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Dr. Karl Lechner

Historiker und Gymnasialprofessor



Geboren am 20. August 1855 in Pflach als Sohn des Schmiedemeisters Josef und der Franziska (geb. Strigl) Lechner, besuchte später das Franziskanergymnasium in Hall. Vor allem die Ausführungen und Unterrichtsstunden seines Geschichtsprofessors Pater Adjut Troger hinterließen einen tiefen Eindruck bei Karl, woraufhin auch er das Lehramt in Geschichte mit großem Eifer anstrebte. An der Innsbrucker Universität führte er mit großem Erfolg seine Studien zu Historie durch und erwirbt darüber hinaus auch das Doktorat der Philosophie.

Als Aushilfslehrer begann er seinen beruflichen Werdegang in Mitterburg, damals noch zum Kaisertum Österreich gehörig, dem heutigen Pazin (Istrien) in Kroatien. Darauf folgte seine Tätigkeit als Professor für Geschichte und Geografie am damaligen deutschen Staatsgymnasium im mährischen Kremsier, dem heutigen Kromeriz in Tschechien. Neben seinen Lehrstunden verbrachte er auch sehr viel Zeit im dortigen erzbischöflichen Archiv und erarbeitete neben zahlreichen kleineren Veröffentlichungen letztlich das umfangreiche Werk zur 'Lehensgeschichte Mährens'.

1903 zog es Lechner dann wieder zurück nach Tirol, wo er als Geschichtsprofessor am Staatsgymnasium in Innsbruck seine Stelle antrat. Neben seinen eigentlichen Aufgaben studierte er auch die Akten des gymnasiumeigenen Archivs und stellte 1907 einen Band zur Geschichte des Gymnasiums vor, bei welchem aber auch die Stadtgeschichte Innsbrucks, sowie die alten Bauten im Stadtgebiet ihre besondere Behandlung fanden.

1913 übernahm Dr. Lechner die Leitung der Privat-Realschule in Meran. Bereits zwei Jahre später kommt er jedoch auf eigenes Verlangen wieder zurück nach Innsbruck und geht von dort 1919 in den Ruhestand über, welchen er jedoch dazu nutzt, seine archivalischen Forschungen am Landesarchiv in Innsbruck voranzutreiben. An Ergebnissen seiner Arbeit kommen etwa Abhandlungen zu alten Siedlungen im Außerfern und anderen Gegenden Tirols, dem alten Tiroler Jagdrecht und Orts- und Flurnamen in Tirol zu Tage. Einige seiner Beiträge werden im 'Tiroler Anzeiger' veröffentlicht, einiges in den 'Tiroler Heimatblättern' abgedruckt.

Im Frühjahr des Jahres 1926 wird der bereits herzkranke Dr. Karl Lechner von einer Grippe befallen und geschwächt, am 21. Juni erleidet er zudem einen Schlaganfall, von dem er sich zunächst erholt. Am 19. September trifft ihn dann ein 2. Schlaganfall, er verliert dabei das Bewusstsein. Der tief geschwächte Körper wird letztlich auch noch von einer Lungenentzündung befallen, woraufhin Dr. Lechner am 22. September im 72. Lebensjahr verstirbt.





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