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Die Pilgerreise des Felix Fabri

eine Reisebeschreibung des 15. Jahrhunderts



1483
Am 16. April zieht der Dominikanermönch Fratris Felicis (Felix) Fabri im Tross mit den Rittern Freiherr Hans Werner von Zimmern, Heinrich von Stoffeln, Bero von Rechberg und Truchseß Hans von Waldburg, welche sich auf dem Weg in das Heilige Land befanden, durch das Außerfern:

"...wir aber eilen an den Fuß des Gebirges. Vor unserer Weiterreise nach Pontina (Innsbruck) übernachten wir in dem Dorf Ruti (Reutte), welches an dem Fluss Licum gelegen, welcher von den Bewohnern Lech genannt wird.

Am 16. Tag (des April) verlassen wir das am Fuße der Rhätischen Alpen gelegene Ruti. Der Zeitpunkt für den Aufstieg in die Rhätische Alpen war ungünstig, der Weg durch das schlechte Wetter gesäumt von tiefen Löchern mit Schlamm. Am vorhergehenden Tag regnete es und in der Nacht war Schnee gefallen. Die Pferde versanken bei jedem Schritt bis zum Bauch im Morast, wir selbst standen bis zu den Knien im Dreck.

Schließlich erreichten wir eine Sperrfestung in den Rhätischen Alpen, Ehrenstein genannt. Wir setzten unsere Reise fort und stiegen hinan zum Berg Fericii (Fernpass). Auf der anderen Seite führte uns unser Weg wieder hinab. Da wir heutigen Tages noch weiterkommen wollten, durchschritten wir das Dorf Nazarith (Nassereith). Abermals erhob sich ein hohes Gebirge (der Holzleitensattel) und wir stiegen hinauf bis wir das Dorf Schneckenhausen (es ist anzunehmen, dass er damit die Ortschaft Affenhausen auf dem Mieminger Plateau meinte) erreichten..."


1484
Ende Januar passiert der Mönch Felix Fabri, von dem Kreuzzug aus Jerusalem und Ägypten zurückkehrend, abermals das Außerferner Gebiet. Wiederum beschreibt er den Verlauf der Reise:

"...nach dem Frühstück führten wir unsere Pferde hinauf in Richtung des Berges Fern (Fericium montem). Wir gelangen an eine Bergwacht, inmitten des Sees thront die Sigmundsburg auf einem Bergrücken. Ein Schloss, erbaut um Vergnügen zu bereiten...

...beginnt der Aufstieg, mithilfe des sonst von Lastkarren und Saumpferden genutzten Handelsweges zwischen Italien und Germanien, sowie für Waren Germaniens, welche nach Italien geführt werden. Wir stiegen also mühevoll den Fernpass hinan und von dessen Anhöhe auf der anderen Seite auf weitem Weg zwischen den Gebirgen hinab und ritten durch Lermoos und andere Orte zum Dorfe Reutte um dort die Nacht zu verbringen...

...über Reutte erhebt sich ein steiler Berghang, über welchen wir absteigen. Vor der Festung befindet sich die neue, von sehr festen Mauern umgebene und verriegelte Bergwacht (Klause) und darüber erhebt sich die uneinnehmbare Festung Ehrenstein...

...Am 26. Tag (Januar), nach dem Frühstück in Ruti (Reutte), überquerten wir die Brücke und ritten durch eine waldreiche Aulandschaft, die mit den sich darüber erhebenden Gebirgen, den Hainen und Wiesen und dem dahinfließenden Lech im Sommer recht schön anzuschauen sein mag. Durch das Städtchen Vils und das Dorf Nesselwang ziehen wir weiter, und verlassen das Gebirge. Am Ende des Kemptener Waldes reiten wir zu der Stadt Kempten hinab, wo wir die Nacht verbringen wollen..."





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