Donnerstag - 17. Okt. 2019


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weitere Sagen rund um das Außerfern





Der Geist auf Schrofenstein

Auf diesem alten Schloss ist es nicht geheuer. Ein gefesselter Ritter geht um Mitternacht um und klagt: "O weh." Er hatte, aufgeredet durch einen verschmähten Liebhaber, gegen seine edle Gemahlin Argwohn geschöpft und sie aus dem Fenster ihres Zimmers in die Tiefe geschleudert. Diese blutige Tat muss er büßen, so lange Berg und Eichen stehen.
Mythen und Sagen Tirols - Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg (1850)



Der Geist auf dem Arlberg

Im Gebäude auf dem Arlberg ward öfters ein Mönch gesehen, der mit seinem silberweißen Bart, dem Gewand und der Mantelkappe allen einen gewissen Respekt einflößte. Er gebärdete sich, als wäre er ein regelrechter Insasse des Wirtshauses, ging aus und ein wie andere, war aber stets in sich gekehrt und schien vom Treiben der Welt wenig beansprucht zu werden, ohne jedoch abstoßend oder mürrisch zu sein. Wenn er auch jeglichen Winkel des Hauses als sein eigen betrachtete, so wohnte er doch vorzugsweise im Keller, wo er am ehesten zu treffen war. Hatten die Dienstboten die Hitze und Last des Tages getragen, so versammelten sie sich in der Wirtsstube zum Abendessen und weilten hierauf noch lange Zeit unter Geplauder gemütlich beisammen, indem die Mägde das Rädchen drehten und die Knechte ihre müden Glieder auf den Bänken ausstreckten oder ein Pfeifchen rauchend sich zum Schlafe einwiegten. Allabendlich erschien auch der Mönch und nahm schweigsam auf der Ofenbank neben der Tür Platz. War dieser Posten bei seiner Ankunft bereits besetzt, so wies er den Inhaber von dannen, und wenn die Entfernung nicht willig erfolgte, so riss er ihn herunter, dass er auf den Boden fiel. Das passierte jedem, der, mit dem obwaltenden Verhältnisse unbekannt, sich diese Ruhestätte wählte.

Unter den zahlreichen Gästen, die auf dem Arlberg einsprachen, befand sich auch einmal ein Student, der nach genommenem Abendbissen auf jene verhängnisvolle Bank sich verlor, um seinem von der Reise ermatteten Körper Ruhe zu gönnen. Da öffnete sich still und ohne Knarren die Tür und der Mönch trat ein. Er wandte seine Blicke auf seinen Sitz und bedeutete dem Ruhenden mit einem Fingerzeig, dass er sich von hinnen heben solle. Der Betroffene machte große Augen und wollte sich hiezu auf keine Weise verstehen. Kurz und gut - er war der Einzige, den der Mönch nicht von der Stelle brachte. - Eines abends saßen drei muntere Burschen, darunter ein Krummer, am Spieltisch und waren lustig und froher Dinge. Auf einmal geht die Tür auf, wie von einem Windhauch geschoben, doch ist da niemand, der eintritt. Der Krumme hinkt vom Stuhl und schließt gleichzeitig wieder zu. So ging es drei Mal. Als zum dritten Mal die Stube sich öffnete, wankt der Krumme bedachtsam zur Tür und schlägt sie mit zorniger Miene so gewaltig zu, dass es durch die Gänge widerhallte und untersuchte noch recht fleißig, ob die Schnalle wohl gehörig einliege. - Sie ging nicht mehr auf. Daraufhin blieb der Mönch aus.
Mythen und Sagen Tirols - Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg (1850)



Das Mörderloch

Unweit Telfs bildet die Straße ins Vorarlberg einen Hohlweg, der wird das Mörderloch genannt. Vor Zeiten führte hier kein Weg vorbei, sondern er zog über den sogenannten Kopf, ziemlich steil und unbequem durch den Wald, welcher „Zimmerberg" heißt. In diesem Wald hielt sich eine Bande Raubmörder auf, welche zur Nachtzeit die Reisenden beraubten, und häufig auch ermordeten, und deren Leichname in eine Vertiefung am Berg der Niederung zu warfen. Dieses war das sogenannte Mörderloch. Gottes Gericht machte endlich dem Frevel ein Ende; während eines Unwetters ging die Hütte des Räubers, die sich unweit des jetzigen Bauerngehöftes „zum Gerhart" befand, mit der ganzen darin versammelten Bande unter. Erst nach langen Jahren , als die neue Straße gebaut wurde, entdeckte man die Mördergrube voll modernder Gebeine der Erschlagenen. Andere wollten behaupten, es habe sich von Mieming aus ein Wildbach nach Telfs ergossen, und den Felsen so ausgehöhlt und ausgewaschen, dass man leicht durch ihn hindurch die Straße habe fahren können. Noch immer rinnt zwischen den Felsen zur Seite des Weges ein kleines Bächlein hin.
Deutsche Alpensagen - Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg (1861)






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