Donnerstag - 18. Juli 2019


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Die Zeitleiste - Außerferner Chronik


Was war los im Außerfern im Jahr 1906



Bei einem Skirennen in St. Anton gewinnt am 8. Januar unter anderen Teilnehmern aus Tirol, Wien, Baden-Württemberg, Vorarlberg und anderen Regionen der Bergführer Spielmann aus Ehrwald

Am 10. Januar findet in Lermoos im Gasthof zur Post eine Versammlung statt, bei welcher die künftige Trassierung der Bahnstrecke besprochen wird. Unter anderem wird auch die Möglichkeit erwogen, die Bahntrasse rund um das gesamte Moos zu verlegen und so bei Biberwier einen geeigneten Anknüpfungspunkt zu einer projektierten 'Fernbahn' zu schaffen

Am 6. März brennt in Ehenbichl das Haus des Waldaufsehers Otto Müller vollständig ab

Vom Tiroler Hütkinder Verein werden keine Kinder unter 11 Jahren mehr für das Schwabengehen zugelassen

Von der Regierung in Württemberg wird verlangt, dass alle Kinder, welche sich dort als Hütkinder (Schwabenkinder) verdingen wollen, geimpft sein müssen. Andernfalls müsste die Impfung vor Dienstantritt in Württemberg vollzogen werden

Am 17. Mai werden die Eheleute Lutz aus Lechaschau verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, ihren zweieinhalbjährigen Sohn zu Tode gequält zu haben

Am 1. Juli stürzt ein Tourist aus München am Abstieg von der Gehrenspitze in den Tod

Am Gaichtpass ereignet sich am 26. Juli ein großer Felssturz, welcher nur knapp zwei sich auf der Strecke befindliche Fuhrwerke verfehlt

Großes Staunen herrscht am 12. August im westlichen Teil des Tannheimer Tals, als im Bereich der Pontenalpe ein Heißluftballon niedergeht. Er war von Zürich aus gestartet und Mangels verfügbarem Gas ungünstig im Alpgebiet gelandet. Mit einem Fuhrwerk wurde der Ballon später vom Berg geschafft

Von Befürwortern der Fernbahn werden in vielen Orten entlang der Strecke Versammlungen abgehalten um letztlich eine Resolution zu verabschieden, in welcher die Regierung aufgefordert wird dieses Bahnprojekt im nächsten Eisenbahnprogramm aufzunehmen


collections_bookmark  Detailinformationen und weitere Ereignisse des Jahres 1906

Martertod eines Kindes

In Lechaschau wurden am 17. Mai die Eheleute Lutz verhaftet, weil sie ihren zweieinhalbjährigen Sohn wegen Bettnässens unmenschlich marterten, so daß es starb. Der Kleine soll im kältesten Winter auf der Tenne auf den Nachttopf gebunden worden sein und Qualen auszustehen gehabt haben, die die Feder nicht wiedergeben kann. Als man das Kind als Leiche auffand, waren die Arme gebrochen und der Körper über und über mit blauen Flecken bedeckt.

Deutsches Volksblatt vom 18. Mai 1906

1906 burger gehrenspitze absturz
Tödlicher Alpinunfall an der Gehrenspitze

Am Sonntag den 1. Juli bestiegen zwei junge Burschen, Turri von Reutte und Burger aus München, die Gernspitze bei Reutte. Burger schlug trotz Abratens des Turri einen anderen Weg zum Abstiege ein als jenen, welchen sie zum Aufstiege benützt hatten. Turri ging den gewöhnlichen Weg und vereinbarte mit Burger, daß sie durch Rufen einander wieder treffen werden. Als Burger nichts mehr von sich hören ließ, ahnte Turri ein Unglück und veranlaßte, nach Burger zu suchen. Am Dienstag wurde seine Leiche aufgefunden und nach Lechaschau transportiert.

Wiener Zeitung vom 6. Juli 1906



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