Donnerstag - 17. Okt. 2019


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Die Zeitleiste - Außerferner Chronik




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Ein spätpaleolithisches Abri unterhalb der Seewände am Weißenseeberg bot durchziehenden Jägern der Nacheiszeit Schutz. Mit einer Quelle im nahen Umfeld bot der Felsbrocken mit seinem ausladenden Überhang einen guten Rastplatz



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Steinzeitliches Jägerlager auf der nachmaligen Alpe Schneiderküren - am Fuße der Gottesackerwände im Bereich des Hohen Ifens gelegen. Zu diesem Jägerlager zählen überdies weitere steinzeitliche Stationen, welche einen Urpfad quer durch das Kleinwalsertal erahnen lassen. Das Klima lag zu diesem Zeitpunkt (Boreal) etwa 2°C über dem heutigen Jahresmittel



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Ein Rastplatz der Mittelsteinzeit befand sich unter der Ochsenbergwand bei Wasach (Tiefenbach bei Oberstdorf). Ein in 2 Meter Tiefe gelegener Kulturhorizont brachte bei Grabungen Anfang der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts zahlreiche Steingeräte aus Radiolarit zutage. Vorwiegend Kratzer, Pfeilspitzen, Stichel, Bohrer und kleine Messerchen bildeten den Großteil des Fundspektrums. Die klimatisch günstigen Bedingungen setzten sich über das Boreal hinaus auch während der Klimastufe des Atlantikums fort



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Die neolithische Revolution erreicht Mitteleuropa - erste bäuerliche Ansiedlungen entstehen, worauf diese Siedlungsform mit den Menschen donauaufwärts in unsere Breiten getragen wird. Auf Grund des typischen Verzierung ihrer Tonwaren werden sie Bandkeramiker genannt



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Die Bandkeramiker leben im selben Gebiet wie die heimischen Jäger und Sammler, jedoch gibt es so gut wie keine Hinweise einer Vermischung dieser beiden Gruppen. Die in den Siedlungen der sesshaften Bevölkerung aufgefundenen Silex-Artefakte deuten aber auf einen regen Handel mit der umherstreifenden Altbevölkerung hin. Durch diese Handelstätigkeiten bildet sich ein urzeitliches Wegenetz aus, welches sich auch über die Alpen erstreckt



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Dem bis dahin mehr oder weniger friedlichen Nebeneinander der Gruppe der Jäger und Sammler zu den sesshaften Bauern folgen schließlich erbitterte Kämpfe, welche teilweise gar in regelrechten Massakern ausarten. Neuesten Forschungsergebnissen zu Folge zeigten sich dabei sogar deutliche Spuren von rituellem Kannibalismus. Die Gruppe der Jäger und Sammler wich zu der Zeit in die Hochlagen aus



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Das Metall Kupfer taucht erstmals in Mitteleuropa auf, welches aus Südeuropa importiert wurde. Über den Alpenhauptkamm hinweg bilden sich damit erste Transitrouten aus. Dabei ist erkennbar, dass das Gebiet nicht wie man vermuten würde, entlang der Talsohlen begangen wurde. Vielmehr waren es die Jöcher und Bergsättel, welche von den vorzeitlichen Reisenden genutzt wurden

Eine dauerhafte Besiedelung bildet sich spärlich im Donauraum aus

Das Klima beginnt sich zu verschlechtern und bringt bald große Schwankungen mit kalten und feuchten Wintern und andererseits heißen und trockenen Sommern. Ernteausfälle führen in der Folge zu Konflikten



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Beeinflusst durch die Kulturleistungen der Bandkeramiker, scheinen die vormals versprengten Gruppen der Steinzeitjäger sich in ihrer Abwesenheit intensiv mit dem Wissen der eingewanderten neolithischen Bauern auseinandergesetzt zu haben. So versuchten sie offenbar einen ähnlichen Weg einzuschlagen und trugen letztlich mit ihrer Adaption der Gefäßverzierung zu ihrem archäologischen Namen bei - die sogenannte Trichterbecherkultur war entstanden

Die Menschen der Trichterbecherkultur begeben sich in die Nähe der Bandkeramiker - wohl aber nicht immer mit friedlichen Absichten



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Funde von mehreren Artefakten deuten auf einen kleinräumigen Silex-Abbau (Feuerstein) am Rothornjoch bei Bach hin

Feuersteinfelder im Gemsteltal dienten als prähistorische Abbaustätte für den begehrten Rohstoff der lebenswichtigen Steinwerkzeuge



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Eine Klimaverschlechterung in Mitteleuropa hat zur Folge, dass sich nur noch sehr wenige Spuren menschlicher Anwesenheit in unserem Einzugsgebiet finden



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Größere Menschengruppen ziehen aus der südrussischen Steppe in Richtung Mitteleuropa



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Blutige Konflikte zeichnen sich unter anderem auch im süddeutschen Raum ab, als es vermehrt zu hinrichtungsähnlichen Tötungen von teils großen Bevölkerungsgruppen kommt. Auffällig ist dabei, dass den Grabungsbefunden nach in den Totengruben so gut wie nie Skelette junger, gebärfähiger Frauen zu finden sind



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Ein Bergsturz enormen Ausmaßes lässt den Fernpass entstehen.
Eine andere Theorie hingegen geht davon aus, dass der Fernpass eine Gipskarstlandschaft darstellt und durch die natürliche Verwitterung durch Ausschwemmung und Dolinenbildung entstand



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Siedlungsspuren aus der beginnenden Bronzezeit in Grins



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Mehrere bronzezeitliche Streufunde von Waffen und Geräten

Bach: Lanzenspitze aus Bronze
Holzgau: Lanzenspitze aus Bronze
Biberwier: Randleistenbeil
Schongau: mehrere befestigte Höhensiedlungen
Kaufbeuren: Siedlungen
Landeck: Beil
Grins: Lochbeil (Diorit), Queraxt (Serpentin)



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In Reutte findet man Teile eines Dolches aus der mittleren Bronzezeit

Pfronten: Randleistenbeil
Stanz - Bereich der heutigen Ruine Schrofenstein: Ringbarren, Scheibenkopfnadeln
Zams: Randleistenbeil, Dolchklinge



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Von Norden werden Teile des Alpenvorlandes besiedelt, Hügelgräbergruppen aus jener Zeit finden sich in den Wäldern zwischen Kaufbeuren und Lech

In Schattwald wird der einzige bronzezeitliche Bestattungsfund in ganz Tirol gemacht. Leider zerfällt der Fund sofort zu Staub und es bleibt lediglich eine 15cm lange Lanzenspitze erhalten. (heute im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum)

Auf der Imster Ochsenalpe tritt ein bronzenes Lappenbeil zutage



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Für die späte Bronzezeit lässt sich eine Ausdehnung der Besiedlung von Norden kommend bis an den Alpenrand beobachten

Durch das Agathazeller Moor (Gallmoos, oder Goymoos) wird ein Knüppelweg als bronzezeitlicher Verkehrsweg angelegt. Der aufwändig errichtete Bohlenweg belegt dessen Bedeutung als Transportweg der damaligen Zeit

Schwangau: Depotfund im Bereich des heutigen Schloss Hohenschwangau
Sulzbrunn bei Sulzberg: Siedlung
Agathazell (Sonthofen): Kugelkopfnadel, Trachtenbestandteil
Oberstdorf: Lanzenspitze und mehrere Beile aus Bronze

Beginn einer klimatischen Gunstzeit innerhalb der Klimastufe des Subboreal für einen Zeitraum von etwa 300 Jahren



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Eine Pollenanalyse erbringt den Nachweis einer Brandrodungssiedlung innerhalb des Lermooser Mooses; in der ältesten urkundlichen Erwähnung des ganzen Außerferner Gebietes - der Bezeichnung "Larinmoos" als Flurname - könnte in dem Wort "Lar" der Hinweis auf eine Siedlungswüstung aus längst vergangener Zeit enthalten sein

Weißenbach: Kugelkopfnadel, Bronzemesser

Das Klima erbrachte Temperaturen im Jahresmittel von etwa einem Grad über dem heutigen Wert



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Imst ist wohl die größte Ansiedlung jener Zeit südlich des Außerferns, wie zahlreiche Bestattungsfunde aus der Urnenfelderzeit belegen



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Beginn einer feucht-kühlen Klimaphase in Mitteleuropa und nördlich des Alpenbogens, welche bis etwa 200 v. Chr. anhält und teils große Temperaturschwankungen mit sich bringt. Die Folgen drücken sich auch in einer entwicklungsgeschichtlichen Beeinflussung der Menschengruppen jener Zeit aus



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Keltische Siedler lassen sich vermehrt in den Flusstälern im Alpenvorland nieder. Die weitgespannten Handelsverbindungen zum Mittelmeerraum werden weiter ausgebaut und dienen als Übermittler neuer geistiger und kultureller Einflüsse aus dem Süden, aber auch dem nördlichen Europa



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Eine rätische Votivfigur wird im Bereich der Parzinnspitze aufgefunden

Weißenbach: Tierkopffibel, körbchenförmiger Anhänger (ähnlich der Golasecca-Kultur)

Ein Lappenbeil mit stilisierten Tieren weist einen Siedlungsplatz bei Landeck-Perjen aus

Auf der Kronburg - dem antiken Cirkafe - zeugt ein Prunkmesser und vier Bronzestäbe mit einer Sonnenbarke als Dekor von menschlicher Anwesenheit



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Holzkohlerückstände und eine vermutlich mit dem Feuerplatz in Verbindung stehende Glasperle werden an dem Abri unter den Seewänden am Weißenseeberg in die Latènezeit eingestuft



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In Biberwier werden als Handelsware übliche Eisenbarren vergraben. Der Handelsreisende hatte offenbar keine Möglichkeit mehr, die wertvollen Rohmaterialen wieder zu heben

Weißenbach: Mandolinenfibel (rätisch)



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Ein Brandopferplatz der Latènezeit findet sich heute am Grund des Forggensees. Nur im Winter fällt jene geschichtsträchtige Stelle trocken



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Weißenbach: Zierscheiben aus Bronzeblech (keltisch; vermutlich Teil eines Pferdegeschirrs)



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Das Klimaoptimum der Römerzeit beginnt und mit ihm wächst auch die Ausdehnung des Römischen Reiches, was sich nicht zuletzt auch auf die Situation nördlich der Alpen auswirkt



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Römische Legionen unter Nero Claudius Drusus ziehen durch das Außerfern und schlagen am 1. August im Zuge des Augusteischen Alpenfeldzuges in seiner finalen Stufe im Alpenvorland die keltischen Vindeliker, denen auch der am Oberlauf des Lech (licca) lebende Stamm der Likatier angehört. Nach der Überlieferung fand diese Kampfhandlung nahe der keltischen Metropole Damasia statt. Die Standortfrage sowie die Hintergründe von Damasia sind immer noch Gegenstand zahlreicher Diskussionen

Das römische Militärlager Augusta Vindelicorum - das heutige Augsburg - wird gegründet

Auch am Döttenbichl bei Oberammergau belegen Funde eine Schlacht zwischen Römern und Kelten

Die Kultur der im Inntal lebenden Räter wurde durch den Augusteischen Feldzug letztlich zur Gänze ausgelöscht

Die römische Ansiedlung Cambodunum wird auf dem heute als Lindenberg bezeichneten Geländevorsprung hoch über der Iller errichtet



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Die Militärstation Abodiacum - das heutige Epfach - wird an einer Kreuzung von zwei Römerstraßen errichtet



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Mehrere bronzene Kuh- und Pferdeglocken der frühromanischen Bevölkerung weisen auf eine alpwirtschaftliche Nutzung des Gebietes um das Nebelhorn hin

Ein Brandopferplatz am Auerberg gilt als sicherer Beleg menschlicher Gegenwart zu dieser Zeit auf der wohl auffälligsten Landmarke des Alpenvorlandes



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Die XIX. Legion der Römer wird in der sogenannten Varusschlacht bei Kalkriese vernichtend durch die Germanen geschlagen. Teile dieser XIX. Legion waren bereits 15. v. Chr. in der Schlacht nahe Oberammergau beteiligt, als Opfergaben rituell abgelegte Katapultpfeilspitzen vom Döttenbichl weisen jedenfalls darauf hin



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Der griechische Geograph Strabon veröffentlicht sein viertes Buch der Geographie. In ihm wird erstmals die Siedlung Kambodounon erwähnt - das heutige Kempten



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Im Moos bei Lermoos finden erste Vorarbeiten zur Errichtung des Bohlenwegs in Form von Holzschlägerungen statt. Dendrochronologische Daten der geschlagenen Hölzer weisen auf einen Fällzeitpunkt der ältesten Stämme für das Jahr 30/31 hin

In Ehrwald siedeln sich Menschen der sogenannten Heimstettener Gruppe an. Weitreichende archäologische Befunde aus den nördlich der Alpen gelegenen Provinzen zeigen, dass diese Gruppierung fast immer auch dort auftaucht, wo römische Straßen gebaut werden. Allerdings dauert diese Episode den Ausgrabungen zufolge lediglich für den Zeitraum einer Generation an. Danach fehlen weitere Siedlungsspuren



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Wirtschaftliche und soziale Krisen im römischen Imperium



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Die Provinz Rätien wird im Imperium Romanum eingerichtet. Cambodunum (Kempten) wird Hauptort der neuen Provinz



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Die Römer bauen die Reichsstraße Via Claudia Augusta aus um einen Truppenaufmarsch sowie die Versorgung der in die feindlichen Gebiete im nördlichen Alpenvorland entsandten Einheiten zu erleichtern. Ausgrabungen am Prügelweg durch das Moos bei Lermoos und Biberwier bestätigen dies.
Die bei Lermoos freigelegte Trasse der Via Claudia als Heerstrasse in Form eines Bohlenweges durch eine Moorlandschaft ist nicht zuletzt aufgrund der Länge des Prügelweges als Fund noch über Tirol hinaus einzigartig



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Über den Großen Sankt-Bernhard-Pass wird durch die Römer eine Fahrstraße angelegt



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Am 19. Juli legt ein verheerender Brand drei Stadtteile Roms in Schutt und Asche. Der römische Kaiser Nero gibt den Christen die Schuld an der Katastrophe und lässt etliche von ihnen hinrichten. Im ganzen Imperium kommt es zu Christenverfolgungen



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Cambodunum wird durch einfallende germanische Horden zerstört



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Vermehrt Truppenbewegungen entlang der Römerstraße. Zerstörungen an den Donaukastellen und im nördlichen Alpenvorland durch Unruhen in Folge der Wirren um die Thronfolge des Kaisers Nero im Verlauf des Vierkaiserjahres. Zudem erheben sich in der Provinz Germania inferior die germanischen Bataver um zu revoltieren



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Bau- und Sanierungsmaßnahmen entlang der römischen Heerstraße Via Claudia Augusta. Sie werden bis in das Jahr 74 andauern



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Kaiser Domitian lässt zwischen dem mittleren Rhein und der oberen Donau den Obergermanisch-Rätischen Limes bauen



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Am Prügelweg im Lermooser Moos sind durch die rege Nutzung umfangreiche Sanierungsarbeiten notwendig geworden. Dadurch kam es auch zu umfangreichen Rodungen im Nahbereich der Strecke



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Unter dem römischen Kaiser Trajan hat das Imperium Romanum seine größte Ausdehnung erreicht. Trajan stirbt am 8. August, als Nachfolger besteigt Hadrian den Thron. Hadrian ist bewusst, dass mit der territorialen Ausdehnung auch die Grenze des organisatorisch Machbaren erreicht ist. Er beendet die expansive Politik, ja verkleinert sogar noch im selben Jahr das Römische Reich und legt den Fokus verstärkt auf die Sicherung des Bestehenden



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Augusta Vindelicorum (Augsburg) wird zum neuen Hauptort der Provinz Rätien erhoben und löst damit Cambodunum ab

Dendrochronologische Datierungen weisen darauf hin, dass weitere Arbeiten an dem Prügelweg im Lermooser Moos begonnen werden. Die Tätigkeiten finden erst im Jahr 137 einen vorläufigen Abschluss, was die Bedeutung der Strecke zu jener Zeit umso mehr unterstreicht. Generell kann anhand der archäologischen Befunde eine sorgfältige Pflege der Trasse in der Folgezeit nach der Sanierung beobachtet werden, die wohl von am Verlauf der Straße lebenden Menschen geleistet wurde



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Die Bevölkerungszahl in der römischen Provinz Rätien steigt rapide an und die romanischen bzw. keltoromanischen Siedler erleben einen Aufschwung

Weißenbach: Kleeblattkanne (römisch)



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Chatten fallen im Nordwesten von Rätien ein



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Aus dem Partherkrieg (Mesopotamien) schleppen römische Legionäre die Antoninische Pest (Pocken) ein, welche in der Folgezeit nahezu im gesamten Römischen Reich wütet. Insgesamt 24 Jahre entvölkert die Pandemie auch die römischen Provinzen

Beginn des ersten Markomannenkrieges. Elbgermanische Markomannen überschreiten dabei die Donau und dringen in die Provinz Noricum ein. Weitere germanische Stämme folgen ihnen. Es folgt eine römische Gegenoffensive und die Kriegshandlungen dauern bis zum Jahr 175 an



170keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die römische Heeresführung unter Kaiser Marc Aurel sieht sich durch die feindlichen Einfälle germanischer Scharen gezwungen, die Legio III Italica (eine ca. 7000-köpfige Legion) in Rätien zu stationieren



175keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Weißenbach: Fibeln, Swastikafibel (römisch)



177keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die zahlreichen römischen Truppenbewegungen zum Beginn des Zweiten Markomannenkrieges haben eine weitere umfassende Sanierung auch der Via Claudia Augusta notwendig gemacht. Wieder werden große Mengen an Hölzern auch in der Straßentrasse im Moos bei Lermoos verbaut. Diese Bauphase wird im Jahr 180 abgeschlossen



180keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Westlich der Hornburg bei Schwangau wird eine römische Villa rusticae erbaut



181keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Neuseeland bricht der Supervulkan Taupo aus (bis zu 60 km³ Materialausstoß). Die um die Erde kreisenden Aschewolken sorgen auch in Europa für ein feuchtes und kühles Wetter



182keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Druck der Germanen auf den Rätischen Limes erhöht sich zusehends



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Weißenbach: Terra-Sigillata - Schüsseln und Teller, Mortaria (Reibschüsseln; römisch)



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Die Straßen und Brücken des römischen Straßennetzes (vorwiegend Rätien und Noricum) werden unter dem Kaiser Septimius Severus wieder instand gesetzt



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Ein verheerender Einfall der Alamannen führt zu einem drastischen Rückgang der keltoromanischen Bevölkerung innerhalb der römischen Provinz Rätien, das römische Cambodunum (Kempten) als auch die Straßensiedlung Abodiacum (Epfach) werden dabei zerstört



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Nach der Ermordung des römischen Kaisers Severus Alexander in Mainz beginnt die Zeit der Soldatenkaiser und mit ihr auch die Reichskrise innerhalb des Imperium Romanum



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Alamannen und Goten machen die Grenzen des römischen Reiches unsicher - einer Grenze welche aber im Laufe der Zeit immer weniger Schutz erfahren hat, da im Osten die in großer Zahl auftretenden Perser die römischen Truppen bekämpften



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Fränkische und alamannische Gruppierungen dringen in Rätien ein und plündern mehrere Ansiedlungen



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Während fränkische Truppen in Gallien auf Beutezug innerhalb des Römischen Reiches gehen, marschieren die Alamannen über die Alpen gegen Italien. Der Obergermanisch-Rätische-Limes wird aufgegeben und die Grenzlinie an Donau, Iller und Rhein zurückversetzt. Römische Truppen beginnen sogleich mit der Errichtung des Donau-Iller-Rhein-Limes



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Im Römischen Reich entbrennt die Zeit der Christenverfolgung



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Die Alamannen nehmen die von den Römern aufgegebenen Agri decumates in Besitz



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Die nach Italien vorgedrungenen Alamannen werden bei einer Schlacht nahe Mailand von den Römern geschlagen. Bei Augsburg können die Römer einen Angriff germanischer Semnonen und Juthungen abwehren

Im Imperium Romanum droht durch die verheerende politische Lage auch ein wirtschaftlicher Zusammenbruch

Die Bevölkerungszahl in Rätien nimmt drastisch ab, da viele aus der Zivilbevölkerung auf Grund der anhaltenden Bedrohung aus dem Norden in Richtung Süden fliehen

Alamannen zerstören Cambodunum, die Siedlung auf dem Lindenberg wird daraufhin aufgegeben und an den Fuß der Burghalde verlagert

Kaiser Gallienus beendet die unter seinem Vater verordnete Christenverfolgung im römischen Reich



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Die Trasse der Via Claudia verliert durch den seit dem Ende des 2. Jahrhunderts andauernden Ausbau der wesentlich kürzeren Strecke über den Brenner endgültig an Bedeutung.
Diese führt aus dem Bozner Becken über den Ritten und das Eisacktal hinauf zum Brennersattel, von dort hinab nach Veldidena (Wilten - Innsbruck), weiter nach Teriolis (der heutige Martinsbühl bei Zirl) und über den Zirler Berg nach Partanum (Garmisch-Partenkirchen). Bei Farchant gabelt sich die Strecke in einen nordwestlich verlaufenden Straßenzug über Oberammergau nach Augsburg und einer weiteren Führung über das Murnauer Moos und dem heutigen Weilheim ebenfalls nach Augsburg und über Gauting in Richtung Donau (Limes)



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Die in Rätien verbliebene Bevölkerung sucht innerhalb sogenannter Fluchtburgen Schutz. Auf Anhöhen werden Höhenbefestigungen angelegt, wobei alles an verfügbarem Baumaterial - auch Grabsteine - für die eilig errichteten Schutzmauern genutzt wird



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Germanische Alamannen überrennen den Limes und dringen über den Alpenhauptkamm hinweg gegen Süden bis in das Gebiet des Gardasees vor



271keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Juthungen und Alamannen überrennen Rätien und ziehen über die Alpen. Die Juthungen können kurz vor Rom aufgehalten werden, die Alamannen hingegeben ziehen weiter gegen Süden. Kaiser Aurelian kann sie in der Schlacht bei Fano in die Flucht schlagen. Bei einem weiteren Angriff durch die Römer bei Pavia wird der alamannische Heerhaufen schließlich komplett aufgerieben und ausgelöscht



275keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In der Provinz Rätien stabilisiert sich die Lage etwas und so können zahlreiche bauliche Projekte durch- bzw. fortgeführt werden. Zunächst werden viele der niederrangigen Bauten in Holzbauweise ausgeführt, wie auch der Burgus bei Ahegg



278keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kaiser Probus besiegt die Vandalen in der Provinz Raetia



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Am Prügelweg im Lermooser Moos finden Sanierungsarbeiten statt, welche sehr wahrscheinlich auf Verheerungen durch die Kriegszüge der Alamannen und Juthungen gegen Süden zurückzuführen sind



287keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Alamannenkönig Gennobaudes unterwirft sich als Föderat dem römischen Kaiser



288keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Unter Kaiser Diokletian beginnt ein Feldzug gegen die Germanen. Im Folgejahr erringt er an der Donau mehrere Siege über die Sarmaten



294keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die römische Provinz Raetia wird aufgeteilt in Raetia I und Raetia II



303keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der römische Kaiser Diokletian ruft die Christenverfolgung im Römischen Reich aus. Es kommt zu der heftigsten Verfolgung in der römischen Geschichte



311keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 30. April verfasst der bereits schwerkranke römische Kaiser Galerius ein Toleranzedikt, in dem er die 303 eingeführte Christenverfolgung aufhebt



313keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im gesamten Römischen Reich wird die durch die sogenannte Mailänder Vereinbarung verankerte Religionsfreiheit ausgerufen



325keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Vermuteter Beginn des Baues des römischen Kastells Foetibus auf dem heute als Schlossberg bekannten Höhenzug in Füssen



327keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine weitere Bauphase im Rahmen der Trassensanierung der Via Claudia Augusta beginnt



355keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Römische Legionen können sich im Bodenseeraum gegen Horden der einfallenden alamannischen Lentienser in einer Schlacht behaupten. Dennoch wird dir römische Provinz Rätien immer wieder durch alamannische Vorstöße geschwächt



356keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Juthungen und Alamannen fallen in die Provinz Raetia ein. Die Alamannen überfallen auch im Folgejahr raetisches Grenzgebiet innerhalb des römischen Reiches und hinterlassen eine Spur der Verwüstung



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Alamannen dringen nach Rätien ein, können jedoch von den Römern zurückgeschlagen werden

Der alamannische Einfluss in Rätien und den Nachbarregionen wächst stetig



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Mehrere Gefechte der Römer mit alamannischen Horden in der Gegend um Mainz



369keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Römische Strafexpedition von Rätien aus gegen die Alamannen



374keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Prügelweg der VCA im Lermooser Moos wird letztmalig erneuert, danach sind keine Arbeiten an dem Straßenzug im moorigen Untergrund mehr fassbar



375keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Hunnensturm stößt in Mitteleuropa die große Völkerwanderung an. Für das nachmalige Außerfern wird sich aber vermutlich keine Änderung der Situation ergeben haben



380keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Christentum wird durch das sogenannte Dreikaiseredikt zur Staatsreligion erhoben



383keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Juthungen fallen in Rätien ein, können von den römischen Truppen jedoch zurückgedrängt werden



390keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bei Grabungsarbeiten wird im September 1948 in Weißenbach ein menschliches Skelett entdeckt. Späteren Untersuchungen zufolge stammt dieser Bestattungsfund aus dem Zeitraum zwischen dem 4. und 5. Jahrhundert n. Chr. Eine eingehende anthropologische Untersuchung mit Vergleichen zu der Tiroler Bevölkerung der späten Kaiserzeit lässt den Schluss zu, dass es sich hierbei um einen etwa 30-jährigen Mann aus der einfachen, dort ansässigen Bevölkerung gehandelt hat



391keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Verbot aller heidnischen Kulthandlungen im Römischen Reich durch Kaiser Theodosius I.



395keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Römische Reich wird zweigeteilt und besteht fortan aus einem weströmischen und einem oströmischen Reich



400keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Klima kühlt sich merklich ab und geht nach dem Optimum der Römerzeit in das frühmittelalterliche Pessimum über. Die Temperatur sinkt dabei auf rund 1,5°C unterhalb des heutigen Wertes und die Witterung wird überdies feuchter. Die Baumgrenze senkt sich ebenfalls um rund 200 Meter



401keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Große römische Truppenkontingente werden aus dem nördlichen Alpenvorland abgezogen



406keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Römer verlieren nach einem Einfall von Vandalen, Alanen, Sueben und Alamannen die Kontrolle über die Rheingrenze



408keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kaiser Flavius Honorius ordnet die reichsweite Zerstörung aller heidnischen Kunstwerke und Kultstätten an



429keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Römische Truppen bekämpfen die Juthungen in Rätien



443keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Alamannen besetzen das Gebiet westlich des Rheins



450keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die sich ausbreitende Christianisierung weitet sich von Süden her aus. So ist eine christliche Zelle für den Zeitraum um 350 in Landeck und weiter um 450 für die Imster Laurentiuskirche mit einer Chorschrankenplatte und dem eingearbeiteten Christusmonogramm belegt. Damit wird auch für das Kirchenpatrozinium des hl. Laurentius in Bichlbach - direkt an der römischen Heerstraße Via Claudia Augusta gelegen - eine frühchristliche Funktion angenommen



451keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Hunnen ziehen durch das Donautal in Richtung Nordwesten



454keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ende der Herrschaft der Hunnen durch den Tod Attilas



457keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Römer wehren Einfälle der Alamannen ab



458keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die fränkischen Merowinger bauen ihre Macht aus



476keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zerfall des römischen Reiches



482keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Chlodwig I. folgt seinem Vater Childerich I. auf den Thron. Er wird das Großreich der Franken begründen



496keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Franken schlagen die Alamannen in der Schlacht bei Zülpich, das nördliche Gebiet der Alamannen zwischen Neckar, Schwäbischer Alb und Main wird daraufhin dem fränkischen Reich einverleibt



506keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der römische Niedergang ruft kriegerische Auseinandersetzungen hervor, welche auch für das Außerfern richtungsweisend sind. So versuchten die Alamannen nach gescheiterten Widerstandskämpfen gegen die Franken, sich unter den Schutz der Ostgoten zu stellen. Doch ging diese Phase schon 536 zu Ende und das alamannisch beeinflusste Gebiet des nachmaligen Außerferns wurde dem Frankenreich als 'Herzogtum Alamannia' eingegliedert



536keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Bevölkerungszahl nördlich der Alpen nimmt stark ab. Kriege, Missernten und Seuchen jener Zeit gehen der Wissenschaft zufolge auf eine Kälteanomalie zurück, welche ihren Ursprung möglicherweise in mehreren Vulkanausbrüchen hat. Die meisten Ansiedlungen im direkten Alpenvorland werden daraufhin aufgegeben und verlassen

Der oströmische Kaiser Justinian greift die Ostgoten in Italien an. Die Goten versuchen ihr Reich zu verteidigen, als von Norden die Franken einzufallen drohen. Um eine fränkische Invasion abzuwenden, treten die Goten Gebiete im Norden und Westen ab. Dadurch endet auch das Protektorat über die Alamannen



542keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die sogenannte Justinianische Pest (vermutlich eine durch Poken ausgelöste Pandemie) breitet sich in Mitteleuropa aus. Ob auch das Gebiet des Außerferns davon betroffen war ist nicht überliefert, kann jedoch als wahrscheinlich angesehen werden



545keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Fränkische Truppen ziehen über die Alpen nach Oberitalien und besetzen dort mehrere Landstriche



550keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Erstmalige urkundliche Erwähnung der Baiuwaren (oder Bajuwaren)



553keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Alamannische und fränkische Heerhaufen durchstreifen Italien, Teile davon werden aber im Folgejahr vernichtend geschlagen



557keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Erneut entflammt die Pest in Mitteleuropa



585keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Wandermönch Gallus missioniert als Jünger unter der Führung des Columban im Frankenreich



599keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Pest wütet im Frankenreich



600keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
die im 6. Jahrhundert gebräuchliche Runenschrift ist im Rückgang begriffen



610keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Columban und Gallus missionieren im Gebiet von Bregenz

Alamannen kämpfen im Gebiet der heutigen Nordschweiz gegen jurassische Truppen



612keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Mönch Gallus gründet eine Einsiedlerklause, später wird daraus das Kloster und die Stadt Sankt Gallen hervorgehen



650keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Funde mehrerer metallischer Artefakte - darunter auch eine Fibel aus Bronze - legt die Vermutung nahe, dass sich im Bereich der heutigen Ruine Ehrenberg eine alamannische Höhensiedlung befunden hat



660keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Christentum scheint im nördlichen Alpenvorland Fuß zu fassen



722keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der fränkische Hausmeier Karl Martell unterwirft die Bajuwaren und Alamannen mit Waffengewalt



723keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Alamannen und Bajuwaren brechen ihren im Jahr zuvor gegebenen Friedenseid und stellen sich gegen den Franken Karl Martell



730keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Fränkischer Feldzug gegen den Alamannenherzog Lantfrid



738keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Gründung des Bistums Augsburg unter dem Bischof Wikterp, vermutlich ein gebürtiger Epfacher



740keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Gründung einer Missionszelle in Kempten



743keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Alamannenherzog Theudebald kämpft an der Seite des Bajuwarenherzogs Odilo gegen den fränkischen Hausmeier Karlmann. Am Lech erleiden sie jedoch eine Niederlage, weitere Gefechte folgen



746keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein Aufstand der Alamannen wird durch Karlmann niedergeschlagen. Bei dem sogenannten Blutgericht zu Cannstatt werden in Folge zahlreiche alamannische Adlige hingerichtet. Damit endet die Existenz Alamanniens unter alamannischen Herzögen, künftig wird es als Teil des Frankenreiches von fränkischen Grafen verwaltet



747keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Pippin der Jüngere wird nach dem Rücktritt seines Bruders Karlmann Hausmeier im gesamten Frankenreich



748keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Gründung von Missionszellen bei Waltenhofen (Schwangau) und Füssen



750keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Maginold (Magnus, St. Mang) wirkt als Missionar im Gebiet von Füssen (fauces) und auch im Bereich des Außerferns



752keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Gründung des Klosters Kempten aus einer vorangegangenen kleinen Zelle durch Audogar



763keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Imst wird erstmals urkundlich als "in opido Humiste" erwähnt



764keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In den Chroniken wird von einem "extrem kalten und langen Winter" berichtet



784keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Während des Hungerjahres 784 soll rund ein Drittel der mitteleuropäischen Bevölkerung gestorben sein -> ein Auslöser für diese Anomalie scheint noch nicht gefunden



788keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Herzogtum Baiern wird durch Karl dem Großen dem Frankenreich einverleibt



792keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im ganzen fränkischen Reich herrscht eine Hungersnot



795keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Beginn des sogenannten mittelalterlichen Optimums - einer klimatischen Gunstphase welche in etwa im Zeitraum Ende des 8. Jahrhunderts bis um 1200 anhält



811keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kaiser Karl der Große unterstellt das damalige Außerfern dem Bistum Füssen und damit auch dem fränkischen Keltensteingau (Keltinstein, Geltinsteingowe), dass in etwa das heutige Ostallgäu umfasste und weit in das Tiroler Lechtal hineinreichte

Vermutlich umfasste das Gebiet das Areal bis nach Vorderhornbach und beinhaltete darüber hinaus auch das Tannheimer Tal in Form eines Jagdgebietes



819keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Welf I. tritt als Urahn des Welfengeschlechts in das Licht der Geschichte. Die Welfen werden später auch für das Außerfern von Bedeutung sein



821keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein extrem strenger Winter lässt sogar Rhein und Donau zufrieren. Viele Menschen und Tiere sterben den Kältetod



829keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Karl der Kahle erhält von seinem Vater Ludwig I. das Herzogtum Schwaben und wird Herzog von Alemannien



840keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kaiser Lothar I. gewährt den Venezianern das Privileg, auf dem Fluss Po Handel zu treiben. Daraufhin erfuhren auch die alten Handelsrouten über die Alpen durch die Warentransporte eine Belebung

Gründung des Benediktinerklosters St. Mang in Füssen und Heiligsprechung des Magnus



843keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Gemeindegebiet von Breitenwang wird ein karolingischer Königshof vermutet, welcher aufgrund der Fernpassstrecke entstand und ähnlich einer römischen mansio als Straßen- bzw. Raststation gedient haben könnte



850keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Aus dem Engadin stammende Rätoromanen besiedeln das Paznaun- und teilweise auch das Stanzertal

Es wird von einer Hungersnot berichtet



888keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Endgültiger Zerfall des Frankenreiches

Das sogenannte italienische Fieber (vermutlich eine Erkrankung durch ein Grippevirus) fordert viele Tote in Europa



900keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Vermehrt Siedlungstätigkeiten im Außerfern

Bajuwarische Siedler aus dem Inntal lassen sich im weiträumigen Becken unterhalb des Wetterstein-Massives nieder und nutzen die Seitentäler rechts des Lechs als Almflächen

Aus dem Raum zwischen Lech und Iller, also aus dem Allgäu, kamen Hirten mit alamannischen Wurzeln (die sogenannten Bodensee-Alamannen über die Jöcher ins mittlere Lechtal und Gefolgsleute aus dem Stammesherzogtum Schwaben in den Raum des Reuttener Beckens) um hier ihr Vieh zu weiden. Sie werden bald sesshaft, machen die Almen winterfest und beginnen einige Zeit später mit der Rodung der Wälder und Aulandschaften



909keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Ungarn fallen in Schwaben ein



910keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein fränkisches Heer wird am 22. Juni auf dem Lechfeld bei Augsburg von den Ungarn vernichtet



911keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation entsteht und knüpft an die Idee des erneuerten Römerreiches an



915keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nach dem Erlöschen der Linie der Karolinger im Frankenreich gewinnt der Zweig der schwäbischen Welfen zunehmend an Macht und Einfluss



920keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kämpfe und Schlachten zwischen Burgundern und Schwaben westlich des Bodensees



921keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Ungar Fürst Tarhos streift mit seinen Reiterhorden zunächst kampflos durch Bayern und verheert anschließend Schwaben



927keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das italienische Fieber fordert zahlreiche Todesopfer



932keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
König Heinrich I. hält am 1. Juni in Erfurt eine Reichssynode ab. Er versichert sich der Gefolgschaft der Sachsen, Franken, Schwaben und Bayern gegen die Ungarn



935keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Um etwa 935 kommt es unter Hermann I. Herzog von Schwaben zu mehrmaligen Übertritten über die Alpenpässe



939keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Frühjahr kommt es zum Ausbruch des isländischen Eldgjá, einer Vulkanspalte des Katla-Systems. Bereits im Sommer kommt es zu ersten Missernten auf der nördlichen Nordhalbkugel. Die Ernteausfälle und die daraus resultierenden Hungersnöte halten bis in das Jahr 941 an



940keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kempten wird durch die Ungarn zum Teil verheert



955keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Otto I. der Große, siegt am 10. August über das Reiterheer der Magyaren in der Schlacht auf dem Lechfeld. Damit enden die mehr als 50 Jahre andauernden Ungarneinfälle



962keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Otto I. lässt sich in Rom durch Papst Johannes XII. zum Kaiser krönen. Das Ostfrankenreich entwickelt sich zum Heiligen Römischen Reich



963keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Sage des Heinrich von Kempten (Otto mit dem Bart) wird mit der Belagerung König Berengars II. in San Leo (Felsenburg San Leone) bei San Marino durch Kaiser Otto in Verbindung gebracht



992keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Welfe Rudolf übergibt einen Stahlzins aus seinen Bergwerken bei Füssen an das Kloster St. Gallen



1000keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Gebiet das heute jenem des Außerferns entspricht wird in einer Urkunde als "Silva inter Oenem et Licum" genannt. Was übersetzt so viel bedeutet wie "Wald zwischen Inn und Lech"

Die Welfen besitzen mehrere Höfe in Pinswang, Breitenwang und im Bereich Zwischentoren bis an die Wasserscheide bei Bichlbach/Lähn. Links des Lech wurden sie vom Füssener Kloster St. Magnus in der Aschau und Vils als Vögte eingesetzt



1004keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
König Heinrich II. führt sein Heer von Augsburg "durch die Tiroler Gebirge" gegen Italien



1006keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auf der Insel Java ereignet sich ein gewaltiger Ausbruch des Vulkans Merapi



1010keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kälteanomalie 1010/11



1011keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Es wird von einem außerordentlich strengen Winter berichtet, eine Viruserkrankung fordert zudem einige Opfer



1020keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Larinmoos wird erstmals urkundlich erwähnt. Allerdings nicht als Siedlung, sondern als Grenzgebiet. Das Gebiet um Lermoos befand sich damals im Besitz der Herren von Starkenberg und der Stifte Füssen, Steingaden und Schwangau

Im selben Zeitraum wird beispielsweise im schweizerischen Aargau auch die Stammburg der Habsburger errichtet - die Habsburg



1042keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Beginn einer Hungersnot in Süddeutschland und auch Tirol - sie wird erst im Jahr 1049 wieder abklingen



1059keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Salier-König Heinrich IV. schenkt dem Bischof von Augsburg den Forst- und Wildbann im Gebiet zwischen den Oberläufen der Iller und des Lechs, was unter anderem auch das Recht auf Rodung und Anlegung von Siedlungen beinhaltet



1061keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In ganz Mitteleuropa herrscht Hunger



1070keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Welf IV. erhält das Herzogtum Bayern als Lehen, er war auch der einzige Erbe der welfischen Besitzungen in Schwaben



1077keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Allgäu herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände nachdem der Schwabenherzog Rudolf von Rheinfelden im Zuge des Investiturstreits (politischer Konflikt zwischen geistlicher und weltlicher Macht) als Gegenkönig Heinrichs IV. ausgerufen wird

Es herrscht ein strenger Winter, dessen Kälte sogar den Bodensee zur Gänze zufrieren lässt



1079keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Friedrich I. (Staufer) bekommt zu Ostern das Herzogtum Schwaben verliehen

Bei Bregenz kommt es zu Kampfhandlungen zwischen dem Abt von Sankt Gallen und den Grafen von Bregenz. Der Herzog Welf rächte sich, indem er die an seinen Besitz angrenzenden Gebiete verwüstete, was bei der dort bis dahin heimischen Bevölkerung zu einer Fluchtbewegung führte, woraufhin sich auch im entlegenen und dicht bewaldeten Bregenzerwald einige neue Siedler sich niederließen



1082keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der seit Jahren andauernde Investiturstreit erreicht seinen vorläufigen Höhepunkt, große Unruhen erschüttern die Gebiete dies- und jenseits des Alpenbogens



1090keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Salier Kaiser Heinrich IV. unternimmt seinen zweiten Italienfeldzug über die Alpenpässe um der Allianz aus Mathilde von Canossa und Welf V. von Bayern entgegenzutreten



1094keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Breitenwang scheint erstmals urkundlich auf

Mit der Aussöhnung zwischen den Welfen und Heinrich IV. kommt es zur Ausrufung des Gottesfriedens, woraufhin die meisten Kampfhandlungen im Schwabenland beendet werden



1095keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Erstmalige Nennung Pinswangs

Papst Urban II. ruft auf der Synode von Clermont zum ersten Kreuzzug auf



1100keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Über den Hauptkamm der Lechtaler Alpen kommen bayerische Kolonisten und lassen sich in sogenannten Schwaighöfen in den Seitentälern des Lechtals nieder

Auch im Tannheimer Tal kommt es zu einer Siedlungswelle. Es sind schwäbisch-alamannische Siedler aus dem benachbarten Allgäu die sich in der Talsenke niederlassen

Die von ihren Landesherren unterdrückten und somit vertriebenen Walser besiedeln das oberste Lechtal (Zürs, Lech, Warth und die Steeger Fraktionen Gehren und Lechleiten). Diese als tüchtige Bauern bekannten Siedler wurden von den Grafen von Montfort angeworben und mit allerlei Rechten ausgestattet

Die Tiroler Landesfürsten beschneiden die Rechte des Bischofs von Augsburg in den Gebieten des nachmaligen Außerferns massiv. Durch ihren großen Einfluss konnten sie eine Verlegung der Territorialgrenzen erreichen - so wurde der Grenzverlauf nicht mehr am Lech entlang, sondern am Kamm der Allgäuer Alpen festgelegt



1110keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Heinrich V. überschreitet mit 30000 Rittern die Alpen um nach Italien zu ziehen



1117keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 3. Januar ereignet sich im süddeutschen Raum ein Erdbeben der Stärke 6,4. Das Epizentrum lag dabei offenbar bei Meersburg am Bodensee. Die Erschütterungen waren aber auch im Bereich des Allgäus zu spüren



1120keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Urkunden wird ein Besitztum des Klosters Rottenbuch im Bereich Pinswang genannt, welches auch ein Erzabbaurecht beinhaltet



1125keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Lothar III., Herzog von Sachsen, wird am 30. August in Mainz zum deutschen König gewählt. Im Herbst kommt es bereits zu einer ersten Auseinandersetzung Lothars III. mit den Staufern



1133keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 4. Juni wird König Lothar III. zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt



1137keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 4. Dezember stirbt Kaiser Lothar III. auf dem Rückweg eines Kaiserzuges aus Rom in einem "ärmlichen Haus" in Breitenwang



1146keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Beginn des Zweiten Kreuzzuges



1150keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Bereich von Biberwier wird ein Schwert, vermutlich als Opfergabe, abgelegt: "...etwa anlässlich eines glücklich überstandenen Kriegszuges dargebracht..."



1155keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Friedrich I. Barbarossa wird am 18. Juni zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt



1158keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Staufer Friedrich I. Barbarossa überquert im Zuge eines Italienzuges zusammen mit 10000 Rittern die Alpen



1166keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark




1173keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nach einem langen und schneereichen Winter folgt eine außergewöhnliche Dürre



1189keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 11. Mai bricht das Heer Friedrich Barbarossas zum Dritten Kreuzzug auf



1190keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kaiser Friedrich I. Barbarossa ertrinkt im Königreich Kleinarmenien während der Überquerung des Flusses Saleph



1191keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Sämtlicher welfische Besitz im Außerfern geht an die Staufer über



1194keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine schwere Hungersnot herrscht in Europa - sie wird sich bis 1197 fortsetzen



1197keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Beinahe ganz Europa wird von Hungersnöten geplagt



1198keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Thronstreit zwischen den Staufern und Welfen



1202keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 19. August beginnt der Vierte Kreuzzug



1212keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Markgraf Bertold von Ronsberg stirbt und vererbt seine Außerferner Besitzungen (Fischerei-Recht am Heiterwanger- und Plansee, Höfe im Bereich des Ehrwalder Beckens) an seine beiden Schwager



1218keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
König Friedrich II. bestätigt dem Kloster St. Magnus in Füssen die vollumfängliche Rechtsobrigkeit in der Aschau, welche vom Hof Musau bis zum Hornbach reicht



1220keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Unter den Staufern wird die Burg Vilsegg errichtet



1227keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Von kirchlicher Seite wird das im Volk noch immer auftretende Heidentum gerügt, wie etwa das Anbeten von Baumgeistern oder Quellen

Am 10. Oktober verbrieft König Heinrich VII. dem Kloster zu Füssen das Recht, "in bürgerlichen Sachen und bei leichteren Freveln der Bauern und Hörigen des Klosters selbständig zu richten und zu strafen". Nur bei schwerwiegenderen Vergehen solle der Probst von Schongau hinzugezogen werden



1228keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Friedrich II. (Staufer) begibt sich auf einen Kreuzzug in Richtung Jerusalem. Mit dabei sind auch zahlreiche Söldner und Kriegsleute aus Schwaben



1241keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Graf Ulrich von Ulten verkauft seine Besitztümer im Ehrwalder Becken an den Staufer Kaiser Friedrich II.



1250keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Pinswang wird die Höhlenburg Schloss Loch erbaut, der Höhlentrakt - so wird vermutet - könnte schon seit der Steinzeit als Jagdstation gedient haben

In einer Urkunde wird unter den Besitzungen des Welfenklosters Weingarten ein Maierhof in Zaumberg am Alpsee bei Immenstadt genannt, zu dessen Ausstattung auch sechs im Lechtal befindliche Alpen gehören: "...Crapah, Oberpopah, Westerpopah, Niderpopah, Houakir und Gaispuohil..."
(Mögliche) heutige Entsprechungen wären: Krabach(tal), Hintere Bockbachalpe, Wösteralpe, Bockbacher Alpe, Kienberg?, Bockbichl bei Birchetsgump?



1256keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
König Konrad IV. verpfändet die Vogtrechte über die Aschau an den Ritter Hermann von Sulzberg, der "das Kloster Füssen und dessen Angehörige in der Aschau hart bedrängte"



1257keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Indonesien bricht auf der Insel Lombok der Samalas-Vulkan aus. Der Ausbruch gilt als die mächtigste Eruption der letzten 7000 Jahre



1258keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In ganz Europa herrschen Dauerregen und Missernten



1259keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Meinhard II. - Graf von Görz, Graf von Tirol - heiratet Elisabeth von Wittelsbach, die Witwe des Stauferkönigs Konrad IV. welcher bereits 1254 verstorben war. Sie bringt als Mitgift staufische Gebiete - welche sich auch auf das heutige Außerfern erstreckten - in die Ehe mit (siehe 1268)



1263keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Burg Vilsegg wird erstmals urkundlich erwähnt



1265keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auf Schloss Loch wird ein Conradus de Foramine als Burgmann der Hohenegger genannt

Heinrich von Rettenberg verkauft Leibeigene zu Breitenwang, Roßhaupten und Waltenhofen am Lech an das Kloster Füssen



1266keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Meinhard II. hat als erster Tiroler Landesherr die Hoheit über Gebietschaften im heutigen Außerfern, welche sich wohl über die drei Ansiedlungen im Moos bei Ehrwald erstreckten. Das Gebiet ging aus dem vormaligen Besitz der Staufer (Stift Steingaden und der Herren von Schwangau) an den Tiroler über



1268keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Mit Konradin stirbt am 29. Oktober der letzte legitime männliche Erbe aus der Dynastie der Staufer. Er wird an diesem Tag im Namen seines Widersachers Karl I. von Anjou in Neapel enthauptet

Mit dem Tod Konradins fallen weitere Besitzungen an Meinhard II. von Görz-Tirol (siehe 1259)



1270keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Kleinwalsertal wird über den Hochalppass von fünf ausgewanderten Familien aus dem schweizerischen Oberwallis besiedelt



1273keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Stift Stams wird durch Graf Meinhard II. von Tirol gegründet

Am 1. Oktober wird Rudolf I. als erster Habsburger zum römisch-deutschen König gewählt



1274keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Grafen von Tirol nehmen die Besitzungen des Klosters Füssen in der Aschau unter ihre Gewalt

Kälte bis weit in die Sommermonate hinein



1275keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Wetterkapriolen, generell zu feucht und auch zu kalt



1277keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Tirol herrscht eine Hungersnot



1278keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Reutte wird erstmals urkundlich erwähnt

In den Chroniken wird für den 21. Februar eine sogenannte Seegfrörni am Bodensee gemeldet - ein Phänomen, welches den Bodensee während sehr kalter und strengen Wintern zur Gänze zugefrieren lässt



1280keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In den Chroniken wird teilweise von einem sehr niederschlagsreichen Jahr berichtet



1281keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Wieder wird von einem kalten und schneereichen Winter berichtet



1285keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Verhältnismäßig warmer und feuchter Winter



1286keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Meinhard II., Graf von Tirol und Görz, wird von König Rudolf I. zum Reichsfürsten erhoben

Namlos wird erstmalig in einer Urkunde erwähnt



1288keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Heiterwang scheint erstmals in Urkunden auf



1289keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In weiten Teilen Europas gibt es einen überdurchschnittlich warmen Winter



1293keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Erstmalige urkundliche Nennung der Festung Ehrenberg



1294keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Forchach gelangt aus dem Besitz des schwäbischen Ritters Konrad von Weizern an das Stift St. Magnus in Füssen



1296keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein Eintrag in einem Dokument weist als "iudicium extra Verren" auf das Gericht außerhalb des Fernpasses (Außerfern) hin



1298keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Urkunden scheint zum ersten Mal das iudicium Erenberch auf, also das Gericht Ehrenberg



1300keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Hohenegger erhalten Vilsegg als Lehen von der Fürstabtei Kempten

Es gibt gezielte Rodungstätigkeiten um Bergwald in Weideflächen umzuwandeln. Erste größere Almflächen entstehen



1304keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Heinrich von Luxemburg zieht mit zahlreichen Rittern über die Alpen gegen Italien



1305keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ehrenberg wird erstmals als Tiroler Grenzfestung genannt - somit ist anzunehmen, dass das Zwischentoren mehr oder weniger einheitlich unter der Herrschaft der Tiroler Landesherren stand



1313keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bei einem Kampf um die Höhlenburg Schloss Loch gewinnen die Tiroler Landesfürsten gegen ihre Kontrahenten - dem Herzog von Bayern und dem Bischof von Augsburg. Somit wird Pinswang zu einem Tiroler Ort

Der Tiroler Landesfürst überlässt die Burg Falkenstein dem Bischof von Augsburg

Die Herren zu Rettenberg schenken ihre Besitzungen bei Elbigenalp dem Stift Stams



1315keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Starke Regenfälle und außerordentlich kalte Winter machen den Menschen zu schaffen. Die bereits Ende des 13. Jahrhunderts begonnene sogenannte Kleine Eiszeit hält ganz Mitteleuropa in ihrem Würgegriff. Ausgelöst wurde diese Kaltphase von mindestens vier Vulkanausbrüchen im äquatornahen Bereich, welche sich in der Zeit von 1250 bis 1300 ereigneten und große Mengen Asche bis in die Stratosphäre schleuderten

In Bayern wird von einer Hungersnot berichtet



1316keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auch in diesem Jahr gibt es eine große Hungersnot



1317keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine Talsperre bei Ehrenberg wird erwähnt

Die Hungersnot hält nach einem langen und kalten Winter mit viel Schnee weiterhin an



1323keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Geburtsstunde der Tiroler Schützen, einer seit dem 13. Jahrhundert traditionellen Schützenvereinigung, welche durch Mitglieder aus allen Ständen bestand und im Kriegsfall die Landesverteidigung übernahm



1327keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Siedlung Vils wird durch Kaiser Ludwig dem Baiern zur Stadt erhoben, gehört zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht zu Tirol



1328keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kampfhandlungen im Bereich der Höhlenburg Schloss Loch bei Pinswang



1330keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 28. April wird das Kloster Ettal im Graswangtal durch Kaiser Ludwig dem Bayern gegründet



1331keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Stift Stams erwirbt das Alpgebiet Jungholz



1333keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Kloster St. Magnus in Füssen erwirbt das Gebiet des heutigen Vorderhornbach und gibt es zur Rodung frei



1335keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Grafschaft Tirol soll zwischen Habsburgern und Wittelsbachern aufgeteilt werden, was jedoch auf den Widerstand der Tiroler Stände trifft, die sich für ein geeintes Tirol unter Heinrichs - VI. Herzog von Kärnten und Krain sowie Graf von Tirol - Tochter Margarete (Maultasch) und ihrem Mann Johann Heinrich von Luxemburg stark machen



1338keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein Heuschreckeneinfall zieht über Österreich, Tschechien und Bayern hinweg und sorgt für erhebliche Schäden und Ernteausfälle



1342keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Jungholz kommt nach lange währenden Streitigkeiten zu Tirol, um die Vorherrschaft im Tannheimer Tal - welches zu jenem Zeitpunkt größtenteils im Besitz des Grafen Heinrich III. Montfort zu Rotenfels stand - hingegen muss noch lange gerungen werden

Im Tiroler Freiheitsbrief bestätigt der zukünftige Bräutigam der Margarete von Tirol, Ludwig von Wittelsbach die Tiroler Rechte und Freiheiten

Starke Niederschläge führen in weiten Teilen Mitteleuropas zur schwersten bis heute bekannten Hochwasserkatastrophe, dem Magdalenenhochwasser. Zahlreiche Flüsse erreichen ihre bis heute höchsten je gemessenen Wasserstände. (Die Auswirkungen im Außerfern und dem Umland sind [noch] nicht bekannt)



1343keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Juli ziehen Massen von Heuschrecken über die Felder - es folgt ein Hungerwinter (Belege werden noch gesucht! Möglicherweise wurde dieser Vorfall mit jenem von 1338 verwechselt?)



1345keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Beginn einer Kälteanomalie, welche sich bis in das Jahr 1347 fortsetzen wird



1347keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Schwarze Tod bricht aus, die erste Pestepidemie im Europa des Mittelalters



1348keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Lechtal wird der Verwaltung durch das Gericht Ehrenberg unterstellt



1349keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im benachbarten Allgäu kommt es in Folge des großen Sterbens im Lauf der Pest zu einer blutigen Verfolgung von Juden, da sie beschuldigt werden die Brunnen vergiftet zu haben und es deshalb so viele Toten zu beklagen gäbe



1350keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Da die Freiherren von Rettenberg ohne männlichen Nachkommen bleiben, erben die beiden Töchter Elsbeth und Adelheid den Besitz, welchen sie noch im selben Jahr aufteilen. Adelheid erhielt das Tannheimer Tal und das Ostrachtal. Da deren Finanzen aber sehr knapp standen, verkaufte sie den ganzen Erbteil mitsamt ihrem Wohnsitz in Burgberg bei Sonthofen an die Herren von Heimenhofen



1352keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Höhlenburg Schloss Loch wird der Verwaltung von Ehrenberg unterstellt und damit zu einem Vorwerk der Burg am Katzenberg über Reutte



1354keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 7. Dezember wird Ehrenberg an Herzog Albrecht II. von Österreich verpfändet. So kommt das damalige Außerfern zu Österreich. Somit kann das Außerfern von sich behaupten, bereits 9 Jahre länger als das übrige Tirol österreichisch zu sein



1361keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Wieder entvölkert die Pest ganze Landstriche

Die Gebrüder Oswald und Marquard teilen die Herrschaft Burgberg unter sich auf. Zu der Linie des Marquard gehört damit auch das Tannheimer Tal

Eine ungewöhnlich strenge Kälte hält Tirol und das heutige Außerfern im Griff



1362keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der isländische Vulkan Hvannadalshnúkur, als Teil des Vatnajökull, bricht aus



1363keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Tirol, und mit ihm das Außerfern, kommt erstmals unter die Herrschaft der Habsburger, dessen Oberhaupt zu jener Zeit Herzog Friedrich IV. war



1367keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein gewisser Hans Fugger lässt sich als Weber in Augsburg nieder



1369keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im sogenannten Frieden von Schärding zwischen Stephan II. von Bayern-Landshut und dem österreichischen Herzog Albrecht III. wird der Streit um die Herrschaft über Tirol beigelegt. Bayern verzichtet auf Tirol, fordert jedoch eine finanzielle Entschädigung und den Verbleib einiger Gerichte des heutigen Tiroler Unterlands bei Bayern



1374keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Starke Niederschläge führen zu einem großen Hochwasserereignis



1375keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Alten Akten zufolge dürfte der erste Kirchen- oder Kapellenbau in Vils (heutige St. Anna Kirche) auf das Jahr 1375 zurückgehen. Errichtet als Filiale des St. Mang-Gotteshauses zu Füssen



1377keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Tannheimer Tal löst sich kirchlich von der Pfarre Sonthofen los und wird zur selbständigen Pfarre erhoben



1378keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Gebiet nördlich der Alpen herrscht ein strenger Winter mit sehr kalten Temperaturen, welche auch über lange Zeiträume anhalten. Am Bodensee gibt es eine Seegfrörne - der Bodensee ist komplett zugefroren



1380keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Bregenzerwald bildet sich die sogenannte Wälderrepublik - eine Selbstverwaltung der Bauernschaft mit eigener Verfassung, sowie der Hoch- und Blutgerichtsbarkeit



1381keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Ostallgäu kommt es zu Gefechten zwischen der Rittergesellschaft derer vom Löwen und dem schwäbischen Städtebund. Bei Angriffen des Städtebundes wurden Gebiete des augsburgischen Bischofs verwüstet. Der ließ wiederum die Kaufmannsgüter, welche von Venedig kamen, durch seine Ritter von Schwangau, Freiberg, Hohenegg und Mosau bei Füssen wegnehmen



1386keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bau der Schutzherberge (Hospiz) am Arlberg durch Heinrich das Findelkind von Kempten und dessen Helfern. Des Weiteren gründete Heinrich die Arlbergbruderschaft zum Erhalt des für Reisende über den Arlbergpass (speziell in den Wintermonaten) so wichtigen Baus



1393keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ernteausfälle/Hunger? (Belege?)



1394keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Pfarrei Lechtal (Elbigenalp) wird dem Kloster Füssen einverleibt



1395keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Vils wird von der Mutterkirche Füssen abgetrennt und zur selbständigen Pfarre erhoben

Tirol und Vorarlberg; Johann Jakob Staffler (1841)
"...in kirchlicher Beziehung wurde Vils von der Stiftpfarre in Füssen besorgt. Diese Stadt hatte nur eine Filial-Kirche ohne Taufstein und ohne Begräbnißstätte. Andreas Edler von Hohenegg zu Vilsegg und seine Gemahlin, Margarethe geborne von Freiberg zu Eisenberg, stifteten die Pfarre. Sie übergaben zu diesem Zwecke den 2. Hornung 1395 dem St. Magnus-Stifte in Füssen fünf dienst- und vogtfreie Höfe unter der Bedingniß, daß der Stiftspfarrer den bis dahin in Vils bezogenen Groß- und Kleinzehent künftig dem Pfarrer von Vils abtrete..."



1397keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Als das Füssener Kloster mit Genehmigung des Herzogs Leopold von Österreich den Leuten von Füssen und der Aschau einen hohen Steuersatz aufbürden will, kommt es zum Eklat. Unter dem Pfleger von Ehrenberg, Tölzer von Schellenberg, greifen die Bürger das herzogliche Heer an. Es folgen blutige Gefechte, doch letztlich erringen sie einen Sieg und Herzog Leopold setzt die Steuerlast auf die Hälfte des zu Beginn geforderten Betrags fest



1401keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Ober- und Unterlechtal wird kirchlich voneinander getrennt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte lediglich ein vom Kloster Füssen abgestellter Pfarrer in Elbigenalp die ganze Talschaft zu betreuen

Die neue Pfarre Holzgau wird gegründet



1405keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Aufgrund eines Streites über das Recht auf einen Viehtrieb entbrennt ein Streit zwischen Füssen und Vils. Daraufhin besetzen die Füssener die Stadt Vils und plündern diese. Erst durch das vermittelnde Einwirken des Peter von Hohenegg, dem Herrn von Vils, glätten sich die Wogen

Die schweizerischen Appenzeller überschreiten im Zuge ihres Freiheitskrieges gegen die Habsburger den Rhein und verbünden sich mit einer Vielzahl von Städten im vorarlbergischen Rheintal zum sogenannten "Bund ob dem See". Als Dank für seine Unterstützung erhält Graf Wilhelm von Montfort-Bregenz den Bregenzerwald



1406keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Über den Fernpass kommend marschieren die Appenzeller gegen Ehrenberg. Aufgrund einer Bedrohung im eigenen Land werden sie jedoch durch einen Boten zurückgerufen, woraufhin sie über das Tannheimer Tal und Immenstadt in Richtung Heimat abziehen



1407keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Herbst zogen die Appenzeller abermals durch das Außerfern. Über den Flexenpass kommend marschierten sie durch das Lechtal ein. Details über die Verheerungen durch die Appenzeller wurden jedoch nicht überliefert



1408keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Herzog Friedrich IV. von Tirol (Friedel mit der leeren Tasche) erwirbt vom Stift Kempten das Lehen Vilsegg. Als Lehensträger blieben jedoch weiterhin die Herren von Hohenegg im Amt



1414keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Johannes XXIII. kippt mit seinem Wagen auf dem Weg zum Konzil nach Konstanz am Arlbergpass um - 1414 - © gemeinfrei
Im Spätsommer macht sich Papst Johannes XXIII. von Italien aus auf, um zum Konzil in Konstanz zu gelangen. Bei der Überfahrt am Arlbergpass stürzt dessen Wagen um, woraufhin dem Papst angeblich der Ausruf "Hier liege ich in Teufels Namen!" entfuhr




1415keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Allgäuer Söldnerheere aus den Städten Kempten, Kaufbeuren, Memmingen und Augsburg rückten während der Wirren um das Konzil zu Konstanz gegen Ehrenberg vor. Sie belagerten die Klause vom 8. bis zum 23. April, brachen das Unternehmen dann erfolglos ab



1423keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Lermoos erhält einen eigenen Kaplan

Bichlbach kann sich kirchlich von Breitenwang trennen



1424keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 23. Juli kommt es zu einem Hochwasser an der Iller, wobei zahlreiche Brücken an deren Lauf weggerissen werden



1427keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bach wird erstmals urkundlich erwähnt

Der Ort Namlos wird der Gemeinde Berwang unterstellt



1430keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Berwang und Namlos werden dem Gericht Ehrenberg einverleibt



1431keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Hunger (und die Pest?) beuteln das Außerfern

Im Sommer gibt es große Hitze und Trockenheit, der Winter hingegen ist sehr kalt



1432keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Herzog Friedrich IV. 'mit der leeren Tasche' erwirbt Teile des Gemeindegebietes von Nesselwängle
Den Bewohnern des Tannheimer Tals sichert er am 31. August in einer Urkunde dieselben Rechte zu, "wie sie die Leute zu Tanhaim in dem Algew und zu Oberstdorf vor besagtem Kauf im Lechtal gehabt haben..."



1434keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die beiden Burgen Frauenstein und Falkenstein werden von augsburgischen Truppen als berüchtigte Unterschlupfe der Raubritter niedergebrannt



1435keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Große Kälte im Winter, die Seegfrörne hat auch den Bodensee komplett zufrieren lassen

Die Schneeschmelze nach einem langen und harten Winter führt zu Überschwemmungen an den Flussläufen des Alpenvorlands. Am Lech wird dabei auch die mutmaßliche Thingstätte am Gunzenlê nahe dem bayerischen Mering durch das Hochwasser abgetragen. Dieser Versammlungsplatz wurde durch mehrere Jahrhunderte hindurch für feierliche Versammlungen des Adels und als Rastplatz während der Italienzüge der Könige und Kaiser genutzt



1439keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nach dem Tod seines Vaters Friedrich IV. 'mit der leeren Tasche' wird Sigmund zum Herzog, befindet sich aber als Zwölfjähriger zunächst unter der Vormundschaft seines Cousins Friedrich V. von Österreich



1442keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Hans von Schwangau überfällt auf offener Straße zwei italienische Kaufleute, raubt ihre Habe und sperrt sie in den Schwangauer Sinnwelturm. Erst nachdem die Kemptener vor Schwangau Stellung beziehen und die Übergabe der Burg erzwingen, muss auch Hans von Schwangau seine beiden Gefangenen ziehen lassen



1443keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Winter herrscht im Allgäu und dem Außerfern so große Kälte, dass der Lech vollends zugefriert. Zudem zählt der Winter des Jahres 1443 zu den längsten Wintern, seit dem Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen

Möglicherweise kam es südlich von Neuseeland zu einem Meteoriten-Einschlag, welcher in Folge des Impacts den 24 Kilometer großen Mahuika-Krater hinterließ. Gegenwärtig ist dies in der Fachwelt noch Gegenstand der Forschung, da man auch nicht genau sagen kann, welche (klimatischen) Folgen dieser Einschlag nach sich zog



1449keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 12. Februar heiratet Sigmund (Siegmund), Erzherzog von Österreich und Regent von Tirol, seine erste Gemahlin Eleonore von Schottland

Die Stadt Füssen wird angewiesen einen Weg nach Pinswang zu bauen. Für die Nutzung dieses Abschnittes soll die Stadt dann eine Nutzungsgebühr einheben dürfen. Der Tiroler Landesfürst Sigmund der Münzreiche lässt hingegen die Straße von Pinswang über den Kniepass erneuern

Kaufleute aus Augsburg und Nürnberg legen Beschwerde gegen die Zollstelle zwischen Musau und Vils ein, welche von den Herren von Hohenegg dort betrieben wird



1451keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Geschlecht der Starkenberger - einst Grundbesitzer im Gebiet des nachmaligen Außerferns - stirbt aus



1453keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Streitigkeiten um die Besitzungen bei Nesselwängle werden beigelegt. Der Augsburger Bischof verzichtet auf die Ansprüche und somit fällt Nesselwängle dem Tiroler Erzherzog Sigmund 'dem Münzreichen' zu. Damit werden die Nesselwängler zu Tirolern



1454keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Kloster Füssen versucht sich vom Bistum Augsburg zu trennen und unter den Schirm des Herzogs Sigmund von Österreich-Tirol zu stellen. Dieses Vorhaben wird jedoch durch Bischof Peter von Augsburg vereitelt



1455keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Durch die voranschreitende Verarmung der Edelleute nimmt das Raubrittertum überhand. Regelmäßig werden Kaufmannszüge auf den Handelsstraßen überfallen und städtische Anwesen, sowie auch Bauernhöfe auf Diebestouren geplündert



1456keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Ort Mittewald wird durch eine Lawine zerstört. An einer anderen Stelle bauen die Überlebenden einen neuen Ort auf, den sie 'Lähn' nennen

Graf Haug (Hugo?) von Montfort erwirbt vom Bischof in Augsburg das Recht auf den Wildbann im Tannheimer Tal



1459keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Kloster zu Füssen erwirbt Grundzinse in Lermoos und Biberwier



1460keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Schlacht am Buchenberg bei Kempten, wird zwischen Schweizer Söldnern und den Soldaten des Fürststifts Kempten am 17. März ausgefochten und endet mit einem Sieg der Eidgenossen



1464keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Reuttener bauen eine Brücke über den Lech und eröffnen eine Zollstelle

Tannheim wird Sitz eines Niedergerichtes



1465keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Kirchen Aschau, Breitenwang und Bichlbach werden dem Kloster in Füssen einverleibt

Große Kälte im Winter, am Bodensee tritt die Seegfrörne ein



1470keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Füssen erhält das Recht einen eigenen Durchgangszoll einzuheben

Ein harter und kalter Winter (Seegfrörne am Bodensee)



1471keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Reutte bekommt das 'Niederlagsrecht', somit müssen die Waren nun im Ort zwischengelagert werden



1472keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In einem Streit wegen unrechtmäßiger Aneignung von Gütern und Untertanen schließen die Herren von Waldburg, Laubenberg, Werdenstein, Heimenhofen und der Stadt Kempten ein Schutz- und Trutzbündnis gegen Graf Hug von Montfort-Rotenfels

Herzog Sigmund verleiht dem Pfleger zu Kronburg, Hans Klammer, das Recht zum weiteren Ausbau (ein eingeschränkter bergbaulicher Betrieb war bereits im Gange) des Eisenbergwerkes im Almajurtal. Zur gleichen Zeit wird auch ein Eisenbergwerk im Alperschontal (Feustarb?) erwähnt



1473keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Große Trockenheit und Hitze



1477keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Georg Gossembrot (Jörg Gossenbrot?) wird als Pfleger auf Ehrenberg eingesetzt - er leiht Erzherzog Sigmund "dem Münzreichen" wiederholt Geld, woraufhin dieser Gossembrot die Burg Ehrenberg als Pfandschaft übergibt. Gossembrot gilt indirekt als ausgesprochener Förderer der damaligen Region, da auf sein Betreiben (siehe 1488) der Warenverkehr von Süden in Richtung Augsburg über den Fernpass und Ehrenberg geleitet wurde. Zuvor wurde stets die Strecke über den Zirler Berg und Garmisch-Partenkirchen befahren

Jörg von Heimenhofen ist auf Grund der prekären finanziellen Lage gezwungen, Teile seiner zu der oswaldischen Linie gehörigen Besitzungen welche zur Burg Fluhenstein gehören an Bischof Johann von Augsburg zu verkaufen. Dazu zählen auch die Einkünfte der Leute von Oberstdorf, Rubi, Berg, Reichenbach, Schöllang, Burgegg, Hinang, Hindelang und Tannheim, sowie seinen Anteil am Vilsalpsee

In der Liebfrauen-Kirche in Vils wird die Katharinakapelle errichtet



1480keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Dauerregen und eine späte Schneeschmelze bringen Mitte/Ende Juli die Bäche und Flüsse zum Überlaufen



1481keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Tiroler Landesfürst Sigmund erwirbt von den Herren von Schwangau das Jagd-, Geleit-, Zoll- und Gerichtsrecht

Der Richter Paul Stickel wird durch den Pfleger von Ehrenberg, Jörg Gossenbrot, auf Geheiß Erzherzogs Sigmunds auf der Dingstatt zu Tannheim eingesetzt



1482keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Dorf Häselgehr wird für die Salztransporte durch das Lechtal eine Salzstation eingerichtet



1483keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 16. April zieht der Dominikanermönch Fratris Felicis (Felix) Fabri im Tross einiger Ritter, welche sich auf dem Weg in das Heilige Land befinden, durch das Außerfern. Im Januar 1484 passiert der Mönch bei seiner Rückkehr von seiner Pilgerreise abermals das Außerferner Gebiet. Er hält die Erlebnisse und die Stationen der Reise in dem Werk Evagatorium, der Bericht über die Reise ins Heilige Land für die Nachwelt fest



1485keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Sigmund schließt einen Vertrag über die Rechte im Tannheimer Tal und der linksufrigen Seite des Lechtals. Streitigkeiten verzögerten aber die Erfüllung des Vertrags, sodass es erst 1531 zu einer tatsächlichen Einigung kam



1486keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 16. Februar wird Maximilian I. in Frankfurt am Main zum König des Heiligen Römischen Reiches gewählt



1487keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Erzherzog Sigmund erklärt den Venezianern den Krieg und lässt sofort alle in seinen Ländereien befindlichen Kaufleute überfallen und ausrauben. Schon kurze Zeit später beanspruchten auch die Ritter Kaspar von Laubenberg, Stephan von Schwangau, Hans von Freiberg und die von Hohenegg dieselbe Methode für sich und beraubten durchfahrende Händler ihrer Waren bei Füssen. Die geraubten Gegenstände verbrachten sie anschließend auf Eisenberg, Schwangau, Wagegg und in das Städtchen Vils

In Vils wird ein Spital (Seelhaus) errichtet. Die nötigen finanziellen Mittel werden vom Vilser Pfleger Hans Springer gestiftet



1488keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Sigmund erlässt auf Georg Gossembrots Betreiben die Anweisung, die Handelswaren für Augsburg künftig anstatt über den Zirler Berg über die Ehrenberger Klause zu transportieren

Im Gebiet von Pinswang kommt es zu einem Grenzstreit zwischen Füssen und Tirol

Reutte erhält das Recht einen Wochen- und zwei Jahrmärkte abzuhalten

Ein strenger Winter lässt die Iller als auch den Lech zugefrieren



1489keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Dörfchen Reutte wird von dem Habsburger Erzherzog Sigmund 'dem Münzreichen' am 5. Juni zum Markt erhoben

Der Bischof von Augsburg tritt seine Rechte im Tannheimer Tal an das Haus Habsburg ab

Der Bischof von Augsburg strengt beim Schwäbischen Bund eine Klage gegen Haug von Montfort wegen der Errichtung eines Bergwerkes am Hindelanger Erzberg an. Nach der Ausführung des Augsburger Bischofs würde dem Montforter nur der Wildbann im Ostrachtal zustehen, auf der Allmende von Oberdorf habe er jedoch zudem widerrechtlich eine Schmelze als auch ein Hammerwerk errichtet



1490keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Erzherzog Sigmund übergibt sein Amt an Maximilian I. Dieser wahr wohl der bedeutendste Landesfürst für das Außerfern, traf man ihn doch häufig in diesem Gebiet an, als er seiner Leidenschaft, dem Jagen und Fischen, nachging. Die Region um den Plansee war die vom Kaiser am häufigsten frequentierte, da hier der Heiterwanger See mit seinem Fischreichtum lockte und er an den Ufern des Plansees der Jagd nachgehen konnte



1491keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Winter herrscht eine große Kälte

Das Außerfern und auch das Allgäu sucht eine Hungersnot heim



1493keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 22. März gestattet König Maximilian in einem Schreiben den Leuten von Reutte und Breitenwang, dass den Ammerwald roden und Wiesmähder daraus machen dürfen

Maximilian I. tritt nach dem Tod seines Vaters Friedrich III. die Nachfolge im Reich an



1494keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Kaiser Maximilian besucht den Plansee für eine Bärenjagd. Diesem vermutlich ersten Jagdausflug des Regenten werden noch viele weitere folgen

Maximilian vergibt Reutte das Privileg zur Errichtung eines Kornhauses und eines Salzstadels



1495keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Grenzstreitigkeiten zwischen den Leuten von Reutte und den Ettalern im Gebiet des Ammerwaldes



1496keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der für das Außerfern so wichtige Erzherzog Sigmund (Siegmund) von Österreich und Regent von Tirol und Vorderösterreich (damit waren früher die Vorlande Tirol, Vorarlberg und Teile des heutigen Allgäus gemeint) verstirbt am 4. März



1499keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nach einem Angriff von Tirolern auf das Münstertal in Graubünden kommt es zum sogenannten Schwabenkrieg, in welchem sich die Schweizer Eidgenossen gegen den Schwäbischen Bund und das Haus Habsburg stellen. Auch der Ehrenberger Pfleger, Jörg Gossembrot, erhebt sich gegen die Eidgenossen



1500keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In alten Urkunden wird für diese Zeit von einem Bergbaugebiet im Bereich des Seebensees bei Ehrwald berichtet

In Reutte wird an Stelle einer früheren Kapelle die Kirche zur Hl. Anna erbaut

Die ursprünglichen politischen Gebietskörperschaften waren die Anwaltschaften, die Vorgängerversion der heutigen Gemeinden. Solche Anwaltschaften bestanden örtlich: 3 im Lechtal (Ober-, Mitter- und Unterlechtal), Tannheim, Lermoos, Bichlbach, Heiterwang, Aschau

In den Jahren um 1500 kommt es auf Ehrenberg zu Modernisierungs- und Erweiterungsbauten der Burganlage



1501keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Enorme, tagelang anhaltende Regenfälle führen im Juli und August zu einem Jahrhunderthochwasser



1504keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nesselwängle wird zur Kaplanei erhoben



1505keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Pfleger von Ehrenberg, Hans Paumgartner, wird angewiesen eine neue Rodfuhrordnung auszuarbeiten, da es immer wieder zu Streitigkeiten und Missverständnissen unter den Rodleuten gekommen war

Die Pfarrgemeinde Breitenwang, wie auch Ober- und Unterpinswang übertragen ihre politische Vertretung dem Bürgermeister und Rat zu Reutte



1507keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Als ein Gesandter der Republik Florenz im Außerfern auf Durchreise unterwegs war, kehrte er im damaligen Wirtshaus der Ehrenberger Klause ein. Seinen Aufenthalt hat der Florentiner offenbar nicht wirklich genossen, er notierte dazu: "Es gab zwar wenig zu essen, dafür aber viel zu bezahlen!"



1508keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Maximilian I. wird zum Kaiser gekrönt



1509keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Pflach entsteht ein Messingwerk, wo 'zuvor die Eisenschmieden standen'. Das vormalige Eisenbergwerk wurde von der Patrizierfamilie der Hoechstetter betrieben und war damals das Bedeutendste in ganz Westösterreich



1511keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine Bergmann-Gewerkschaft erhält die Schürfrechte am Biberwierer Schachtkopf. Daraus entwickelt sich der größte Bergbaubetrieb des Außerferns

Maximilian I. erlässt für die Grafschaft Tirol das Landlibell, einer Urkunde die die Tiroler Landstände zur Landesverteidigung und dem Kriegsdienst innerhalb Tirols verpflichtete

Martin Luther bereist während seiner Rückkehr von Rom auch den Marktflecken Reutte

Ein Streit um die Weidegerechtigkeit an der Alpe Raaz (Ratz) weitet sich aus und wird im Oktober sogar von einem Freigericht zu Sonthofen behandelt. Die Reuttener geben an, dass ihnen die Alpe jenseits des Roten Lech gehöre und sie dort jährlich ihr Melk- und Galtvieh, ihre Rösser und Rinder übersommern würden



1515keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Hochwasser an Lech und Wertach vom 17. bis 19. Juli

Zwischen den Herren von Schwangau und den Leuten von Unterpinswang kommt es zu einem Streit über die Holz- und Weidenutzung. Bei einem Lokalaugenschein werden die Marken neu gesetzt



1517keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die lutherischen Ideen führen bald zu Unruhen. Ein der lutherischen Lehre anhängender Prediger war wohl die maßgebliche Ursache für diese Spannungen, so dauerten diese bis 1524 - als der Prediger letztlich festgenommen und dem Bischof von Augsburg übergeben wurde - fort

Ein ausgesprochen harter und kalter Winter



1519keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ferdinand I. übernimmt aufgrund des Todes seines Onkels Maximilian I. die Regierungsangelegenheiten für Tirol



1520keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Lermoos erhält ein Warenlager, auch Ballhaus (Pallhaus) genannt

In den Auen nördlich des Stieglberges bei Pinswang wurde ein Mord verübt, welcher eine genaue Grenzbeschreibung nach sich zog um zu klären, wer hier Recht zu sprechen hatte

Zwischen den Füssenern und den Leuten von Musau kommt es zu einem Vergleich, welcher die Anlage eines etwa ein Meter breiten Steiges für das Vieh von Füssen über die Achsel bis hinauf zur Füssener Alpe im Reintal zur Folge hat



1521keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nach einem sehr schneereichen Winter gibt es Überschwemmungen und das feuchte Wetter führt zu Mißernten



1524keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im benachbarten Allgäu beginnt der sogenannte Bauernkrieg zu toben - einer Fortführung der lutherischen Gegenbewegung und ein Aufbegehren des Bauerntums gegen die Unterdrückung durch den Adel. Von Beginn an federführend gilt auch der Allgäuer Haufen, ein Teil des Zusammenschlusses zum Oberschwäbischen Bauernhaufen



1525keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Vils und Pinswang werden aufgrund ihrer Grenzlage in den Bauernaufstand verstrickt

Am 31. März wird eilends Kriegsgerät auf Ehrenberg geschafft und die Burg kriegsbereit gemacht. Am 18. April vertreiben Truppen des Tiroler Landesfürsten dann die Aufständischen nach Vils. Füssen wird, um die Gefahr weiterhin kontrollieren zu können, von den Tirolern besetzt. Trotzdem versammelten sich am 27. Mai die Bauern des Gerichtes Ehrenberg, sie wollten dem Landesfürsten die Treue schwören, wenn er im Gegenzug den verhassten, zu der Zeit amtierenden Ehrenberger Pfleger Salamanca aus seinem Dienst entlässt. Der Landesherr willigte ein und versprach einen Tiroler als künftigen Pfleger einzusetzen



1526keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 26. Februar reißt am Fernpass eine Lawine 15 Menschen, 29 Pferde und 6 Wagen mit in die Tiefe. Nur eine Person kann gerettet werden



1528keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwischen den Höchstettern und den Bürgern von Reutte und Breitenwang kommt es erneut zu Streitigkeiten bezüglich der Holznutzung im Zwieselbachtal. Nachdem die Bürger des Gerichts Ernberg vorbrachten, dass sie bei Verlust des strittigen Waldes die Fronarbeiten zur Pflege des Gerichts Ernberg nicht mehr erfüllen könnten, werden die Gemeinden der Klage enthoben und sie können ihre Schäden bei den Höchstettern geltend machen



1530keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das bis dahin dynastische Postwesen wird im gesamten Reich der Allgemeinheit zugänglich gemacht

In einer Rodordnung wird das Rodfuhrwesen für Heiterwang geregelt



1531keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Protestantische Fürsten aus Sachsen, Braunschweig, Anhalt, Hessen und anderer oberdeutscher Reichsstädte schließen am 27. Februar den Schmalkaldischen Bund, einem Verteidigungsbündnis gegen die Religionspolitik des Kaisers Karl V. aus dem Hause Habsburg



1533keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Überschwemmungen an Lech und Iller



1535keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Marodierende Landsknechte ziehen wiederholt durch das Außerfern



1536keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Form des Druckwerkes der Lutherbibel kommt auch im Außerfern der Protestantismus in die Köpfe der Menschen



1538keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Breitenwang werden große Wasserschäden gemeldet



1540keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Die Salzstraße wird im Bereich des Gaichtpass ausgebaut

Im Frühling und Sommer dieses Jahres soll es volle fünfzehn Wochen nicht geregnet haben. Generell gilt dieses Jahr nicht nur für das Außerfern als Dürrejahr



1541keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 21. Januar wird für Reutte und Lechaschau eine Salzrodordnung erlassen. So haben die Leute dieser Gemeinden vor allen anderen das Recht, das Salz zu laden. Und zwar soll Reutte von drei Salzfässern zwei und die von Aschau das dritte Fass laden



1542keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bischof Christoph von Augsburg genehmigt die Verlegung des Gottesdienstes von Breitenwang (20 Häuser) nach Reutte (110 Häuser), weil im Markt mehr Menschen wohnen und die Anna-Kirche an der Landstraße liegt



1543keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bei der Holzgewinnung westlich des Säulings geraten die Herren von Schwangau mit den Leuten von Oberpinswang in Streit. Daraufhin wird die Grenze von der Schlegelwelze, über die Anwerff bis zum Vorderen Säulingkopf neu vermarkt

Auch im Raazwald kommt es zu Grenzstreitigkeiten



1544keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine Zollstelle wird an der neuen Trasse des Gaichtpass errichtet

Eine Holzordnung für die Aschau wird kundgemacht



1546keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Schmalkalden fallen, nachdem sie am 10. Juli Füssen besetzt hatten, in das Außerfern ein und besetzen unter der Führung des Sebastian Schertlin von Burtenbach am 11. Juli die Festung Ehrenberg, welche zu diesem Zeitpunkt lediglich von 71 Mann bewacht wird

Ein Teil der Schmalkaldischen Streitmacht zieht weiter in Richtung Innsbruck, muss jedoch kehrt machen, da die Kaiserlichen Streitkräfte bereits Augsburg bedrohen. Die Besetzung Ehrenbergs blieb aber aufrecht

Auch der Ort Lermoos wird am 12. Juli für zwei Tage von der protestantischen Liga besetzt und zu großen Teilen verwüstet

Ende Juli vereinigen sich schließlich die vermutlich über 30000 Mann zählenden protestantischen Truppen bei Donauwörth

Am 4. September hatten sich kaiserliche Truppen am gegenüberliegenden Falkenberg (dort wo sich heute das Fort Claudia befindet) postiert und nahmen die Burg Ehrenberg unter heftigen Beschuss. Die Besatzer hatten jedoch inzwischen das sturmreif geschossene Gemäuer unbemerkt verlassen

Erste Fälle der Pest treten Mitte Oktober in den Orten Lermoos, Lähn und Wengle auf. An der Klause Ehrenberg wird eine "Sterbhut" postiert, die auf eine mögliche Einschleppung der Seuche achten muss



1547keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Pest wütet in ganz Außerfern



1549keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 13. August verhandeln der Fürstbischof von Augsburg und die Herren von Hohenegg über die Zuständigkeit des Hochgerichts und das Jagen in der Musau.
Aller bischöflicher Besitz soll vermarkt und beschrieben werden. Strafangelegenheiten werden vom Pfleger von Füssen behandelt. Auf allen nicht dem Bistum Augsburg zugehörigen Gütern, werden von den Hoheneggern gerichtet.
Die Hohe Jagd teilen sich die Hohenegger und der Fürstbischof, das kleine Weidwerk bleibt den Hoheneggern vorbehalten

In Pinswang wird ein neues Zollhaus errichtet



1551keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Gemeine Pfennig (eine Reichssteuer) wird eingeführt

Die Flächen in der Lüss bei Reutte sollen durch Archenbauten auf Dauer nutzbar gemacht werden. Die Kosten werden auf die Nutzungseigentümer in der Lüss aufgeteilt. Wer die Baukosten nicht bezahlen kann, muss den Nutzungsanspruch an Reutte und das Gericht Ernberg abgeben



1552keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 6. April kommt Kaiser Karl V. in das Außerfern. Als er aber erfährt, dass Kurfürst Moritz von Sachsen als Anführer einer protestantischen Streitmacht gegen Ehrenberg vorrückt, kehrt er sofort nach Innsbruck zurück

Moritz von Sachsen besetzt ein weiteres Mal Füssen und schlägt sich bei der Wehranlage am Kniepass durch. Die nun ungeschützte kaiserliche Hauptstreitmacht im Kessel von Reutte wird frontal angegriffen und erleidet eine verheerende Niederlage.
Zeitgenössischen Angaben zufolge dürfte es bei diesem Angriff etwa 1200 Tote und über 5000 Gefangene gegeben haben

Ein einheimischer Verräter führte einen Teil der Truppen des Moritz von Sachsen hinter die Ehrenberger Klause. Durch einen Überraschungsangriff von beiden Seiten wurde die Klause schnell von feindlichen Einheiten eingenommen

Moritz von Sachsen zog nach Innsbruck weiter um dort den Kaiser gefangen zu nehmen, der war allerdings schon über den Brenner geflohen. Daraufhin zogen Moritz' Truppen - vermutlich da sie ihr Primärziel nicht erreicht hatten - mordend und brandschatzen durch die Täler, verwüsteten Kirchen (Breitenwang) und hinterließen ein Bild des Grauens. Viele der verängstigten Anwohner waren vor der Gefahr in die Wälder geflüchtet und sind dabei zum Teil sogar verhungert. Alle Orte entlang der Fernpassstrecke wurden dabei zum größten Teil zerstört

Die Tiroler versuchen die Stadt Füssen im Tauschweg vom Hochstift Augsburg zu erhalten um dort eine Grenzfestung für 3000 Mann auszubauen, als Sperrfestung direkt am Eingang in die Alpen



1553keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Reutte rechtfertigt sich bezüglich der Verlegung des Gottesdienstes von Breitenwang nach Reutte



1555keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwischen König Ferdinand und denen von Hohenegg zu Vilsegg kommt es am 9. Januar wegen des neuen Zolls zu Pinswang zu einem Vergleich. Die Untertanen von Hohenegg sollen von dem Holz, das sie auf dem Boden der königlichen Majestät gewinnen, nur den halben Zoll bezahlen. Von jenem Holz und Kalk, so sie nicht auf kgl. Boden gewinnen, müssen sie keinen Zoll bezahlen

Im Kreckelmoos bei Breitenwang wird eine 'Badehütte' errichtet. Sechs Jahre später wird die 'Hütte' durch ein 'festes Haus' ersetzt. Ab dem Jahr 1602 wächst es zu einem stattlichen 'Heilbad' heran und erfreut sich großer Beliebtheit.
Um das Jahr 1700 scheint die Schwefelquelle allerdings wieder zu versiegen und das Bad muss vorerst aufgelassen werden.
1719 rettet der damalige Bürgermeister von Reutte das Bad mit einem umfassenden Ausbau und lässt ein Kurhaus errichten

Zwischen den Reuttenern und Ehenbichlern kommt es zu einem Weidestreit um den Sintwag



1557keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auf der Strecke zwischen Füssen und Reutte kommt es zu Wegbauarbeiten



1558keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Elbigenalp finden vom 5. bis zum 8. August Verhandlungen über die Gebietsgrenzen im Alperschon statt. Die Interessengruppen werden durch den Pfleger Christoph von Wechningen zu Laudegg, Balthasar Schekh zu Imst, den Sprechern der "Unterthanen" zu Laudegg und der "Gerichtsleute" des Lechtals vertreten



1560keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nesselwängle erhält eine Gemeindeordnung



1563keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Nassereith treten vermehrt "Sterbläuf" (Pestvorfälle) auf, woraufhin das öffentliche Leben in weiten Teilen eingeschränkt wird. Kirchtage und Tanzveranstaltungen werden verboten. Auch in Namlos wird von 7 Toten berichtet. Die "Sterbhut" an der Klause Ehrenberg wird verstärkt

Durch den Bischof von Augsburg kommt es zur Zustimmung einer Fischordnung am Plan- und Heiterwanger See



1564keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Da die Baummarken am Kitzberg (Pinswang) an der Grenze zwischen der Herrschaft Hohenschwangau und Ernberg nicht mehr klar ersichtlich sind, werden am 6. Juli Steinsäulen errichtet und markante Felsplatten mit Grenzmarken versehen und so der Grenzverlauf kenntlich gemacht. In einem Vertrag werden die Marken sämtlich beschrieben



1566keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Pest löscht einen Großteil der Bevölkerung von Forchach aus

Hochwasser im Außerfern

Weißenbach erhält einen Wetterstadel zur vorübergehenden Niederlegung des Salzes bei ungünstiger Witterung



1567keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Außerfern regiert der Hunger



1568keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Rauschhandel wird durch eine Befehlsabschrift Erzherzog Ferdinands geregelt. Ausländern ist der Rauschhandel verboten

Durch die Klausen und Holztrift von Fallerschein durch das Namloser Tal entstanden zahlreiche Sach- und Flurschäden entlang der Strecke. Die Holzarbeiten wurden ursprünglich durch die Holzherren der Stadt Augsburg in Auftrag gegeben, weshalb sie die entstandenen Schäden abzugelten hatten



1570keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Abgesandte der Stadt Augsburg bekunden, dass der Markt Reutte und Breitenwang ihnen mit Bewilligung Erzherzog Ferdinands Wälder in den Alpen Raaz und am Rainberg verkauft haben. Das Abholzungsrecht wurde auf 30 Jahre erlassen.
Um das Holz am Lech zu lenden, durften die Augsburger oberhalb der Brücke auf der Ebene am Roten Lech ein Haus errichten. Der Lech sollte ferner in diesem Bereich verarcht werden



1571keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Große Kälte und Frost in den Wintermonaten



1572keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Es kommt zum Rauschhandelsstreit zwischen Ehrenberg und 6 Oberinntaler Gerichten

In der Chronik von Tannheim wird für dieses Jahr von einem Erdbeben berichtet, Schäden werden jedoch nicht benannt



1573keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein schneereicher Winter mit eisigen Temperaturen hält das Außerfern im Griff

Überschwemmungen an Lech und Wertach

Im Reuttener Untermarkt entbrennt ein Streit um den Platz vor dem Salzstadel. Der Ernberger Pfleger Melchior von Welsperg wird informiert, dass ein Anwohner auf diesem Platz widerrechtlich einen Misthaufen angelegt und einen Zaun errichtet hat



1575keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Pest wütet in Europa und auch dem Außerfern



1576keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auch in diesem Jahr kostet die Pest viele Menschenleben



1577keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine Rauschhandelsordnung tritt in Kraft



1578keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Reutte wird ein Rauschhaus eingerichtet

Kontakte zum Färberhandwerk in Kaufbeuren bringen weitere Abnehmer für den Rauschhandel

Rauschhandelordnungen für Aschau und Breitenwang



1582keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nach einem über 50 Jahre währenden Rechtsstreit verzichtet der Bischof von Augsburg formell auf die Jagdrechte im Tannheimer Tal - damit gelangt das Tannheimer Tal vollständig unter die Hoheit der Tiroler Landesfürsten



1583keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In einem Vergleich vom 29. September zwischen der Stadt Füssen und dem Markt Reutte wird festgelegt, dass künftig die Reuttener für den Straßenerhalt ab Pinswang (Stocka; südöstlich des Gutshofes Schluxen) verantwortlich sind



1585keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Jänner werden in Reutte drei Nachtwächter in Dienst gestellt



1588keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Flurstreit zwischen Reutte und Pflach wegen dem Dürrenberg

Erzherzog Ferdinand II. schließt mit dem Abt des Klosters St. Mang zu Füssen einen Vertrag. Mit einer Ablöse von 60 Gulden kauft er ein dem Kloster St. Mang zinspflichtiges Gut, den "Döttels Hof", frei



1589keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In der Grafschaft Werdenfels (GAP) beginnen Hexenprozesse, welche bis in das Jahr 1591 andauern und denen 51 Menschen zum Opfer fallen werden



1590keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Tirol wird ein Bettelverbot erlassen. 'Müßiges Gesindel, starke Bettler, Hausierer und Landstreicher' sollen des Landes verwiesen werden. Alte, bedürftige Hausarme, kranke und verkrüppelte Personen hingegen sollen durch Hausieren und Sammlungen vor der Kirche versorgt werden. Die Bedürftigen sollen hierzu durch eine Visitation eruiert und durch den Almosenverwalter in ein Verzeichnis eingetragen werden



1592keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Mit Flößen wird der Rausch auf dem Lech zu den Abnehmern in Kaufbeuren und nach Augsburg transportiert



1593keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwischen den Leuten von Aschau und denen von Breitenwang kommt es zu Streitigkeiten bezüglich der Grenzen am Hallanderberg. Für die Nutzung der Holz- und Weidegerechtigkeiten muss eine Neuvermarkung vorgenommen werden



1594keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der vermeintliche Verwalter zu Vilsegg und Vils, Balthasar Winkelhoven, muss sich im Namen seines Herrn, dem Markgraf Karl von Burgau, wegen des Kaufs eines halben Teiles zu Vils gegen jene von Hohenegg erwehren, welche sich als die alleinigen Machthaber über Vils wähnen. Der Onkel der beiden auf Vilsegg ansässigen Hohenegger, Endres, hatte nämlich kurz vor seinem Tod widerrechtlich das halbe Lehen an den Markgrafen von Burgau veräußert.
Der Markgraf befielt Winkelhoven, sich von der anbefohlenen Verwaltung des gekauften Anteils nicht abbringen zu lassen. Trotz angedrohter Gewalt durch derer von Hohenegg, soll er versuchen die Administration bescheiden und friedfertig zu vollziehen, damit diesen kein Vorwand gegeben werde



1596keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwischen der Herrschaft Vils und dem Stift Augsburg wird ein Vertrag bezüglich der zu transportierenden Mengen an Salzfässern von Pfronten nach Vils und Pinswang geschlossen



1598keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im November wird auf Erlass des Kaisers Rudolf II. das Weggeld zur Erhaltung der Landstraße von Katzenraiten über den Katzenberg herab durch den Markt Reutte bis an die Aschauer und Pflacher Brücke angehoben

Am 20. Dezember beschließt der Bürgermeister sowie der Rat von Reutte an allen Hauptverkehrsachsen im Markt ein Pflaster verlegen zu lassen

Für die Nutzung des Weges über den Roßrücken wird ein Weggeld eingehoben



1599keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im ganzen Gericht Ehrenberg wird von Seite des Pflegers festgestellt, dass sich durch die Rodfuhren zu viele Rösser auf den Weiden befinden. Durch den hohen Verbrauch an Getreide ergibt sich eine Teuerung, welche auch den "gemeinen Mann" trifft. Für das Folgejahr wird eine Reduktion des Bestandes an Rössern angeordnet

In Berwang flammt die Pest wieder auf

In Innsbruck wird die Glockengießerei Grassmayr gegründet



1600keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein sehr kalter Winter lähmt ganz Süddeutschland und wohl auch das Außerfern

Im südlichen Peru bricht am 19. Februar der Vulkan Huaynaputina mit einer gigantischen Explosion aus, bei welcher der gesamte Gipfelbereich weggesprengt wird. In den folgenden zwei Wochen schleudert der Vulkan rund 30km³ Asche und Gestein bis in die Stratosphäre



1601keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Starker Frost im Winter



1602keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Maximilian III. ist nun neuer Herrscher über das Außerfern. Er kauft das Gericht Aschau (vormals zum Stift Sankt Magnus in Füssen gehörend) hinzu und treibt den Bau der Festungsanlage Ehrenberg maßgeblich voran

Im Zuge des Rauschhandels kommt es immer wieder auch zu Streitigkeiten mit den Konkurrenten wie etwa den Tiroler Oberländern. Die Not und die Hoffnung auf schnellen Gewinn verleiten zahlreiche Rauschhändler zu gesetzeswidrigen Handlungen



1604keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Amtssitz des Pflegers von Ehrenberg wird von der Burg nach Reutte herunter velegt. Somit wird der Ort Reutte erstmals zum Bezirkshauptort



1606keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 13. Juli wird in einem sogenannten Markbrief der Grenzverlauf zwischen den Gemeinden Breitenwang und Heiterwang festgelegt. Darin werden 57 Grenzmarken benannt, welche sich jedoch zumeist an Bäumen befinden. Nur wenige der Marken werden an Felsplatten eingemeißelt



1609keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am Steineberg bei Pflach wird eine Pfisterei (Bäckerei) eingerichtet, welche neben den Schmelzhütten auch den Markt in Reutte beliefert

In den Breitenwanger Feldern werden Fischweiher angelegt

In Reutte werden am sogenannten Pfannenbichl zwei Weiher eingelassen

Das Füssener Kloster St. Magnus veräußert all seine Besitztümer im Außerfern an Tirol

Zwischen den Tiroler Landesherren und den Herren von Schwangau kommt es zu einem ersten Entwurf eines Grenzvertrages über das Gebiet der Ammergauer Alpen



1610keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Stift Stams gibt sowohl die Bauern, als auch die Höfe von Hinterhornbach frei, um die armen Leute von der Verpflichtung der Getreidelieferung zu entbinden



1611keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Erneut wütet die Pest im Außerfern

Dem Ambros Saurwein wird das Recht zum Betrieb eines Bergwerks im Ammerwald verliehen



1612keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwischen Aschau, Weißenbach, Nesselwängle und Tannheim kommt es zu einem Streit bezüglich der Salzrod



1614keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Schneller und Nachtwächter müssen zu ihren üblichen Aufgaben nun auch die Feueraufsicht im Markt Reutte übernehmen
"...es darf keiner für den anderen Ausrufen. Wer eine Stunde verschläft, muss eine Stunde im Gefängnis liegen. Die 32 Gulden Belohnung verstehen sich ohne Kost und müssen von den Nachtwächtern selbst zur Quatemberszeit eingetrieben werden. Fremde oder verdächtige Personen müssen angehalten und angezeigt werden. Sollten sie ein Feuer entdecken, müssen sie sofort ausrufen und zur Brandstelle laufen. Bei Krankheit muss der Wächter selbst einen Ersatz stellen. In die Wirtshäuser zu gehen oder zu viel Wein zu trinken ist untersagt..."



1615keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Füssen versucht man mittels Prozessionsgängen eine grassierende Viehseuche abzuwehren - dem Schrifttum zufolge mit Erfolg

Im Ammerwald wird eine Almhütte erbaut



1616keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Es herrscht ein außerordentlich heißer Sommer, welcher eine Dürre mit sich bringt



1618keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Mit dem Prager Fenstersturz ist ab dem 23. Mai der nun folgende Dreißigjährige Krieg eingeläutet

Am Wasserfall des Vilsbaches bei Schattwald wird eine Hammerschmiede und Pleumühl errichtet



1619keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine kaiserliche Streitmacht von 12000 Mann zieht in Verbindung mit dem Dreißigjährigen Krieg über Reutte nach Füssen

Stilllegung des Bergwerks bei Pflach



1622keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Wie in ganz Tirol wird auch im Außerfern und dem Allgäu von Hungersnöten berichtet. Durch den Beginn des Dreißigjährigen Krieges ist es zu einer sehr starken Teuerung gekommen

Die Pest flammt wieder auf

Im Bereich des Messinghüttenwerks am Steineberg bei Pflach wird eine Waffenschmiede eingerichtet



1623keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine Ungezieferplage sucht die Bewohner von Reutte und seiner Umgebung heim

Im Winter herrscht in den Häusern der Bürger der Hunger



1624keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Durch den Verkauf des Ammerwaldes an die Stadt Augsburg kommt es zum Streit mit dem Kloster Ettal, welche ebenfalls Besitzansprüche erheben

Für Vils wird in Urkunden ein Kornhaus erwähnt



1628keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das einzige Kloster des Außerferns wird von Erzherzog Leopold V. gegründet. Er übergibt es den Franziskanern, welche es bis in das Jahr 2014 (also für 386 Jahre) betreiben werden

Ein verheerendes Hagelunwetter zieht über Schwangau, Reutte und Umgebung, sowie das östliche Tannheimer Tal hinweg, sodass das Korn und der Flachs vernichtet werden und zahlreiche Fensterscheiben zu Bruch gehen

Das Jahr gilt generell als ein "Jahr ohne Sommer" und ein Tiefpunkt der kleinen Eiszeit

Der Ammerwald wird zur Gänze gerodet



1629keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Durch ein Hochwasser ist die Situation im Außerfern und dem Allgäu angespannt

Albrecht Herzog von Mechelberch kündigt an, dass der Durchzug des Kriegsvolkes durch den schwäbischen Kreis unumgänglich und absolut notwendig ist - "...der Kriegszug werde in den nächsten Tagen ankommen und man erwarte, dass alles in bester Ordnung ohne Schaden und ohne Zeitversäumnis abläuft und sich die Stände mit Proviant versehen, um das Kriegsvolk samt Hofstaat nach Bedarf durch etliche Tage hindurch zu versorgen. Zur Hofhaltung sind die notwendigen Viktualien etwas zeitlicher anzuliefern, da diese für ein so großes Volk selbst gegen Geld nicht leicht zu beschaffen sind. Um die armen Leute vor Plünderungen und anderen Ungelegenheiten zu verschonen, empfiehlt es sich, die begehrten Viktualien freiwillig herandzuschaffen..."

Am 26. und 27. August geht ein großer Felssturz vom Schwarzenberg ab und verschüttet die nach Weißhaus führende Straße

Immer wieder kommt es zum Aufflammen der Pest und dezimiert so die stark gebeutelte Bevölkerung



1630keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Tiroler Landesfürst Erzherzog Leopold V. verhandelt mit dem kaiserlichen Feldherrn Wallenstein in Reutte. Kurz darauf besucht auch ein Abgesandter des dänischen Königs, Kronprinz Christian, den Außerferner Ort

Wiederholt kommt es zu Überschwemmungen und Hochwasser in Füssen am Lech



1632keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 25. Juni fallen die Schweden über Füssen ins Außerfern ein. Vils wird verwüstet, schwedische Einheiten rücken bis Roßschläg vor

Am 8. Juli überfällt eine schwedische Reitertruppe das Tannheimer Tal. Ehrenberger Soldaten können die Schweden jedoch zurückdrängen

Erzherzog Leopold V. hält am 27. Juli auf der Festung Ehrenberg einem Angriff der Schweden unter Bernhard von Sachsen-Weimar stand. Noch im selben Jahr verstirbt dieser aber und so fällt die Regentschaft an dessen Gattin Erzherzogin Claudia.
Die Festung Fort Claudia erinnert noch heute an ihre Regierungszeit. Ihre beiden Söhne Erzherzog Ferdinand Karl und Sigmund Franz waren ihre Nachfolger, erlangten aber keine Bedeutung mehr

Nochmals greifen die Schweden am 29. Juli die Truppen von Leopold V. an, zerstören dabei die Vorwerke Roßschlög und Kniepass und plündern danach den Markt Reutte. Zwei Tage später ziehen sie wieder ab

Auch am Stiglberg (Stieglerberg) bei Pinswang kommt es zu Kampfhandlungen. Das Sperrwerk und die Verschanzungen werden am 29. Juli durch den Feind niedergebrannt

Zu allem Übel rafft auch die Pest viele aus der Bevölkerung dahin



1633keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bereits seit 1629 wurden die Pässe und Anhöhen rigoros überwacht um ein Einschleppen der Pest zu verhindern. Die Wachposten hatten die Pflicht Tag und Nacht auf ihrem Posten zu bleiben und alles genau zu kontrollieren. Sie mussten die Reisenden nach ihrem Herkunftsort fragen, sie danach in Quarantäne verbringen bis ausgeschlossen werden konnte, dass sie und ihre Habe nicht infiziert waren. Das illegale Einschleichen wurde mit der Hinrichtung geahndet

Trotzdem wird das Außerfern abermals von der Pest entvölkert. Etwa 20 bis 40% der Bevölkerung wird durch die Seuche dahingerafft. Im Lechtal werden beispielsweise die rechts des Lech gelegenen Weiler Grießau und Grünau besonders stark getroffen, dort lebt bis zum Abebben der Pest so gut wie niemand mehr. Das große Sterben endet erst im Jahre 1636

Starkregen ergießt sich über dem Bezirk Reutte und dem Allgäu. Auch bei der Hochalpe bei Sibratsgfäll gibt es einen solchen Wasserguss, dass "sich das Vieh nicht mehr zu retten wusste, sondern Pferde und Stiere zu schwimmen anfingen. Es wurden 51 Ross und 49 Stiere durch die Gewalt des nach der Öffnung ziehenden Stromes durch die Felsenwände heraus getrieben und in das tiefe Tal hinuntergestürzt"



1634keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Hungersnot während des Dreißigjährigen Krieges (1618-48) erreicht im Außerfern ihren traurigen Höhepunkt. Es wird berichtet, dass die Menschen Hunde, Katzen, Mäuse und verendetes Vieh verspeisen um am Leben zu bleiben. Der Überlieferung zufolge fand man verhungerte Menschen mit einem Büschel Gras im Mund auf



1635keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Pest entvölkert beständig die Orte im Außerfern und dem Allgäu

Zum Beispiel in Vils: 106 Tote



1636keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Fürstbischof zu Augsburg wird von den Bürgern von Nesselwängle gebeten, einen Platz für die Pesttoten zu bewilligen. Vor allem die Pfarre Tannheim hätte viele Tote zu beklagen und sucht dringend einen Friedhof für die "Abgestorbenen"



1639keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Fort Claudia wird unter der Leitung von Elias Gumpp erbaut

Zur Bewältigung der hohen Kriegskosten werden neue Steuern eingeführt. Selbst Heufuder werden besteuert



1640keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 25. Juli stürzt der Kirchturm von Breitenwang ein



1642keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auf der Höfener 'Platte' wird eine Flachsrösterei und -brechlerei gegründet. Im Jahr 1825 wird nach der Verlegung nach Reutte das 'Reuttener Textilwerk' daraus hervorgehen

Wegen der Abholzung des Klausenwaldes kommt es zu einer Neuverkmarkung

Bei dem jährlich zur Sommerzeit auf die Hintere Raazalpe aufzutreibenden Galtvieh kommt es zu einer Beschränkung der Stückzahlen. Es soll nicht mehr Vieh aufgetrieben werden, als die Galtalpe "wohl ertragen kann"

Nach zahlreichen Streitigkeiten kommt es zu einer verbesserten Rodordnung



1645keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Erzherzogin Claudia beauftragt den Festungsbaumeister Elias Gumpp zur Visitation und Beurteilung der Wehrfähigkeit der Festung Ehrenberg und seiner Vorwerke

Abschluss der Arbeiten am Fort Claudia

Auch die Instandsetzungsarbeiten am Kniepass scheinen kurz vor der Vollendung zu stehen

In Reutte wird eine Salz- und Rodordnung ausgerufen



1646keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Je Salzfass wird 1 Kreuzer Weggeld verlangt

Über den Roten Lech wird eine Brücke gebaut

In Häselgehr wird eine neue Brücke über den Otterbach gebaut

Die Lechschanze am linksseitigen Lechufer wird erneuert



1647keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Verbesserungsarbeiten an der Befestigungsanlage am Kniepass

Im Juli kommt es zu einer etwa zweiwöchigen Einquartierung eines Dragonerregiments unter dem Hauptmann Premb. Mit dabei sind auch die Soldatenfrauen sowie deren Kinder



1648keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auch in diesem Jahr werden Soldaten in Reutte und der Umgegend einquartiert

Von Tannheim ergeht ein Schreiben an den Steuereinnehmer Abraham Reinhard, mit der Bitte um Steuererlassung, da die Bewohner des Tals durch die Kriegsschäden und Einquartierungskosten in Armut gefallen sind

Sämtliche Grenzpässe werden besetzt gehalten. Glücklicherweise endet am 24. Oktober der Dreißigjährige Krieg mit dem Westfälischen Frieden

In Ehrwald wird eine Kirche erbaut. Zuvor besuchten die Ehrwalder stets die Kirche von Lermoos



1649keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Reutte wird zum Hauptniederlagsort für die von Hall kommenden Salztransporte

Für die Verpflegung der Truppen des Kommandanten Kaspar Schoch fallen für etwa 100 Soldaten aus dem Tannheimer Tal Zehrungskosten an



1650keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Für das Gericht Ernberg wird eine Müller- und Bäckerordnung erlassen



1651keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Streitigkeiten wegen der Rod zwischen Aschau, Weißenbach und Gacht



1653keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwischen den Lechtalern und den Aschauern einerseits und den Leuten von Tannheim andererseits kommt es auf Grund der Kriegslastenverteilung zu einem Vergleich



1654keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine gedruckte Verordnung wegen der Wildbretschützen wird ausgegeben



1659keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Weißenbach wird kurzfristig Salzniederlagsort. Bereits kurze Zeit später wird von der Regierung jedoch ein Verbot der Salzniederlage in Weißenbach ausgesprochen. Ein Rechtsstreit beschäftigt das Gericht Ehrenberg bis in das Jahr 1664 hinein

Auch zwischen Leuten von Ehrwald und jenen von Lermoos bzw. Bichlbach kommt es zu einem Streit, da jene von Ehrwald den Stapelzwang zu Lermoos umgehen wollen und die Salzfässer direkt von Nassereith bis nach Reutte liefern. Erzherzog Ferdinand Karl erlässt daraufhin, dass die Ehrwalder das Recht zur Fassdauben-Herstellung erhalten und darüber hinaus je 75 hergestellter Fassdauben ein Fass Salz direkt von Nassereith nach Reutte transportieren dürfen



1660keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 11. September kommt es durch Vertreter des Gerichtes Aschau zum Kauf des Alpgebietes der "Alpe Schwarzwasser, Hochentrau und Elbelin" von den Untertanen der Herrschaft Rettenberg



1661keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Reutte werden in diesem Jahr 15.850 Salzfässer registriert



1664keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bei Elmen reißt während eines sehr schneereichen Winters eine Lawine im Januar 40 (42?) Männer in den Tod und hinterlässt 22 Frauen als Witwen



1665keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Bürger von Reutte und Breitenwang geloben zur Abwendung der Pest einen Bittgang nach Ettal zu unternehmen - dieser Brauch wird bis mindestens 1770 fortgeführt

Es herrscht ein Dürresommer

In diesem Jahr endet die Herrschaft der in Tirol ansässigen Habsburger, da der Regierungssitz in Innsbruck aufgelassen wird. Das Außerfern wird von nun an vom Kaiser in Wien aus regiert



1666keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Pfrontener dürfen, da ihnen die Wegerhaltung unterliegt, von denen die mit einem Roß von Vils oder von Tannheim durch das Engetal kommen Weglohn verlangen



1667keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Elmen zerstört ein Brand das Dorfzentrum mitsamt der Kirche

Die Leute von Hindelang fordern die von Tannheim auf, an der Reparatur der Straße über das Joch nach Hindelang mitzuwirken, da diese die Straße ebenfalls für ihre "Kommerzien" benützten



1668keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der spätere Großherzog Cosimo III. von Toskana wird über den Fernpass kommend in einer Sänfte durch das Außerfern getragen



1670keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Oktober des Jahres soll ein bereits 1609 entworfener Vertrag ratifiziert werden, welcher sich mit der Vermarkung der Landesgrenzen zwischen den Herrschaften Ernberg und Hohenschwangau befasst. Anlässlich der geplanten Bergwerke an der Hochplatte oder Kaltenlain(?) findet eine Festlegung der Grenzen und eine Begehung statt

Aus- und Verbesserungsarbeiten an der Kniepassschanze



1671keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Adelsgeschlecht der Hohenegger stirbt mit Rudolf als dem Letzten in der Stammlinie aus



1672keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Reutte entbrennt ein Streit um das Niederlagsrecht in den Ballhäusern. Die Reuttener Wirte beschuldigen mehrere Bürger von Reutte, die Waren in ihren Privathäusern abzulegen und so das Ballhaus selbst, als auch die Pfarre Breitenwang um den ihnen zustehenden Kreuzer Niederlagsgeld zu bringen

Pinswang erhält eine eigene Dorfordnung



1673keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein verheerender Großbrand legt einen Teil des Städtchen Vils sowie deren Pfarrkirche in Schutt und Asche

Die Vils tritt im Frühjahr über die Ufer



1675keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
An die Adresse der Ehrwalder Fassdauben-Hersteller kommt es zu einer Reklamation, da man mit der Qualität der gelieferten Dauben nicht zufrieden ist

Die Bürger von Stanzach klagen, dass die Elmer ihr Vieh am Neren weiden und ihnen dadurch ein Schaden entstünde. Der Streit um eine vom Landrichter von Ernberg bewilligten Vergütungszahlung an die Stanzacher dauert beinahe zwei Jahre an

Im Oktober wird für das Tannheimer Tal eine überarbeitete Rodordnung verfasst



1676keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Häselgehr kommt es nach einem schneereichen Winter während der Schneeschmelze zu kleineren Überschwemmungen



1677keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 19. Januar wird in Breitenwang die Einhebung eines Einkaufgeldes beschlossen, da sich immer mehr fremde im Ort ansiedeln. Um den Zuzug einzuschränken und die Ansässigen nicht in ihren Weide- und Holzrechten zu beschneiden, müssen Zuzügler künftig 10 Gulden (Männer) oder 5 Gulden (Frauen) noch vor der Hochzeit bezahlen

In Vils sollen taugliche Scheibenschützen gestellt werden, welche sich mit der Waffe und Zubehör in Bereitschaft halten sollen, um sie hinter die Schanzen in das Tyrol hineinzubeordern.
Dagegen wird eingewendet, dass dies den Vilsern sehr schwer falle, da sie gleichzeitig Weib und Kind, Haus und Hof vor ankommenden feindlichen Parteien schützen müssten. Darüber hinaus verfüge man über keine Waffen oder Zubehör um sich damit in Dienst zu stellen



1681keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 4. September wird während eines Hochwassers durch die Überschwemmung des Lehbaches bei Vils eine Person getötet



1684keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Gebiet der Raazalpe wird eine Sennhütte erbaut

Große Kälte in den Wintermonaten, auch der Bodensee ist zur Gänze zu gefroren (Seegfrörne)



1685keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Durch den täglichen Durchzug von 20 bis 40 Bettlern - vornehmlich aus dem Vinschgau - richtet der Bürgermeister von Reutte ein Bittschreiben an die Regierung. In Folge wird der Ernberger Pfleger Franz Karl Rost angehalten, sämtliche Bettler an dem Zollposten Fernstein und Ernberg unter Strafandrohung am Zutritt zu hindern



1686keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nach einem Truppendurchzug werden in Reutte einige Schäden reklamiert

An der Pflacher Brücke entsteht eine Hammerschmiede. Bis 1717 wird dieser eine Waffenschmiede angegliedert. Neben diesem Gewerk werden auch zwei Sägewerke und eine Wagenschmiede errichtet



1687keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Anlässlich einer Klage des Obristjägermeisters Paris Graf Lodron, dass die Ehrenberger Untertanen entgegen den Forstmandaten Büchsen tragen, sowie Hasen, Füchsen und dem Federwild nachstellten, ergeht vom Ehrenberger Pfleger die Weisung, den Untertanen das Büchsentragen und die Jagd auf das Federwild zu verbieten

Wieder kommt es zu Durchmärschen militärischer Truppen

Im Juli ergeht eine Bittschrift an die Herrschaft, doch den Lehenbach endlich zu verbauen. Durch die beinahe täglichen Hochgewitter der letzten Tage habe der Bach sehr viel Sand bis in die Gemeindegüter getragen. Auch die Viehweiden wurden einer Schicht aus Sand begraben



1688keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Lechtal werden bei einem Lawinenabgang zwei Häuser zerstört (Opfer ?)



1689keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine Lawine, welche auf den Weiler Lähn niedergeht, zerstört 11 Häuser und tötet dabei 21 Menschen.

Auch in den Lechtaler Gemeinden Elbigenalp und Holzgau werden jeweils 4 Häuser verschüttet und Berichten zufolge verunglückten 31 Personen. "Wie die grosse Glocke sei angezogen worden, Donnerstag abends, hab's am Berg einen Schnall gethan"



1690keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Vils erhält der Bürger und Bäcker Martin Hueber das Recht eine Bäckerpfister zu erbauen

Nach einem Streit um die Gemeinrechte Pflachs auf der hinteren Alpe Raaz, wird den Pflacher Rodleuten die Salzfaßlfuhr eingestellt



1691keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Leute von Musau werden aus ihrer Zugehörigkeit zum Hochstift Augsburg entlassen und an die Pflegschaft Vils übergeben

Bereits 1688 war es von Seite des Bäckerhandwerks zu einer Beschwerde gekommen, dass die Füssener ihr Brot widerrechtlich nach Reutte brächten, da dies ausnahmslos nur gestattet sein, wenn in Reutte Markt gehalten würde.
Im Dezember des Jahres ergeht eine weitere Beschwerde an den Pfleger von Ehrenberg. Der Kornmeister Hans Rohrmoser teilt mit, dass das Brot von Pfronten und Füssen in solcher Menge während der ganzen Woche hereingetragen wird, dass die Brotbank und die Bäcker in Reutte erledigt sind. Zur Rettung des Bäckerhandwerks sollte mittels Dekret der Brotträgern Einhalt geboten werden. Es soll denen von Nesselwang und Pfronten bei Strafe verboten werden, über Gacht, Roßschläg und den Kniepass Brot zu transportieren

Kaiser Leopold I. erlässt ein Privileg, welches die Wegeerhaltung zwischen Reutte und Pflach regelt



1692keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Anstelle einer niedergebrannten Holzkapelle wird in Höfen ein gemauerter Kirchenbau errichtet und als Maria-Hilf-Kapelle der Gottesmutter Maria geweiht



1693keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 9. März begrub eine Lawine in der Gemeinde Bach bei den Weilern Oberbach und Winkel 3 Häuser mit 7 Personen

Die Landstraße nach Hohenschwangau wird erbaut



1695keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bittere Kälte in den Wintermonaten

In Elbigenalp wird neben der Säge auch noch eine Mühle "mit gehendem Stein" erbaut



1696keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Untertanen des Lechtals können bei starkem Regenwetter mit ihren Fuhren nicht über den Rotlech fahren, sondern müssen das Korn und andere Waren abladen und die Wägen und Waren stückweise über den Steg tragen. Es wird vereinbart, dass die Reuttener Bürgerschaft über den Rotlech eine neue Brücke nebst Zufahrtsweg erbauen wird. Bei Hochwasser dürfen die Lechtaler mit ihren beladenen Wägen ungehindert darüber fahren, müssen jedoch einmalig eine gewisse Summe an die Reuttener bezahlen

Eine Viehseuche grassiert im Tannheimer Tal derart schrecklich, dass man sogar eine Bittprozession abhält in deren Verlauf eine Kuh als Opfergabe dargebracht wird

In Pflach wird eine Brücke erbaut (?)

Am Kniepass kommt es zu Aus- und Umbauten der Befestigungsanlagen. Die sogenannte Hohe Schanz auf der Höhe des Passrückens, ein Rondell mit Wehrmauern gegen den Lech hinab

In Reutte wird ein sogenanntes Pfleghaus erbaut



1697keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Durch den Landesfürsten wird ein generelles Tanzverbot ausgerufen



1699keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Aus alten Urkunden und Listen ist zu entnehmen, dass sich in diesem Jahr 644 Maurer aus dem Lechtal im Ausland (vorwiegend Deutschland) befunden haben

Der Lech führt Hochwasser und es gibt zahlreiche Schäden, selbst einige Gebäude im nahen Umfeld des Flusses drohen weggerissen zu werden



1700keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine Viehseuche rafft einen großen Teil der Tierbestände auf den Alpen und den Weiden dahin

Beinahe das ganze 18. Jahrhundert hindurch kommt es in den Gemeinden des Oberen Lechtals zu Streitigkeiten bezüglich der Holznutzung



1701keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Rodfuhrleute von 6 Pfarreien entlang der Salzstraße verhandeln wegen eines neuen Salzfuhrlohnes



1702keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 15. Februar fegt ein Sturm über die Lähn bei Bichlbach hinweg und legt dabei rund 400 Baumstämme um

Wegen der Kriegsgefahr verständigen sich die Schützen untereinander Mittels Kreidefeuer, welche sie an erhöhten Punkten abbrennen um die Nachbarn im Bedarfsfall zu Hilfe rufen zu können

Von Innsbruck aus rücken die Truppen des Kurfürsten von Bayern im Zuge des sogenannten "Boarischen Rummel" gegen Ehrenberg vor. Ehrenberg ist zu diesem Zeitpunkt allerdings ohne Besatzung und so werden die kriegsunerfahrenen Gerichtsuntertanen auf der Festung aufgestellt.
Die Angst der Bauern und Handwerker, die nun gegen eine Armee von Söldnern und Soldaten antreten soll, ist aber einfach zu groß. Schon als sie die feindlichen Truppen aus der Ferne hören, fliehen sie. Der Pfleger von Ehrenberg muss die Festung kampflos übergeben.
Um die Festung zurück zu erobern bringen die Tiroler Kanonen auf den über der Festung thronenden Schlossberg. Nachdem ein Kanonenkugelhagel auf die bayerischen Besatzer niederging, flüchten diese kampflos

Auch Lechtaler Schützen beteiligen sich an der Rückeroberung Ehrenbergs und stellen überdies Wachposten an den Bergübergängen auf

Den Rodfuhrleuten wird der Lohn für jedes Salzfass "wegen teurer Zeiten" auf zwei statt einem Kreuzer verbessert

Ein Großteil der Hutweiden und Grundstücke wird zu Äckern urbar gemacht. Man benötigte dringend mehr Weidefläche für die Tiere, da mussten bisher brach liegende Flächen in Tal- und Gemeindenähe für den Ackerbau umgepflügt werden



1703keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine Feuerkatastrophe wütet am 8. Mai in Reutte. 52 Häuser, die Kirche und das Kloster werden ein Raub der Flammen

Im Zuge des sogenannten "Bayrischen Rummels" schlagen die Tiroler die seit dem 19. Juni im Tiroler Unterland vordringenden Bayern unter dem Kurfürsten Maximilian II. Emanuel ab dem 26. Juli zurück. Nach dem Sieg an der Pontlatzer Brücke und an der Anhöhe des Brenners durch die Tiroler, vertreiben die Schützen und die einfache Landbevölkerung die Bayern aus dem Land

In dem im Mai abgebrannten Markt Reutte kommt es zu Einquartierungsproblemen



1704keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Abermals wütet ein Großbrand in Reutte

Es kommt zu Streitigkeiten wegen scheinbar exzessivem Abholzen der Waldbestände



1705keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Glocken für die St. Anna-Kirche werden geliefert



1706keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Leute von Reutte und Breitenwang räumen die um die Hochschanz und dem Fort Claudia geschlagenen Hölzer weg, damit der umliegende Grund und Boden zu einer Wiese gerodet werden kann

In den Akten wird im Bereich des Wolfsberges ein Krankenhaus genannt



1707keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Aufgrund von Holzmangel kommt es zu einer angeordneten Brennholzzuteilung

In Japan bricht der Vulkan Fuji aus



1708keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Wieder wütet die Pest

Wegen "Mängel in der Rodordnung" kommt es im November zu einer Rüge für die Nesselwängler. Ihnen wird Eigennützigkeit vorgeworfen und dem Salzfaktor empfohlen, sich nicht in fremde Angelegenheiten einzumischen

Ein äußerst kalter und strenger Winter



1709keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auch die ersten Monate dieses Jahres beginnen mit einer extremen Kälte. Missernten und Teuerung führen zu einer Hungersnot, welche wohl ganz Europa betrifft. Der Überlieferung zufolge soll die letzte Frostnacht im Juli gewesen sein. Den Sommer über herrschte dann eine Dürre

Zu der Kälte gesellt sich noch die Pest. Die halb erfrorenen und verhungerten Menschen haben damit der Seuche meist wenig entgegen zu setzen

Von den Schneidern und Schuhmachern der Pfarre Breitenwang wird eine Beschwerde gegen jene von Aschau eingebracht, da sich diese anstatt in Reutte in der Bichlbacher Handwerkszunft als Nebenzunft eintragen ließen. Es wird den Aschauern angedroht, auch weiterhin an dem Verbot des Verkaufs von Aschauer Produkten auf dem Markt in Reutte festzuhalten. Auch darf kein Aschauer in Reutte auf die Stör gehen



1710keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Noch immer wütet die Pest

Für Holzgau wird eine Mahlmühle genannt, die Errichtung einer Schneid- und Sagmühle wird aber abgewiesen



1711keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kaiser Karl VI. reist durch das Außerfern



1713keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Mit einer Waldordnung wird versucht, das rigorose Abholzen der Bestände zu verhindern. So sollen die Holzausfuhren und auch die Flößung beschränkt werden

In Jungholz entsteht anstelle einer vormaligen Kapelle eine kleine Kirche



1714keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Anlässlich der Einheirat 'fremder unvermögender Weibspersonen', welche sich in Heiterwang häuslich niederlassen und dadurch Einheimische zur Abwanderung nötigen, sowie wegen der Kriegslasten, Fronfuhren, Soldatendurchmärsche und unerschwinglicher Steuern sieht man sich gezwungen einen eigenen Gemeindebeschluss sowie eine Gemeindeordnung zu erlassen



1715keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bei Elbigenalp wird eine Gerststampfe errichtet



1716keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Im Dezember wird dem Philipp Pohler in Höfen die Genehmigung zum Bau einer Bäckerpfister erteilt



1717keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Salzfaktor von Reutte erhält eine Rüge, da sich die Rodfuhrleute beschwerten, da dieser die Haller Salzfässer selbst bei schlechtestem Weg alle auf einmal von Lermoos nach Reutte hat liefern lassen



1718keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Schwefelbad im Kreckelmoos wird erweitert



1720keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
"Jan. 23.
Da einige aus der Holzgau und zu Oberschennen unerlaubt im Schroffenwald Holz schlagen, wodurch die Gemeinde Penglerwald bei Lawinengefahr geschädigt und für die Häuser große Gefahr besteht, wird der Schroffenwald in Bann gelegt... [...] ...Wegen der großen Lawinengefahr wird der Anwalt beauftragt, diesen Bannbrief vor öffentlicher Kirche zu publizieren. Nach Veröffentlichung des Bannbriefes bringen die Beklagten vor, dass die Klage der Gemeinde Penglerwald unbegründet sei und urgieren die Abschaffung des Stocker Stegs..."


Das Nesselwängler Kirchlein "auf der Lähn" wird durch eine Lawine fortgerissen



1721keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 9. Juli kommt es wegen einer Klage der Gemeinschaften Wengle und Lähn zu einem Prozess gegen Bichlbach, "wegen unerträglicher Nutznießung und Übervorteilung auf der Weide und bei der Fasslfuhr (Rodfuhr)..."

Im Gericht Ehrenberg werden Mittel zum Straßenerhalt nach Stams(!) bewilligt



1722keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Nesselwängle wird die zwei Jahre zuvor durch eine Lawine zerstörte Kirche 'Unsere Liebe Frau' an neuer Stelle errichtet



1723keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Leute von Pflach beschweren sich über jene von Reutte wegen Weidebehinderung am Dürrenberg



1724keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Wieder ruft der Brandalarm in Reutte zu einem Großbrand

Auf Island explodiert am 17. Mai erstmals der Vulkan Krafla, die Eruptionen werden sich noch bis 1729 fortsetzen

Am 22. Mai erregt eine totale Sonnenfinsternis die Gemüter

Ein Weidestreit bezüglich dem Salober wird Ende August per Dekret zwischen denen von Füssen und der Gemeinde Vils beigelegt



1725keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Es wird von 'Bergbrüchen' als Folge der übermäßigen Holzschlägerungen berichtet



1726keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Schlossberg wird befestigt und bis zum Jahre 1741 zu einer mächtigen Wehranlage ausgebaut



1727keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Hochwasser am Lech und im Lechtal

Der isländische Vulkan Hvannadalshnúkur bricht aus



1728keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Fall der Klage wegen Weidebehinderung von 1723 kommt es zu einer Gegenklage durch Reutte. Den Pflachern wird dabei das Vergehen der Grenzverletzung vorgeworfen

Über dem Ort Haldensee geht ein heftiger Wolkenbruch nieder, welcher zahlreiche Felder und die Landstraße stark beschädigt. Anfang November wird durch die Kommandantur zu Ehrenberg eine Unterstützungszahlung getätigt

In Ehrwald kommt es zum Neubau der Kirche



1729keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Reutte wird ein zweites Kornhaus errichtet



1730keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Reutte fällt zwischen dem 21. u. 24. März soviel Schnee, dass 'von Reutte nach Breitenwang nur mit Roß und Wagen zu gelangen ist'

Durch die überbordende Holzgewinnung der letzten Jahre kommt es zu einer generellen Holzknappheit. Gleichzeitig werden für den Rotlech und am Hirschwang (Hirschfäng) um die Erlaubnis zum Klausenbau angesucht



1731keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwischen Reutte und Pflach kommt es zum Streit wegen der Weidegrenzen und der Nutzung der Brunnen



1734keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Gericht Ehrenberg kommt es zu Einquartierungen von über 1400 Mann und Reittieren

Durch den Ehrenberger Pfleger wird der Auftrag erteilt, dass alle Untertanen des Königs von Frankreich und Sardinien, des Herzogs von Savoyen und deren Helfershelfer zu Reichsfeinden erklärt werden und deshalb sofort des Landes zu verweisen sind. Niemand darf sich anwerben lassen und in feindliche Dienste treten. Auch Waren der Feinde dürfen weder transportiert noch gehandelt werden. Alle Exporte von Getreide, Mehl, Pferden, Vieh, Gewehren, Pulver, Blei, Schwefel und Salpeter sind verboten. Auch die Ausreise Deutscher in Feindesland ist untersagt

Im September erhält Christian Lechleitner in Elmen die Genehmigung zu der Errichtung einer Bäckerpfister

In einer Rechnung wird die Verpflegung für das Fußregiment kaiserlich Sachsen-Weimar'scher Truppen aufgelistet



1735keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auf der Kög (Reutte) wird das erste 'bürgerliche Krankenhaus' eröffnet

Der Sensen- und Waffenschmied Franz Strigl erhält die Erlaubnis zur Errichtung einer Hufschmiede samt Rauchfang an der Brücke bei Pflach unter dem Steineberg



1736keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Bereich der Vilser Alpe wird von den Vilsern eine Brücke gebaut. Die Füssener verpflichten sich zum Erhalt der Brücke jährlich 20 Kreuzer beizusteuern, solange die Galtalpe im Besitz der Stadt Füssen ist



1738keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 25. Juni ergeht in einem Schreiben der Hofkammer in Innsbruck der Befehl an den Reuttener Bürgermeister Josef Anton Zeiller, ein Heiratsverbot unbemittelter Leute im Markt Reutte und der Pfarre Breitenwang durchzusetzen



1739keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
In den Wintermonaten herrschen außerordentlich kalte Temperaturen

Für das Lechtal und das Tannheimer Tal ist in den Chroniken von einem "erbarmungswürdigen Zustand" die Rede

In Vils wird durch eine Stiftung eine Schule eingerichtet



1740keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 4. Februar werden im Bernhardstal bei Elbigenalp 11 Männer beim Heuziehen von einer Lawine verschüttet. Die Bergung der zuletzt gefundenen Leiche fand aufgrund der großen Schneemengen dieses Winters erst im August statt

Am 20. Oktober wird Maria Theresia Erzherzogin von Österreich. Der Österreichische Erbfolgekrieg bricht aus, da mehrere europäische Fürsten eigene Ansprüche auf die Habsburgischen Erblande bzw. das römisch-deutsche Kaisertum erheben. Der Konflikt wächst sich zu einem weltumspannenden Krieg aus

In den Jahren um 1740 wird das Anlegen von Flachsdörren in der Nähe von Behausungen verboten. Es hatte im Vorfeld wohl mehrere Brände durch den Funkenflug beim Dörren gegeben



1741keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auch dieser Winter fällt überdurchschnittlich kalt aus, am Bodensee herrscht die sogenannte Seegfrörne - d.h. der Bodensee ist zur Gänze zugefroren

Im Pflegamt Vils droht ein Streik der Rodfuhrleute, man hofft auf eine Einigung beim Salzrodlohn und macht die Fuhrleute auf die Gefährlichkeit ihrer Handlungen aufmerksam



1743keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Reutte lehnt aus finanziellen Gründen die von Kaiserin Maria Theresia angebotene Erhebung zur Stadt ab



1744keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Wegen eines feindlichen Überfalles in der Herrschaft Bregenz werden von Reutte, Lechtal und Tannheimer Tal rund 100 Schützen über den Arlberg entsandt



1745keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
An das Zollamt Fernstein wird ab Mitte März der Befehl erteilt, zur Erhaltung und Errichtung eines Nationalregiments in der Grafschaft Tirol auf alles Export- und Transitvieh einen Aufschlag von bis zu einem Gulden zu verlangen

Der Frieden von Füssen wird am 22. April in Füssen zwischen Bayern und Österreich geschlossen, damit endete der Kriegszustand zwischen beiden genannten Staaten



1746keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Straße über den Kniepass wird neu angelegt und der Weg wieder instandgesetzt



1747keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Für die Liebfrauenkirche in Vils wird eine Neudeckung des Daches fällig

Im Dezember wird für die Lad- und Rodstatt Lermoos eine allgemeine Rodordnung beschlossen



1749keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im März wird durch die Landesregierung der Export von Vieh und Viktualien an den Filialzollstätten Roßschläg, Kniepass und Tannheim untersagt



1750keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Bereich Gaichtpass wird die Straßentrasse verbreitert und die Felsen mittels Sprengstoff entfernt

Lechtaler Maurer bringen erstmals Kartoffeln von ihren Arbeitsaufenthalten aus dem Odenwald mit

Im November tobt ein Sturm in den Tälern, auf den Bergen dagegen ist 'nur' starker Wind

In den Lechtaler Gemeinden kommt es zu zahlreichen Einquartierungen von Soldaten - diese werden sich bis in das Jahr 1753 fortsetzen



1755keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Ausschuss des Schneider- und Schuhmacherhandwerks von Reutte beschwert sich beim Kreishauptmann gegen die in allen Häusern eindringenden Näherinnen, welche Frauen- und Männerkleidung zum Schaden der Zunft anfertigen. Folglich sind die hiesigen sieben Schneidermeister wochenweise arbeitslos. Die mit hohen Kosten erkauften Privilegien besagen, dass alle Stör und Stimplereien (Schwarzarbeit Anm.) im Markt Reutte untersagt sind. Allein in Reutte sind 24 Näherinnen vorhanden, welche wirklich von Haus zu Haus auf die Stör gehen

Im März kommt es zu Truppeneinquartierungen im Gericht Ehrenberg



1757keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Truppeneinquartierungen in Tannheim Anfang Juni



1758keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Reutte tritt Dr. Peter Paul Mayr als erster Arzt in Festanstellung seinen Dienst an



1760keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Gebiet von Reutte wird von Viehseuchen berichtet

An die Maria-Hilf-Kapelle in Höfen wird ein Turm angebaut



1762keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Gericht Ehrenberg und besonders um Reutte und Breitenwang kommt es nach Dauerregen zu gewaltigen Überschwemmungen bei welchen mehrere Brücken zerstört und andere Bauwerke beschädigt werden



1763keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im September entbrennt zwischen den Vilsern, den Pfrontenern und denen von Nesselwang ein Streit über den Fuhrlohn, da nach Aussage der Vilser die Nesselwanger nur beabsichtigen mit einer erhöhten Last den Vilsern zu konkurrieren

Ein Verbot von Hütebuben wird ausgesprochen (?)

Am 24. April wird in Vils die Waldordnung verlesen. In der Ordnung werden unter anderem das Bergmähen, das Pechklauben und das Wurzelgraben verboten



1765keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Frühjahr kommt es im Lechtal nach einem heftigen Unwetter zu Überschwemmungen welche die Verarchungen und einige Grundstücke am Lech von Elbigenalp bis Elmen wegreißen



1767keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Brüder Carl Josef und Ignaz Dominik Falger errichten in der Nähe von Reutte eine Papiermühle



1768keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Im Gericht Ehrenberg grassiert eine Hornviehseuche



1769keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Europa wird der Beginn der Industriellen Revolution eingeläutet

In der Pfarre Breitenwang kommt es zu einer besonderen Kennzeichnungspflicht für Bettler



1770keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Aus dem Lechtal befinden sich über 300 Personen als Händler und Kaufleute im Ausland. Die meisten in Deutschland und Holland. Einige reisen bis nach Amerika und einzelne davon wiederum bringen es in Übersee zu ansehnlichem Reichtum. Im Alter kommen einige dieser wohlhabenden Lechtaler Händler in ihr Tal zurück und verbringen in der alten Heimat ihren Lebensabend. In den Gemeinden Elbigenalp, Holzgau und Bach deuten noch zahlreiche reich verzierte Häuserfassaden auf diesen einstigen Wohlstand hin



1771keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Überschwemmungen im Lechtal zerstören beinahe alle Brücken des Tals

Es herrscht eine Hungersnot

Bei Pinswang werden dem Lech durch Verarchungen Flächen abgerungen, welche als Felder den Ertrag steigern sollen



1772keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Außerfern werden erstmals Kartoffeln angebaut

Eine Bettlerordnung gegen Müßiggänger und Landstreicher wird verhängt



1774keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Stanzach werden die Kirche und 10 Häuser ein Raub der Flammen

Der Trierer Kurfürst Klemens Wenzeslaus von Sachsen ist im Juni im Hohen Schloss in Füssen zu Gast. Ein Ausflug nach Tirol führte ihn zum Kniepass, zur Ehrenberger Klause und nach Reutte selbst

Das traditionelle Nikolauslaufen wird verboten

Die Allgemeine Schulpflicht wird auf Erlass der Kaiserin Maria Theresia in Österreich eingeführt

Der Vulkan Vesuv bricht aus



1775keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Beginn des Hexenprozesses gegen die Maria Anna Schwegelin in der Stiftsstadt Kempten. Sie gilt als letztes Opfer der Hexenverfolgung auf deutschem Boden. Erst 1998 legten Nachforschungen offen, dass das damals ausgesprochene Todesurteil nie vollstreckt wurde. Anna Schwegelin verstarb erst 1781 im Gefängnis, nachdem sie zuvor jahrelang auf der Burg Langenegg inhaftiert war

Den aktuellen Forschungsstand stellte Wolfgang Petz 2007 dar, der inzwischen die gesamten Prozessakten einsehen konnte. Er verfasste das Buch „Die letzte Hexe. Das Schicksal der Anna Maria Schwägelin“

In Elbigenalp und Elmen kommt es zu Überschwemmungen am Fluss Lech

In Bichlbach wird am 23. Dezember für die Fuhrleute von Lähn eine neue Fuhrordnung errichtet. "Die Vorspann soll gleich jener für die Fasslfuhren umgehen. Die Lähner verpflichten sich, im Winter und im Sommer sämtliche passierenden Landfuhrleute unklagbar zu bedienen und ihnen weiterzuhelfen..."



1776keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Mit Jahresbeginn wird per Erlass durch die Erzherzogin Maria Theresia in Österreich die Folter abgeschafft



1777keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kaiser Joseph II. nächtigt im Gasthof Krone in Reutte. Noch heute erinnert eine Fassadenmalerei an dem Gasthof an diese Begebenheit



1778keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die zuvor in Heiterwang befindliche Poststation wird nach Reutte verlegt

Beginn des Bayerischen Erbfolgekrieges - größere Gefechte werden zu Beginn jedoch vermieden, da auf beiden Seiten die Truppenverpflegung nicht funktioniert. Schon im Folgejahr wird der Krieg von beiden Seiten beigelegt



1779keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Eine Holztriftverordnung tritt in Kraft

Vertragliche Regelung des Rauschhandels in Reutte vom 9. September



1780keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Lechtal entsteht das erste Bräuhaus



1781keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
In Reutte wird der alte Salzstadel abgebrochen



1782keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kaiser Joseph II. lässt Ehrenberg auf. 1783 wird die Festung dann um 1700 Gulden versteigert. Auch sämtliche Vorwerke werden aufgelassen und gelangen zur Versteigerung

Am 7. Mai fährt Papst Pius VI. bei Schneegestöber in Reutte ein. Vom Balkon der späteren Bezirkshauptmannschaft erteilt er der Menge seinen Segen, um eine Viertelstunde später die Weiterfahrt anzutreten

Die neue Straße von Pinswang, am Lech entlang, bis nach Füssen wird gebaut. Bis dahin mussten Reisende stets den Weg von Pinswang aus über den Stieglberg nehmen.
Auch die erste "Bruder-Ulrich-Brücke", oder auch "Rote Brücke" genannt, entstand während dieser Bauphase

Eine Beschwerde Bayerns ergeht an Reutte, da es vermehrt zu Wilderei und Viehraub gekommen sein soll



1783keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 8. Juni beginnt eine vulkanische Ausbruchsserie der Laki-Krater in Island, die mehrere Monate andauert. In der Folge kommt es zu einer Klimaabkühlung, welche zu Hungersnöten im Winter 1783/84 in ganz Europa führt

In Japan bricht am 3. August der Vulkan Asama aus. Auch er entsendet große Mengen Asche und Staub in die Atmosphäre



1784keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein extremer Winter geht mit zahlreichen, großen Hochwässern zu Ende

Die Gemeinde Pfronten erhebt Beschwerde, wegen ihr vorenthaltener Salzfuhren. Künftig sollen 5% aller zu transportierenden Salzfässer von den Pfrontenern geliefert werden, wenn diese die Brücken entlang der Strecke schadlos halten und die Fässer am Weg bis Oy auch bei schlechtem Wetter nicht zurückbehalten werden

In den landesfürstlichen Wäldern kommt es nach der Aufhebung des Obristjägermeisteramtes zu 'Jagdexzessen'



1785keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bau der Lechtalstraße

Brückenbau in Pflach (?)



1786keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Es kommt wegen der häufig auftretenden Viehseuchen zu Grenzsperrungen

In der Aschau geht ein erstes Ansuchen für das Gipshauen bzw. dem Abbau von Gips ein

Jungholz wird zur von Wertach unabhängigen Lokalkaplanei erhoben - nach Abtrennung aus dem Landkapitel Kempten, wird sie dem Pfarrbezirk Tannheim zugeschlagen



1787keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Übertragung des Pfarrwidums in das Franziskanerkloster Reutte

Durch das Josephinische Strafgesetz wird die Todesstrafe in den habsburgischen Erblanden abgeschafft

Die Zunftlade Reutte der Schuster und Schneider reklamiert, dass sich in dem schon seit 1705 hinziehenden Streit, neben der Aschau nun auch Tannheim von der Hauptlade in Reutte lösen und eine Filiallade eröffnen wolle.
Von Imst kommt umgehend die Aufforderung, dass Tannheim die alten Rechte respektieren und bei der Hauptzunftlade von Reutte verbleiben soll. Dasselbe gilt ebenso für die renitenten Handwerker von Aschau

Der Vilser Bürgermeister erhebt gegen die Einquartierung der Soldaten im Winter-Standquartier Einspruch und bitte davon Abstand zu nehmen, da Vils bereits durch die Transportkosten hoch belastet sei, zur Versorgung zu wenig Holz und Nahrung habe und noch an den Schäden der letzten Einquartierung leide.
Dem Einspruch wird daraufhin vom Kreishauptmann stattgegeben

In Vils brennt die Mühle des Peter Triendl ab

Der Vilser Bürgermeister Gotthard Konz bestätigt, dass nicht von jedem Haus die vorgeschriebene Anzahl Mäuse gefangen und abgeliefert wurde, weshalb von diesen Häusern ein Äquivalent eingezogen werde

Im November bitte der Vilser Bürgermeister um die Aufhebung der verhängten Viehausfuhrsperre, da durch Missernten in den letzten drei Jahren, sowie durch Mausbiss und einer Maikäferplage die armen Untertanen ohnedies hart getroffen seien



1788keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Reutte wird eine Leinwandmanufaktur zur Verarbeitung des Flachses gegründet

Es kommt zu Abschiebungen von auswärtigen Bettlern



1789keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Wetterkapriolen über Mitteleuropa; im Außerfern herrscht nicht zuletzt auch wegen der schlechten Flachsernte eine große Arbeitslosigkeit und Armut

Jungholz wird nach der Kirchenweihe zur Pfarrei erhoben

Das Wildbretschießen wird verboten

Die Leute von Vils bitten das Kreisamt um die Bewilligung zur Einfuhr von 250 Schafen aus Tirol, da es wegen der Ernteausfälle bereits am Nötigsten fehle

Ein "Beherbergungsverbot von unbekanntem Gesindel", sowie eine Meldepflicht Verdächtiger Individuen wird ausgerufen



1790keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 19. März weilt Goethe in Reutte

Der Schleichhandel mit Schwarzpulver führt bei der Exekutive zu erhöhter Besorgnis

Sämtliche Leute von Vils reichen beim Pfleger eine Bittschrift um Befreiung von der Kriegssteuer ein. Die Ausgaben würden schon für die dringend benötigten Getreidezukäufe von anderen Orten aufgehen und die meisten Insassen der Gemeinde seien ohnehin schon hoch verschuldet



1791keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Baulichkeiten des Heilbades Kreckelmoos bei Breitenwang werden saniert



1792keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Beginn der Koalitionskriege am 20. April durch die Kriegserklärung der französischen Nationalversammlung an die Monarchien Österreich, Preußen und Sardinien-Piemont - der Startschuss für die Französische Revolution

Die Nesselwängler Kirche ist in einem derart desolaten Zustand, dass eine Seitenwand einzustürzen droht. Das Pflegamt Ehrenberg weist eine sofortige Reparatur an um ein größeres Unglück zu vermeiden



1793keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bei einem Lawinenabgang in der Nähe des Dorfes Häselgehr werden 11 Menschen in 3 Häusern verschüttet und davon 7 getötet

In Reutte wird auf Grund einer Viehseuche eine Bittprozession abgehalten



1794keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 9. Juli kommt es in Pfronten wegen der Einquartierung österreichischer Soldaten zu Unruhen

Ein Ansuchen für die Ausfuhrgenehmigung von 500 Stück Vieh wird gestellt

Dem Waldrieger (Waldaufseher) Johann Baptist Fasser wird durch das Waldamt Ehrenberg aufgetragen, sämtliche Waldfreveltaten zur Anzeige zu bringen



1795keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nach zeitgenössischen Angaben verlassen rund 1600 Männer das Gericht Ehrenberg um in der Fremde auf Arbeitssuche zu gehen. Die Heimat kann nach einem extrem kalten Winter und einer folgenden, unergiebigen Ernte die Menschen nicht einmal mehr annähernd ernähren

Die Vilser Gerichtsuntertanen bitten das k.k. Pflegamt um Bewilligung, das Getreide aus dem Land Tirol einführen zu dürfen

Im Tannheimer Tal werden trotz der prekären Versorgungssituation französische Kriegsgefangene einquartiert

In einem Sammelakt wird über sogenannte Holzexzesse berichtet, welche unter anderem in Ehrwald, Stanzach, Elmen, Häselgehr und Holzgau verübt wurden

Auch in Schattwald wird von "äußerstem Holzmangel" berichtet

Vom Pflegamt wird das Jagen, Fischen, Vogelfangen und Pechklauben in auswärtigen Gegenden ausdrücklich als Verbrechen geahndet, da von Tiroler Wildschützen alle möglichen Exzesse im Hohenschwangauer Territorium vorgekommen seien

In Reutte wird das "Pfarrliche Spital und Armenhaus" eröffnet (heute Seniorenzentrum "Zum guten Hirten")

In Reutte wird ein Namensverzeichnis zahlreicher Ortsfremder angelegt. Es folgen mehrere Abschiebungsmaßnahmen

Der Vilser Rodausschuss beschwert sich wegen des verkürzten Salzdrittels. Von den veranschlagten und vertraglich zugesicherten 10000 Fässern fehlen allein für das Jahr 1795 beinahe 2700 Fass, was einen Verdienstentgang von über 1660 Gulden bedeutet. Man verlangt die Nachlieferung der der fehlenden Fässer



1796keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Der Vilser Oberbürgermeister Lob bittet das Pflegamt Vils, das Wetterläuten wieder zu bewilligen. Denn in den vergangenen Jahren, so Lob, hätten die Hochgewitter dem Getreideanbau sehr geschadet

Der Vilser Salzrodausschuss bittet um eine Angleichung des Frachtlohnes, da auch die Kosten für Futter, Zoll und Weggelder angehoben wurden. Zudem verweist der Ausschuss darauf, dass von allen Rodstationen jene von Vils mit 6 Steilstücken und einer Wegstrecke von viereinhalb Stunden die beschwerlichste sei.
Das Gesuch wird jedoch vom Kreisamt abgelehnt, mit der Begründung, man müsse das Ärar (Vermögen eines Staates oder einer Körperschaft) wegen der Kriegszeiten vor allen Ausgaben schützen

Eine Erhebung im Juni ergibt ein ernüchterndes Bild - die Befestigungsanlagen auf Ehrenberg, dem Gaichtpass, der Ehrwalder Schanz und bei Roßschläg befinden sich in einem sehr schlechten Zustand. Am Gaichtpass wird daraufhin sofort mit der Errichtung einer Palisadenlinie begonnen. Auch auf Ehrenberg werden Gräben ausgehoben und zahlreiche Verhaue angelegt

Das Blei für die Gewehrkugeln wird vorwiegend bei Biberwier in den Gruben des Bergwerks Silberleithen gewonnen

Ein Problem stellt die Aushebung lokaler Rekruten dar, da die meisten der wehrfähigen Männer im Ausland als Saisonarbeiter tätig sind. Die Situation macht es dennoch erforderlich, dass ab dem 7. Juli die verbliebenen wehrfähigen Männer mit Waffen ausgestattet werden.
Am 17. Juli treffen noch hunderte von Gewehren aus Innsbruck ein

Vom Gerichtsamtmann Luger von Rettenberg ergeht eine Warnung an seinen Kollegen in Tannheim, da sich eine bis zu 900 Mann starke Räuberbande - aus Deserteuren bestehend - mordend, brennend und plündernd durch das Allgäu bewege

Wegen der Flur- und Waldschäden in Musau anlässlich der Landesverteidigung in Roßschläg und Lechschanzl wird ein Lokalaugenschein anberaumt

Die französischen Truppen stoßen von Westen kommend gegen Vorarlberg und Schwaben vor. Am 12. August ziehen sich österreichische Soldaten aus Kempten nach Nesselwang zurück.
Da die französische Armee schier übermächtig immer weiter vorprescht, wird Mitte August am Fernpass eine weitere Verteidigungslinie eingerichtet. Am 21. August ziehen sich die Österreicher schließlich auch aus Immenstadt und Sonthofen zurück

Aus Furcht vor den anrückenden Franzosen, aber auch wegen des Verhaltens der eigenen, der österreichischen Armee - insbesondere der österreichischen Husaren, flüchteten die Frauen des Tannheimer Tals mit ihren Kindern Ende August in das Gebirge. Auch in Reutte wird das schändliche Benehmen der Husaren angezeigt, woraufhin die Husaren schließlich aus dem Außerfern abkommandiert werden

Am 27. August besetzte das Militär der Habsburger und zahlreiche einheimische Bataillone den Jochpass, wo schon bald zahlreiche erbitterte Kämpfe geführt werden. Die Zivilbevölkerung flieht großteils nach Reutte, denn auf beiden Seiten wird inzwischen mit grausamer Härte und Brutalität gegeneinander vorgegangen. In Pfronten werden beim Rückzug von den Österreichern viele Bauernhöfe in Brand gesetzt um den Franzosen kein Quartier und keine zurückgelassene Verpflegung zu hinterlassen. Am 13. September wagen die Franzosen schließlich einen Vorstoß gegen das Tannheimer Tal, werden aber zurückgeschlagen. Bei dem Versuch über den Oberdorfer Berg (Palmenberg) ins Tal zu gelangen, werden die französischen Soldaten von wehrhaften Talbewohnern in die Flucht geschlagen. Derweil besetzen die Franzosen aber die Stadt Kempten

Bei Musau stehen mehrere Kompanien aus Reutte, Lechaschau und dem Lechtal bei der Roßschläg, der Lechschanz und am Kniepass

Am 17. September wehren Tannheimer und Lechtaler Schützen einen französischen Angriff erfolgreich ab und werfen den Feind bis hinter Kempten zurück. Seither wird im Hochtal der 17. September als Talfeiertag gefeiert

Mehrere Lechtaler Scharfschützen sind an den Jochübergängen postiert und halten dort Wache

Mitte September gelingt es dann, die Franzosen bis hinter Kempten zurück zu drängen

Im Oktober bricht dann eine eingeschleppte Viehseuche aus. Im Außerfern herrscht große Not, trotzdem wird bald daran gegangen die Verschanzungen der Ehrenberger Vorwerke wieder instand zu setzen

Anfang November zerstört eine Feuersbrunst eine Mahl- und Schneidmühle bei Nesselwängle



1797keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine Episode der Wilderei Anfang Jänner schlägt sich in einigen Berichten als "Ehrwalder Krieg" nieder

Im Februar führt Karl von Österreich-Teschen 15000 Soldaten durch das Außerfern in Richtung Italien. Die Bevölkerung stöhnt unter der Last der Einquartierungen

Eine Abordnung von Lechtaler Schützen zieht über den Brenner nach Bozen

In Grän wird wegen einer grassierenden Rinderseuche in den Sommermonaten eine Bittprozession abgehalten

Im Oktober tritt der Friedensvertrag in Kraft und der erste Koalitionskrieg ist damit zu Ende

Ein Großbrand in Lermoos legt 17 Häuser in Schutt und Asche

Das sogenannte Wetterläuten wird verboten



1798keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Große Truppenbewegungen durch das Außerfern und das Allgäu. Die Einquartierungen fordern den Einheimischen große Entbehrungen ab

Die Pocken wüten in der Stadt Vils, mehrere Dutzend Menschen fallen ihr zum Opfer

Im Raazwald ereignet sich ein großflächiger Waldbrand

Die Rodgemeinschaft Vils ersucht das Kreisamt Imst, dass künftig von Reutte vertragsgemäß jedes dritte Fass nach Vils umgeleitet und der Abgang entschädigt wird.
Das Amt unterstützt diese Bitte, denn obwohl die Spedition schon lange wieder begonnen habe, sei in Vils noch kein einziges Fass angekommen



1799keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine Lechtaler und eine Tannheimer Kompanie wird an die Grenze zu Engadin geschickt. Sie treffen dort auf Franzosen, es kommt zu Feuergefechten. Aus den Tiroler Reihen kommt niemand zu Schaden.
Es gibt jedoch einige Kriegsgefangene, welche später in ein italienisches Kriegsgefangenenlager gesteckt werden. Im Herbst sterben dort einige Schützen des Tiroler Schützenkorps, darunter auch zahlreiche junge Soldaten aus dem Außerfern

Im Hohen Schloss in Füssen wird ein Zentrallazarett der k.k. Armee eingerichtet. Wenig später bricht die Cholera aus und mehrere hundert Soldaten lassen dabei ihr Leben

In Pflach wird eine große Zahl russischer Soldaten einquartiert. Diese gebärden sich aber bald als sehr raue Gesellen. Man wirft ihnen hier, wie auch im benachbarten Allgäu häufig Diebstähle und zahlreiche Vergewaltigungen vor

Ein Verbot gegen Nachtschwärmerei wird ausgesprochen

Auf der Vilser Schanze kommt es zu einer Versteigerung



1800keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Anfang Mai zieht ein ganzer Flüchtlingsstrom über mehrere Tage und Nächte hindurch durch das Außerfern in das Innere Tirols

Mitte Mai geben die Österreicher ihre Stellungen in Memmingen und Kempten auf und ziehen sich bis nach Nesselwang und Füssen zurück. Inzwischen kommen aber immer mehr Truppen aus dem innertirolischen Raum mit Kanonen nach Reutte

Im Juli ziehen französische Truppen plündernd und brandschatzend durch Vils, Musau und Pinswang. Ein Waffenstillstandsvertrag teilt das Außerfern in Besatzungszonen auf.
Die linke Seite des Lech fällt an die Franzosen, die rechte Seite wird von den Österreichern besetzt.

Am 22. Juli stoßen französische Truppen bis Elbigenalp vor, das sie für die folgenden sieben Monate belagern. An allen Lechbrücken werden Wachhäuser errichtet. Der Lechtaler Chronist Anton Falger berichtet: "Im Allgemeinen hatte man wenige Klagen über die Franzosen, sie waren lustige Leute, entwendeten wenig; was sie von den Bauern bekamen, wollten sie zwar gut und reinlich, aber nicht viel; den schönen Mädchen waren sie nicht feind, wenn die Mädchen auch auf dem rechten Lechufer waren. Manchmal waren die "Wachen an den Lechbrücken ziemlich streng und wollten Niemand passiren lassen... So zogen denn die fröhlichen Republikaner am 24. Februar 1801 ab; singen, springen und fechten war ihnen am liebsten, einfach und leicht ihre Kleider, der Haarzopf ist mit ihnen verschwunden und als alte Dummheit belacht... Ehe die Franzosen kamen, sahen die Thalbewohner gar häufig Pütze (Geister) und dergleichen Erscheinungen, aber mit Ankunft derselben vergass man darauf; bei den fortwährenden 'Kriegen führte man andere Gespräche', man vergass die Gespenstergeschichten und der Aberglaube nahm ab"
Quelle: Anton Falger und das Lechthal (Christian Schneller; Ferdinandeums-Zeitschrift [1877])



1801keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das gesamte damalige Außerfern wird Anfang Februar im Friedensvertrag von Lunéville wieder an Österreich angegliedert. Die Franzosen ziehen Ende März schließlich ab

In der Madau beschädigt ein Feuer mehrere Häuser

Ende September wird die neu erbaute Lechbrücke zwischen Reutte und Lechaschau in Betrieb genommen



1802keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In der Liegfeist wütet ein Waldbrand

In Vils kommt es zu Einquartierungen französischer Soldaten, der französische Generalstab bezieht für rund ein halbes Jahr im Pflegschlössel Quartier. Daneben häufen sich auch Verpflegungskosten und Plünderungsschäden an, welche den Geschädigten jedoch nicht rückerstattet werden

Wegen des drückenden Holzmangels wird in Reutte ein Maßnahmenkatalog verabschiedet, welcher folgende Punkte umfasst:
Strenge Ahndung von Waldexzessen, Bevorzugung des liegenden Holzes, Unterbindung von mißbräuchlicher Verwendung des Bauholzes zu Brennholz, Einschränkung des Dachsenschneidens, sorgfältige Holzauszeigung, Einschränkung des Bauholzes, Anweisungen zum Holzsparen und Schutz vor Feuersgefahr

Für den Ort Heiterwang wird eine Fabrikationsstätte für "leonische Waren" (Borten, fein gezogene Drähte aus Kupfer, welche ein gold- oder silberähnliches Aussehen haben) genannt. Die Produktion wird aber schon nach kurzer Zeit nach Schwaz verlegt



1803keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Vils kommt zum Außerfern und damit zu Tirol. Allerdings ergeben sich durch das Machtgerangel zwischen Bayern und dem Hause Habsburg mehrfach Besitzänderungen in dieser Zeit. Erst 1816 gelangt Vils dann endgültig zu Tirol und somit auch zu Österreich

In Reutte wird ein Vorsorgelager für Roggen eingerichtet

Vils sieht sich abermals gezwungen, für Quartierungskosten der Mannschaften und Offiziere aufzukommen



1804keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nach beinahe einhundert Jahren im Separierungsstreit der Aschauer Schneider und Schuster von der Hauptzunftlade in Reutte, kommt es zu einem Abschluss. Die Aschauer dürfen fortan zwei Beisitzer im Ausschuss stellen, womit ihnen mehr Mitspracherecht innerhalb der Zunft eingeräumt wird



1805keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ab Jahresmitte kommt es immer wieder zu Heereszügen der Österreichischen k.k. Armee durch das Außerfern

Am 25. August wechselt das Kurfürstentum Bayern die Seiten und schließt sich Frankreich an

Eilig werden nun Verschanzungen aufgeworfen und bereits Mitte Oktober werden vom Militär die Vorwerke Roßschläg, Kniepass, Plansee und die Ehrwalder Schanz besetzt.
Ende Oktober erleiden die Österreicher bei Ulm eine große Niederlage. Entlassene Militärgranden treffen in Reutte ein. Ihnen folgen schon bald Flüchtlingsströme aus Augsburg und München und in den schanzennahen Orten werden jede Menge Soldaten einquartiert. Die Not wächst zusehends, da auch die Ernte des Getreides nicht ausgereift war und die Speicher somit nicht gefüllt werden konnten

Anfang November wird schließlich das Militär abgezogen, womit zwar die Einquartierungen aufgehoben werden - jetzt allerdings steht dem Feind Tür und Tor offen. Das Reuttener Becken liegt völlig ungeschützt als Einfallstor da

Am 26. Dezember wird im Zuge des "Friedens von Pressburg" Tirol mitsamt dem Außerfern kampflos an die Bayern übergeben



1806keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Chronik berichtet von großen Schneemassen und zahlreichen Lawinenabgängen im Außerfern und vorrangig dem Lechtal

Das Gericht Aschau (Lechaschau, Wängle, Höfen, Weißenbach und Vorderhornbach) sowie auch das Gericht Vils wird durch die neue bayerische Regierung aufgelöst und dem Gericht Ehrenberg einverleibt

Kurz darauf wird Vils jedoch dem Gericht Füssen zuerkannt

Um den Verwaltungsapparat zu finanzieren, erhebt die bayerische Regierung bald neue Steuern. Die zeitgenössische Tiroler Währung, der Kreuzer, hat enorm an Wert verloren und damit verarmen sehr viele Tiroler oder gehen bankrott



1807keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine begüterte Familie aus Lermoos kauft das Bergwerk Silberleithe bei Biberwier, die textilverarbeitenden Fabriken im Außerfern haben jedoch unter den gestörten Handelsbeziehungen mit Großbritannien zu leiden und kommen in arge Bedrängnis



1808keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Rodfuhrleute von Vils transportieren Mitte Januar auch militärisches Gerät von Vils über Reutte nach Lermoos

Den Vilser Bürgern wird durch das königlich bayerische Landesgubernium die zwischen Vils und Füssen gelegene Alpe Salober verkauft

Am Sintenbichl wird ein Gipsbruch genehmigt

Die Salzrodfuhren von Reutte werden nach langem Streit ordnungsgemäß zu knapp einem Drittel über Vils geleitet. Die Rodfuhren erfolgen dabei täglich, auch an Sonntagen. Es sind an einem Tag bis zu neun Rodfuhren unterwegs



1809keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ab Februar beginnt die bayerische Regierung damit junge Tiroler zu mustern. Sofort entwickelt sich Widerstand, da kein Tiroler unter napoleonischer Flagge in den Krieg ziehen will. Viele junge Burschen flüchten bald darauf in die Berge.
Schon im April formiert sich eine Gruppe Aufständischer und bald werden in den Bergen die ersten Feuer entzündet, welche zur Kommunikation über die Täler hinweg genutzt werden.

Am 13. April marschiert Andreas Hofer mit seinen Schützen in Innsbruck ein. In Reutte entbrennt ein Aufstand, woraufhin sämtliche bayerischen Beamten aus dem Amt gejagt werden. Die Schützen aus dem Außerfern gelangen schnell an den Vorwerken und Verschanzungen ein, unternehmen sogar Streifzüge bis fast hinaus nach Kempten um die Lage zu erkunden. In Vils sammelt sich eine große Anzahl an Tiroler Schützen, da sich die kleine Stadt inzwischen dem Aufstand angeschlossen hat. Die Tannheimer Schützen unternehmen auch Exkursionen in das Ostrachtal bis hin nach Sonthofen. Die Sonthofener und die Bürger von Immenstadt sympathisieren größtenteils mit den Tirolern

Bald schlägt diese Stimmung bei den Oberallgäuern jedoch um, als einige der Tiroler Truppen damit beginnen die Allgäuer Dörfer auszuplündern. Im besonderen Maße gibt das Vorgehen des Major Teimer Grund zur Klage, die Tannheimer Kompanie zieht deshalb in eine andere Region ab, da sie die bis dahin guten Beziehungen mit den Oberallgäuern gefährdet sehen

Mitte Mai kommt es im oberen Illertal zu einigen Scharmützeln zwischen bayerisch-französischen Truppen und einem Aufgebot an Oberallgäuer Bauern, welche sich bewaffnet mit Sensen, Mistgabeln und Spießen auf der Seite der Aufständischen Tiroler gegen den Feind stellten

Am 19. Mai wird Innsbruck von den durch das Inntal herauf vorrückenden Bayern und Franzosen besetzt. Nach Reutte ergeht daraufhin die Aufforderung zu kapitulieren und die Waffen umgehend nieder zu legen. Die Tiroler Schützen im Außerfern lassen sich davon aber nicht beeindrucken. Als der Feind schließlich Füssen besetzt und seine Truppen an den Ehrenberger Vorwerken aufstellt rotten sich bei Reutte hunderte von Schützen und Bauern zusammen. Die Frauen und Kinder flüchten in der Zwischenzeit in Richtung oberes Lechtal

Am 25. Mai siegt Andreas Hofer mit seinen Schützen am Bergisel bei Innsbruck. Die bayerisch-französischen Truppen können wieder zurückgedrängt werden. Die Talengen werden wieder abgeriegelt um sich vor Überraschungsangriffen aus dem süddeutschen Raum abzusichern

Auch die Vorarlberger beteiligen sich an den Kämpfen gegen Napoleons Truppen. Sie erhalten Blei für ihre Gewehrkugeln aus dem Bergwerk in Biberwier. Der Nachschub an Schwarzpulver versiegt jedoch in Tirol und Vorarlberg zusehends. So kommt es nur gelegen, dass sich die Soldaten auf bayerischer Seite immer weiter zurück zogen

Die jetzt wieder vorrückenden Tiroler Schützen begehen jedoch just den selben Fehler und unternehmen, wieder unter dem Befehl des k.k. Majors Martin Teimer, wilde Beutezüge im Allgäu. Gerade die Ostallgäuer wenden sich immer mehr von der Sache der Aufständischen ab. Auch auf Seite der Tiroler weigern sich viele unter dem Kommando Teimers an diversen Ausfällen teilzunehmen

Am 19. Juni kommt es zu einigen Kampfhandlungen zwischen den Vorarlbergern und den Soldaten der Bayern und Franzosen. Die Vorarlberger sind wild entschlossen die Stadt Kempten für sich einzunehmen und greifen auch an, werden aber durch das Kanonenfeuer zurück gedrängt

Der vom Kaiser von Österreich am 12. Juli unterzeichnete Waffenstillstandsvertrag von Znaim schreibt die Übergabe Tirols an die Bayern vor. Die Tiroler wollen dies aber nicht akzeptieren, besetzen auch Mitte Juli wieder die Talengen und ziehen zusammen mit den Vorarlbergern gegen Pfronten und Nesselwang. Am 17. Juli greifen sie Kempten an, werden aber blutig niedergeschlagen - die Aufständischen ziehen sich damit hinter die Talsperren des Außerferns und nach Vorarlberg zurück

Von französisch-bayerischer Seite aus wird Anfang August daraufhin Füssen abermals besetzt und mit einem ausgedehnten Sperrwerk aus Palisaden und Verschlägen versehen - auch Innsbruck wird wieder unter bayerische Besatzung genommen. Da kommt am 7. August die Meldung, dass Andreas Hofer alle Tiroler Schützen zu den Waffen ruft. In Reutte kommt es zum Kampf, wobei eine württembergische Truppe geschlagen wird

Am 12. August entbrennt - neben dem Schauplatz Füssen - auch im Tannheimer Tal ein Gefecht zwischen den Franzosen, Bayern und unter anderen auch den Tannheimer Schützen. Die Franzosen müssen hierbei an der Wacht bei Oberjoch eine bittere Niederlage einstecken - 34 Tote und einige Verwundete. Die Tannheimer hingegen hätten 'nur' 3 Tote und einen Verwundeten zu beklagen. Die Tiroler Schützen besetzen daraufhin den Ort Hindelang.
Aus dem Lechtal ziehen sieben Schützenkompanien in den Bereich von Reutte bis gegen Kempten, sowie in das Tannheimer Tal. Auch bei den Lechtalern wurde von 'nur' 2 Todesopfern berichtet

Bei Innsbruck beginnt indes am 13. August die mitunter dritte Schlacht am Bergisel. Auf jeder Seite kämpfen an die 15000 Mann - letztlich schlagen die Tiroler die gegnerischen Truppen und die wehrhaften Bauern und Schützen des gebirgigen Landes sind bald in ganz Europa in aller Munde

Bei Vils und Pinswang werden noch bis Ende August die Ehrenberger Vorwerke besetzt gehalten. Die Franzosen und Bayern lagern derweil in Füssen, Pfronten und Nesselwang. Immer wieder entflammen kleinere Gefechte, etwa im Illertal, bei Füssen oder auch bei Vils. Anfang September nimmt die Heftigkeit dieser Kampfhandlungen gerade im Bereich zwischen dem Tannheimer Tal und dem Ostrachtal immer weiter zu. Am 8. Oktober kämpfen sich die Tiroler bis Sonthofen vor, das Ostrachtal bleibt jedoch weiter schwer umkämpft

Das Zollamt Weißhaus wird durch die Hand der Franzosen ein Raub der Flammen. Bis Ende Oktober kommt es immer wieder zu Angriffen durch die Franzosen und Bayern. Am 26. Oktober ist dann für die Bevölkerung allerdings das Maß voll. Selbst die Frauen und Mädchen marschieren nun zornentbrannt gegen das Joch um die 'Eindringlinge' ein für alle mal zu vertreiben. Die Frauen können auch wirklich einige Franzosen vertreiben und erbeuten mehrere Pferde der Gegner

Für alle Beteiligten ist es oftmals nicht klar ersichtlich, welche Partei nun in der Gewalt steht. Der Schriftverkehr scheint meist schon im Augenblick seiner Übersendung als überholt, wie folgende Nachricht anschaulich darstellt:
Schönberg am 29. Oktober 1809
Nachricht an das Distriktkommando in Reutte


Durch Andreas Hofer wird die vom Hauptquartier unter Erzherzog Johann abgegangene Kuriermeldung über die offizielle Bestätigung des Friedensschlusses vom 14. Oktober mit dem französischen Kaiser zur Kenntnis gebracht. Infolgedessen das Land Tyrol nicht mehr als ein Teil der Monarchie anzusehen ist. Es sind daher alle Feindseligkeiten einzustellen, um ein weiteres Blutvergießen zu verhindern. Es sollen die alten Posten beibehalten werden. Sollte man vom Feind angegriffen werden, so darf man sich verteidigen. Dieser Entschluss ist sogleich dem feindlichen General durch einen Trompeter gegen Empfangsbestätigung zu übermitteln.

Am 1. November findet bei Innsbruck am Bergisel die inzwischen vierte Schlacht statt. Diesmal mit einem ungleichen Verhältnis von 20000 Franzosen gegen gerade einmal etwas mehr als 8000 Tirolern. Bald wird den Tirolern klar, dass sie bei diesem Unternehmen keine Chance mehr haben und ergeben sich. Das Bitten der Tiroler beim Kaiser von Österreich hatte zu keinem Ergebnis geführt. Von Österreich waren keine Soldaten gekommen um die Tiroler zu unterstützen und so war die Aussicht auf Erfolg schlicht vergebens. In Reutte wird die Kapitulation vom Bergisel vorerst argwöhnisch betrachtet und eine Niederlegung der Waffen abgelehnt. Erst am 8. November wird durch zumeist geistlichen Einfluss der Waffenstillstand vollzogen und die Tiroler verlassen die Sperrwerke. Am 11. und 12. November kommen 1200 Soldaten und wenig später noch einmal 3000 Mann als Besatzung in das Außerfern



1810keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Mehrere Halbbauern in Vils erheben Beschwerde gegen den Bürgermeister Kotz, da sie am Auftrieb ihres Viehs auf die Gemeindealpe gehindert werden, obwohl sie dies nun schon seit Jahrzehnten so machen

Das Tannheimer Tal, wie auch das Lechtal wird bis Mitte des Jahres von bayerischen Truppen besetzt

Das Außerfern erlebt einen außerordentlich heißen Sommer



1811keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die politische Gemeinde Gramais entsteht

Die politische Gemeinde Pfafflar entsteht

Am 11. Juli gehen schwere Gewitter mit Hagelschlag über Vils nieder und zerstören so gut wie alle Feldfrüchte

Im Hirschengärtle am Zwieselbach wird ein Gipsbruch eröffnet



1812keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Bei Füssen sammeln sich große Truppenkontingente aus Italien, welche zum Heer Napoleons einberufen wurden. Auch im Außerfern sammeln sich große Mengen Militärs, im Laufe des März etwa sind im Raum Zwischentoren an die 15000 Mann einquartiert

Auch im Herbst sammeln sich wieder italienische Soldaten bei Füssen um zu der großen Armee Napoleons aufzuschließen

Im Russlandfeldzug Napoleons fallen 27 Lechtaler als Soldaten der bairischen Armee - 30 waren einberufen worden. Von den mehrere Tausend Mann starken italienischen Truppen kehren aus dem Russlandfeldzug gerade mal ein paar Dutzend wieder in die Heimat zurück.
Auch aus fast allen anderen Außerferner Gemeinden bleiben viele Männer im Feld



1813keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ab März sammeln sich erneut mehrere Regimenter an Franzosen und Italienern in Füssen und dem Außerfern. Napoleon beginnt - nachdem so viele in Russland gefallen sind - eine neue Armee auf die Beine zu stellen

Bereits am 8. September hält ein massiver Wintereinbruch die Außerferner Bevölkerung in Atem. Im Lechtal reißen mehrere Lawinen die Heuhütten (Piller) mitsamt dem Heu von den Berghängen mit in die Tiefe. Auch im Tal richten die Schneemassen großen Schaden an den Höfen und Ställen an. Es ist insgesamt viel Verlust an Vieh zu beklagen

Mitte September gibt es Hochwasser am Lech

Am 8. Oktober kommt es im Zuge der Befreiungskriege zu einer Kehrtwende. Die Bayern wechseln abermals die Fronten und kämpfen nun wieder an der Seite von Österreich, Preußen, Russland und Schweden. Bei den Schlachten im Rhein-Main-Gebiet werden die verbliebenen französischen Truppen zu einem großen Teil aufgerieben



1814keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Außerfern und dem Allgäu werden mehrere Sammlungen für die Männer im Krieg gegen Napoleon durchgeführt. Darüber hinaus werden Wäsche, Socken und Verbandszeug an die Soldaten gesandt

Am 31. März wird Napoleon geschlagen und die Truppen der Koalition ziehen in Paris ein. Mit dabei ist auch der Korporal Anton Falger - später werden seine Eindrücke in die Bilder der von ihm gefertigten Totentänze mit einfließen

In Nesselwängle werden mehrere Häuser durch Muren beschädigt

Am 11. Mai kommt Marie Luise, die Ex-Frau des inzwischen in die Verbannung geschickten Feldherrn Napoleon, nach Reutte. Sie wird herzlich empfangen und nächtigt im Posthaus



1815keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Schattwald wird das veraltete Schwefelbad saniert und weiter ausgebaut

Durch das k.k. Salinenwaldamt und das Salzoberamt wird entschieden, dass der Pultenrainerwald als Reservewald für Wengle und Lähn anzusehen ist und nur im äußersten Notfall gefällt werden darf



1816keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im ganzen Außerfern (und weit darüber hinaus) gibt es Missernten. Am Markt Reutte verdreifacht sich der Getreidepreis. In Folge werden sogar Mäuse als Nahrungsquelle genutzt. Eine Eintragung überliefert folgendes:
'Vierzig Wochen kam kein Brot mehr in unser Haus. Einmal am Tag wurde gegessen - Erdäpfel und Brennsuppe. Die Kinder bekamen zusätzlich noch etwas Mus aus gestrecktem Gerstenmehl'

Heute weiß man, dass dies die Folge des Vulkanausbruches des indonesischen Tambora war, dessen Eruption aber bereits Mitte April 1815 stattfand. Die enorme Masse an Auswurfmaterial (bis zu 150km³) führte zu globalen Klimaveränderungen, welche sich als "Jahr ohne Sommer" auf Nordeuropa sowie auf Nordamerika niederschlugen

In Vils kommt es zu einer Feuersbrunst (?)

Vils wird im Zuge des Beschluss des Wiener Kongress und dem Frieden von Schönbrunn wieder dem Außerfern und somit auch Tirol einverleibt

Eine aus der Hönig-Nordflanke abgebrochene Staublawine beschädigt einige Häuser und die Kirche. Am Kirchenbau wird das Dach des Turmes und sämtliche südseitig ausgerichteten Fenster zerstört



1817keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 6. Jänner wird bei Bichlbach ein Haus durch die Kitzplätzle-Lawine zerstört. 5 Menschen kommen dabei ums Leben

Am 6. März wird in Bichlbach eine Mutter mit 3 Kindern von einer Lawine erfasst und getötet

Ende März ergeht vom Kreisamt Imst ein Schreiben an den Bürgermeister von Vils. Darin wird dieser beauftragt, die Not der Armen durch folgende Maßnahmen zu lindern: Einrichtung einer Armenkommission, wöchentliche Zusammenkünfte, Arbeitsfähige sollen mit Arbeit versehen werden, Anforderung von Naturallieferungen vom Gerichtsausschuss, Bitte um Mittel wohlhabender Gemeinden, Sammlungen in der Bevölkerung und Anforderung von Saatgetreide aus dem Staatsschatz

Anfang Mai türmen sich immer noch die Schneemassen in Wiesen und Feldern. "Auf dem Joch" bei Schattwald soll am 24. April die "Gähwindè" immer noch 42 Schuh (fast 13m) an Höhe gemessen haben

Die Schneeschmelze führt dann an allen Flüssen im Außerfern zu Überschwemmungen und Hochwasser. Zahlreiche Brücken und flussnahe Bauwerke werden dabei zerstört

Auch in diesem Jahr fordert der Hunger seine Opfer. Wenn überhaupt, bleibt lediglich die Kartoffel in erklecklichem Maße verfügbar. Sämtliche Lebensmittelzubereitungen werden bis zum Maximum gestreckt, so wird etwa in den Erdäpfelteig Baumrinde mit eingerieben und zum Zelten (eine Art Früchtebrot) gebacken



1819keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zum Erhalt des Franziskanerklosters wird der sogenannte Salzkreuzer eingehoben



1820keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Lechaschauer Josef Anton Nauß (auch Naus) besteigt (vermutlich) als erster im Rahmen von Vermessungsarbeiten die Zugspitze

"...gegen Ende [November] wurden in der Gegend von Reutti (in den Bezirken Vils und Pfronten) drei Luchse an einem Tag geschossen. Eine seltene Erscheinung in diesen Gegenden. Sie thaten längere Zeit hindurch vielen Schaden am zahmen und wilden Vieh..."
Österreichischer Beobachter vom 19. Dezember 1820

Große Kälte im Lechtal und wohl auch im übrigen Außerfern (-26°C)

Am 12. Dezember wird in Ehrwald ein Beben der Erde wahrgenommen

Die Lechbrücke bei Unterletzen muss saniert werden



1821keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein schwerer Sturm legt zur Weihnachtszeit große Waldflächen um



1822keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 11. März kommt es zu einem nochmaligen Beschluss zur Erbauung eines Schulgebäudes in Pflach. Letztlich wird der Bau unter dem Baumeister Matthias Wachter begonnen und am Ende eine Bausumme von 622 fl beanspruchen

Auf der indonesischen Insel Java bricht am 8. Oktober der Vulkan Gunung Galunggung aus



1823keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Reutte erleidet durch die Verlegung der Salztransporte über den Arlberg einen wirtschaftlichen Niedergang

Anlage eines neuen Vicinalwegs (Nahverkehrsweg) über den Kniepass



1824keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Ort Nesselwängle droht von einer Mure verschüttet zu werden

Auch am Lech herrscht das Hochwasser am 28. und 29. Oktober und bei der Pinswanger Ulrichsbrücke überflutet der Fluss die Straßen. Am 'Steg' mussten deshalb zwei Häuser evakuiert werden

Im Bereich der Klause Ehrenberg kommt es zu einem größeren Bergsturz



1825keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auf der Sebenalpe kommt es zu einer größeren, unbefugten Holzentnahme. Johann Georg Rief fällte die Bäume um sie privat zu verkaufen, obwohl das Salinenwaldamt im Besitz dieser Waldungen stand



1827keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Bereich des Grünten wird der letzte Wolf des Allgäus erlegt

Durch Beschlüsse der Regierung werden Verbote ausgesprochen, welche die Holzknappheit und die Abholzung der Wälder aufhalten sollen



1829keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Die Gemeinde Grän verkauft an das Ärar einen Baugrund im sogenannten Wolfhaag (Enge) zur Errichtung eines neuen Zollhauses

Ende Juni - Hochwasser am Lech

Im Juli gehen schwere Gewitter mit Blitz und Hagelschlag über dem Reuttener Talkessel nieder. Zur damaligen Zeit wurden auch Feldfrüchte wie Gerste, Roggen und Hafer angebaut, welches vollständig 'verdorben' wurde. Auch das angebaute Gemüse konnte keiner weiteren Verwendung mehr zugeführt werden. Darüber hinaus begleitete ein Sturm das extreme Wetter und entwurzelte zahlreiche Bäume und deckte mehrere Häuser ab.
In der Folgezeit wurden für die Betroffenen zahlreiche Sammlungen getätigt und die Schäden durch Nachbarschaftshilfe wieder großteils bereinigt



1830keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ein außergewöhnlich kalter Winter wird von einem ertragreichen Sommer abgelöst. Jedoch schneit es im Oktober schon wieder zu

In ganz Mitteleuropa kommt es zu Unruhen und Tumulten



1831keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Es werden gedruckte sanitätspolizeiliche Maßnahmen zur Vorbeugung gegen die Choleraepidemie und die Blattern ausgegeben

Einreisende werden für eine vorgegebene Zeit in Quarantäne (Kontumaz) verbracht

Für die Anlage einer Straße von Steeg nach Warth werden Kostenvoranschläge eingeholt

Ein Erdbeben erschüttert am 26. November das Lechtal

Bei einem Unwetter kommt es zu größeren Murabbrüchen im Bereich der Edenalpe oberhalb des Ortes Haldensee. Größere Waldstücke wurden dabei weggerissen und eine Verschüttung des Dorfes und der Felder wird befürchtet



1832keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bei einem Großbrand in Zöblen werden 2 Häuser und die Kirche ein Raub der Flammen

Die Holzgauer Wetterspitze wird erstmals durch die Herren Falger und Knittl bestiegen

Die Kapelle auf dem Pestfriedhof am Steineberg wird erbaut



1833keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein Brand zerstört die Kirche von Kaisers

Wegen einer Pocken-Epidemie kommt es vermehrt zu Sterbefällen im Außerfern, aber auch im Allgäu und in Inner-Tirol

Im Außerfern werden die gebietskörperschaftlichen Gebilde der sogenannten Anwaltschaften aufgehoben. Es entstehen eigenständige Gemeinden

Im Raum Reutte treten vermehrt Fälle der Maul- und Klauenseuche auf



1834keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Epidemien (Pocken und Masern) führen zu einer erhöhten Sterblichkeit

Der April bringt Hitze über das Außerfern

Am 25. Juli ereignen sich mehrere Murenabgänge über Nesselwängle. Nur knapp entgeht der Ort einer Katastrophe

Hochwasser am Lech Ende August. In Nesselwängle kommt es erneut zu Murenabgängen, Wälder und Weiden wurden dabei verschüttet



1835keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zöblen kann sich von dem Verband mit Tannheim trennen und wird eine eigenständige Gemeinde

Reutte holt einen Kostenvoranschlag für eine Sanierung des Ritschenkanals ein



1836keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kälteeinbruch im Lechtal am 22. Juli - einiges an Vieh erfriert auf den Almen, die überlebenden Tiere werden daraufhin sofort ins Tal geholt und in die Ställe gebracht



1837keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Landgericht genehmigt am 12. April der Gemeinde Pflach, obwohl dort nur 190 Seelen wohnen und schon zwei Gipsmühlen bestehen, auf Ansuchen der Kreszenz Sprenger eine Gipsmühle, um auch nach Bayern für Bau und Dünger exportieren zu können

Am 29. August zerstört eine Lawine 25 Heustöcke am Heuberg bei Elbigenalp



1838keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bei einer Gemeindeversammlung am 8. Juli wird in Musau dem Bau einer Gipsmühle in der Weidach zugestimmt



1839keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 18. August wird die Fürstenstraße von Pinswang (Schluxen) über den Alpsee nach Hohenschwangau eröffnet



1840keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 17. Februar ist im Lechtal ein Erdbeben spürbar. Es ist darüber hinaus auch von einem Meteorit die Rede (?)

In Hinterhornbach fällt ein Kind rund 25 Meter tief von einer Brücke und wird von den Wassermassen mitgerissen. Es wird daraufhin fast unverletzt geborgen



1841keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
In Elbigenalp kommt die kleine Anna Knittel zur Welt. Später einmal werden sie viele unter dem Namen 'Geierwally' kennen.

Starke Stürme schädigen am 18. Juli Waldflächen und decken ganze Dächer ab

Es wird von einer Viehseuche berichtet

Ein Rechtsstreit über die Eigentumsverhältnisse im Ammerwald beschäftigt das Gericht



1842keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Raum Reutte verenden mehrere Tiere durch die sogenannte Lungenseuche

Im Nesselwängler Ortsteil Rauth wird eine eigene Schule eingerichtet



1843keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
König Maximilian II. von Bayern besucht mit seiner Gattin Marie und seinen Söhnen Ludwig II. und Otto den Ort Berwang



1844keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Lawinenabgänge am 28. u. 29. Jänner in Berwang, in Bichlbach, am Fernstein und in Bichlbächle

Beim Abgang einer Staublawine werden in Berwang am 1. Februar 8 Menschen getötet

Am 2. Februar löst sich bei Reutte ein Schneebrett und verschüttet eine Mühle mitsamt deren Bewohnern. Alle Verunglückten können geborgen werden

Im Sulzltal (Holzgau/Bach) kommt am 5. März bei einem Lawinenabgang eine Person ums Leben

Am 12. April zerstört eine Lawine in Elbigenalp mehrere Heupillen und Sennhütten

Im Außerfern werden Fälle von Rinderpest registriert



1845keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Reuttener Leinwandmanufaktur wird zu einer Baumwollspinnerei und -weberei ausgebaut

Die Stadt Vils lässt die Schärpa- und Reichenbachwiesen vermarken

In Vils wird der Gesundheitsschein für Klauentiere eingeführt



1846keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine Hungersnot droht. Die schlechte Witterung und Umweltkatastrophen suchen den ganzen Bezirk heim. Die Kartoffeln beginnen wegen der hohen Niederschläge bereits im Boden zu faulen. 1847 setzt sich die Misere fort. Noch einmal macht die Fäulnis die Kartoffelernte zunichte. Auch die Viehzucht bringt keinen Gewinn mehr

Überschwemmungen durch den Lech in den Gemeinden Weißenbach und Reutte

Im Tannheimer Tal verfinstern am 22. u. 23. August schwere Wolkenbrüche den Himmel. In Nesselwängle gehen dabei nördlich des Ortskerns aus allen Tobeln beinahe gleichzeitig Muren und Hangrutsche ab und verschütten einen großen Teil des Ortes. 67 von 74 Häusern werden dabei zerstört oder zumindest schwer beschädigt

Am 24. August gehen schwere Wolkenbrüche über Reutte und dem Zwischentoren nieder. Der Lähnbach bei Wengle läuft über und bringt teils größere Schäden

Großbrand in Reutte. Sieben Häuser, die Kirche und das Kloster liegen in Schutt und Asche

Kaiser Ferdinand I. 'der Gütige' verleiht den Weißenbachern das Recht an jedem 26. September einen Markt abzuhalten



1847keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Die Abläufe der Zollmanipulation für Getreide für die Schranne Reutte werden erleichtert

Feststellung und Markung der Gemeindegrenzen von Vils

Beschränkung der Holzausfuhr nach Bayern



1848keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im gesamten Allgäuer Raum wird der Wildbestand bis auf einige wenige Restbestände abgeschossen. Ab 1851 stellt Prinzregent Luitpold den verbliebenen Wildbestand unter seinen persönlichen Schutz und fördert den Wiederaufbau einer gesunden Population



1849keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Bezirkshauptmannschaften werden in Österreich eingeführt. Das Landgericht Reutte gehört nun zu der Bezirkshauptmannschaft Imst, welche somit die Gerichtsbezirke Imst, Silz und Reutte umfasst

Am 11. Juli bringen die hochwasserführenden Bäche rund um Nesselwängle Zerstörungen



1850keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kaiser Franz Joseph I. kommt nach Reutte

Starkregen und Vermurungen des Sulz- und Triesenbaches bei Nesselwängle am 2. Februar. Mittels Sammlungen werden die Gelder für die Verarchungen der Bäche beschafft

Am 1. Juni kommt es bei Tätlichkeiten mit Truppenabteilungen der Benedek-Infanterie zum Tod eines jungen Biberwierers

Im Juli kommt es in Nesselwängle zu einem Felssturz in der Sulz

Mitte November geschieht in Jungholz ein grausamer Kindsmord. Die Kindsmutter gesteht, das Neugeborene zu Tode gewürgt und vergraben zu haben. Als man die Kindsleiche exhumiert stellt man überdies noch eine Menge an Gestein und Erde in der Luftröhre fest

Der in Europa aufkeimende Alpinismus führt auch immer öfter Bergbegeisterte in das Außerfern und seine vielfältige Bergwelt



1851keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Wieder fällt die Kirche und der Pfarrhof von Kaisers den Flammen zum Opfer

Große Schäden bringt ein Hagelschlag am 25. Juli - die Unwetterschneise reicht vom Tannheimer Tal über den Reuttener Talkessel bis nach Lähn in Zwischentoren

Starkregen am 3. August über Außerfern. In Reutte tritt der Lech über die Ufer und ganze Häuser stehen unter Wasser, sodass die Bewohner - nachdem sie eine unruhige Nacht auf den Dächern der Häuser zugebracht hatten - am nächsten Tag mit Flössen in Sicherheit gebracht werden mussten

Bei Pinswang untergräbt der Lech eine Stützmauer und bringt sie zum Einsturz, woraufhin auch bald die Straßentrasse von den Fluten mitgerissen wird

Die Temperaturen im Sommer sind zu kalt und mehrtägige Regenfälle führen zu Überschwemmungen am Lech. Die Lechbrücke bei Elbigenalp-Grießau wird dabei zerstört, auch die Wegtrasse am Gachtpass wird stellenweise weggeschwemmt, genauso wie die Planseestraße am Roßrücken

Wieder Hagelschäden am 10. September im Reuttener Kessel - das 'Grummet' wird dabei unmähbar und die Bauern haben in den Wintermonaten zu wenig Futter für ihr Vieh



1852keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 16. September kommt es in Tannheim zu einem Hochwasser an der Vils. In Weißenbach tritt der Lech über die Ufer. Zahlreiche Schäden in den Überschwemmungs- und Hochwassergebieten



1853keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Lermoos kommt es zu einer Überschwemmung im Gries

Am 14. März kommt es in Reutte zu einer Realitäten-Versteigerung. Mit im Angebot steht ein Salzstadel im Obermarkt, "wovon jedoch der größere Teil abgebrochen und der Grund in einen Krautgarten umgeändert worden ist"



1854keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kälte und Sturm während der Sommermonate im Außerfern



1856keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 20. Juli kommt es über Wängle zu wolkenbruchartigen Niederschlägen woraufhin die Bäche anschwellen und überzutreten drohen. Da die meisten männlichen Einwohner des Ortes sich auf Arbeit im Ausland aufhalten leisten die Männer der umliegenden Gemeinden Hilfe und können so das Schlimmste verhindern



1857keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 22. Dezember wird in London mit dem Alpine Club der weltweit erste Bergsteigerverband gegründet



1860keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Biberwier wird neben einer Hammerschmiede ein Gebäude für einen Kleinhammer und eine Sensenschmiede errichtet



1861keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Postverbindung zwischen Reutte und dem Tannheimer Tal wird eingerichtet. Zunächst noch wöchentlich, wird aber ab dem Jahre 1881 täglich das Hochtal angefahren



1862keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Jänner Überschwemmungen im Lechtal

Am 21. August schlägt ein Blitz in den Turm der Tannheimer Kirche ein und zerstört mehrere Kirchenfenster und die Orgel



1863keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein verheerender Großbrand in Nesselwängle legt 42 Häuser in Schutt und Asche



1864keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Es ist das erste Mal von einer Fernbahn die Rede. Die Bahnverbindung soll das Außerfern mit dem Inntal verbinden

Nach dem Tod Maximilians II. von Bayern tritt sein Sohn Ludwig II. vom Kronprinzen zum König auf

Neuschnee und Kälte in den Sommermonaten führen zu frühzeitigen Almabtrieben



1865keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Lermoos wird ab April mit der Trockenlegung des Moos begonnen

In Oberstdorf ereignet sich ein Großbrand, welcher am 5. und 6. Mai rund zwei Drittel des Ortes einäschert

In Grän (Haldensee?) ereignet sich ein Großbrand

Bei einem Erdbeben wird die Bacher Kirche beschädigt



1866keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein Waldbrand bei Kaisers hält Ende Oktober die Wehren von Steeg und Holzgau in Atem



1867keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auf der Vilsalpe bricht Anfang September eine Viehseuche aus, woraufhin die Region für den Viehhandel gesperrt wird und fast 100 Stück Vieh gekeult werden müssen

Ein erster detaillierter Entwurf des Plans für die Fernbahn wird bekannt, dabei soll die Bahnlinie an Heiterwanger- und Plansee hinab über den Stuibenfall nach Reutte verlaufen

Am 28. Dezember des Jahres geht eine Lawine auf Pfafflar nieder und zerstört dabei ein Wohnhaus und zwei Futterstädel samt Heu



1868keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die heute noch gültige Einteilung der Bezirkshauptmannschaft wird im Bezirk Reutte eingeführt

Der Zollanschlussvertrag für Jungholz wird zwischen Österreich und dem Königreich Bayern unterzeichnet



1870keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein Großfeuer vernichtete am 22. April einen großen Teil des Dorfes Biberwier. Da sich viele der Bewohner bei der Waldarbeit und im Bergwerk befanden, begannen die Löscharbeiten zunächst zögerlich. Die zu Hilfe eilenden Wehren aus Ehrwald, Lermoos und Bichlbach konnten in letzter Minute die Zerstörung des gesamten Ortes abwenden

Am 26. Oktober legt ein Sturm in den Abendstunden tausende Festmeter Wald um und beschädigt einige Häuser und Städel in Bichlbach



1871keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Schwabenkinder die im Badischen und im südlichen Württemberg verdingt und recht nahe an den Kriegsschauplätzen des deutsch-französischen Krieges untergebracht waren berichteten, dass sie deutlich das donnern der Kanonen vernommen und auch gesehen hatten wie etliche Soldaten in die Lazarette getragen wurden. Auch wurden vereinzelt Krankheitsfälle die die Hütkinder mit nach Hause brachten diesem Umstand zugeschrieben, da vor allem in Baden einige Seuchenherde zu finden waren

In Österreich-Ungarn wird das metrische System per Gesetz eingeführt



1872keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Januar erlangen die Käserei-Genossenschaft Jungholz Gold und die Alp-Genossenschaft Tannheim Silber als Staatspreis für Käserei-Genossenschaften des Ackerbauministeriums

Hochwasser am Namlosbach, dabei kommt es in Namlos und Stanzach zu Überschwemmungen

Am 7. oder 8. August erschütterte ein Erdbeben den Raum Reutte



1873keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am Beginn des Frühjahres grassiert eine Pferdeseuche im benachbarten Ostallgäu, die Angst vor einer Ansteckung durch jene Tiere ist bei den Bauern in Reutte und Umgebung enorm groß

Ein Börsensturz erschüttert die Finanzwelt

Ein leichtes Erdbeben erschüttert am 29. Juni um 5 Uhr Früh das Tannheimer Tal

Starkregen Anfang August führt zu großen Ausfällen für das Grummet (Grummat). An 8 Tagen hindurch regnet es und die Bäche greifen über die Ufer aus, eine Regulierung der Fließgewässer wird von den Bauern und Bewohnern des Tals gefordert

Mitte August durchstreift eine Bärin mit ihrem Jungen das Gebiet des Außerferns und tötet danach bei Nassereith ein Kalb



1875keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Anselm Klotz aus Stockach bezwingt als erster die Parseierspitze von der Lechtaler Seite aus

Errichtung des Waltenbergerhauses

Am 23. Juli wird zwischen Ehrwald und Biberwier der Handelsmann Leckner Opfer eines Raubmordes. Offenbar war Leckner mit mehreren Tausend Gulden in der Tasche auf der Heimreise, wo er jedoch nie ankam. Anderntags entdeckte man seine Leiche. Er war mit einem Schlag auf den Kopf und einem Messerstich getötet worden.
Schon wenige Tage nach der Tat wird ein Bauer aus Biberwier verhaftet, der im Verdacht steht das Verbrechen begangen zu haben. Dennoch lässt sich die Tat nicht aufklären, woraufhin der Verdächtige wieder auf freien Fuß gesetzt wird (-> 1888)



1876keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bei Stanzach zerstört im Januar eine Lawine 40 Hütten des Almdorfes Fallerschein

In Tannheim wird zu Jahresbeginn eine freiwillige Feuerwehr gegründet

In Ehrwald kommt es am 2. September zu einer grausamen Tat. Der Mesmer erschlägt mit einer Hacke seine Ehefrau. Nach Aussagen der Bevölkerung litt der Mann bereits seit geraumer Zeit unter "einem bedauernswerten Geisteszustand". Während der sechsjährigen Ehe war es überdies schon mehrfach zu "Reibereien" gekommen. Der Täter stellte sich nach dem Verbrechen selbst beim Gemeindevorsteher und wurde kurz darauf von Gendarmen des Postens Lermoos in Gewahrsam genommen



1877keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 15. u. 16. Juli Hochwasser des Weißenbachs bei Weißenbach am Lech

Der katholisch-politische Verein für Tannheim wird Anfang Dezember aufgelöst - schon im Vorfeld gab es über Jahre politische Querelen und Spannungen im Umfeld des Vereines



1879keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
König Ludwig II. und seine Mutter Maria besuchen das Tannheimer Tal

Die Muttekopfhütte in den Lechtaler Alpen wird errichtet



1880keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Winter herrscht eine große Kälte

Eine Feuersbrunst zerstört in der Gemeinde Elmen 13 Häuser

Anfang August durchstreift vom Tannberg kommend ein Bär das Lechtal und richtet dabei einigen Schaden an

Am 23. September kommt es in Feldkirch bereits zum wiederholten Male zu einem Schwurgerichtstermin vor dem sich mehrere Außerferner Bürger einfinden und mit beträchtlichen Freiheitsstrafen rechnen müssen. Allesamt haben versucht in der Schweiz bei einem Lithografen gefälschte Banknoten anfertigen zu lassen. Ab Juni des Jahres klickten dann mehrfach die Handschellen

Vermutliche Errichtung einer Vorläuferin der Pfrontner Hütte (heute Bad-Kissinger-Hütte), zumindest wird in einer Urkunde vom 1. Oktober 1880 die Stadt Vils als Eigentümerin einer solchen angegeben



1881keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 9. Mai kommt es in Ehrwald zu einem Brudermord. Beide Brüder seien "rauhe Gesellen" gewesen und sprachen oft und gern dem Alkohol zu. Auf diese Weise brachten sie ihren Hof in große Schulden und die Streitigkeiten unter den Brüdern nahmen zu. Nach einer durchzechten Nacht ersticht ein Bruder den anderen, der Täter wird in Folge zu 12 Jahren schwerem Kerker verurteilt

Das Prinz-Luitpold-Haus wird im Gebiet des Hochvogels errichtet

Eine Mure zerstört mehrere Hütten und die Kapelle bei Madau

Große Gesteinsmassen lösen sich am Gipfel der Urbeleskarspitze und stürzen mit weithin hörbarem Gepolter in die Tiefe. Die nach dem Bergsturz um den Gipfel wabernden Staubwolken ließen die Bewohner von Bschlabs zunächst tatsächlich an einen Vulkanausbruch glauben



1882keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Tannheim wird am 24. Januar ein Erdbeben registriert. Es gibt einige kleinere Schäden

14 Häuser samt Kirche werden am 18. März in Nesselwängle ein Raub der Flammen

Im Dezember kommt es in Tannheim zu einem Hochwasser an der Vils



1883keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das ganze Jahr über kommt es im Gebiet Ehrwald und Lermoos zu zahlreichen Wilddiebstählen durch Wilderer. Oft können diese gefasst und vor Gericht gebracht werden. Diese Serie wird sich auch im darauf folgenden Jahr beinahe unverändert fortsetzen



1884keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 10. Juli schlägt in den Holzgauer Kirchturm der Blitz ein. Wie durch ein Wunder gibt es nur kleinere Beschädigungen, vom sonst bei Blitzeinschlag üblichen Feuer bleibt die Holzgauer Kirche aber verschont

Die Folgen des Ausbruches des indonesischen Vulkans Krakatau im Jahr 1883 machen sich in einer leichten Abkühlung der unteren Luftschichten der Erdatmosphäre bemerkbar - ein Minus von etwa 0,5 bis 0,8° Celsius. Solche dramatischen Folgen wie beim Ausbruch des Tambora bleiben aber aus

Die neu errichtete Wiener-Neustädter-Hütte unterhalb der Zugspitze wird am 1. September feierlich eingeweiht



1885keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Rappenseehütte wird erbaut

Ein Hagelunwetter richtet in der Gegend um Reutte große Schäden an

Die Nesselwängler Kirche wird nach dem Brand wieder fertiggestellt

Ein weitum bekannter Schütze des Lechtals fehlt bei einem Schießen in Holzgau mit seinem Schuss und trifft dabei seinen 7-jährigen Sohn tödlich

Am 15. Oktober zieht ein Sturm über das Zwischentoren hinweg und sorgt bis in den Raum der Leutasch für starke Verwüstungen. Bei der Ehrwalder Schanz blies der Starkwind gar ein ganzes Fuhrwerk von der Straße, welches nachher im Gestrüpp zu liegen kam



1886keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 14. Jänner wird bei Ehrwald der Bergverwalter von zwei Burschen attackiert. Bei dem Gerangel löst sich ein Schuss aus der Büchse des Angegriffenen, wobei die Kugel in dessen Schenkel dringt. Trotzdem gelingt es dem Verwalter, die beiden zu überwältigen und später der Justiz zu übergeben. Einer der beiden Angreifer wurde offenbar in den Tagen zuvor von dem Verwalter gekündigt, woraufhin sich dieser an ihm rächen wollte

Ludwig II. - König von Bayern - stirbt am Tag nach seiner Verbringung auf Schloss Berg auf mysteriöse Art und Weise im Starnberger See

In Österreich-Ungarn wird das Edelweiß unter Naturschutz gestellt

In Ehrwald wird eine Freiwillige Feuerwehr gegründet

Hochwasser an der Vils im Tannheimer Tal (9. Dezember)



1887keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 25. September wird das Kaiserjochhaus eingeweiht



1888keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Weiler Schiggen bricht am 18. Jänner um 2 Uhr morgens im Stall des Franz Schuler ein Feuer aus, welches bald auch auf das Haupthaus übergreift. Die alarmierte Feuerwehr kann jedoch die schwere 'Motorspritze' nicht den steilen Berg herauf fahren und so brennt der ganze Hof binnen kürzester Zeit nieder. In den Flammen verenden 9 Stück Vieh und auch die Barmittel gehen dabei verloren. Durch die herbei geeilten Bewohner konnte immerhin noch ein Übergreifen auf die anderen Höfe von Schiggen verhindert werden

In Biberwier soll ein Bauer wegen Pechdiebstahls am 18. März verhaftet werden. Als die Gendarmen in seinem Haus vorstellig werden, fügt sich der gefährliche Wunden am Hals zu. Die Gesetzeshüter können den Mann überwältigen und überführen diesen in das Spital nach Reutte.
Die Beamten konnten sich zunächst nicht erklären, weshalb der Biberwierer Bauer wegen einer eigentlich eher geringen Verfehlung wie dem Pechdiebstahl Selbstmord begehen wollte. Bald erinnerten sich diese jedoch, dass eben jener bereits wegen eines Raubmordes im Moos zwischen Biberwier und Lermoos unter Verdacht stand, jedoch aus Mangel an Beweisen wieder laufen gelassen werden musste.
Sofort eingeleitete Ermittlungen kommen auch dem Pechdieb zu Ohren und machen den bereits wieder halbwegs gesunden Bauern nervös, er flieht am 3. April aus dem Krankenhaus. Erst am Morgen des 8. April konnte der Geflohene auf dem Dachboden seines Hauses entdeckt werden. Bei dem Zugriff der Gendarmen stieß sich der Verfolgte ein Messer in den Hals und verstarb etwa eine Stunde später an den Folgen seiner Verletzungen

Der Gemeindename des vormaligen 'Lech in der Aschau' wird aufgrund von Verwechslungen mit Lech (am Arlberg) in Lech-Aschau (später Lechaschau) umgewandelt

Am 19. August wird der vom Deutschen und Österreichischen Alpenverein neu errichtete Verbindungsweg zwischen Holzgau und Oberstdorf eröffnet. Am Mädelejoch treffen sich Vertreter der österreichischen und bayerischen Seite unter dem Jubel von rund einhundert Besuchern, welche dem Festakt beiwohnen wollen. Die schlechte Witterung zwingt die Festgäste aber von der Jochhöhe hinab in die weiter unten auf bayerischem Gebiet gelegene Alphütte (Obere Mädelealpe) abzusteigen, wo die Feierlichkeit fortgesetzt wird



1890keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zivilingenieure werden mit den Vorarbeiten für die Findung einer möglichen Trasse der Lokalbahn von Imst zu der Landesgrenze bei Füssen beauftragt (Imst - Gurgltal - Nassereith - Biberwier - Ehrwald - Bichlbach - Reutte - Füssen)



1891keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nesselwängle wird zur eigenständigen Pfarre erhoben

Am 16. August findet die Einweihung der Kemptner Hütte statt

Es wird berichtet, dass für 33 Gemeinden des Bezirkes lediglich ein Arzt zur Verfügung steht



1892keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Tannheimer Hütte am Fuße des Gimpels wird vom Alpenverein erworben und großzügig ausgebaut



1893keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Länder Baden, Württemberg und Bayern beschließen eine Schulpflicht auch für ausländische Kinder - also auch die sogenannten Schwaben- oder auch Tirolerkinder. Zuvor geltenden Schulbefreiungen (Dispens) werden ausgesetzt, woraufhin die Kinder in die Werktagsschulen gehen müssen. Die Hütkinder haben dadurch zwar Einbußen bei den Löhnen, verlieren jedoch den schulischen Anschluss nicht in diesem Maße wie in den Jahren zuvor

Am 14. Mai verstirbt ein Lechaschauer namens Burger, nachdem er kurz zuvor im Kempter Wald bei einem Raubüberfall derart verletzt wurde, dass er wenige Tage später seinen Verletzungen erliegt

In Nassereith bricht am 3. Juni ein Großbrand aus, welcher einen großen Teil des Ortes einäschert. Aus dem Außerfern eilen die Feuerwehren von Ehrwald, Lermoos und Biberwier über den Fernpass zu Hilfe

Am 9. Juli kommt es zum Überlaufen des Sulz- und Tiefenbaches bei Nesselwängle

Eine Trassierung der Bahn von Innsbruck über Garmisch in das Außerfern wird von der bayerischen Regierung ins Gespräch gebracht, da diese Streckenführung der deutschen Bahn einen Vorteil bringen würde

3276 Feriengäste wurden in diesem Jahr gezählt



1894keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine Telegraphenverbindung wird zwischen dem Tannheimer Tal und Reutte hergestellt

In den Sommermonaten wird bei Ehrwald der Steig am sogenannten Hohen Gang durch den D.u.Ö.A.V errichtet bzw. versichert

Die letzten Bewohner von Pfafflar ziehen nach Boden hinunter, danach wird Pfafflar nur noch als Sommersiedlung genutzt



1896keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 27. Januar kommt es im Lechaschauer Wirtshaus "zur Krone" zu einem Streit. Später wird dieser mit einem Messerstich enden und ein Todesopfer fordern

Am Aggenstein wird die Pfrontner Hütte (heute Bad-Kissinger-Hütte) errichtet (zumindest wird dies in einer Urkunde verlautbart - ein älterer urkundlicher Eintrag nennt eine Pfrontner Hütte schon im Jahr 1880)

Am 16. Juli wollte ein Frächter aus Stockach mit seinem Gespann die Hornbacher Brücke passieren, als die Brücke unter der Last zum Teil einstürzte. Der Frächter selbst konnte sich noch retten, der hinter dem Fuhrwerk hergehende Knecht jedoch ertrank im hoch gehenden Lech. Auch die beiden Pferde mussten so ertrinken



1897keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
In Ehrwald wird am 6. Juli eine Telegraphenstation eingerichtet

Hochwasser im Allgäu und dem Außerfern im September mit teils großen Verwüstungen (Illertal)

Ein Erdbeben wird am 18. September vom Nordwesten Tirols (Außerfern) bis in das Vorarlberger Montafon verzeichnet

Knapp unterhalb des Gipfels der Zugspitze wird am 19. September das Münchner Haus feierlich eröffnet

Am 11. Oktober wird die Flexenstraße feierlich eröffnet

In einer Zeitungsmeldung berichtet man über "den ungünstigen Zustand des Gerichtsarchives von Lech-Aschau (Lechaschau) aufmerksam". Die Archivalien würden schutzlos auf dem Boden verstreut herumliegen und man befürchte den Verderb bzw. die Entwendung derselben. Man beschloss daraufhin, die Archivalien in dem Archiv des Bezirksgerichtes Reutte unterzubringen. Letztlich werden die Akten und Dokumente jedoch durch den Konservator und Universitätsprofessor Dr. Emil von Ottenthal in das k.k. Statthalterei-Archiv in Innsbruck verbracht



1898keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im März findet in Meran ein Gerichtsprozess statt. Die Anklage auf Kindsmord wird gegen eine 27-jährige Ehrwalderin erhoben. Sie gibt zu nach einem Fehltritt in andere Umstände geraten zu sein. Der Kindsvater habe sich von ihr abgewandt und sie im Stich gelassen. Bei einem Tierarzt habe sie dann versucht ein Präparat zu erhalten um die Schwangerschaft abzubrechen.
Da der ihr aber nicht weiterhelfen wollte, trug sie das Kind aus, versuchte aber ihren Zustand zu verheimlichen. Aus Scham und Verzweiflung kam es dann zu der schrecklichen Tat. Sie erwürgte das Neugeborene, wickelte es in Tücher und versteckte das Bündel zunächst in ihrer Kammer. Tage später schaffte sie die Kindsleiche dann auf den Friedhof von Ehrwald.
Dort fand der Mesner den Leichnam und erstattete Anzeige. Die Kindsmutter wurde dann rasch ausfindig gemacht



1899keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In einer Bitte der Marktgemeinde Reutte sowie der Gemeinde Lechaschau an den Landtag wird der Unmut über das sogenannte Hausierwesen zum Ausdruck gebracht. Man wünscht sich eine gesetzliche Regelung für die Hausierer und deren Hausierhandel

Am 21. Mai tritt in Tannheim die Vils über die Ufer und überschwemmt die angrenzenden Felder

Die Maul- und Klauenseuche grassiert in Imst und dem Ehrwalder Becken, woraufhin diese Landstriche als "verseuchtes Gebiet" gesperrt werden

Ein Roman von Ludwig Ganghofer lässt die Besucherzahlen in Ehrwald in die Höhe schnellen, sehr zur Freude der Vermieter und Schankwirte

Der 'Jubiläumsweg' wird anlässlich des 25jährigen Bestehens des Alpenvereines angelegt



1900keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Sektion Coburg des D.Ö.A.V. erwirbt im März eine Grundfläche für den Bau einer Schutzhütte in der Nähe des Drachensees

Die neue Jochpassstrasse von Hindelang nach Oberjoch und dem Tannheimer Tal wird feierlich eröffnet

Hochwasser am 21. Juli am Nesselwängler Sulzbach, bei Forchach wird eine Brücke durch eine Mure zerstört und in Stanzach sogar die kurz zuvor neu errichtete Straße weggerissen. Schon drei Tage zuvor wütete ein heftiges Gewitter über der Alpe Mahdberg bei Kaisers, wobei ein 17-jähriger Hirte aus Landeck vom Blitz getroffen wurde und am Tag darauf verstarb

Im Sommer grassiert vornehmlich im Lechtal die Maul- und Klauenseuche

Am 6. August besucht Erzherzog Eugen den Markt Reutte und wird festlich empfangen. Am nächsten Tag besuchte er noch die Stadt Vils und reiste nachmittags über den Fernpass weiter

Am 10. September bricht in der Hinterbischenalpe am Nordhang des Pimig ein Feuer aus, welches beinahe die beiden schlafenden Hirten um ihr Leben bringt. Eine Kuh und ein Kalb haben weniger Glück und verenden in den Flammen



1901keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Im Januar wird in Lechaschau erstmals eine Hundesteuer ("Hundetaxe") eingehoben

Das Elektrizitätswerk Reutte wird gegründet und es wird sogleich mit dem Bau des Kraftwerkes am Plansee begonnen. Die einstmals mächtigen Stuibenfälle werden dadurch aber zu einem großen Teil ihrer eindrucksvollen Kraft beraubt

In Tannheim wird am 4. April um 11 Uhr nachts ein Brand im Haus des Landwirts Alfons Kleiner bemerkt. Zwei Stunden später liegt das Haus in Schutt und Asche, die in der Nähe befindlichen Gebäude konnten aber von den Feuerwehren des Tales gerettet werden

Am 18. Juli wird die Sägemühle in Biberwier durch einen Brand zerstört

Die Coburger Hütte, unweit des Sebensees in den Mieminger Bergen, wird erbaut. Die Einweihungsfeierlichkeiten werden am 6. August begangen

Durch andauernden Regen kommt es Anfang August unter anderem in Stanzach zu Überschwemmungen und der Dorfplatz steht dabei 1 Meter unter Wasser. In Nesselwängle richtet der Hansjörgenbach Sachschäden an. In Wängle werden zahlreiche Felder durch abgegangene Muren verwüstet, in Rieden eine Brücke und in Weißenbach gar zwei Häuser fort gerissen. Des Weiteren wird von zahlreichen weiteren beschädigten Brücken und Straßen berichtet

Als erste Außerferner Gemeinde erhält Jungholz ihren Anschluss an das elektrische Stromnetz

Der Alpengasthof Ammerwald wird durch einen Brand zerstört

Im Tannheimer Tal werden die ersten Stimmen laut, welche eine Neutrassierung der Straße über den Gaichtpass verlangen. Die alte Straße weist Steigungen von bis zu 30% auf und ist somit für die gestiegenen Anforderungen nicht mehr zeitgemäß. Bis zum tatsächlichen Baubeginn der Strecke werden aber noch acht Jahre vergehen

Am 8. Oktober kommt es zu einem Brandereignis durch einen defekten Kamin, in Lechaschau fallen diesem zwei Bauernhöfe zum Opfer



1902keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Georg Schretter wird zum Alleineigentümer eines kleinen Ziegel- und Kalkwerkes. 1904 entdeckt Schretter dann im Falltal bei Vils ein Kalkmergelvorkommen. Schnell erwirbt er die Abbaurechte und beginnt bald darauf mit der Zementproduktion

Am 5. Mai findet die konstituierende Sitzung der neu gegründeten freiwilligen Feuerwehr Holzgau statt

Bei den Postämtern Biberwier, Ehrwald und Lermoos werden Telefonverbindungen nach Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald und andere grenznahe Orte aufgebaut und ab dem 1. November in Betrieb genommen

Am 21. Dezember um halb 8 Uhr morgens gab es Feueralarm. Im Obermarkt brannte ein Stadel und durch den starken Wind drohte das Feuer auch auf die angrenzenden Gebäude überzugreifen. Dabei verbrannten sämtliche im Stadel gelagerten Futtervorräte und auch die direkt angrenzenden Gebäude wurden stark beschädigt



1903keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Elektrizitätswerk Reutte eröffnet das Kraftwerk Plansee feierlich. Dadurch kann auch die Region Reutte mit elektrischem Strom versorgt werden

Bis auf ein einziges Haus zerstört eine Feuerkatastrophe den gesamten Elmer Weiler Martinau

Am 10. Juli bebt die Erde in Elbigenalp, Elmen, Forchach und Häselgehr. Auch in Imst, Jerzens, Karres und Mils werden die Erdstöße wahrgenommen

Am 11. Juli bricht um halb acht Uhr morgens im Gasthaus Hirschen in Lermoos ein Feuer aus. Der Gasthof und das benachbarte Gebäude brennen vollständig nieder, das Übergreifen auf ein drittes Objekt kann in letzter Sekunde verhindert werden

Zwei Gauner, ein Brüderpaar, wird Mitte Juli nach langer Fahndung im Gipfelbereich des Geißhorns bei Tannheim verhaftet

Im November wird die Installation der Telegrafenverbindung im Lechtal vollendet



1904keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwei Münchner Studenten werden am 1. Februar in Ehrwald als vermisst gemeldet. Sie wollten trotz der eindringlichen Warnung des Vermieters auf die Zugspitze steigen. Am 6. Februar fanden Suchkräfte aus Ehrwald die zerschmetterten und tiefgefrorenen Leichen in einer Felsrinne nördlich unterhalb der Wiener-Neustädter-Hütte

Am 15. März bricht in der sogenannten Kübelhütte am Ostende der Stadt Vils ein Brand aus. Durch das rasche Eingreifen der Wehren Vils und Pfronten kann ein größerer Brand verhindert werden

In Reutte wird durch den Nesselwanger Johann Röck eine Brauerei gegründet

Nach langem und zähem Ringen wird auf der Strecke zwischen Griesen und Biberwier ein Stellwagen der Post die Sommermonate über täglich auch den ansonsten abseits der Fernstraße gelegenen Ort Ehrwald anfahren

Den Anschluss an das bayerische Telefonnetz erhält Jungholz am 22. Juni

Ein Blitzschlag lässt am 23. Juli ein Haus in Tannheim - Oberhöfen in Flammen stehen. Die herbei geeilte Feuerwehr kann die umliegenden Häuser retten, das Brandobjekt und die darin befindlichen Tiere müssen aber der Feuersbrunst überlassen bleiben

Am 18. Oktober kommt es bei Biberwier während Sprengarbeiten zu einem verhängnisvollen Zwischenfall. Beim Auslösen mehrerer Dynamitladungen war eine nicht abgegangen. Als zwei junge Männer Nachschau halten wollten, explodierte auch diese Ladung und verletzte beide schwer



1905keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 24. Februar wurde zumindest im Raum Ehrwald ein leichtes Erdbeben verspürt

Hochwasserschäden am 23. April am Lech und weiteren Orten des Außerferns. In den Folgemonaten wurden die Regulierung des Lechs, sowie Wildbachverbauungen in den Gemeinden Vils, Bichlbach, Elmen, Lermoos und Ehrwald gefordert. Auch eine Verbauung des großen Murbruches am Hornberg (Gemeinde Höfen) war Teil eines Antrages an die Landesregierung

Wieder wird in Ehrwald ein leichtes Beben der Erde wahrgenommen (28. April)

Der Lehbach bei Vils bringt am 24. Mai viel Geschiebe bis in die Stadt

In Ehrwald wird eine 'Kinderbewahranstalt' (Kindergarten) eingerichtet

Am 26. August fällt in Lechaschau das Wohnhaus der Witwe Viktoria Lutz einem Brand zum Opfer. Der Brand brach nach 2 Uhr nachts aus und breitete sich rasch aus. Aus dem brennenden Haus konnte so gut wie nichts in Sicherheit verbracht werden, selbst die zwei im Stall befindlichen Kühe verbrannten

In Holzgau wird am 1. Oktober eine neue 'Feuerspritze' eingeweiht, welche als Spende des Gönners Frederic Simms eigens in London angefertigt wurde

Bereits am 11. Oktober hat es im Tannheimer Tal so viel Schnee, dass Lawinen abgehen. In Grän wird dabei ein Heustadel zerstört. Niemand kann sich zu so früher Zeit im Jahr an solche Schneemassen erinnern

Am 7. November fegt ein Sturm über das Zwischentoren hinweg. Ein Hausbesitzer in Bichlbach versucht das Dach gegen Sturmschäden zu sichern, als eine besonders starke Böe das Dach abhebt und der Mann dabei zu Tode stürzt. Sein Sohn kommt mit zahlreichen Verletzungen davon

Die Lokalbahn 'Reutte - Schönbichl' wird am 17. Dezember in Betrieb genommen



1906keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Bei einem Skirennen in St. Anton gewinnt am 8. Januar unter anderen Teilnehmern aus Tirol, Wien, Baden-Württemberg, Vorarlberg und anderen Regionen der Bergführer Spielmann aus Ehrwald

Am 10. Januar findet in Lermoos im Gasthof zur Post eine Versammlung statt, bei welcher die künftige Trassierung der Bahnstrecke besprochen wird. Unter anderem wird auch die Möglichkeit erwogen, die Bahntrasse rund um das gesamte Moos zu verlegen und so bei Biberwier einen geeigneten Anknüpfungspunkt zu einer projektierten 'Fernbahn' zu schaffen

Am 6. März brennt in Ehenbichl das Haus des Waldaufsehers Otto Müller vollständig ab

Vom Tiroler Hütkinder Verein werden keine Kinder unter 11 Jahren mehr für das Schwabengehen zugelassen

Von der Regierung in Württemberg wird verlangt, dass alle Kinder, welche sich dort als Hütkinder (Schwabenkinder) verdingen wollen, geimpft sein müssen. Andernfalls müsste die Impfung vor Dienstantritt in Württemberg vollzogen werden

Am 17. Mai werden die Eheleute Lutz aus Lechaschau verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, ihren zweieinhalbjährigen Sohn zu Tode gequält zu haben

Am 1. Juli stürzt ein Tourist aus München am Abstieg von der Gehrenspitze in den Tod

Am Gaichtpass ereignet sich am 26. Juli ein großer Felssturz, welcher nur knapp zwei sich auf der Strecke befindliche Fuhrwerke verfehlt

Großes Staunen herrscht am 12. August im westlichen Teil des Tannheimer Tals, als im Bereich der Pontenalpe ein Heißluftballon niedergeht. Er war von Zürich aus gestartet und Mangels verfügbarem Gas ungünstig im Alpgebiet gelandet. Mit einem Fuhrwerk wurde der Ballon später vom Berg geschafft

Von Befürwortern der Fernbahn werden in vielen Orten entlang der Strecke Versammlungen abgehalten um letztlich eine Resolution zu verabschieden, in welcher die Regierung aufgefordert wird dieses Bahnprojekt im nächsten Eisenbahnprogramm aufzunehmen



1907keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 12. Januar wird im Abgeordnetenhaus der Antrag auf Errichtung der Fernbahn abgewiesen, eine Subventionierung der Bahnstrecke Reutte-Ehrwald-Garmisch jedoch bewilligt

Aus Ehrwald wird am 2. Februar eine Schneehöhe von 3,65 Metern gemeldet. Bei Zöblen werden von einer Lawine 15 gefüllte Heustadel zerstört

Am 12. März tobt ein heftiger Schneesturm über dem Außerfern. Die Zugänge zu mehreren Seitentälern sind nicht mehr passierbar und ihre Bewohner eingeschlossen

Im Zuge einer Ausrückung der Bichlbacher Musikkapelle berichtet am 1. Mai der Chronist: "...die Zäune standen so tief im verharschten Schnee, dass die Musikanten ungehindert darüber marschieren konnten..."

Am 22. Mai wird mit dem 'Ausstecken' der neuen Bahntrasse zwischen Griesen und Reutte begonnen. Je zwei Arbeitertrupps arbeiten sich von genannten Punkten an aufeinander zu und sollen sich dann in Lähn treffen

Auch ein Bahnprojekt mittels einer Schmalspurbahn zum Gipfel der Zugspitze wird nun angedacht. Schon bald folgen Auseinandersetzungen zwischen den Zugspitzgemeinden Ehrwald und Garmisch-Partenkirchen

Die im Jahr zuvor gegründete Alpenvereinssektion Holzgau des Österreichischen Alpenvereins hat eine Schutzhütte an der Lechtaler Wetterspitze errichtet. Später wird man diese Schutzhütte als Simmshütte kennen

Eine Steiganlage zum Thaneller wird in Planung gestellt, vorerst fehlen aber die finanziellen Mittel. Erst 1908 unternahm Werner Riezler die notwendigen Arbeiten um den Steig schaffen zu können. Er organisiert Arbeiter, besorgte das Material und erledigte die Markierung. Ende September 1908 erfolgte schließlich die Fertigstellung



1908keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 23. Mai brennt im Schattwalder Ortsteil Kappl die Schmiede des F. Braito nieder

Ebenfalls am 23. Mai kommt es zu einem Brand in Unterletzen, wobei ein Bauernanwesen samt Stadl des Johann Beirer ein Raub der Flammen wird

Unwetter die ganze Woche über bis zum Pfingstsamstag (7. Juni): unwetterartige Regenfälle und Hagelschlag ziehen über weite Teile des Außerferns, einzelne Straßenzüge sind unterbrochen, der Hahlebach vermurt den Musauer Ortsteil Roßschläg

Am 12. Juni brennt die Mühle (Hennenmühle) im Ortskern von Tannheim. Die Wehren von Zöblen, Schattwald und Grän eilen zu Hilfe und können den Ort vor dem Schlimmsten bewahren. Einer der Feuerwehrmänner verletzt sich jedoch auf Grund eines Sturzes schwer

Am 7. August verstirbt der aus Holzgau stammende Heimatforscher Christian Schneller in Rovereto

Auch am 5. September ziehen wieder enorme Regenschauer über das Tannheimer Tal und den nördlichen Teil des Bezirkes und wieder gibt es Vermurungen und Hochwasserschäden zu beklagen

Im Krottental, einem kleinen Seitental des Birkentals, gerät am 12. November eine Fläche von rund 350 ha (ca. 500 Fußballfelder) in Brand. Da die Brandfläche sich recht weit oben am Berg befindet, sind die Löscharbeiten dementsprechend schwierig und die Feuer fressen sich durch die Waldflächen und zerstören dabei auch die Telegraphenleitung

Mitte Oktober scheinen die finanziellen Fragen zur Mittenwaldbahn weitestgehend geklärt. Zur projektierten Fernbahn gibt es Unstimmigkeiten über den Verlauf der Bahntrasse entlang dem Lermooser Moos, da sich die Gemeinde Biberwier in wesentlichen Punkten benachteiligt sieht



1909keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Anfang des Jahres nimmt die Firma Georg Schretter die Drahtseilbahn vom Falltal zum Zementwerk in Vils in Betrieb

Beim Holztransport wurde am 13. Jänner ein Bauer von Kaisers von einer Lawine verschüttet und getötet

Am 14. Mai wird durch eine Kommission um Auskunft angesucht, wie man mit den durch die Holztrift und Verklausungen verursachten 'Verheerungen' am Lech weiter verfahren soll. Eine Fläche von rund 1800 Hektar wurde dabei den Angaben zufolge in eine Schotter- und Steinwüste verwandelt - es resultierte daraus eine groß angelegte Lech-Regulierung

Am 6. Juni wird in Reutte eine Jahrhundertfeier zum Gedenken an das Jahr 1809 veranstaltet, welche sich über mehrere Tage hinzieht und in der Enthüllung eines Denkmals "vor dem neuen Schulhaus" gipfelt

Der Plansee wird durch einen künstlich angelegten Kanal mit dem Heiterwanger See verbunden. Im selben Jahr erhält der Plansee auch sein erstes Dampfschiff

Der Bau der 'neuen' Gaichtpassstrasse wird begonnen

In Tannheim wird am 15. August die Jahrhundertfeier anlässlich des Heldenjahres 1809 begangen. Am Dorfplatz wird dabei das Freiheitskämpferdenkmal von dem Künstler Öfner enthüllt, welches einen mit ausgebreiteten Schwingen auf einem Fels sitzenden Adler zeigt. Um kurz vor 10 Uhr trifft dann der Ehrengast des Tages ein - Erzherzog Eugen von Österreich

Die ersten Postomnibusse verkehren im Sommer zwischen Imst und Reutte

Ein deutscher Fabrikant erörtert das Projekt, den Talkessel bei Lermoos in einen See zu verwandeln um die Wasserkraft in elektrische Energie zu verwandeln

Am 31. Oktober treffen am Schrofenpass zwei Wilderer aus Warth auf bayerische Jagdaufseher. Einer der Wilderer trägt gerade seine Jagdbeute, welche sie auf bayerischem Gebiet geschossen hatten, auf den Schultern heimwärts zu als ein Schuss ihn tödlich trifft



1910keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ein Sturm fegt am 19. Jänner über Reutte und den Raum Füssen hinweg. Zahlreiche Stromleitungen werden dabei unterbrochen und der Strom fließt erst mehrere Stunden später wieder

Am 22. Jänner geht in den Gazetten die Meldung ein, dass aufgrund des starken Schneefalls die Verbindungswege im Bezirk großteils unterbrochen sind. Am Blindsee hat eine Lawine die Fernpassstraßentrasse verlegt

Ende Jänner wird ein Komet am Abendhimmel über dem Außerfern beobachtet. Ende Mai zeigt sich dann auch der Halleysche Komet über der nordwestlichen Ecke Tirols

Vom Plansee wird berichtet, dass sich der im Vorjahr errichtete Kanal für die Schifffahrt als unbrauchbar erwiesen hat. Den ganzen Mai über kam es nochmalig zu Arbeiten an dem Verbindungskanal, sodass ab dem 1. Juni die Dampfschiffe planmäßig auf den beiden Seen verkehren können

Am 1. Juni eröffnet der Bergführer Fritz Mossauer das direkt am Vilsalpsee gelegene und neu errichtete Unterkunfts- und Schutzhaus 'Schäfhütte'

Mitte Juni Hochwasserkatastrophe im Außerfern und am Lech, welche ein Todesopfer (in Holzgau wird eine Frau vom Höhenbach mitgerissen und ertrinkt) fordert. Auch im Tannheimer Tal gibt es große Schäden in den Dörfern und auf den Feldern. Die Straßenverbindung ist großteils unterbrochen und nur mit Mühe kann der Damm der Vils gehalten werden. Im Ehrwalder Becken sind große Teile der Straßen überflutet. Als Folge gibt es häufig Missernten bei den Kartoffeln, was den Kartoffelpreis in die Höhe treibt. Dort wo die Verheerungen am größten sind wird das Militär zur Beseitigung der Schäden hinzu gerufen

Bei Pinswang wird der aus Eisenschienen gefertigte Steg von den Lechfluten fortgerissen

Erdbeben in Bichlbach (5.0)

Der Reichsstraßenbau im Bereich von Ehrwald kommt lediglich langsam voran. Die geplanten Vorarbeiten zum Bau der neuen Trasse der Mittenwaldbahn geraten dadurch ebenfalls ins Stocken

Am 9. August zieht abends ein Gewitter über dem Reuttener Talkessel auf. In Wängle brennt nach einem Blitzschlag ein bäuerliches Anwesen komplett ab, wobei sämtliches Mobiliar und eine Kuh ein Raub der Flammen werden

Die Ortsgruppe München des Touristenvereines "Die Naturfreunde" erwirbt im August die Musauer Alm

In den Sommermonaten wird der schon seit Jahrzehnten und Jahrhunderten eingestellte Bergbau im Teges- und Gafleintal durch eine deutsche Bergwerks-Gesellschaft wieder aufgenommen

Das Edelweiß wird unter Schutz gestellt

Im November bewilligt der Verkehrsausschuss einen Teil der Geldmittel für die Ausbesserungs- und Instandsetzungsarbeiten an der Lechtaler Konkurrenzstraße

Am 19. Dezember tagt eine Notstandskommission im Lechtal, mit dem Ziel die wirtschaftlichen Verhältnisse im Bezirk etwas zu heben. Vor allem die Landwirtschaft und und der Handel mit Vieh war einer der drängendsten Punkte. Weiters wurde verlangt: Unterstützung bei der Eigenproduktion von Nahrungsmitteln, bei der Alpwirtschaft, eine Erleichterung der Militärpflicht zum Erhalt der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, Bekämpfung der Landflucht, Unterstützung bei der Lechregulierung, Verstaatlichung der Lechtalerstraße, Straßenverbesserungen speziell in den Seitentälern



1911keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ein Erdbeben erschreckt am 24. April die Bewohner des oberen Lechtales, Schäden gibt es aber keine

Am 19. Mai treten nach einem Unwetter die Bäche über die Ufer und in vielen Häusern läuft das Wasser in den Keller oder gar die Wohnräume. In Pfafflar und über das Joch hinweg im Salvesental wurden wichtige Wege und Brücken weggerissen. Der Viehtrieb gestaltet sich daher schwierig

Im Umfeld von Ehrwald und den Anrainerorten an der Loisach wird über eine Stauung des Sebensees nachgedacht

In Ehrwald wird im Juni mit dem Bau des Loisach-Viaduktes begonnen

Am 18. Juni wird die neu erbaute Brücke zwischen Stanzach und Vorderhornbach fertiggestellt, später wird man sie "Donnerbrücke" nennen

Anfang Juli wird die erste befahrbare Straße durch das Engetal eröffnet, bis dahin konnte das Tal zwischen Tannheim und dem Gebiet von Pfronten nur auf einem Fußweg durchwandert werden

Am 9. Juli eskaliert ein zwischen Bauarbeitern der neuen Bahnstrecke Griesen-Ehrwald ausgetragener Streit. Ein ungarischer tötet dabei einen kroatischen Arbeiter durch mehrere Messerstiche in Kopf- und Brustbereich

Mitte Juli ereignet sich am Rappenschrofen bei Grän ein kleinräumiger Bergrutsch, welcher jedoch einigen Schaden an Waldflächen und Feldern verursacht

Von der Bergmahd müde, legte sich am 25. Juli das Ehepaar Winkler nach getaner Arbeit auf den steilen Bergwiesen in ihr aufgeschlagenes Schlafzelt. Gegen Mitternacht vernahm die Frau ein Poltern und im nächsten Augenblick durchschlug auch schon ein rund ein Kilogramm schwerer Felsbrocken die Zeltwand. Dabei wurde der noch schlafende Mann unglücklich am Kopf getroffen, sodass er eine klaffende Wunde und ein Loch in der Schädelkalotte behielt

Der Ortsvorsteher von Tannheim, Johann Wöber, erwirbt das Gasthaus 'zum Baum', oder wie es früher hieß 'zum Wilden Mann'. Es ist dies die älteste Gastwirtschaft in Tannheim und soll einst von den Grafen von Montfort erbaut worden sein

Am 20. August wird die Telefonverbindung von Imst nach Reutte in Betrieb genommen

Am 12. September wütet ein Waldbrand im Bereich des Gaichtpasses, die Feuerwehren Höfen, Reutte, Nesselwängle und Weißenbach brachten die Flammen schließlich unter Kontrolle. Die gerade neu errichtete Telefonleitung wurde bei dem Brand ebenfalls zerstört

Ein Erdbeben lässt am 16. oder 17. November im ganzen Außerfern Mensch und Tier aufschrecken, Dachplatten fallen von den Dächern und Möbelstücke werden verrückt



1912keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Wieder Hochwasseralarm am Lech Anfang Mai, eine große Mure schädigt den Ort Schattwald. Bei Elbigenalp wird die Fahrbahntrasse weggerissen und mehrere Wohnhäuser sind einsturzgefährdet. Die Planseestraße wird von einer Mure verlegt und auch die Zufahrtsstraße in das Tannheimer Tal ist unpassierbar geworden

In den Räumlichkeiten des 'Gasthof zur Rose' errichtet Adolf Beck eine Brauerei

In Alaska kommt es am 6. Juni zum Ausbruch des Vulkans Novarupta. Die Eruptionen dauern zwei Tage lang an und so gilt das Ereignis mit einer Auswurfmenge von etwa 15 km³ als der größte Vulkanausbruch des 20. Jahrhunderts

Bei Lechaschau wird am Frauensee ein Hotel erbaut und auch am Urisee bei Reutte errichtet man einen Beherbergungsbetrieb für Gäste

Ein Blitzschlag trifft am 6. Juli abends die Pfrontner Hütte, die in der Hütte befindlichen Personen - die Wirtin, deren Sohn und ein Dienstmädchen - verloren dabei das Bewusstsein. Die Wirtin erlangte als erste wieder das Bewusstsein und wollte das noch immer ohnmächtige Mädchen ins Freie tragen, als erneut ein Blitz die Hütte traf und einigen Schaden anrichtete. Später wurde dann der dringend erforderliche Blitzableiter an der Hütte montiert

Am 24. Juli wird in Lechleiten feierlich das für den Übergang am Schrofenpass so wichtige Holzgauer Haus eröffnet

Am 9. September wird wegen starker Regenfälle die Dorfstraße in Tannheim überflutet, auf den Anhöhen schneit es bis knapp oberhalb der Talsohle und das Vieh muss frühzeitig von den Alpen abgetrieben werden



1913keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Eisenbahnlinie von Garmisch nach Reutte wird eröffnet, die 'Außerfernbahn' ist somit fertiggestellt



1914keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Tiroler Landtag wird im Monat Juli in einer Sitzung die 'Bekämpfung der Auswanderung der Hütekinder' behandelt

Der Erste Weltkrieg bricht aus und zahlreiche Männer des gesamten Bezirkes werden einberufen. Viele von ihnen werden nicht mehr heimkehren. Ein Teil der Soldaten fällt während der Kampfhandlungen oder stirbt später in der Kriegsgefangenschaft

Die Ulrichsbrücke wird erneuert



1915keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am Beginn des März türmen sich die Schneemassen, sodass der Verkehr, sowie auch die Postzustellungen zum Erliegen kommen. Am 7. März kommt es bei Kaisers dann zu einem gefährlichen Lawinenabgang, welcher jedoch nur Schäden an mehreren Häusern verursacht

Die Bevölkerung des Außerferns leidet unter der Kriegslast. Vor allem der Mangel an arbeitsfähigen Männern macht die Lage prekär, sodass sogar durch den Verein der Hütkinder von einer Auswanderung der Hütkinder in diesem Jahr dringend abrät. Die für das Außerfern so wichtigen Beziehungen zu Bayern sind unterbrochen und die Mehl- und Brotzufuhr von Innsbruck aus nur durch die Karwendelbahn gewährleistet. Man fürchtet weitere Unterbrechungen der Bahnverbindung während der Wintermonate durch Schneeverwehungen und Lawinen

Anfang Dezember - an der Front stockt der Nachschub an Nahrung. Im Außerfern wird, wie in anderen Landesteilen auch, eine Viehsammlung für die Front organisiert. Insgesamt werden bezirksweit über 400 Stück Vieh freiwillig abgegeben



1916keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein Großbrand wütet am 9. August in Kienzen bei Tannheim. Ausgegangen war das Feuer von einem Stadel, griff aber rasch auf die umliegenden Gebäude über. Insgesamt wurden drei Häuser nebst Anbauten von den Flammen verschlungen. Ausgelöst wurde das Feuer vermutlich von spielenden Kindern

Am 2. Dezember geschieht in Lähn bei Bichlbach eine grausige Bluttat. Ein Sohn erschlägt dabei seinen Vater mit der Axt. In offenbar geistiger Verwirrung legt der Täter den Erschlagenen auf die Ofenbank und heizt den Ofen ein. Später wird er als Grund für das Heizen angeben: "Den Vater friert, er muss hübsch warm haben!"



1917keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die zu Reutte gehörende Hirschfängalpe wird durch eine Lawine zerstört

Schon im August kommen erste Beschwerden über das Strecken der jeweiligen Mehlrationen auf. Meist lässt der Dorfvorsteher selbst diese Streckungen durchführen. Generell ist die Not in den Haushalten groß und so herrscht der Hunger in den kriegsgebeutelten Gemeinden



1918keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Betrieb der Baumwollspinnerei und Baumwollweberei wird an die Kleinmünchner Baumwollspinnereien verkauft.

Arge Not herrscht vor allem im Außerfern, Mütter ziehen zu sogenannten 'Hamsterfahrten' aus um die hungernden Kinder mit erbettelten Lebensmitteln zu versorgen. Eine Mutter aus Breitenwang soll bei solch einer Sammelfahrt bis nach Memmingen gekommen sein. Mit voll gepacktem Rucksack wanderte sie die rund 120 Kilometer wieder zurück in ihren Heimatort

Viele der Alpen des Außerferns können nicht mehr bestoßen (beweidet) werden, da sämtliches Alppersonal im Kriegsdienst steht

Am 19. Juli zieht ein Hagelunwetter über den nördlichen Teil des Außerferns hinweg und zerstört große Mengen an Feldfrüchten und führt auch sonst zu erheblichen Sachschäden wie Fenstern, etc.

In Reutte wird eine Volksversammlung abgehalten, in welcher die Entscheidung zum Verbleib des Außerferns bei Tirol beschlossen wurde. Als Gegenoption stand die Angliederung an Bayern zur Diskussion.
Von den Gemeindevertretern wurde dieses Vorhaben aber einstimmig abgelehnt, da der Vizebürgermeister Bauer die Anwesenden von einem angeblichen Projekt der Stadt Füssen unterrichtete, bei dem die ganze Grenzgegend bis hinauf nach Reutte in einen Stausee verwandelt werden solle um sich dort die Wasserkraft zunutze zu machen



1920keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 29. August wird die Mindelheimer Hütte eröffnet

Im Lechtal geht das Gerücht um, bayerische Großindustrielle würden den Bau einer elektrischen Kleinbahn anstreben um den Holzreichtum des Tales auszubeuten

Ununterbrochene Regengüsse überschwemmen Anfang September den Ort Tannheim und führen auch im restlichen Außerfern zu leichteren Schäden

Das Schmugglerwesen greift zum Ärger der Kaufleute in immer größer werdendem Maße um sich

In der Nacht des 29. Dezember brennt die Mahlmühle und Säge in Schattwald nieder. Abgesehen von zwei Schafen können alle Leben gerettet werden



1921keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 21. Juni wird das Metallwerk Plansee gegründet

Die Pfrontner Hütte geht am 27. Dezember aufgrund von Unachtsamkeit in Flammen auf



1922keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Vilsfall bei Schattwald wird zur Stromgewinnung genutzt und das neue E-Werk eröffnet. Im Tannheimer Tal (ausgenommen Jungholz) gibt es erstmals elektrisches Licht

Am 12. Juli zieht ein Gewitter über das Tannheimer Tal. In dem Dorf Haldensee schlägt ein Blitz in ein Bauernhaus ein, welches in kurzer Zeit nieder brennt

Die Gimpelhütte wird erbaut

Am 3. September kommt der Hirte Ludwig Knittel von der Schochenalpe um den sonntäglichen Gottesdienst zu besuchen. Hinter dem Dorf wird er von der Finanzwache angehalten, seinen Rucksack her zu zeigen um diesen auf Schmuggelware zu durchsuchen. Nach einer kurzen verbalen Auseinandersetzung entreißt der Oberkommissar Knittel den Rucksack mit Gewalt und zieht gleichzeitig seine Dienstwaffe. Dabei löst sich, angeblich versehentlich, ein Schuss. Knittel sackt daraufhin zusammen und versucht sich noch fort zu schleppen, verstirbt aber wenige Minuten nach dem Vorfall.
Der Oberkommissar Scharf, ebenfalls aus Holzgau stammend, meldet das Unglück sofort. Das Geschehene hat sich aber inzwischen im Tal herumgesprochen und so empfängt den Beamten anderntags eine aufgebrachte und wütende Menge. Selbst im Beisein zweier Gendarmen wird Scharf angegriffen und nur mit Not kann der vorläufig entkommen. Mehrere Burschen verfolgen und attackieren ihn jedoch abermals.
Scharf kann sich bis Elbigenalp durchschlagen und verstecken. Eilig wird von Innsbruck aus eine Mannschaft von 50 Gendarmen in das Lechtal entsandt, die kommt aber am selben Tag nur bis Reutte und muss dort Quartier beziehen. Als sie am nächsten Tag ins Lechtal weiter wollen, wird ihnen von den hiesigen Fuhrleuten der nötige Vorspanndienst versagt. Umständlich werden zwei Omnibusse und ein Lastkraftwagen organisiert, um die Fahrt doch noch antreten zu können.
In Elbigenalp stellt sich ihnen jedoch ein großer Teil der Talbewohner in den Weg. Es werden nochmals 30 weitere Gendarmen herbei gerufen um die angespannte Situation in den Griff zu bekommen. Letztlich behielt die Staatsgewalt die Oberhand und verhaftete in Summe fast 40 der Aufständler.
Das Ereignis war nicht nur im Außerfern in aller Munde, sondern sorgte in ganz Österreich für Gesprächsstoff



1923keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 16. August stürzt die Brücke bei Stockach während der Nachtstunden ein, noch am Tag zuvor herrschte auf ihr ein lebhaftes Treiben und mehrere Fahrzeuge sind über die Holzbrücke gefahren



1924keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Vom 31. Juli wird berichtet: 'Es gießt unendlicher Regen herab, von den Bergen stürzen die Bäche. Der Lech und seine Zuflüsse schwollen gewaltig an. Ersterer hat bei Holzgau die Brücke weggerissen und bei Grießau die Straße angebrochen. Bei Bach ging eine Mure über die Straße nieder. Eine Menge Holz treibt durchs Tal hinab. Auch der Hornbach hat Brücken weggerissen und das Getöse der Steinmassen, die er talauswärts rollte, übertönte das Rauschen des Regens. Der Rotlech trug eine ertrunkene Kalbin in den Lech hinaus.'

Der Jagdpächter Carl Schwenk aus Ulm lässt die Hängebrücke bei Forchach errichten, um seine Reviere beiderseits des Lechs zu verbinden

Die DAV-Sektion Regensburg fasst einen Hüttenbau am Roßkarsee bei Gramais ins Auge: "…eine Gruppe der Sektion Regensburg befand sich auf der Suche nach dem Standplatz der geplanten Regensburger Hütte, die an Stelle der von den Welschen geraubten (Geislergruppe) nunmehr im Roßkar (Lechtaler Alpen) errichtet werden soll. Der Standort dürfte die Hütte zur schönstgelegenen der Lechtaler Hütten machen…".
Darüber hinaus soll die Hütte ganzjährig bewirtschaftet werden, um das "herrliche Skigebiet [im Bereich des Roßkares] zu öffnen"

Am 1. Oktober wird das neue Geläute (Kirchenglocken) der Firma Graßmayr in Innsbruck eingeweiht



1925keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein Sturm legt am 14. und 15 Februar im Außerfern an die 40000 Festmeter Holz um

Am 27. April wird mit den Umbauarbeiten des vormaligen Heilbades Kreckelmoos zum Krankenhaus begonnen

Josef Fritz sen. und sein Sohn Josef Fritz jun. legen den Grundstein für das Unternehmen 'Holzindustrie Fritz' in Reutte

Im Mai ersteigert die Gemeinde Tannheim den Vilsalp- als auch den Traualpsee

Am 22. Mai geht ein Gewitter mit starkem Hagel über dem Tannheimer Tal nieder. Die Anpflanzungen in den Gärten werden dabei völlig zerstört und auch für die kommende Heuernte wird mit Einbußen gerechnet, da die Felder 'wie gewalzt' aussehen

Mitte Juni richtet ein Waldbrand in den Südhängen der Gehrenspitze einen geringfügigen Schaden an, den die Feuerwehr Lechaschau aber rasch unter Kontrolle bringen kann. Ausgelöst wurde er vermutlich von unvorsichtigen Touristen

Am 19. Juli wird der Abschluss der Arbeiten des neuen Zubaus der Memminger Hütte mit einer Bergmesse gefeiert

Die Simmshütte wird am 1. August ihrer neuen Besitzerin übergeben. Die Sektion Stuttgart erwarb die Hütte von der Sektion Holzgau und baute sie umfassend aus

Mitte September wird aus Tannheim berichtet, dass ein Schulmädchen mit den freihängenden Zöpfen in die Milchzentrifuge geriet und dabei an einer Kopfhälfte sämtliche Haare ausgerissen wurden

Am 29. September brennt das Gasthaus am Vilsalpsee nieder. Der Jagdpächter hatte auch ein paar Räume in dem Gasthaus gepachtet. Er und seine Gäste bemerkten als erste den Rauch an der Westseite des Hauses, für das Hinausschaffen von Hab und Gut blieb aber keine Zeit mehr. Binnen einer Stunde war der Holzbau bis auf die Grundmauern eingeäschert

Bei einem Lawinenabgang bei Lähn wird am 1. Dezember eine rund 40-köpfige Gruppe beim Heutransport überrascht. Von insgesamt 8 Verschütteten konnten 2 nur noch tot geborgen werden
In Holzgau wird am selben Tag ein Bauer - ebenfalls beim Heuziehen - von einer Lawine mitgerissen und getötet

Am 5. Dezember kommt es abermals beim Heuziehen in Holzgau zu einem Lawinenabgang, bei welchem drei Personen verschüttet werden. Einer kann sich gerade noch retten, indem er sich an eine Latsche klammert, für die anderen beiden - zwei Brüder - endet das Ereignis aber tödlich. Sie werden etwa 8 Stunden später als Leichen ausgeschaufelt

In der Nacht zum 18. Dezember bricht aufgrund von Unachtsamkeit ein Brand in Steeg aus. Zwei Bauernhäuser werden dabei vernichtet, die Feuerwehren von Steeg und Holzgau können gerade noch ein Übergreifen auf zwei weitere Gebäude verhindern

45 Wintersportgäste besuchen zu Weihnachten das Tannheimer Tal



1926keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ein von Garmisch kommender Zug entgleist am 7. April bei Griesen. Ein vermeintlicher technischer Defekt veranlasste den Lokführer sich weit aus dem Fenster zu lehnen, wobei der das Gleichgewicht verlor und aus dem fahrenden Zug stürzte. Der somit führerlose Zug sprang in Folge aus den Geleisen

Die Zugspitzbahn bei Ehrwald wird feierlich eröffnet

Am 14. Juni besucht Bundespräsident Dr. Hainisch das Außerfern. Er macht Station in Ehrwald und besichtigt die neu errichtete Zugspitzbahn. Danach reist er über Kreckelmoos und Vils weiter.
Am 15. Juni gelangt er nach Holzgau um dort eine Delegation von Rinderzüchtern zu treffen und die Produktion von Käse in der örtlichen Sennerei zu inspizieren

Die Lechbrücke zwischen Lechaschau und Reutte wird neu errichtet

Am 15. Juli gehen in den Morgenstunden schwere Wolkenbrüche über dem Reuttener Talkessel nieder. Der Laimbach tritt über die Ufer und reißt die Brücke der Bundesstraße mit sich, wodurch der Verkehr nach dem Lech- und Tannheimer Tal vorübergehend unterbrochen wird. Die Felder am angrenzenden Ortsteil 'Platten' werden überschwemmt und vermurt. Bei Ehrwald wird die Straße und die Bahnstrecke unter einer Mure begraben

Ende des Jahres wird ein weiteres Bergbahnprojekt im Zugspitzgebiet vorgestellt. Eine Bahn soll von Ehrwald hinauf zum idyllisch gelegenen Seebensee gebaut werden um das Gebiet um die Coburger Hütte und dem Drachensee leichter zugänglich zu machen

Am 3. Dezember wird in Lechaschau ein junger Mann bei einem Schusswechsel getötet



1927keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Neubau der Brücke zwischen Reutte und Lechaschau

Im neuen Krankenhaus Kreckelmoos beginnt man mit der Arbeit

Am 6. August bricht in der Nacht im Holzgauer Gasthof 'Zum Hirschen' ein Brand aus. Die aus dem Schlaf gerissenen Gäste sprangen zum Teil in Panik aus dem ersten und zweiten Stock des Anwesens und verletzten sich dabei schwer. Zwei Bedienstete und ein Gast wurden während der späteren Branduntersuchungen schließlich als 'völlig verkohlte [...]Leichen' entdeckt. Die Köchin, welche sich zunächst noch durch einen Sprung vom Balkon hat retten können, erlag später im Krankenhaus ihren Verletzungen.
Im Nachhinein wurde bekannt, dass es einige Pannen bei der Alarmierung der Feuerwehr gegeben hatte. Generell befanden sich nur wenige Feuerwehrleute beim Einsatz, da der Brand während der Zeit der Bergmahd - die ungefähr drei Wochen dauerte - geschah und fast der gesamte arbeitsfähige Teil der männlichen Bevölkerung sich Tag und Nacht auf den Anhöhen hoch über den Dörfern befand

Vils begeht am 10. und 11. September die 600-Jahr-Feier zur Stadterhebung. Die Vorbereitungen zu der Festivität werden mit und unter der Leitung von Ignaz Dengel vorangetrieben

Nachdem die DAV-Sektion Regensburg mit ihren vorläufigen Hüttenbauplänen am Roßkarsee letztlich doch ins Stubaital abgewandert waren, trat die Sektion Wartburg-Eisenach in dieser Sache die Nachfolge an um hier ihre 'Eisenacher Hütte' zu errichten



1928keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 8. März ereignet sich in Bichlbach eine Brandkatastrophe, welcher mehrere Gebäude zum Opfer fallen

Ein schwerer Sturm fegt am 29. April über das Obere Lechtal hinweg, entwurzelt zahlreiche Bäume und beschädigit einige Dächer von Stadeln und Häusern

Schwere Unwetter führen vom 15. bis zum 18. Juli in den Aschauer Bergen zu Murabgängen, welche große Mengen Schlamm und Geschiebe über die Wängler Felder verteilen. Der Leinbach kann nur mit Mühe am Austritt gehindert werden

Anfang August gehen Wilderer im Bereich des Oberen Lechtals um. Der Jagdherr will diese stellen, woraufhin ein Schusswechsel passiert und einer der beiden Wilddiebe offenbar getroffen wird. Am Tag darauf werden die beiden Wilderer im Bockbachtal durch die Gendarmerie angehalten und verhaftet

Das ehemalige Bad Kreckelmoos wird formell in ein Allgemeines Krankenhaus umgewandelt

Am 12. November wird in Tannheim die neue Sennerei eröffnet



1929keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 17. Februar findet das erste Preis-Skilaufen des Lechtals am Pimig bei Steeg statt

Die Landsberger Hütte wird Anfang Juni fertiggestellt und am 30. Juni schließlich eingeweiht

Im Juli gehen vom Hornberg bei Höfen durch starke Regenfälle ausgelöst mehrere Muren ab, die mitunter auch die Straße verschütten und den Verkehr für mehrere Tage unterbrechen

Immer wieder kommt es wegen des in Tirol vorgeschriebenen Linksverkehrs zu teils schweren Autounfällen, da im nördlichen Nachbarland Deutschland das Rechtsfahren üblich ist

Im Oktober werden der Plansee und der Heiterwanger See von zwei Großbanken gekauft, welche die Seen für die Gewinnung von Wasserkraft nutzen wollen. Ein schon zuvor diskutiertes Großkraftwerk-Projekt soll damit wieder aufgegriffen werden, welches unter anderem die Überflutung des Ortes Heiterwang vorsieht

Der in Aussicht gestellte Hüttenbau der DAV-Sektion Wartburg-Eisenach am Roßkarsee wird in seiner Namensgebung abgeändert. So soll die künftige Hütte nicht wie zunächst angekündigt 'Eisenacher Hütte' heißen, sondern 'Wartburger Hütte'



1930keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Tannheim führt die Vils am 14. und 15. Mai Hochwasser und tritt über die Ufer. Viele Felder und Wiesen werden mit Geröll und Geschiebe verlegt und auch die Straße ist zeitweise unpassierbar. Bei Wängle droht der Leinbach schwere Vermurungen und Schäden durch den Übertritt des Baches davon zu tragen. Zahlreiche Helfer aus den umliegenden Gemeinden können jedoch das Schlimmste verhindern

Am 6. Juli gibt es in Tannheim am Kienzerlebach größere Hochwasserschäden. In Musau führt der Sababach Hochwasser

Ein Skelettfund bei Mitteregg beschäftigt die Ermittler im August. Eine zunächst unbekannte Person, man vermutete einen sächsischen Wanderarbeiter, wird etwa ein Jahr zuvor durch einen Kopfschuss getötet und seine Leiche einen Abhang hinunter gerollt

Zeitungsartikel Erdbeben Namlos 8. Oktober 1930
Meldung im Tagblatt vom 15. Oktober 1930
Im Lechtal geht am 20. Juli die erste Lastenseilbahn des Tales in Betrieb - sie führt auf die neuerbaute Stablalm bei Elmen

Das Luftschiff 'Graf Zeppelin' überfliegt am 10. September das Tannheimer Tal

Die Nebelhornbahn wird nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht

Am 8. Oktober ereignet sich ein Erdbeben der Stärke 5,3 nach der Richter-Skala. Das Epizentrum liegt bei Namlos. Beinahe alle Häuser des Ortes werden beschädigt (siehe Zeitungsausschnitt rechts).
Vermutlich als Folgeerscheinung des Bebens stürzte, als die Gläubigen aus der Tannheimer Pfarrkirche zur Erntedankprozession ausgezogen waren, die über 60 Zentner schwere Glocke vom Glockenstuhl herab. Verletzt wurde jedoch niemand

Gramais kommt in den Genuss von elektrischem Strom



1931keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Mitte März türmen sich die Schneemassen teilweise bis zu 3 Meter hoch. Zahlreiche Dächer werden eingedrückt. Im Tannheimer Tal ist der Verkehr zusammengebrochen und das Postauto steuert das Hochtal für mehrere Wochen nicht mehr an. Die Post bringt der Briefträger mit den Skiern

Am 23. März erschüttert ein Erdbeben um 2 Uhr morgens das Gebiet um Berwang/Namlos

In Tannheim findet am 12. Juli die Erstaufführung des Andreas-Hofer-Spieles in einem eigens errichteten Freiluft-Theater statt

Die Fremdenverkehrszahlen brechen massiv ein und beinahe sämtliche Gästebetten bleiben leer

Auch die Bauernschaft sieht sich in einer misslichen Lage. Am 15. November findet eine Großversammlung der Außerferner Bauern in Reutte statt. Dort berichten sie von ihren Problemen und Nöten und stellen einen Forderungskatalog um Vergünstigungen und Steuersenkungen zusammen

Am 16. Dezember brennt das Gerichtsgebäude in Reutte ab



1932keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Jahreswechsel zeigt sich von der kalten Seite. In Tannheim wird der Rekordwert von -30°C gemessen

Der beliebte Gasthof 'Zur Alpenrose' in Rehbach bei Schattwald brennt am 13. Jänner komplett nieder

Am 26. Januar ereignet sich ein folgenschwerer Unfall bei den Arbeiten an der Lechregulierung. Drei Arbeiter wollen eine die Arbeit behindernde Eisscholle mit Dynamitpatronen weg sprengen. Unschlüssig, ob die Patrone wirklich brennt, hält einer diese prüfend in der Hand, als sie explodiert. Jenem der die Patrone in der Hand gehalten hatte, wurde der Arm abgerissen, der Danebenstehende verlor zum größten Teil sein Augenlicht und der Dritte zog sich schwere Verletzungen an der Brust und am Oberschenkel zu

Am 6. Juli überfliegt das Luftschiff 'Graf Zeppelin' das Tannheimer Tal und bringt dessen Bewohner zum Staunen

Das Außerfern befindet sich in einer Krise, es wird sogar von einem Katastrophenjahr gesprochen. Der Fremdenverkehr war mehr oder weniger komplett ausgefallen und es herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit im Bezirk. Auch die stets florierende Holzindustrie war zur Gänze niedergegangen und der Handel kämpft mit dem Preisverfall



1933keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Tausend-Mark-Sperre des Hitler-Regimes bringt den gerade erst aufblühenden Fremdenverkehr gänzlich zum Erliegen

Anfang Juni formieren sich erste Heimatwehrortsgruppen in den Außerferner Gemeinden

Zwischen Lechaschau und Pinswang ist der Freiwillige Arbeitsdienst mit der Regulierung des Lechs beschäftigt

Im Bereich von Pinswang, Vils und im mittleren Tannheimer Tal wird ein Schädlingsbefall durch die sogenannte Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa), im Volksmund als Schmotzgrille benannt, verzeichnet. Weite Flächen der Felder sterben hierbei ab, da die Engerlinge der Grillen sämtliche Wurzeln abfressen. Vor allem die angebauten Kartoffeln werden von den Tieren vollständig vernichtet

Am Beginn des November gibt es mehrere Verhaftungen von Nationalsozialisten im Bezirk

Am 8. November ereignet sich ein relativ starkes Erdbeben mit dem Epizentrum im Raum Namlos. In Namlos selbst, bei Vorderhornbach und in Reutte werden zahlreiche Schäden gemeldet

Ende November wird in Fachkreisen die Wiederansiedlung von Steinböcken im Außerfern diskutiert



1934keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein breiter Güterweg nach Kaisers wird angelegt

Am 17. Juni erbebt die Erde im Oberen Lechtal

Hochwasserschäden am Nesselwängler Sulzbach

Das Kinderferienwerk organisiert die Beförderung mit Zügen und die Unterbringung mehrerer tausend Wiener und Burgenländer Kinder in Tirol und insbesondere dem Außerfern

Anfang August zur Erntezeit, der Wagnermeister von Tannheim ist mit seiner Familie mit der Heuernte beschäftigt, als der zweieinhalbjährige Sohn nicht mehr gesehen wird. Nach intensiver Suche konnte der Bub einige 100 Meter weiter unten an der Vils nur noch als Leiche aufgefunden werden

Am 4. September ereignet sich wieder ein Erdbeben, welches aber wesentlich stärker ausfällt als jenes vor drei Monaten




1935keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 4. Juni besucht Bundeskanzler Dr. Schuschnigg das Außerfern. Von Reutte aus fährt der Tross in das Tannheimer Tal



1936keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ein Erdbeben erschüttert am 22. April das Außerfern, es werden leichte Schäden an Häusern und Wohnungen gemeldet

Am 1. September erfolgt die Aufhebung der 1000-Mark-Sperre, zu einer Belebung des Fremdenverkehrs führt diese Maßnahme zu jenem Zeitpunkt jedoch noch nicht



1937keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zu Beginn des Jahres werden Pläne für die sogenannte Automobil-Fernstraße Berlin-Rom vorgestellt. Nach zahlreichen Entwürfen und Überlegungen der möglichen Trassierung, kristallisiert sich die Route über das Außerfern und den Reschenpass, hinab durch den Vinschgau als die beste heraus. Durch den Krieg wird das Bauvorhaben jedoch fallen gelassen

Anfang August bringt in Nesselwängle der Fällebach große Vermurungen mit sich, aber auch in Rest des östlichen Teils des Tannheimer Tals kam es zu großen Schäden und Vermurungen (Grän, Haldensee, Haller und Nesselwängle)

Der Riegebach verlegt die Straße zwischen Lähn und Lermoos durch eine riesige Mure, mehr als 100 Mann des Militärs werden zur Schadensbeseitigung abgestellt

Alle Straßen im Bezirk sind durch Vermurungen verlegt und auch die Geleise der Mittenwaldbahn wurden an mehreren Stellen verschüttet, woraufhin der Bahnverkehr ins Außerfern gänzlich eingestellt werden musste

Mitte August weilt Sara Ann Delano Roosevelt im Gasthof Alpenhof in Haller bei Nesselwängle, sie ist die Mutter des 32. amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt



1938keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 17. Februar gehen schwere Schneefälle über dem Außerfern nieder. Das Tannheimer Tal ist für mehrere Tage nicht erreichbar

Die Fiderepasshütte wird errichtet, trägt zunächst aber den Namen 'Hermann-Schertl-Haus'

Am 13. März wird Österreich an das Deutsche Reich angeschlossen

Mitte Juni gehen starke Unwetter über dem Außerfern nieder. Das Lechtal ist für einige Tage nicht erreichbar, wird dann aber mit Hilfe einer Notbrücke wieder für den Verkehr zugänglich gemacht. Das Schwarzwassertal bleibt hingegen für längere Zeit von der Umwelt abgeschnitten. Etwa 600 Stück Rinder und mehr als 1000 Schafe sind von der Hochwasserkatastrophe betroffen



1939keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ab April beginnen umfangreiche Wildbach- und Flussverbauungen durch den Reichsarbeitsdienst

Der Zweite Weltkrieg bricht aus und beinahe alle wehrfähigen Männer werden zum Kriegsdienst eingezogen

Ein Erdbeben lässt im September Teile des Mauerwerks der Ruine Vilsegg einstürzen

Anfang Dezember ist der Sägewerksbesitzer Josef Pfefferkorn in Steeg mit Wartungsarbeiten an der Transmission (Riemenantriebsscheibe) beschäftigt. Dabei wird er durch eigene Unvorsichtigkeit von der Welle erfasst und derart heftig gegen die dahinter befindliche Betonmauer geschleudert, dass er förmlich in Stücke gerissen wird



1940keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Mehrere Lawinenabgänge Anfang März in ganz Österreich, insgesamt wird von 26 Lawinentoten innerhalb einer Woche berichtet. Im Kleinen Walsertal werden 15 Skifahrer verschüttet, 6 überleben das Unglück nicht . In der Nähe von Ehrwald werden 2 Skifahrer verschüttet, einer davon kommt ums Leben. Im Bereich der Mahdlochalpe bei Zürs wird ein allein gehender Skitourengänger von einer Lawine mitgerissen und getötet



1941keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Juli wird mit dem Bau einer Materialseilbahn zur Usseralpe oberhalb von Tannheim begonnen



1942keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Schattwald muss die Glocken für Kriegszwecke abliefern



1944keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Laufe des 22. Januars stürzte ein Bomber der Alliierten Luftstreitkräfte im Bereich des Kreuzkarsees (Hinterhornbach) ab. Eine Bergung der Mannschaft sowie der Maschine konnte in dem steilen Felsterrain nicht durchgeführt werden

Am 14. Februar fallen in Tannheim innerhalb von 24 Stunden 190 cm Neuschnee

Eine Maschine der Wehrmacht stürzt am 24. Juni im Bereich des Vilser Kegels vermutlich wegen dichtem Nebel ab

Am 3. August tobt ein Luftkampf über dem Ehrwalder Becken. Eine Maschine stürzt am Ortsrand von Lermoos in das Moos, 4 Maschinen gehen im Gemeindegebiet von Biberwier nieder (Wampeter Schrofen, Wannig, südöstlich von Biberwier, Brendlkar) und 1 Maschine zerschellt im Bereich der Ehrwalder Alm. Aus den Maschinen wurden insgesamt 16 lebende und 14 tote Besatzungsmitglieder geborgen. Aber auch auf deutscher Seite gab es zahlreiche Abstürze (Jagdflieger): Berwang, Ehenbichl, Grubigstein (Biberwier), Martinau (Elmen), Stanzach und Tuftlalm

Im Hotel Forelle und im Hotel Ammerwald werden Außenstellen des Konzentrationslagers Dachau eingerichtet. Hier werden vorwiegend Häftlinge aus höheren Kreisen interniert



1945keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 22. Februar wird Reutte von den Amerikanern bombardiert. Acht Opfer unter der Zivilbevölkerung sind zu beklagen

In Vils werden am 27. Februar 5 und in Tannheim 2 feindliche Piloten gefangen genommen. Ihre Maschinen stürzten bei Füssen (?) und Weißenbach ab

Ein einzelner amerikanischer Jäger startet am 20. April einen Angriff auf die Tiroler Zugspitzbahn

Am 28. April überschreiten amerikanische Soldaten die Grenze bei Vils

Am 29. April sprengen deutsche Truppen die Lechaschauer Brücke und die Gemstobelbrücke am Gaichtpass. Bei Grän wird ein erbitterter Kampf um das Engetal geführt. Die Amerikaner schießen den Ort Grän in Brand, woraufhin 15 Häuser den Flammen zum Opfer fallen. 23 Menschen finden den Tod und 5 kommen mit schweren Verletzungen davon

In der Nacht auf den 30. April fällt auch Schattwald unter Granatfeuer

Am 1. Mai besetzen die Amerikaner die Fernpasshöhe

Am 2. Mai bricht um 16:45 Uhr der nationalsozialistische Widerstand im Außerfern zusammen

Am 8. Mai tritt der deutsche Raketenforscher Wernher von Braun und sein Team in Reutte zu den Amerikanern über

Im Gemeindegebiet von Vils zerschellt am 16. Juli - also bereits nach Kriegsende - eine amerikanische Fracht- oder Sanitätsmaschine (?) an einer Felswand. Alle sieben Besatzungsmitglieder finden den Tod, die Maschine (B-17 Flying Fortress) brennt teilweise aus. Die Absturzursache ist nicht bekannt (siehe dazu das Thema "der zweite Weltkrieg im Außerfern")

Eine Feuersbrunst zerstört fünf Häuser und die Kirche von Vorderhornbach

Der Nachkriegswinter kommt mit einer extremen Kälte über das Außerfern



1946keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 1. Juli kommt es im Gemeindegebiet von Nesselwängle zu zahlreichen Bachüberläufen und Vermurungen. Eine große Mure führte dabei der Fällebach. In Tannheim tritt der Guggerbach (?) über die Ufer



1948keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 21. September fallen die beiden alten Bauernhöfe Oberhof und Kerlyhof einem verheerenden Brand zum Opfer

Bei Grabungsarbeiten in Weißenbach wird ein Skelett gefunden. Nach den Untersuchungen stellt sich heraus, dass man hier auf ein spätrömisches Grabmal gestoßen ist

In Jungholz wird der erste Skilift im Bereich des Außerferns in Betrieb genommen



1949keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der erste Berwanger Skilift wird eröffnet

Die Gemeinde Berwang wird verkleinert. Namlos wird mit Kelmen zu einer eigenständigen Gemeinde erhoben



1950keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Wiederaufbau der Gemeinde Grän wird feierlich abgeschlossen



1951keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bei einem Lawinenabgang bei Häselgehr werden am 21. Jänner 13 Hektar Wald vernichtet. Das Dorf selbst entging nur knapp einer Katastrophe, lediglich ein Haus wurde durch den enormen Luftdruck abgedeckt

Über Reutte wütet am 1. August für etwa 20 Minuten ein schweres Gewitter mit bis zu 8 cm starken Hagelkörnern und richtet dabei erhebliche Schäden an Gebäuden und den Gärten an



1952keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Kleinwalsertal geht am 11. Februar eine Lawine auf die im Talboden gelegene Alpe Melköde nieder. Sie zerstört dabei mehrere der Hütten und tötet 20 zumeist junge Menschen. Man findet sie später in Nachthemden und Schlafanzügen. 30 Personen können lebend geborgen werden

Am 14. Februar fallen in Tannheim innerhalb eines Tages beinahe eindreiviertel Meter Neuschnee

In Reutte wird das Gymnasium gegründet



1953keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 30. Juli gehen schwere Gewitter über den Lechtaler Alpen nieder und lösen mehrere Muren aus. Drei Touristen kommen bei diesem Ereignis ums Leben

Der erste Gräner Skilift wird gebaut

Der Segelflugverein Außerfern - Höfen wird gegründet



1955keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Schwere Gewitter mit Hagelschlag führten am 3. Juli in Vils zu zahlreichen Schäden in Gärten und an Gebäuden



1956keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der hauptsächlich für Segelflieger errichtete Flugplatz in Höfen wird eröffnet

In Hinterhornbach stürzt am 'Hohen Frauentag' (15. August) ein Traktor an einer Engstelle in die Schlucht des Hornbachs hinab. Dabei werden zwei Männer und ein 11-jähriges Mädchen getötet



1957keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 28. Juli wird die Kabinenbahn auf den Hahnenkamm in Betrieb genommen

Mit dem 4. April wird das Gebiet mit und rund um den Vilsalpsee als Naturschutzgebiet ausgewiesen



1958keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Hägerau bei Steeg wird am 12. August ein Bauernhof durch einen Blitzschlag in Brand gesetzt und vollständig zerstört



1959keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 8. August kommt es im Außerfern nach schweren Gewittern zu zahlreichen kleineren Straßenschäden



1961keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 25. August ereignet sich nahe Weißenbach mit Epizentrum in den Lechtaler Alpen ein Erdbeben (5,5)



1962keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 8. Mai wird das Wilde Männle durch einen Gewittersturm umgerissen, die Felsbrocken stürzen daraufhin in das Bacherloch hinab



1963keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Traualpsee wird erstmals zur Stromgewinnung genutzt, die Kraftwerksturbinen werden ab 1965 ihre Arbeit aufnehmen

Die Betonbrücke zwischen Stanzach und Vorderhornbach wird am 1. Dezember eingeweiht



1964keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
137 mm Niederschlag am 3. Mai in Tannheim

Man beginnt von Grän aus mit dem Bau der Engetalstraße, zuvor gab es lediglich einen schmalen Karrenweg. Die Wegverbreiterungen und Asphaltierungsarbeiten können 1968 an der Landesgrenze abgeschlossen werden. Bis der Straßenzug jedoch von deutscher Seite ab Pfronten bis zu der Grenze errichtet wird, werden weitere vier Jahre vergehen. Die feierliche Übergabe an den Verkehr erfolgt gar erst im Jahr 1975

Mitte November fallen im Allgäu und dem Lechtal 310 mm Niederschlag in Form von Regen



1965keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Breitenwang finden die österreichischen Meisterschaften im nordischen Stil statt

Eine Lawine am Zugspitzplatt reißt am 15. Mai 10 Menschen mit in den Tod

Am 8. Juni gehen Regenniederschlagsmengen von bis zu 175 mm über dem Unteren Lechtal nieder. Am Sababach in Musau gibt es kleinere Vermurungen



1967keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ende Februar kommt bei Ehenbichl eine Person während eines Sturms ums Leben



1968keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Berwang ereignet sich ein Lawinenunglück

Das Bezirkskrankenhaus in Ehenbichl wird feierlich eröffnet



1969keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die neu erbaute Straße über das Hahntennjoch wird für den Verkehr freigegeben



1970keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 8. August geht eine Niederschlagsmenge von 150 bis 200 mm über dem Lechtal nieder. Hangrutsche und schwere Vermurungen sind die Folge



1971keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bei Reutte werden am 10. April bei einem Lawinenabgang 10 Kinder verschüttet, ein Kind stirbt dabei

In Schattwald wird der Wannenjoch-Schlepplift errichtet



1972keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Winter 1971/72 bleibt weitestgehend schneelos und sämtliche Liftanlagen können den Betrieb nicht aufnehmen



1973keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Niederschläge in Form von Regen ergießen sich mit bis zu 170 mm vom 14. bis 16. November über dem Allgäu und dem Lechtal



1975keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am Vilsalpsee wird am 9. Mai eine Gruppe von Wanderern bei einem Lawinenabgang in den See geschleudert, 5 Menschen kommen dabei ums Leben

Niederschläge von bis zu 155 mm prasseln am 30. Juni und dem 1. Juli auf das Lechtal nieder

Der Usseralpbach bei Tannheim donnert am 4. Juli mit jeder Menge Geröll und Geschiebe zu Tal und zerstört dabei mehrere Brücken und beschädigt einige Häuser

Am 17. Oktober wird die Engetal- bzw. Achtalstraße im Beisein zahlreicher Festgäste aus Bayern und Tirol feierlich dem Straßenverkehr übergeben



1977keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Erstmals findet im Tannheimer Tal die Europameisterschaft im Polarhunde-Schlittenrennen statt

Vom 31. Juli bis zum 2. August wird das Lechtal von einem Hochwasser heimgesucht. In Holzgau wird eine Brücke zerstört und ein Mensch kommt während dieses Naturereignisses ums Leben



1978keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Nesselwängler Weiler Rauth fallen am 21. Oktober 4 Häuser einer Brandkatastrophe zum Opfer



1979keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 12. März ergießt sich über dem Tannheimer Tal eine Niederschlagsmenge von satten 185 mm

Die neue Gemstobel-Rundbogenbrücke wird eröffnet

Starkregen über dem Außerfern Ende Juni - 'Spitzenreiter' ist dabei Reutte mit 176 mm

Am 6. und 7. November gehen 140 mm Niederschlag über dem Lechtal nieder, im Tannheimer Tal sind es sogar 152 mm



1981keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Außerfern fällt im ersten Monat des Jahres extrem viel Neuschnee, die Lechtaler Seitentäler sind daraufhin tagelang von der Außenwelt abgeschnitten

Die Reuttener St. Anna Kirche erhält wieder ihren zwiebelförmigen Turm. Nachdem im Jahr 1846 die Kirche zum wiederholten Mal abgebrannt war, wollen die Franziskaner den Turm nicht mehr errichten. Die Bürger von Reutte nehmen daraufhin den Aufbau trotz ihrer damaligen Armut auf sich, jedoch erhält der Turm aus Kostengründen nur noch ein sehr schlichtes Dach



1982keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Memminger Traditionsunternehmen URBAN Maschinenbau errichtet eine Produktionsstätte bei Forchach



1983keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 26. November werden im Außerfern Niederschlagsmengen von bis zu 165 mm registriert



1984keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 23. November kommt es im Tannheimer Tal zu einigen Schäden durch einen Sturm



1987keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Schattwald wird die Kläranlage für das gesamte Tannheimer Tal (außer Jungholz) erbaut



1989keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 19. Dezember stürmt es im Außerfern und es kommt auch zu zahlreichen Sachschäden



1990keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 28. Februar fegt ein Orkan über das Außerfern hinweg. Am schlimmsten betroffen ist das Tannheimer Tal (Schattwald, Tannheim, Grän). Im ganzen Tal werden mehrere tausend Festmeter Wald vernichtet

In Grän wird am 9. Juni eine Frau durch mehrere Messerstiche und Strangulation an ihrem Arbeitsplatz in einer Käserei getötet. Ein Tatverdächtiger wird noch am Tatort verhaftet. Der zum Tatzeitpunkt 18-jährige Käser-Lehrling wird später wegen Mordes zu dreizehn Jahren Haft verurteilt, wovon er 8½ Jahre verbüßt und danach frei kommt. Doch schon kurz nach der Tat kommen bei den Hinterbliebenen erste Zweifel über den tatsächlichen Tathergang auf. Sie sind der Meinung, dass der Verurteilte lediglich als Bauernopfer herhalten musste und die 'wahren' Mörder ungeschoren davon kamen und orten dahinter gar einen Justizskandal

Am 29. Juli gehen nach starken Regenfällen und Gewittern zahlreiche Muren im Gemeindegebiet Bach ab, verschütten große Flächen an Feldern und zerstören zwei Brücken



1991keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Zugspitzbahn bei Ehrwald wird nach einem Komplettumbau wiedereröffnet



1992keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ab dem 1. Mai des Jahres tritt jene Verordnung in Kraft, welche das Fahrverbot auf der Vilsalpseestraße regelt

Als erste Gemeinde im Außerfern wird in Tannheim unter der Führung der Gesellschaft "Parkgemeinschaft Tannheim" eine Parkraumbewirtschaftung eingeführt. Bereits im selben Jahr wurden dafür insgesamt sieben Parkautomaten in Betrieb genommen



1993keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Lechaschauer Brücke wird neu erbaut

Die neue Straße nach Gramais wird fertiggestellt

Der Schattwalder Wannenjoch-Schlepplift wird als Dreier-Sesselbahn neu errichtet



1994keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Breitenwang werden die nordischen Junioren-Weltmeisterschaften ausgetragen

Große Borkenkäferplage in den Wäldern mit großen Sturmschäden von 1990 (Schattwald, Tannheim, Grän)



1995keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Tannheimer Tal wird im Januar des Jahres erstmals das Ballonfestival ausgerichtet



1996keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Planseewerk bricht am 25. Februar ein Großfeuer aus. Ganze Hallenkomplexe werden dabei vernichtet und zahlreiche Tanks mit brennbaren Medien müssen rund um die Uhr gekühlt werden um eine noch größere Katastrophe zu verhindern



1997keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Häselgehr lösen am Luxnacher Sattel Tourengänger eine Lawine aus. 4 Menschen finden darin den Tod

Am 15. Februar wird kurz vor Mitternacht eine Frauenleiche vom Brückenkopf der Gemstalbrücke - Gemeindegebiet Weißenbach - in die Tiefe geworfen. Wie sich später herausstellen wird, wurden dem Opfer schon im Vorfeld mindestens 16 wuchtige Hiebe mit einem scharfgeschliffenen Rückenspalter (Fleischerbeil) gegen Kopf, Nacken und Schulter zugefügt. Am 24. März 1998 wird der Lebensgefährte der Getöteten zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt

Der moderne Neubau des Bezirkskrankenhauses Reutte in Ehenbichl wird im Juli 1997 in Betrieb genommen



1999keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Enorme Schneemassen türmen sich zu Jahresbeginn im Bezirk auf (teilweise über 4 Meter). Mehrere Lawinenabgänge oder Sperren an lawinengefährdeten Hängen behindern das öffentliche Leben. Große Lawinenunfälle bleiben glücklicherweise - im Gegensatz zu dem von Krisen und Todesfällen gebeutelten Paznauntal - aus. Aus den Steeger Ortsteilen Gehren und Lechleiten werden 36 Personen evakuiert

Starke Regenfälle und die massiv einsetzende Schneeschmelze - ebenfalls bedingt durch den schneereichen Winter - verursachen zu Pfingsten eine verheerende Hochwasserkatastrophe. Die Gemeinde Pflach ist davon im besonderen Maße betroffen

Im Sommer wird im TVB-Gebäude Tannheim eine Kletterwand errichtet



2002keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 6. April um 22:00 Uhr konnte im Bereich zwischen Füssen und Garmisch der Niedergang eines Meteoriten beobachtet werden. Der Gesteinsbrocken, welcher in Folge den Namen Meteorit Neuschwanstein erhielt, zerbarst in einer Höhe von etwa 22 Kilometern und ging in Einzelteilen über ein mehrere Quadratkilometer großes Gebiet nieder. Drei Bruchstücke konnten im Bereich des Ochsenälpelekopfes und des Altenberges gefunden werden

Murenabgänge und Überschwemmungen von Straßen führen im Tannheimer Tal und dem Lechtal zu zahlreichen Behinderungen. Auch in Vils und bei Pflach treten die Vils und der Lech über die Ufer



2003keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 6. Februar vernichtet ein Brand die Talstation der Ehrwalder Zugspitzbahn



2005keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Tagelang anhaltende Starkregenfälle führen zu der schlimmsten Hochwasserkatastrophe, welche jemals im Außerfern registriert wurde. Speziell Gemeinden im oberen Lechtal und Pflach werden von den Wassermassen heimgesucht und Teile der Ortschaften verwüstet

Die Umfahrungsstraße von Nesselwängle wird für den Verkehr freigegeben

In den letzten Dezembertagen des Jahres wird ein 25-jähiger Thüringer als vermisst gemeldet, der erst wenige Tage zuvor in das Tannheimer Tal gereist war um hier Arbeit zu finden. Die alarmierte österreichische Polizei scheint abzuwiegeln und die besorgten Eltern entschließen sich selbst auf die Suche zu machen. Im Juni des folgenden Jahres wird ein Mann während eines Spazierganges eine grausige Entdeckung machen - er findet die entstellte Leiche eines Menschen, welche auf einer Matratze abgelegt wurde. Bei den folgenden Ermittlungen stellt sich heraus, dass es sich bei dem Toten um den Vermissten handelt und dass der beste Freund des Opfers während eines Streits die Tat verübte, auf den jungen Thüringer einstach und dann zusammen mit seiner Mutter die Leiche in der Nähe von Zöblen in einem Bachbett im Wald abgelegt hatte



2007keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ein schweres Busunglück ereignet sich am 21. Juni am Katzenberg (B179) und fordert einen Toten, sowie weitere schwer und leicht verletzte Personen. Sämtliche Einsatzkräfte der Rettung und Feuerwehr, sowie mehrere Rettungshubschrauber sind im Einsatz



2008keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die im Volksmund 'Textilwerk' genannte Baumwollspinnerei und -weberei stellt ihren Betrieb ein



2012keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 7. November geht unter großem Getöse am Ostufer des Vilsalpsees ein riesiger Felssturz nieder. Etwas mehr als 100.000 Kubikmeter Fels und Gestein lösen sich an der Felskante westlich der sogenannten Blässe und begraben etwa 10 Hektar Wald und die Zufahrtsstraße mehrerer Alp- und Berghütten unter sich



2013keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nach anhaltendem Starkregen ist die Hochwasserlage an den ersten beiden Junitagen angespannt, insgesamt ist der Verlauf im Außerfern aber glimpflich abgegangen und die Schäden lediglich geringfügig



2015keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ende März hält das Sturmtief "Niklas" die Außerferner Einsatzkräfte der Feuerwehr in Atem. Glasfronten werden eingedrückt, ganze Dächer durch Böen abgedeckt (Gossenbrotstraße, Reutte), Isoliermaterial auf Straßen geweht und den Straßenverkehr durch dutzende auf die Fahrbahn gestürzter Bäume blockiert. Die Sachschäden der Forstflächen, an Gebäuden, Fahrzeugen und der Infrastruktur waren enorm. Menschen kamen aber nicht zu Schaden



2017keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Während des Sommeropenings auf Ehrenberg (highline179) kommt es am 25. Mai 2017 um etwa 14:20 Uhr zu einem gefährlichen Zwischenfall in Höfen. Eine Bell Cobra der RedBull-Staffel hatte ihre Showeinlage beendet und flog zurück zum Flugplatz in Höfen. Der Pilot Siegfried 'Blacky' Schwarz wollte für den Rückflug nach Salzburg noch die Maschine betanken. Beim Aufsetzen berührten die Rotorblätter das Vordach des Betankungs-Häuschens und flogen in Trümmern im unmittelbaren Umfeld des Helicopters umher, dabei wurde auch der Heckausleger der Bell abgerissen und die Turbine schwer beschädigt. Umstehende Schaulustige wurden wie durch ein Wunder nicht verletzt, ebenso blieb der Pilot unverletzt



2018keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Schon am Beginn des Jahres fegt das Sturmtief "Burglind" mit bis zu 145 km/h über den Norden Tirols und das Allgäu und sorgt so für die Sperrung der Liftanlagen am Reuttener Hahnenkamm und des Tannheimer Tals. Wegen zahlreicher umgestürzter Bäume mussten die Gramaiser Straße und die Planseestraße gesperrt werden. In der Gemeinde Zöblen wurde durch den Starkwind ein Dach abgedeckt

In den Sommermonaten herrscht extreme Hitze. Über Nord- und Mitteleuropa hängt ein Hochdruckgebiet, es regnet zum Teil Wochen lang nicht und zahlreiche Alpen sind auf Grund der Wasserknappheit gezwungen, mit den Tieren vorzeitig von den Hochweiden ab zu fahren. Südseitige Hänge sind schon Anfang/Mitte August regelrecht verbrannt



2019keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ab Anfang Januar gibt es große Niederschlagsmengen an Schnee. Schon bald müssen die ersten Straßenverbindungen gesperrt werden: B179 Fernpassbundesstraße, B199 am Gaichtpass und bei Grän - Nesselwängle ist für diese Zeit von der Außenwelt abgeschnitten