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Theresienfeld

Tiroler Kolonisten in Niederösterreich




Theresienfeld in Niederösterreich
1763 gründet Kaiserin Maria Theresia zwischen Sollenau und Wiener Neustadt ein Kolonistendorf. Meilenweit zeigt sich nur Schottergrund und gedeiht nur die kümmerliche Heidepflanze. In dem Plan der neuen Kolonie, die nach ihrer Gründerin den Namen Theresienfeld erhält, ist die Errichtung von Häusern an beiden Seiten der Heerstraße vorgesehen. Jedes Haus soll von einem Garten umgeben sein und an die Häuser angrenzend erhält jeder Kolonist 32 Joch Grund Ackerland. Soldaten der nahen, erst kurz zuvor erbauten Offiziersakademie graben einen Kanal, der das Wasser von der Piesting zu den Äckern und zu dem Dorfe leitet und durch eine eigene Verordnung wird bestimmt, dass jeder Hauseigentümer das Recht hat, dreimal in der Woche während eines Zeitraumes von jeweils drei Stunden Wasser in den zu seinem Haus und zu seinen Äckern führenden Kanal zu leiten. Um den Ansiedlern die Aufbauarbeit zu erleichtern, werden sie für einen gewissen Zeitraum von Robot und Zehent befreit.

In das fertige Dorf kommen schließlich dreißig Bauern aus Reutte und aus dem Gebiet von Imst, weitere aus dem Umland. Dass Maria Theresia aber vorranging Tiroler wählt, hat natürlich seinen besonderen Grund: sie ist überzeugt, dass Leute, die so wie die Bergbauern dem Fels jedes Stück Ackerland abringen müssen, sich auch auf diesem steinigen Flachland bewähren werden. Die Nachkommen dieser Tiroler Familien sind teilweise heute noch Grundbesitzer und auch die Hofnamen erinnern daran. Selbst der Kanal, das künstliche Bewässerungssystem, wird noch heute als Tirolerbach bezeichnet. Der "Mutter Resale" waren die Theresienfelder Tiroler folglich stets sehr zugetan. Tirolerinnen aus Theresienfeld hatten damals in der Burg, auf welcher sie residierte, stets ungehinderten Zutritt, und sie kamen häufig um Honig, Butter oder anderes zum Kauf anzubieten.

Allmählich verwandelt sich das öde Heideland in kultivierten Ackerboden, auf dem besonders Mais und Kartoffel gedeihen. Daneben erweist sich das Klima und die Bodenverhältnisse als äußerst günstig für die Schafzucht, einer weiteren Tiroler "Erblast".


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