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Pflacher Hüttenwerke

im Lettenbachtal und am Steineberg





Darstellung des historischen Bergbaus auf dem Annaberger Bergaltar von 1522


Das Eisenbergwerk im Lettenbachtal


"...im Süden des Dorfes, unfern der Einmündung des Archbaches in den Lech steht die Hüttenmühle für die ehemals hier bestandenen Schmelzwerke, und dabei auf einem freien Hügel die Hüttenkapelle in gothischer Bauart, errichtet 1515 aus Dankbarkeit für den reichen Segen des Blei- und Eisenbergwerkes, am Erzberge im Westen, und am Säuling im Osten..."
Tirol und Vorarlberg; Johann Jakob Staffler (1841)

"...Kaiser Heinrich IV. bestätigt 1189 den Prämonstratensern von Steingaden "die Eisenadern, die man im Volke Bergrecht nennt..."
1509 wird von bereits verfallenen Eisenschmieden berichtet
aus Erlebnis Außerfern - Hannes Gasser

Das Messinghüttenwerk


Ab 1509 beginnt der Aufstieg des Messinghüttenwerks in Pflach. Kaiser Maximilian stellt der Familie der Hoechstetter, einer Augsburger Handelsfamilie (Patrizier), die Befugnis aus, am Archbach im Gebiet des Steineberges eine Messinghütte und eine Schmiede zu errichten, "wo zuvor die Eisenschmieden standen". Schon bald erwuchs daraus der bedeutendste Betrieb seiner Art in Westösterreich.

Am 13. Dezember 1509 wird an die Brüder Georg, Hans und Ambros Höchstetter der Lehensbrief verliehen. In Pflach wird ihnen eine Hofstatt bei der Arch überlassen, um Schmelzhütte, Schmiede, Haus, Kohlstatt und Holzlege einzurichten und die Holzrechte am Zwieselbach und am Zwieselberg zu nutzen. Den Augsburger Brüdern wird die Schmelzhütte gewährt, da sie auch zum Nutzen des Bergwerks in Schwaz geeignet ist. Die Errichtung der Hütte samt Wasserfall erfolgt an der Stelle der abgebrochenen Eisenschmiede am Steinberg am Rain. Die Holzbringung soll durch Klausen, Kieswerk, Flößen und Treiben erfolgen, doch darf nichts außerhalb des Gerichtes Ernberg verkauft werden. In der Hütte darf geschmolzen, Kupfer geschmiedet und Messing gemacht werden. Der Wasserfall ist so anzulegen, dass die Flößer jederzeit durchfahren können.

Der Vertrag von 1509 scheint jedoch nur unzureichend durchdacht zu sein. Schon 1513 kommt es aufgrund von Streitigkeiten um die Holznutzung, infrastruktureller Bauten und das Flößen zu einem Vergleich zwischen den Höchstettern und den Bürgern von Breitenwang. Der Streit um die Holzrechte war ein stets wiederkehrendes Problem der Messinghütte.

Das Kupfer beschaffte man anfänglich aus Taufers und dem Ahrntal. Das Galmei fand man in den Bergen rund um den Fernpass. Die notwendigen Mineure und Bergarbeiter kamen aus der Fremde. Durch die Spezialisierung der Arbeiter in dem Hüttenwerk hatten diese bald eine besondere Machtposition inne und weigerten sich offenbar, einheimische Arbeiter anzulernen. Man sah sich genötigt, an den Landesfürsten eine Bittschrift zu richten, in der um ein ernstliches Mandat ersucht wurde, mit dem die widerspenstigen Messingmeister und -gesellen wieder zur Vernunft gebracht werden sollten.
G. Mutschlechner und R. Palme, Das Messingwerk in Pflach bei Reutte; Innsbruck 1976

1515 lassen die Höchstetter aus Dankbarkeit für den reichen Segen des Blei- und Eisenwerks am Erzberg im Westen und am Säuling im Osten die sogenannte Hüttenkapelle in spätgotischer Bauart für die Schmelzer errichten.

1609 erwirbt Burkhard Laymann gemeinsam mit seinem Schwager das Areal des ehemaligen Messingwerkes in Pflach. Doch schon 1610 veräußern sie ihren Besitz wieder - als Käufer tritt Erzherzog Maximilian III ein.

Der kaiserliche Hofkammerrat David Hag (Hagen) kauft von Heiterwang den Wald am 'Taurer See im Gericht Ehrenberg' um 6000 fl für das Messinghüttenwerk 'am Stainenberg' in Pflach.

Literatur


  • Herrschaft und Veste Ernberg, Justinian Ladurner (1870)
  • Das Messingwerk in Pflach bei Reutte, Mutschlechner und Palme (1976)





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