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Musau


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Bezirk Reutte

Region: Reutte Umgebung


erste urkundliche Erwähnung: 1218 - Mosseowe
Fläche: 20,66km²
Höhe: 821m
Ortsteile: Roßschläg, Brandstatt, Höllmühle, Saba, Leite, Hofstatt, Riedle, Platte

Musau (im Bild vorne) und über dem Lech Pinswang

Münzfunde


Einen Beleg für die Existenz einer römischen Verbindungsstraße nach Kempten - heute als Via Camboduna bezeichnet - geben zahlreich aufgefundene Münzen jener Zeit im Bereich der heutigen Roßschläg.
Darüber hinaus wird in der so genannten Leite gar eine römische Ansiedlung vermutet, da auf einer begrenzten Fläche eine größere Anzahl an Funden aus der römischen Kaiserzeit geborgen wurden. Neben mehreren Münzen, Fibeln, Beschlägen und Messern fanden sich auch ein Fingerring und eine Hipposandale (Hufschuh).

Kloster St. Mang - Füssen


Das Gebiet von Musau stand bereits vor der ersten urkundlichen Erwähnung in enger Verbindung mit dem Kloster St. Mang zu Füssen. Als weiterer Grundherr trat das Stift Stams auf den Plan, wobei zwischen den beiden Grundeigentümern immer wieder Konflikte schwelten.

Holzordnung


Wie in vielen anderen Gemeinden des Außerferns wurde auch in Musau im 18. Jahrhundert der Rohstoff Holz knapp. Deshalb wurde mit 19. Mai 1750 eine Holzordnung für die Musau erlassen:
"Anläßlich des mißbräuchlichen Holzabtriebes wird von beiden Herrschaften, sowohl von St. Mang als auch dem Pflegamt Vils, für deren Untertanen in der Muesau eine Holzordnung erlassen.
Die vier ausgesteckten Bannhölzer sind zu schonen. Bei unerlaubter Schlägerung... [...] ...Es dürfen von den Holzwarten ausgezeigte Stämme geschlagen und das dürre Holz muß zusammengeräumt werden... [...] ...Bau-, Schindel- und Wagenholz darf vom Holzwart nur nach vorheriger Prüfung zugeteilt werden. Das zugewiesene Holz muß bis St. Johann Bapt. geschlagen und vor dem Abtransport vom Holzwart abgezählt werden. Wer die Schlägerungsfrist versäumt, geht des Holzes verlustig. Wer das Holz vor der Kontrolle abtransportiert oder verkauft, zahlt seiner Herrschaft 10 fl Strafe. Brennholz darf nur mit Genehmigung verkauft werden. Hunde dürfen nicht in den Wald mitgenommen werden. Pechen und Harzen ist verboten. Beim verkauften Holz haben die eigenen Untertanen das Vorkaufsrecht."


die alte Straße im Ranzental


Bis zum Jahr 1780 führte die alte Straße von Musau durch das westlich gelegene Ranzental, wo die Herren von Hohenegg ein Straßenzollamt unterhielten und dort Nutzungsgebühren einhoben. Ab 1770 wurde mit dem Bau der Straßentrasse mit ihrer heutigen Linienführung - nördlich des Ranzens - begonnen. Der Bau der Ulrichsbrücke über den Lech erfolgte gar erst 1914, jedoch wird schon im 16. Jahrhundert von einem kleinen Steg - in der Nähe des heutigen Gewerbegebiets Stegen bei Vils - berichtet.

Höllmühle


In der sogenannten Höllmühle befand sich einst unter anderem eine Fassfabrik, in welcher Holzbottiche als Transportgebinde für den in Vils gewonnen Zement hergestellt wurden.

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