Die Zeitleiste - Außerferner Chronik


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Was war los im Außerfern im Jahr 1912



Wieder Hochwasseralarm am Lech Anfang Mai, eine große Mure schädigt den Ort Schattwald und auch Zöblen. Bei Elbigenalp, Schattwald und Zöblen sind mehrere Wohnhäuser einsturzgefährdet, in der Nähe der Bichlbacher Fraktion Kleinstockach wird die Fahrbahntrasse sowie im Berwanger Tal die Verbindungsbrücke weggerissen und damit der Fuhrwerksverkehr unterbrochen. Die Planseestraße wird von einer Mure verlegt und auch die Zufahrtsstraße in das Tannheimer Tal ist unpassierbar geworden. Bei Bichlbach wird die Bahntrasse stellenweise überspült und die Grundbachbrücke zwischen Bichlbach und Heiterwang wird von den Wassermassen zerstört. Wohl auch deshalb, da die Uferschutzbauten nach dem Hochwasser von 1910 nur eine provisorische Ausführung fanden

In und um Ehrwald kommt es immer wieder zu Raufereien und Auseinandersetzungen zwischen den am Bahnbau beteiligten Arbeitertrupps. Auch am 20. Mai entbrennt ein Streit zwischen Slowenen und Ehrwaldern, wobei nach Aussauge des Blatts "Innsbrucker Nachrichten" ein Familienvater schwer verletzt wird

In den Räumlichkeiten des 'Gasthof zur Rose' errichtet Adolf Beck eine Brauerei

In Alaska kommt es am 6. Juni zum Ausbruch des Vulkans Novarupta. Die Eruptionen dauern zwei Tage lang an und so gilt das Ereignis mit einer Auswurfmenge von etwa 15 km³ als der größte Vulkanausbruch des 20. Jahrhunderts

Bei Lechaschau wird am Frauensee ein Hotel erbaut und auch am Urisee bei Reutte errichtet man einen Beherbergungsbetrieb für Gäste

Ein Blitzschlag trifft am 6. Juli abends die Pfrontner Hütte, die in der Hütte befindlichen Personen - die Wirtin, deren Sohn und ein Dienstmädchen - verloren dabei das Bewusstsein. Die Wirtin erlangte als erste wieder das Bewusstsein und wollte das noch immer ohnmächtige Mädchen ins Freie tragen, als erneut ein Blitz die Hütte traf und einigen Schaden anrichtete. Später wurde dann der dringend erforderliche Blitzableiter an der Hütte montiert

Am 10. Juli wird in Ehrwald die kleine Zita Margaretha Adele Angela Baunzauner (Bandzauner?) - die Tochter des hiesigen Gemeindearztes - getauft. Als Taufpatin agierte keine geringere als Erzherzogin Zita - die Ehefrau Karls IV. und letzte Kaiserin von Österreich (Zita von Bourbon-Parma)

Am 24. Juli wird in Lechleiten feierlich das für den Übergang am Schrofenpass so wichtige Holzgauer Haus eröffnet

Am 26. August kommt es beim Bau der Mittenwaldbahn im Bereich Lähn (bei Reutte) zu einem Unfall eines sogenannten Brückenrollwagens (die Nachrichten über den Ausgang des Unfalls sind aber teils widersprüchlich)

In der Nähe des Almajurjochs wird Anfang September die neu erbaute Leutkircher Hütte feierlich eingeweiht

Am 9. September wird wegen starker Regenfälle die Dorfstraße in Tannheim überflutet, auf den Anhöhen schneit es bis knapp oberhalb der Talsohle und das Vieh muss frühzeitig von den Alpen abgetrieben werden


collections_bookmark  Detailinformationen und weitere Ereignisse des Jahres 1912

Etwa um sechs Uhr morgens besteigen sechs Arbeiter und 4 Arbeiterinnen der Firma Josef Riehl (Heiterwang) im Bereich des Klausentunnels einen Brückenrollwagen um zu der Baustelle bei Lähn (bei Reutte) zu gelangen. Die Fahrt hat schon begonnen, als einer der Arbeiter die Bremse betätigen will. Diese versagt jedoch und der Wagen geht auf Grund des starken Gefälles in eine rasende Fahrt über. Die Männer können sich durch Abspringen retten, die vier Frauen bleiben jedoch im Wagen sitzen.
Etwa einen Kilometer weit geht die Fahrt, dann prallt der Rollwagen auf ein stehendes Hindernis auf. Die im Wagen gebliebenen Arbeiterinnen werden aus demselben hinaus geschleudert und stürzen in weiterer Folge über den hohen Bahnkörper ab, wobei eine der Arbeiterinnen tödliche Verletzungen davonträgt.

Die Zeitungen berichten unterschiedlich über den Vorfall. Bei den Verunfallten handelte es sich offenbar um Deutsch-Böhmen



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