den Auen nördlich des Stieglberges bei Pinswang wurde ein Mord verübt, welcher eine genaue Grenzbeschreibung nach sich zog um zu klären, wer hier Recht zu sprechen hatte

Zwischen den Füssenern und den Leuten von Musau kommt es zu einem Vergleich, welcher die Anlage eines etwa ein Meter breiten Steiges für das Vieh von Füssen über die Achsel bis hinauf zur Füssener Alpe im Reintal zur Folge hat



1525keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Bauernaufstand bzw. Bauernkrieg wütet vorwiegend im nordwestlich gelegenen Allgäu am Lauf der Iller bis an die Donau. Aber auch das östliche Allgäu mit Schongau, Steingaden und Füssen sind davon betroffen

Vils und Pinswang werden aufgrund ihrer Grenzlage in den Bauernaufstand verstrickt

Am 31. März wird eilends Kriegsgerät auf Ehrenberg geschafft und die Burg kriegsbereit gemacht. Unter dem Hauptmann Nikolaus Jurischitz trifft am 6. April ein Corps bestehend aus 100 Mann der Reiterei auf der Festung Ehrenberg ein. Am 18. April vertreibt diese Truppe des Tiroler Landesfürsten dann die Aufständischen von der Lechbrücke bei Pinswang hinaus nach Vils. Füssen wird, um die Gefahr weiterhin kontrollieren zu können und den Sonthofener Walther Bach und seinen Haufen fern zu halten, von den Tirolern besetzt. Allerdings bieten die Österreicher nur in dem Fall Hilfe an, wenn die Füssener im Gegenzug mitsamt ihrer Stadt künftig unter die Schirmherrschaft des Erzherzogs Ferdinand sich stellen würden. Zunächst lehnt der Füssener Rat ab, muss sich dann aber, als der Haufen unter Bach immer näher rückt, dem österreichischen Hauptmann Nikolaus von Jurischitz beugen.

Trotzdem versammeln sich auch im Hinterland im Reuttener Becken am 27. Mai die Bauern des Gerichts Ehrenberg, und sie wollten dem Landesfürsten die Treue nur dann schwören, wenn er im Gegenzug den verhassten, zu der Zeit amtierenden Ehrenberger Pfleger Don Gabriel Salamanca aus seinem Dienst entlässt. Der Landesherr willigt ein und verspricht einen Tiroler als künftigen Pfleger einzusetzen

Im Allgäu werden derweil durch die Bauern die Burgen Wolkenberg und Liebenthann, sowie weiter südlich die Nesselburg abgebrannt

Als am 9. April sich die Aufständischen um die Stadt Füssen versammeln um diese einzunehmen, fordert der österreichische Hauptmann sie auf, die nunmehr österreichische Stadt in Ruhe zu lassen

Am 5. Mai standen einige Heerhaufen bei Marktoberdorf, Roßhaupten, Seeg, Pfronten und Nesselwang. Die Burg Eisenberg wurde dabei von diesen eingenommen und geplündert

Um die Streitigkeiten zu beschließen fanden sich am 10. Mai Abgesandte aller Parteien in Füssen ein. Die Hoffnung des Adels, dass die Bauern den Weingartner Vertrag annehmen würden zerschlug sich. So verlasen die Allgäuer ihre Beschwerden und forderten das 'göttliche Recht' in Zwölf Artikeln

Am 12. Mai verheerten sie das Kloster Steingaden. Von der Füssener Besatzung durch Tiroler Knechte - zumeist Erzknappen aus Schwaz - liefen jedoch immer wieder ganze Gruppen zu den Allgäuern über und nur mit Mühe konnte Hauptmann Jurisitsch die Übrigen zum Bleiben überreden

Nur mit Mühe konnte unter den gegnerischen Parteien ein vertragliches Werk zustande gebracht werden, welches beiden Seiten als annehmbar erschien. Letztlich erwies sich dieser Vertrag jedenfalls als nichtig

Bald versammelten sich auch im Hinterland im Reuttener Becken am 27. Mai die Bauern des Gerichtes Ehrenberg, sie wollten dem Landesfürsten die Treue nur dann schwören, wenn er im Gegenzug den verhassten, zu der Zeit amtierenden Ehrenberger Pfleger Salamanca aus seinem Dienst entlässt. Der Landesherr willigte ein und versprach einen Tiroler als künftigen Pfleger einzusetzen

Anfang Juli tobte im benachbarten Allgäu der Kampf der Allgäuer Bauern gegen den Schwäbischen Bund. Namentlich an der Leubas nahe Kempten sollte die Entscheidungsschlacht stattfinden, doch machte die prekäre Versorgungslage und die fehlende militärische Ausbildung der Bauern dem Vorhaben bald ein Ende. Sie flohen zurück in ihre Heimat, oder aber ins Gebirge nach dem nahen Tirol und teils sogar in die Schweiz

Am 25. Juli ritt eine Abteilung des Schwäbischen Bundes vor Füssen um über die Rückgabe der Stadt zu verhandeln. Die Besatzer ließen sich die Straffreiheit der Füssener Bürger schriftlich beurkunden und forderten die Unkosten für die Zeit der Versicherung der Stadt ein



1540keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Die Salzstraße wird im Bereich des Gaichtpass ausgebaut

Im Frühling und Sommer dieses Jahres soll es volle fünfzehn Wochen nicht geregnet haben. Generell gilt dieses Jahr nicht nur für das Außerfern als Dürrejahr



1546keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Schmalkalden fallen, nachdem sie am 10. Juli Füssen besetzt hatten, in das Außerfern ein und besetzen unter der Führung des Sebastian Schertlin von Burtenbach am 11. Juli die Festung Ehrenberg, welche zu diesem Zeitpunkt lediglich von 71 Mann bewacht wird

Ein Teil der Schmalkaldischen Streitmacht zieht weiter in Richtung Innsbruck, muss jedoch kehrt machen, da die Kaiserlichen Streitkräfte bereits Augsburg bedrohen. Die Besetzung Ehrenbergs blieb aber aufrecht

Auch der Ort Lermoos wird am 12. Juli für zwei Tage von der protestantischen Liga besetzt und zu großen Teilen verwüstet

Um den 21. Juli versammelt sich ein großer Heeresteil bei Heiterwang und vor Ehrenberg im Talkessel von Reutte. Eine weitere Abteilung macht offenbar einen Ausfall in das Lechtal hinein, wo sie den Talbewohnern etliche Stück Vieh wegnehmen

Ende Juli vereinigen sich schließlich die vermutlich über 30000 Mann zählenden protestantischen Truppen bei Donauwörth

Erst Ende August hatten sich endlich an die 11 Fähnlein (etwa 5000 Mann) aus dem Inn- und Wipptal gesammelt um gegen Ehrenberg vor zu rücken. Ein Teil wurde am Fernpass zurückgelassen, der Reste bewegte sich durch das Gebiet Zwischentoren vor und legte an allen Wegen entlang des Heiterwanger- und Plansees Verhaue und Wälle an

Ab dem 29. August begannen die Weg- und Wallbauten durch die Schanzbauer an der sogenannten Kanzroate. Am 4. September hatten sich die kaiserliche Truppen am gegenüberliegenden Falkenberg (dort wo sich heute das Fort Claudia befindet) postiert und nahmen die Burg Ehrenberg mit ihren 7 Geschützen bald unter heftigen Beschuss. Nach einem länger andauernden gegenseitigen Geschützfeuer hatten die Besatzer jedoch schließlich im Laufe des nächsten Tages das inzwischen sturmreif geschossene Gemäuer unbemerkt verlassen

Erste Fälle der Pest treten Mitte Oktober in den Orten Lermoos, Lähn und Wengle auf. An der Klause Ehrenberg wird eine "Sterbhut" postiert, die auf eine mögliche Einschleppung der Seuche achten muss



1549keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 13. August verhandeln der Fürstbischof von Augsburg und die Herren von Hohenegg über die Zuständigkeit des Hochgerichts und das Jagen in der Musau.
Aller bischöflicher Besitz soll vermarkt und beschrieben werden. Strafangelegenheiten werden vom Pfleger von Füssen behandelt. Auf allen nicht dem Bistum Augsburg zugehörigen Gütern, werden von den Hoheneggern gerichtet.
Die Hohe Jagd teilen sich die Hohenegger und der Fürstbischof, das kleine Weidwerk bleibt den Hoheneggern vorbehalten

In Pinswang wird ein neues Zollhaus errichtet



1552keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
In einem Schreiben vom 1. März ordnet der Bruder des Kaisers Karl, Erzherzog Ferdinand von Österreich, an, mit den Sicherungsarbeiten an den Sperrfesten, Schlössern und Pässen Tirols zu beginnen

Am 6. April kommt Kaiser Karl V. in das Außerfern. Als er aber erfährt, dass Kurfürst Moritz von Sachsen als Anführer einer protestantischen Streitmacht gegen Ehrenberg vorrückt, kehrt er sofort nach Innsbruck zurück

Moritz von Sachsen besetzt ein weiteres Mal Füssen und schlägt sich bei der Wehranlage am Kniepass durch. Die nun ungeschützte kaiserliche Hauptstreitmacht im Kessel von Reutte wird frontal angegriffen und erleidet eine verheerende Niederlage.
Zeitgenössischen Angaben zufolge dürfte es bei diesem Angriff etwa 1200 Tote und über 5000 Gefangene gegeben haben

Ein einheimischer Verräter führt einen Teil der Truppen des Moritz von Sachsen hinter die Ehrenberger Klause. Durch einen Überraschungsangriff von beiden Seiten wird die Klause schnell von feindlichen Einheiten eingenommen

Moritz von Sachsen zieht nach Innsbruck weiter um dort den Kaiser gefangen zu nehmen, der ist zu diesem Zeitpunkt allerdings schon über den Brenner geflohen. Daraufhin ziehen Moritz' Truppen - vermutlich da sie ihr Primärziel nicht erreicht haben - mordend und brandschatzen durch die Täler, verwüsten Kirchen (Breitenwang) und hinterlassen ein Bild des Grauens in einer ohnehin schon entbehrungsreichen Zeit. Viele der verängstigten Anwohner sind vor der Gefahr in die Wälder geflüchtet und dabei zum Teil gar verhungert. Alle Orte entlang der Fernpassstrecke werden dabei zum größten Teil zerstört

Die Tiroler versuchen die Stadt Füssen im Tauschweg vom Hochstift Augsburg zu erhalten um dort eine Grenzfestung für 3000 Mann auszubauen, als Sperrfestung direkt am Eingang in die Alpen

Graf Hug von Montfort zieht am 4. August mit 30 Fähnlein Fußvolk (etwa 10000 bis 12000 Mann) von Kempten kommend über Nesselwang durch Reutte und weiter nach Innsbruck



1557keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auf der Strecke zwischen Füssen und Reutte kommt es zu Wegbauarbeiten



1583keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In einem Vergleich vom 29. September zwischen der Stadt Füssen und dem Markt Reutte wird festgelegt, dass künftig die Reuttener für den Straßenerhalt ab Pinswang (Stocka; südöstlich des Gutshofes Schluxen) verantwortlich sind



1588keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Flurstreit zwischen Reutte und Pflach wegen dem Dürrenberg

Erzherzog Ferdinand II. schließt mit dem Abt des Klosters St. Mang zu Füssen einen Vertrag. Mit einer Ablöse von 60 Gulden kauft er ein dem Kloster St. Mang zinspflichtiges Gut, den "Döttels Hof", frei



1602keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Maximilian III. ist nun neuer Herrscher über das Außerfern. Er kauft das Gericht Aschau (vormals zum Stift Sankt Magnus in Füssen gehörend) hinzu und treibt den Bau der Festungsanlage Ehrenberg maßgeblich voran

Im Zuge des Rauschhandels kommt es immer wieder auch zu Streitigkeiten mit den Konkurrenten wie etwa den Tiroler Oberländern. Die Not und die Hoffnung auf schnellen Gewinn verleiten zahlreiche Rauschhändler zu gesetzeswidrigen Handlungen



1609keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am Steineberg bei Pflach wird eine Pfisterei (Bäckerei) eingerichtet, welche neben den Schmelzhütten auch den Markt in Reutte beliefert

In den Breitenwanger Feldern werden Fischweiher angelegt

In Reutte werden am sogenannten Pfannenbichl zwei Weiher eingelassen

Das Füssener Kloster St. Magnus veräußert all seine Besitztümer im Außerfern an Tirol, wodurch auch das Niedergericht Aschau dem Gerichtsbezirk Ehrenberg einverleibt wird

Zwischen den Tiroler Landesherren und den Herren von Schwangau kommt es zu einem ersten Entwurf eines Grenzvertrages über das Gebiet der Ammergauer Alpen



1610keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Stift Stams gibt sowohl die Bauern, als auch die Höfe von Hinterhornbach frei, um die armen Leute von der Verpflichtung der Getreidelieferung zu entbinden

Die Leute des Gerichts Aschau verkaufen den Radsperrwald der Stadt Füssen



1615keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Füssen versucht man mittels Prozessionsgängen eine grassierende Viehseuche abzuwehren - dem Schrifttum zufolge mit Erfolg

Im Ammerwald wird eine Almhütte erbaut



1619keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine kaiserliche Streitmacht von 12000 Mann zieht in Verbindung mit dem Dreißigjährigen Krieg über Reutte nach Füssen

Stilllegung des Bergwerks bei Pflach



1630keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Tiroler Landesfürst Erzherzog Leopold V. verhandelt mit dem kaiserlichen Feldherrn Wallenstein in Reutte. Kurz darauf besucht auch ein Abgesandter des dänischen Königs, Kronprinz Christian, den Außerferner Ort

Wiederholt kommt es zu Überschwemmungen und Hochwasser in Füssen am Lech



1632keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Zwei Fähnlein Tiroler (etwa 800 Mann) ziehen im Einverständnis mit dem bischöflichen Pfleger Achatius von Laiming am 14. Mai zur Sicherung der Stadt in Füssen ein

Von Schwaz treffen am 14. Juni die Bergknappen und 12000 Mann der Tiroler bei Ehrenberg ein

Am 25. Juni fallen die Schweden über Füssen ins Außerfern ein. Vils wird verwüstet, schwedische Einheiten rücken bis Roßschläg vor

Am 8. Juli überfällt eine schwedische Reitertruppe das Tannheimer Tal. Ehrenberger Soldaten können die Schweden jedoch zurückdrängen

Dreieinhalb Tage lang nimmt Erzherzog Leopold die besetzte Stadt Füssen unter Beschuss, bis die Stadt großteils sturmreif geschossen wieder in die Hände der Tiroler fiel. Die Tiroler Truppen verhielten sich jedoch mehr als unrühmlich, als sie selbst anfingen die Stadt zu plündern ...[mehr dazu]

Am 22. Juli rückte Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar mit 6000 Mann abermals gegen Füssen vor und vertrieb den Großteil der Tiroler nach der Burg Ehrenberg. Mindestens 800 Mann aber wurden getötet oder gefangen genommen. Den Schwung des Angriffs mitnehmend, rücken sie an die Ehrenberger Vorwerke vor und zerstören diese, bis sie schließlich im Talkessel von Reutte eintreffen

Erzherzog Leopold V. hält bis zum 27. Juli auf der Festung Ehrenberg mehreren Angriffen der Schweden unter Bernhard von Sachsen-Weimar stand. Zur selben Zeit entsandten die Angreifer jedoch mehrere Stoßtrupps in das Lechtal hinauf um über Pfafflar in das Obere Inntal vorzudringen, die Lechtaler können den Vormarsch jedoch vereiteln

Nochmals greifen die Schweden am 29. Juli die Truppen von Leopold V. an, plündern den Markt Reutte um zwei Tage später wieder ab zu ziehen

Auch am Stiglberg (Stieglerberg) bei Pinswang kommt es zu Kampfhandlungen. Das Sperrwerk und die Verschanzungen werden am 29. Juli durch den Feind niedergebrannt

Zu allem Übel rafft auch die Pest viele aus der Bevölkerung dahin



1646keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Je Salzfass wird 1 Kreuzer Weggeld verlangt

Über den Roten Lech wird eine Brücke gebaut

In Häselgehr wird eine neue Brücke über den Otterbach gebaut

Die Lechschanze am linksseitigen Lechufer wird erneuert, da der schwedische Marschall Wrangel in Bayern einfällt und die Stadt Füssen besetzt. Ein Übergriff auf Ehrenberg ist jedoch nicht überliefert



1691keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Leute von Musau werden aus ihrer Zugehörigkeit zum Hochstift Augsburg entlassen und an die Pflegschaft Vils übergeben

Bereits 1688 war es von Seite des Bäckerhandwerks zu einer Beschwerde gekommen, dass die Füssener ihr Brot widerrechtlich nach Reutte brächten, da dies ausnahmslos nur gestattet sein, wenn in Reutte Markt gehalten würde.
Im Dezember des Jahres ergeht eine weitere Beschwerde an den Pfleger von Ehrenberg. Der Kornmeister Hans Rohrmoser teilt mit, dass das Brot von Pfronten und Füssen in solcher Menge während der ganzen Woche hereingetragen wird, dass die Brotbank und die Bäcker in Reutte erledigt sind. Zur Rettung des Bäckerhandwerks sollte mittels Dekret der Brotträgern Einhalt geboten werden. Es soll denen von Nesselwang und Pfronten bei Strafe verboten werden, über Gacht, Roßschläg und den Kniepass Brot zu transportieren

Kaiser Leopold I. erlässt ein Privileg, welches die Wegeerhaltung zwischen Reutte und Pflach regelt



1724keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Wieder ruft der Brandalarm in Reutte zu einem Großbrand

Auf Island explodiert am 17. Mai erstmals der Vulkan Krafla, die Eruptionen werden sich noch bis 1729 fortsetzen

Am 22. Mai erregt eine totale Sonnenfinsternis die Gemüter

Nach zweijähriger Bauzeit wird die neu errichtete Pfarrkirche St. Nikolaus in Tannheim fertiggestellt. Damit hat Andreas Hafenegger aus Haldensee die - nach der Kirche in Neustift im Stubaital - zweitgrößte Landkirche der Diözese Innsbruck erschaffen

Ein Weidestreit bezüglich dem Salober wird Ende August per Dekret zwischen denen von Füssen und der Gemeinde Vils beigelegt



1736keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Bereich der Vilser Alpe wird von den Vilsern eine Brücke gebaut. Die Füssener verpflichten sich zum Erhalt der Brücke jährlich 20 Kreuzer beizusteuern, solange die Galtalpe im Besitz der Stadt Füssen ist



1745keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
An das Zollamt Fernstein wird ab Mitte März der Befehl erteilt, zur Erhaltung und Errichtung eines Nationalregiments in der Grafschaft Tirol auf alles Export- und Transitvieh einen Aufschlag von bis zu einem Gulden zu verlangen

Der Frieden von Füssen wird am 22. April in Füssen zwischen Bayern und Österreich geschlossen, damit endet der Kriegszustand zwischen beiden genannten Staaten und auch die für die Gegend so beschwerlichen Militär-Einquartierungen haben damit ein Ende



1768keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Im Gericht Ehrenberg grassiert eine Hornviehseuche



1774keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Stanzach werden die Kirche und 10 Häuser ein Raub der Flammen

Der Trierer Kurfürst Klemens Wenzeslaus von Sachsen ist im Juni im Hohen Schloss in Füssen zu Gast. Ein Ausflug nach Tirol führte ihn zum Kniepass, zur Ehrenberger Klause und nach Reutte selbst

Das traditionelle Nikolauslaufen wird verboten

Die Allgemeine Schulpflicht wird auf Erlass der Kaiserin Maria Theresia in Österreich eingeführt

Der Vulkan Vesuv bricht aus



1781keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
In Reutte wird der alte Salzstadel abgebrochen



1782keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kaiser Joseph II. lässt Ehrenberg auf. 1783 wird die Festung dann um 1700 Gulden versteigert. Auch sämtliche Vorwerke werden aufgelassen und gelangen zur Versteigerung

Am 7. Mai fährt Papst Pius VI. bei Schneegestöber in Reutte ein. Vom Balkon der späteren Bezirkshauptmannschaft erteilt er der Menge seinen Segen, um eine Viertelstunde später die Weiterfahrt anzutreten

Die neue Straße von Pinswang, am Lech entlang, bis nach Füssen wird gebaut. Bis dahin mussten Reisende stets den Weg von Pinswang aus über den Stieglberg nehmen.
Auch die erste "Bruder-Ulrich-Brücke", oder auch "Rote Brücke" genannt, entstand während dieser Bauphase

Eine Beschwerde Bayerns ergeht an Reutte, da es vermehrt zu Wilderei und Viehraub gekommen sein soll



1799keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine Lechtaler und eine Tannheimer Kompanie wird an die Grenze zu Engadin geschickt. Sie treffen dort auf Franzosen, es kommt zu Feuergefechten. Aus den Tiroler Reihen kommt niemand zu Schaden.
Es gibt jedoch einige Kriegsgefangene, welche später in ein italienisches Kriegsgefangenenlager gesteckt werden. Im Herbst sterben dort einige Schützen des Tiroler Schützenkorps, darunter auch zahlreiche junge Soldaten aus dem Außerfern

Im Hohen Schloss in Füssen wird ein Zentrallazarett der k.k. Armee eingerichtet. Wenig später bricht die Cholera aus und mehrere hundert Soldaten lassen dabei ihr Leben

In Pflach wird eine große Zahl russischer Soldaten einquartiert. Diese gebärden sich aber bald als sehr raue Gesellen. Man wirft ihnen hier, wie auch im benachbarten Allgäu häufig Diebstähle und zahlreiche Vergewaltigungen vor

Ein Verbot gegen Nachtschwärmerei wird ausgesprochen

Auf der Vilser Schanze kommt es zu einer Versteigerung



1800keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Anfang Mai zieht ein ganzer Flüchtlingsstrom über mehrere Tage und Nächte hindurch durch das Außerfern in das Innere Tirols

Mitte Mai geben die Österreicher ihre Stellungen in Memmingen und Kempten auf und ziehen sich bis nach Nesselwang und Füssen zurück. Inzwischen kommen aber immer mehr Truppen aus dem innertirolischen Raum mit Kanonen nach Reutte

Im Juli ziehen französische Truppen plündernd und brandschatzend durch Vils, Musau und Pinswang. Ein Waffenstillstandsvertrag teilt das Außerfern in Besatzungszonen auf.
Die linke Seite des Lech fällt an die Franzosen, die rechte Seite wird von den Österreichern besetzt.

Am 22. Juli stoßen französische Truppen bis Elbigenalp vor, das sie für die folgenden sieben Monate belagern. An allen Lechbrücken werden Wachhäuser errichtet. Der Lechtaler Chronist Anton Falger berichtet: "Im Allgemeinen hatte man wenige Klagen über die Franzosen, sie waren lustige Leute, entwendeten wenig; was sie von den Bauern bekamen, wollten sie zwar gut und reinlich, aber nicht viel; den schönen Mädchen waren sie nicht feind, wenn die Mädchen auch auf dem rechten Lechufer waren. Manchmal waren die "Wachen an den Lechbrücken ziemlich streng und wollten Niemand passiren lassen... So zogen denn die fröhlichen Republikaner am 24. Februar 1801 ab; singen, springen und fechten war ihnen am liebsten, einfach und leicht ihre Kleider, der Haarzopf ist mit ihnen verschwunden und als alte Dummheit belacht... Ehe die Franzosen kamen, sahen die Thalbewohner gar häufig Pütze (Geister) und dergleichen Erscheinungen, aber mit Ankunft derselben vergass man darauf; bei den fortwährenden 'Kriegen führte man andere Gespräche', man vergass die Gespenstergeschichten und der Aberglaube nahm ab"
Quelle: Anton Falger und das Lechthal (Christian Schneller; Ferdinandeums-Zeitschrift [1877])



1806keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Chronik berichtet von großen Schneemassen und zahlreichen Lawinenabgängen im Außerfern und vorrangig dem Lechtal

Das Gericht Aschau (Lechaschau, Wängle, Höfen, Weißenbach und Vorderhornbach) sowie auch das Gericht Vils wird durch die neue bayerische Regierung aufgelöst und dem Gericht Ehrenberg einverleibt

Kurz darauf wird Vils jedoch dem Gericht Füssen zuerkannt

Um den Verwaltungsapparat zu finanzieren, erhebt die bayerische Regierung bald neue Steuern. Die zeitgenössische Tiroler Währung, der Kreuzer, hat enorm an Wert verloren und damit verarmen sehr viele Tiroler oder gehen bankrott



1808keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Rodfuhrleute von Vils transportieren Mitte Januar auch militärisches Gerät von Vils über Reutte nach Lermoos

Den Vilser Bürgern wird durch das königlich bayerische Landesgubernium die zwischen Vils und Füssen gelegene Alpe Salober verkauft

Am Sintenbichl wird ein Gipsbruch genehmigt

Die Salzrodfuhren von Reutte werden nach langem Streit ordnungsgemäß zu knapp einem Drittel über Vils geleitet. Die Rodfuhren erfolgen dabei täglich, auch an Sonntagen. Es sind an einem Tag bis zu neun Rodfuhren unterwegs



1809keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ab Februar beginnt die bayerische Regierung damit junge Tiroler zu mustern. Sofort entwickelt sich Widerstand, da kein Tiroler unter napoleonischer Flagge in den Krieg ziehen will. Viele junge Burschen flüchten bald darauf in die Berge.
Schon im April formiert sich eine Gruppe Aufständischer und bald werden in den Bergen die ersten Feuer entzündet, welche zur Kommunikation über die Täler hinweg genutzt werden.

Am 13. April marschiert Andreas Hofer mit seinen Schützen in Innsbruck ein. In Reutte entbrennt ein Aufstand, woraufhin sämtliche bayerischen Beamten aus dem Amt gejagt werden. Die Schützen aus dem Außerfern gelangen schnell an den Vorwerken und Verschanzungen ein, unternehmen sogar Streifzüge bis fast hinaus nach Kempten um die Lage zu erkunden. In Vils sammelt sich eine große Anzahl an Tiroler Schützen, da sich die kleine Stadt inzwischen dem Aufstand angeschlossen hat. Die Tannheimer Schützen unternehmen auch Exkursionen in das Ostrachtal bis hin nach Sonthofen. Die Sonthofener und die Bürger von Immenstadt sympathisieren größtenteils mit den Tirolern

Bald schlägt diese Stimmung bei den Oberallgäuern jedoch um, als einige der Tiroler Truppen damit beginnen die Allgäuer Dörfer auszuplündern. Im besonderen Maße gibt das Vorgehen des Major Teimer Grund zur Klage, die Tannheimer Kompanie zieht deshalb in eine andere Region ab, da sie die bis dahin guten Beziehungen mit den Oberallgäuern gefährdet sehen

Mitte Mai kommt es im oberen Illertal zu einigen Scharmützeln zwischen bayerisch-französischen Truppen und einem Aufgebot an Oberallgäuer Bauern, welche sich bewaffnet mit Sensen, Mistgabeln und Spießen auf der Seite der Aufständischen Tiroler gegen den Feind stellten

Am 19. Mai wird Innsbruck von den durch das Inntal herauf vorrückenden Bayern und Franzosen besetzt. Nach Reutte ergeht daraufhin die Aufforderung zu kapitulieren und die Waffen umgehend nieder zu legen. Die Tiroler Schützen im Außerfern lassen sich davon aber nicht beeindrucken. Als der Feind schließlich Füssen besetzt und seine Truppen an den Ehrenberger Vorwerken aufstellt rotten sich bei Reutte hunderte von Schützen und Bauern zusammen. Die Frauen und Kinder flüchten in der Zwischenzeit in Richtung oberes Lechtal

Am 25. Mai siegt Andreas Hofer mit seinen Schützen am Bergisel bei Innsbruck. Die bayerisch-französischen Truppen können wieder zurückgedrängt werden. Die Talengen werden wieder abgeriegelt um sich vor Überraschungsangriffen aus dem süddeutschen Raum abzusichern

Auch die Vorarlberger beteiligen sich an den Kämpfen gegen Napoleons Truppen. Sie erhalten Blei für ihre Gewehrkugeln aus dem Bergwerk in Biberwier. Der Nachschub an Schwarzpulver versiegt jedoch in Tirol und Vorarlberg zusehends. So kommt es nur gelegen, dass sich die Soldaten auf bayerischer Seite immer weiter zurück zogen

Die jetzt wieder vorrückenden Tiroler Schützen begehen jedoch just den selben Fehler und unternehmen, wieder unter dem Befehl des k.k. Majors Martin Teimer, wilde Beutezüge im Allgäu. Gerade die Ostallgäuer wenden sich immer mehr von der Sache der Aufständischen ab. Auch auf Seite der Tiroler weigern sich viele unter dem Kommando Teimers an diversen Ausfällen teilzunehmen

Am 19. Juni kommt es zu einigen Kampfhandlungen zwischen den Vorarlbergern und den Soldaten der Bayern und Franzosen. Die Vorarlberger sind wild entschlossen die Stadt Kempten für sich einzunehmen und greifen auch an, werden aber durch das Kanonenfeuer zurück gedrängt

Der vom Kaiser von Österreich am 12. Juli unterzeichnete Waffenstillstandsvertrag von Znaim schreibt die Übergabe Tirols an die Bayern vor. Die Tiroler wollen dies aber nicht akzeptieren, besetzen auch Mitte Juli wieder die Talengen und ziehen zusammen mit den Vorarlbergern gegen Pfronten und Nesselwang. Am 17. Juli greifen sie Kempten an, werden aber blutig niedergeschlagen - die Aufständischen ziehen sich damit hinter die Talsperren des Außerferns und nach Vorarlberg zurück

Von französisch-bayerischer Seite aus wird Anfang August daraufhin Füssen abermals besetzt und mit einem ausgedehnten Sperrwerk aus Palisaden und Verschlägen versehen - auch Innsbruck wird wieder unter bayerische Besatzung genommen. Da kommt am 7. August die Meldung, dass Andreas Hofer alle Tiroler Schützen zu den Waffen ruft. In Reutte kommt es zum Kampf, wobei eine württembergische Truppe geschlagen wird

Am 12. August entbrennt - neben dem Schauplatz Füssen - auch im Tannheimer Tal ein Gefecht zwischen den Franzosen, Bayern und unter anderen auch den Tannheimer Schützen. Die Franzosen müssen hierbei an der Wacht bei Oberjoch eine bittere Niederlage einstecken - 34 Tote und einige Verwundete. Die Tannheimer hingegen hätten 'nur' 3 Tote und einen Verwundeten zu beklagen. Die Tiroler Schützen besetzen daraufhin den Ort Hindelang.
Aus dem Lechtal ziehen sieben Schützenkompanien in den Bereich von Reutte bis gegen Kempten, sowie in das Tannheimer Tal. Auch bei den Lechtalern wurde von 'nur' 2 Todesopfern berichtet

Bei Innsbruck beginnt indes am 13. August die mitunter dritte Schlacht am Bergisel. Auf jeder Seite kämpfen an die 15000 Mann - letztlich schlagen die Tiroler die gegnerischen Truppen und die wehrhaften Bauern und Schützen des gebirgigen Landes sind bald in ganz Europa in aller Munde

Bei Vils und Pinswang werden noch bis Ende August die Ehrenberger Vorwerke besetzt gehalten. Die Franzosen und Bayern lagern derweil in Füssen, Pfronten und Nesselwang. Immer wieder entflammen kleinere Gefechte, etwa im Illertal, bei Füssen oder auch bei Vils. Anfang September nimmt die Heftigkeit dieser Kampfhandlungen gerade im Bereich zwischen dem Tannheimer Tal und dem Ostrachtal immer weiter zu. Am 8. Oktober kämpfen sich die Tiroler bis Sonthofen vor, das Ostrachtal bleibt jedoch weiter schwer umkämpft

Das Zollamt Weißhaus wird durch die Hand der Franzosen ein Raub der Flammen. Bis Ende Oktober kommt es immer wieder zu Angriffen durch die Franzosen und Bayern. Am 26. Oktober ist dann für die Bevölkerung allerdings das Maß voll. Selbst die Frauen und Mädchen marschieren nun zornentbrannt gegen das Joch um die 'Eindringlinge' ein für alle mal zu vertreiben. Die Frauen können auch wirklich einige Franzosen vertreiben und erbeuten mehrere Pferde der Gegner

Für alle Beteiligten ist es oftmals nicht klar ersichtlich, welche Partei nun in der Gewalt steht. Der Schriftverkehr scheint meist schon im Augenblick seiner Übersendung als überholt, wie folgende Nachricht anschaulich darstellt:
Schönberg am 29. Oktober 1809
Nachricht an das Distriktkommando in Reutte


Durch Andreas Hofer wird die vom Hauptquartier unter Erzherzog Johann abgegangene Kuriermeldung über die offizielle Bestätigung des Friedensschlusses vom 14. Oktober mit dem französischen Kaiser zur Kenntnis gebracht. Infolgedessen das Land Tyrol nicht mehr als ein Teil der Monarchie anzusehen ist. Es sind daher alle Feindseligkeiten einzustellen, um ein weiteres Blutvergießen zu verhindern. Es sollen die alten Posten beibehalten werden. Sollte man vom Feind angegriffen werden, so darf man sich verteidigen. Dieser Entschluss ist sogleich dem feindlichen General durch einen Trompeter gegen Empfangsbestätigung zu übermitteln.

Am 1. November findet bei Innsbruck am Bergisel die inzwischen vierte Schlacht statt. Diesmal mit einem ungleichen Verhältnis von 20000 Franzosen gegen gerade einmal etwas mehr als 8000 Tirolern. Bald wird den Tirolern klar, dass sie bei diesem Unternehmen keine Chance mehr haben und ergeben sich. Das Bitten der Tiroler beim Kaiser von Österreich hatte zu keinem Ergebnis geführt. Von Österreich waren keine Soldaten gekommen um die Tiroler zu unterstützen und so war die Aussicht auf Erfolg schlicht vergebens. In Reutte wird die Kapitulation vom Bergisel vorerst argwöhnisch betrachtet und eine Niederlegung der Waffen abgelehnt. Erst am 8. November wird durch zumeist geistlichen Einfluss der Waffenstillstand vollzogen und die Tiroler verlassen die Sperrwerke. Am 11. und 12. November kommen 1200 Soldaten und wenig später noch einmal 3000 Mann als Besatzung in das Außerfern



1812keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Bei Füssen sammeln sich große Truppenkontingente aus Italien, welche zum Heer Napoleons einberufen wurden. Auch im Außerfern sammeln sich große Mengen Militärs, im Laufe des März etwa sind im Raum Zwischentoren an die 15000 Mann einquartiert

Auch im Herbst sammeln sich wieder italienische Soldaten bei Füssen um zu der großen Armee Napoleons aufzuschließen

Im Russlandfeldzug Napoleons fallen 27 Lechtaler als Soldaten der bairischen Armee - 30 waren einberufen worden. Von den mehrere Tausend Mann starken italienischen Truppen kehren aus dem Russlandfeldzug gerade mal ein paar Dutzend wieder in die Heimat zurück.
Auch aus fast allen anderen Außerferner Gemeinden bleiben viele Männer im Feld



1813keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ab März sammeln sich erneut mehrere Regimenter an Franzosen und Italienern in Füssen und dem Außerfern. Napoleon beginnt - nachdem so viele in Russland gefallen sind - eine neue Armee auf die Beine zu stellen

Bereits am 8. September hält ein massiver Wintereinbruch die Außerferner Bevölkerung in Atem. Im Lechtal reißen mehrere Lawinen die Heuhütten (Piller) mitsamt dem Heu von den Berghängen mit in die Tiefe. Auch im Tal richten die Schneemassen großen Schaden an den Höfen und Ställen an. Es ist insgesamt viel Verlust an Vieh zu beklagen

Mitte September gibt es Hochwasser am Lech

Am 8. Oktober kommt es im Zuge der Befreiungskriege zu einer Kehrtwende. Die Bayern wechseln abermals die Fronten und kämpfen nun wieder an der Seite von Österreich, Preußen, Russland und Schweden. Bei den Schlachten im Rhein-Main-Gebiet werden die verbliebenen französischen Truppen zu einem großen Teil aufgerieben



1890keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Mai kommt es zu zahlreichen Arrest-Strafen für Wilddiebe, welche im nahen bayerischen Gebiet und auch in den heimischen Wäldern mehrere Gämsen und Hirsche erlegten

Zivilingenieure werden mit den Vorarbeiten für die Findung einer möglichen Trasse der Lokalbahn von Imst zu der Landesgrenze bei Füssen beauftragt (Imst - Gurgltal - Nassereith - Biberwier - Ehrwald - Bichlbach - Reutte - Füssen)



1891keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nesselwängle und Pinswang werden zur eigenständigen Pfarre erhoben

Am 16. August findet die Einweihung der Kemptner Hütte statt

Es wird berichtet, dass für 33 Gemeinden des Bezirkes lediglich ein Arzt zur Verfügung steht

In Reutte und den umliegenden Gemeinden, sowie in Füssen wird über die Möglichkeiten eines Zollanschlussvertrags mit Bayern diskutiert. Man sieht darin die einzig echte Chance, die Versorgungslage und die Wirtschaft im Außerfern zu stärken



1910keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ein Sturm fegt am 19. Jänner über Reutte und den Raum Füssen hinweg. Zahlreiche Stromleitungen werden dabei unterbrochen und der Strom fließt erst mehrere Stunden später wieder

Am 22. Jänner geht in den Gazetten die Meldung ein, dass aufgrund des starken Schneefalls die Verbindungswege im Bezirk großteils unterbrochen sind. Am Blindsee hat eine Lawine die Fernpassstraßentrasse verlegt

Ende Jänner wird ein Komet am Abendhimmel über dem Außerfern beobachtet. Ende Mai zeigt sich dann auch der Halleysche Komet über der nordwestlichen Ecke Tirols

Vom Plansee wird berichtet, dass sich der im Vorjahr errichtete Kanal für die Schifffahrt als unbrauchbar erwiesen hat. Den ganzen Mai über kam es nochmalig zu Arbeiten an dem Verbindungskanal, sodass ab dem 1. Juni die Dampfschiffe planmäßig auf den beiden Seen verkehren können

Am 1. Juni eröffnet der Bergführer Fritz Mossauer das direkt am Vilsalpsee gelegene und neu errichtete Unterkunfts- und Schutzhaus 'Schäfhütte'

Mitte Juni (13. bis 15.) Hochwasserkatastrophe im Außerfern und am Lech, welche ein Todesopfer (in Holzgau wird eine Frau vom Höhenbach mitgerissen und ertrinkt) fordert. Auch im Tannheimer Tal gibt es große Schäden in den Dörfern und auf den Feldern. Die Straßenverbindung ist großteils unterbrochen und nur mit Mühe kann der Damm der Vils gehalten werden. Im Ehrwalder Becken sind große Teile der Straßen überflutet. Als Folge gibt es häufig Missernten bei den Kartoffeln, was den Kartoffelpreis in die Höhe treibt. Dort wo die Verheerungen am größten sind wird das Militär zur Beseitigung der Schäden hinzu gerufen

Bei Pinswang wird der aus Eisenschienen gefertigte Steg von den Lechfluten fortgerissen

Erdbeben in Bichlbach (5.0)

Der Reichsstraßenbau im Bereich von Ehrwald kommt lediglich langsam voran. Die geplanten Vorarbeiten zum Bau der neuen Trasse der Mittenwaldbahn geraten dadurch ebenfalls ins Stocken

Die Stuttgarter Hütte (AV Sektion Schwaben) wird am 1. August feierlich eröffnet

Am 9. August zieht abends ein Gewitter über dem Reuttener Talkessel auf. In Wängle brennt nach einem Blitzschlag ein bäuerliches Anwesen komplett ab, wobei sämtliches Mobiliar und eine Kuh ein Raub der Flammen werden

Die Ortsgruppe München des Touristenvereines "Die Naturfreunde" erwirbt im August die Musauer Alm

In den Sommermonaten wird der schon seit Jahrzehnten und Jahrhunderten eingestellte Bergbau im Teges- und Gafleintal durch eine deutsche Bergwerks-Gesellschaft wieder aufgenommen

Das Edelweiß wird unter Schutz gestellt

Im November bewilligt der Verkehrsausschuss einen Teil der Geldmittel für die Ausbesserungs- und Instandsetzungsarbeiten an der Lechtaler Konkurrenzstraße

Am 19. Dezember tagt eine Notstandskommission im Lechtal, mit dem Ziel die wirtschaftlichen Verhältnisse im Bezirk etwas zu heben. Vor allem die Landwirtschaft und und der Handel mit Vieh war einer der drängendsten Punkte. Weiters wurde verlangt: Unterstützung bei der Eigenproduktion von Nahrungsmitteln, bei der Alpwirtschaft, eine Erleichterung der Militärpflicht zum Erhalt der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, Bekämpfung der Landflucht, Unterstützung bei der Lechregulierung, Verstaatlichung der Lechtalerstraße, Straßenverbesserungen speziell in den Seitentälern



1916keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
In Füssen und Reutte kommt es zu Gesprächen mit dem Inhalt, den Bezirk Reutte nicht nur zollpolitisch, sondern generell im politischen Sinne dem Kreis Füssen und damit an Bayern anzuschließen

Im April bricht im Bergwerksbetrieb Silberleithe in Biberwier ein Feuer aus

Ein Großbrand wütet am 9. August in Kienzen bei Tannheim. Ausgegangen war das Feuer von einem Stadel, griff aber rasch auf die umliegenden Gebäude über. Insgesamt wurden drei Häuser nebst Anbauten von den Flammen verschlungen. Ausgelöst wurde das Feuer vermutlich von spielenden Kindern

Am 2. Dezember geschieht in Lähn bei Bichlbach eine grausige Bluttat. Ein Sohn erschlägt dabei seinen Vater mit der Axt. In offenbar geistiger Verwirrung legt der Täter den Erschlagenen auf die Ofenbank und heizt den Ofen ein. Später wird er als Grund für das Heizen angeben: "Den Vater friert, er muss hübsch warm haben!"



1917keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
wehrmann-wappensäule nagelsäule reutte weltkrieg
die Wehrmann-Wappensäule (Nagelsäule)
in Reutte
Die zu Reutte gehörende Hirschfängalpe wird durch eine Lawine zerstört

Im Mai spricht der Füssener Bürgermeister beim Staatsministerium in München vor. Er will den Anschluss des Außerferns an den Bezirk Füssen in die Wege leiten, erhält jedoch eine Absage

Im August kommen erste Beschwerden über das Strecken der jeweiligen Mehlrationen auf. Meist lässt der Dorfvorsteher selbst diese Streckungen durchführen. Generell ist die Not in den Haushalten groß und so herrscht der Hunger in den kriegsgebeutelten Gemeinden. Von Seite der Bezirkshauptmannschaft wird eine Weisung bezüglich der richtigen Verteilung von Lebensmitteln heraus gegeben. Kinder, Alte, Schwangere und Stillende werden dabei bevorzugt behandelt

In Oberpinswang fällt das Haus des Greatler (Hausname) den Flammen zum Opfer

Am 26. August wird die Wehrmann-Wappensäule - auch als Nagelsäule bekannt - in Reutte feierlich eingeweiht. Jeder eingeschlagene Nagel verpflichtet dazu, eine Spende an die Notleidenden des Kriegs abzugeben

Die Versorgung mit Milch, Butter und Fett bricht ein, der Hunger wird immer drückender

Am Freitag, dem 21. September steigen um 8 Uhr früh über Kög bei Reutte Rauchsäulen in den Himmel. Die Alarmierung der Feuerwehr und der Bevölkerung funktioniert jedoch nicht wie gewohnt, da die Kirchenglocken für Kriegszwecke eingezogen wurden.
Als die Flammen schon weithin sichtbar waren, rückte auch endlich die Feuerwehr am Brandplatz an. Das Doppelhaus des Jakob Jäger und des Friedrich Schennach brannte zu diesem Zeitpunkt schon lichterloh, jedoch konnte die Wehr nun das Feuer auf dieses Gebäude beschränken



1918keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Betrieb der Baumwollspinnerei und Baumwollweberei wird an die Kleinmünchner Baumwollspinnereien verkauft.

Im März kommt es in Reutte zu sogenannten 'Mehlunruhen'. Frauen, welche nicht mehr wissen womit sie noch etwas kochen sollen, drohen das Versorgungslager zu stürmen

Ärgste Not herrscht ab April vor allem im Außerfern, Mütter ziehen inzwischen zu sogenannten 'Hamsterfahrten' aus um die hungernden Kinder mit erbettelten Lebensmitteln zu versorgen. Eine Mutter aus Breitenwang soll bei solch einer Sammelfahrt bis nach Memmingen gekommen sein. Mit voll gepacktem Rucksack wanderte sie die rund 120 Kilometer wieder zurück in ihren Heimatort

Im Mai reist der Bürgermeister von Füssen nach Berlin in das Auswärtige Amt, um dort bezüglich der Zusammenlegung der Bezirke Reutte und Füssen vorzusprechen

Viele der Alpen des Außerferns können nicht mehr bestoßen (beweidet) werden, da sämtliches Alppersonal im Kriegsdienst steht

Am 19. Juli zieht ein Hagelunwetter über den nördlichen Teil des Außerferns hinweg und zerstört große Mengen an Feldfrüchten und führt auch sonst zu erheblichen Sachschäden wie etwa an Fenstern, etc.

Generell ist der Sommer zu kühl und zu feucht, was einen Misswachs auf den Feldern und damit eine Anspannung der ohnehin schon katastrophalen Versorgungssituation nach sich zieht

Im Juli bricht die Versorgung mit Mehl schließlich vollends zusammen, die Getreide- und Mehllager bleiben leer

In Reutte wird eine Volksversammlung abgehalten, in welcher die Entscheidung zum Verbleib des Außerferns bei Tirol beschlossen wurde. Als Gegenoption stand die Angliederung an Bayern zur Diskussion.
Von den Gemeindevertretern wurde dieses Vorhaben aber einstimmig abgelehnt, da der Vizebürgermeister Bauer die Anwesenden von einem angeblichen Projekt der Stadt Füssen unterrichtete, bei dem die ganze Grenzgegend bis hinauf nach Reutte in einen Stausee verwandelt werden solle um sich dort die Wasserkraft zunutze zu machen

Ende August kommt es auf Grund von Hunger und Elend vermehrt zu Einbruch und Diebstahl. Von den Gemeinden werden sogenannte Flurwächter abgestellt

Von Ende Oktober bis Mitte November sucht eine Grippeepidemie ('Spanische Grippe') den Bezirk heim und löscht mindestens 15 Leben aus (tirolweit sind es etwa 1500 Tote)

Am 29. Oktober werden bei Mittenwald durch übereifriges Militär die Eisenbahnschienen zerstört. In Reutte bricht Panik aus, da damit die Hilfsgüter nicht geliefert werden können und die Versorgungslage erneut zusammenbricht

Vom 7. bis zum 10. November kommt es in Reutte zu einer Besatzung durch bayerisches Militär

Am 24. November wird im Reuttener Gasthof 'Hirschen' eine Volksversammlung abgehalten, welche die Angliederung des Bezirks Reutte an Füssen vorantreiben soll. Die Befürworter sind dabei weit in der Überzahl

Die ersten Kriegsheimkehrer kommen Anfang Dezember zurück in ihre Heimat, wo sich ihnen ein trauriges Bild darbietet. Die Höfe sind herunter gekommen, Teile des Viehs verkauft und die Speisekammern leer. Nach wenigen Tagen schließen sie sich zusammen und fordern die sofortige Ausbezahlung der von der Regierung zugesicherten Unterhaltszahlungen. Ansonsten müssten als Mittel der Notwehr erneut zur Waffe greifen.
Um die Not zu lindern, fordern sie überdies die Freigabe des Wildbestandes aus den umliegenden Wäldern. Bei übermäßiger Schlachtung der eigenen Viehbestände würde nämlich der Landbevölkerung die weitere Lebens- und Erwerbsgrundlage endgültig entzogen

Ende des Jahres schickt die Schweiz erste Lebensmittel-Hilfslieferungen



1923keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
In der Kleinmünchner Baumwollspinnerei bricht am 2. März ein Feuer aus und zerstört dabei eine große Menge an Rohbaumwolle sowie Teile des Gebäudes. Zunächst wird von einer Selbstentzündung ausgegangen, tatsächlich hatte ein Jugendlicher aus Leichtsinn im Zuge einer Mutprobe ein Streichholz entzündet und in Richtung des Baumwollstockes geworfen. Der daraus folgende Brand verursachte einen Schaden von 440 Millionen Kronen und gefährdete die bei den Brandereignis anwesenden Personen schwer

Am 16. August stürzt die Brücke bei Stockach während der Nachtstunden ein, noch am Tag zuvor herrschte auf ihr ein lebhaftes Treiben und mehrere Fahrzeuge sind über die Holzbrücke gefahren



1927keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Neubau der Brücke zwischen Reutte und Lechaschau

Im neuen Krankenhaus Kreckelmoos beginnt man mit der Arbeit

Am 6. August bricht in der Nacht im Holzgauer Gasthof 'Zum Hirschen' ein Brand aus. Die aus dem Schlaf gerissenen Gäste sprangen zum Teil in Panik aus dem ersten und zweiten Stock des Anwesens und verletzten sich dabei schwer. Zwei Bedienstete und ein Gast wurden während der späteren Branduntersuchungen schließlich als 'völlig verkohlte [...]Leichen' entdeckt. Die Köchin, welche sich zunächst noch durch einen Sprung vom Balkon hat retten können, erlag später im Krankenhaus ihren Verletzungen.
Im Nachhinein wurde bekannt, dass es einige Pannen bei der Alarmierung der Feuerwehr gegeben hatte. Generell befanden sich nur wenige Feuerwehrleute beim Einsatz, da der Brand während der Zeit der Bergmahd - die ungefähr drei Wochen dauerte - geschah und fast der gesamte arbeitsfähige Teil der männlichen Bevölkerung sich Tag und Nacht auf den Anhöhen hoch über den Dörfern befand

Vils begeht am 10. und 11. September die 600-Jahr-Feier zur Stadterhebung. Die Vorbereitungen zu der Festivität werden mit und unter der Leitung von Ignaz Dengel vorangetrieben

Nachdem die DAV-Sektion Regensburg mit ihren vorläufigen Hüttenbauplänen am Roßkarsee letztlich doch ins Stubaital abgewandert waren, trat die Sektion Wartburg-Eisenach in dieser Sache die Nachfolge an um hier ihre 'Eisenacher Hütte' zu errichten



1945keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 22. Februar wird Reutte von den Amerikanern bombardiert. Acht Opfer unter der Zivilbevölkerung sind zu beklagen. Das eigentliche Ziel, der Bahnhof, bleibt jedoch unbeschädigt

In Vils werden am 27. Februar 5 und in Tannheim 2 feindliche Piloten gefangen genommen. Ihre Maschinen stürzten bei Füssen (?) und Weißenbach ab

Ein einzelner amerikanischer Jäger startet am 20. April einen Angriff auf die Tiroler Zugspitzbahn

Am 28. April überschreiten amerikanische Soldaten die Grenze bei Vils

Am 29. April sprengen deutsche Truppen die Lechaschauer Brücke und die Gemstobelbrücke am Gaichtpass. Bei Grän wird ein erbitterter Kampf um das Engetal geführt. Die Amerikaner schießen den Ort Grän in Brand, woraufhin 15 Häuser den Flammen zum Opfer fallen. 23 Menschen finden den Tod und 5 kommen mit schweren Verletzungen davon

In der Nacht auf den 30. April fällt auch Schattwald unter Granatfeuer

Am 1. Mai besetzen die Amerikaner die Fernpasshöhe

Am 2. Mai bricht um 16:45 Uhr der nationalsozialistische Widerstand im Außerfern zusammen

Am 3. Mai tritt der deutsche Raketenforscher Wernher von Braun und sein Team in Reutte zu den Amerikanern über

Im Gemeindegebiet von Vils zerschellt am 16. Juli - also bereits nach Kriegsende - eine amerikanische Fracht- oder Sanitätsmaschine (?) an einer Felswand. Alle sieben Besatzungsmitglieder finden den Tod, die Maschine (B-17 Flying Fortress) brennt teilweise aus. Die Absturzursache ist nicht bekannt (siehe dazu das Thema "der zweite Weltkrieg im Außerfern")

Eine Feuersbrunst zerstört fünf Häuser und die Kirche von Vorderhornbach

Der Nachkriegswinter kommt mit einer extremen Kälte über das Außerfern

Reutte wird kirchlich von Breitenwang losgelöst



2002keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 6. April um 22:00 Uhr konnte im Bereich zwischen Füssen und Garmisch der Niedergang eines Meteoriten beobachtet werden. Der Gesteinsbrocken, welcher in Folge den Namen Meteorit Neuschwanstein erhielt, zerbarst in einer Höhe von etwa 22 Kilometern und ging in Einzelteilen über ein mehrere Quadratkilometer großes Gebiet nieder. Drei Bruchstücke konnten im Bereich des Ochsenälpelekopfes und des Altenberges gefunden werden

Murenabgänge und Überschwemmungen von Straßen führen im Tannheimer Tal und dem Lechtal zu zahlreichen Behinderungen. Auch in Vils und bei Pflach treten die Vils und der Lech über die Ufer