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Die 'neue' Gaichtpass-Straße

Der Bau der Gemstalbrücke 1911-1912






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Lehrgerüst und Bremsberg

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das Lehrgerüst

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nach erfolgter Betonierung

Zur Ausführung des Gemstal-Brückenbaus am Gaichtpass erhält die Firma Heimbach und Schneider in Hard bei Bregenz den Zuschlag. Baubeginn war der 3. August 1911. Für den Materialtransport wurde von der 'alten' Gaichtpass-Straße bis zu der Baustelle auf etwa 1075 m. ü. M. eigens ein 216 Meter langer Bremsberg angelegt, welcher einen Höhenunterschied von knapp 78 Metern zu überwinden hatte.

Zur Eingerüstung des Lehrgerüsts für den Rundbogen, mit dem man am 2. Oktober 1911 begann, wurden über 150 Kubikmeter Holz verbaut. Bereits am 14. November konnten die Arbeiten der Einschalung beendet werden.

Das Material für die Bogenbetonierung wurde von der Vilser Zementfabrik G. Schretter & Cie. angeliefert und das Armierungseisen im Hüttenwerk der Alpinen Montangesellschaft in Kindberg hergestellt. Die Betonierung des Bogens erfolgte in der Zeit vom 15. bis 21. November bei einer täglichen Arbeitszeit von rund 15 Stunden. Leider kam es bei der Ausbetonierung auch zu einem Betriebsunfall, bei welchem ein Arbeiter vom Aufzug in die Tiefe gestürzt war. Der Mann konnte geborgen werden, verstarb jedoch kurze Zeit an den Folgen des Sturzes. Am 27. November 1911 stellte man die Arbeit für die Winterpause ein.

Aus den Innsbrucker Nachrichten vom 21. November 1911
"...seit Beginn des Baues arbeiteten mit wenig Ausnahmen durchschnittlich 200 bis 300 Mann an der Straße und 50 bis 60 Mann an der Brücke. Unterhalb der neuen Gemstalbrücke neben der alten Gaichtstraße wurden Baracken errichtet und Benzinmotore aufgestellt, welche zum Betriebe der Dynamomaschinen dienen, die das Licht für die Nachtarbeiten an der Brücke, sowie die Kraft für den zirka 200 Meter hoch aufsteigenden Materialaufzug und weiter noch die Kraft zum Betriebe der Mischmaschinen für den Beton abgeben..."

Aus den Innsbrucker Nachrichten vom 23. November 1911
"Aus Reutte schreibt man uns: Am 19. ds. Mts. verunglückte der beim Gemstalbrückenbaue in Weißenbach am Lech beschäftigte 22jährige Taglöhner Johann Della Brida aus Vignola durch Herabfallen eines Holzstückes. Er wurde mit einem Schädelbruch ins hiesige Gemeindespital überführt, wo er am 21. ds. Mts. seiner Verletzung erlag."

Im Frühjahr des Jahres 1912 musste auf Grund der schlechten Witterung die Wiederaufnahme der Bauarbeiten immer wieder verschoben werden. Erst am 20. Mai gestattete das Wetter, mit dem Ausschalen des Rundbogens zu beginnen.

Die bauliche Tätigkeit setzte sich über den Sommer fort und konnte am 12. August 1912 abgeschlossen werden. Im Anschluss erfolgte der Rückbau des Bremsbergs und Aufräumarbeiten rund um die Baustelle.

Anfang September folgte die Erprobung des Brückenbaus mittels einer 13 Tonnen schweren Dampfwalze.

Quellen:


  • Allgemeine Bauzeitung 1914





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