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Geister ziehen in die Hütten ein





die einstige Schlagalpe heute
Sobald man ehedem aus der Gunderalpe bei Hornberg (Höfen) im Lechthal im Herbste mit dem Vieh weggezogen war, zog jedesmal ein Geist in der Hütte ein und litt da niemand mehr darin bis zum nächsten Sommer. Als einmal ein Vater, der in der Nähe arbeitete, seinen Buben abends in die Hütte schickte, damit er in der Feuergrube ein Feuer zum Kochen aufmache, ward der Bursche erfaßt und gewiß seine dreißig Fuß weit von der Hütte weg in eine Pfütze geschleudert, daß er über und über voll Schmutz war und die beiden es dann vorzogen, im Freien zu übernachten.



In der Schlager Hütte, einer Frühalpe im Rotlechthal, hielten sich früher, so lange man die Alpe nicht rechtmäßig bezogen hatte, immer Geister auf und verursachten da allerlei Unruhe und Lärm, und wollte man gar ein Feuer anbrennen, so warf es die glühenden Kohlen nach allen Richtungen wild auseinander. Oftermalen bemerkte man auch eine fürchterlich große Katze, so groß wie ein Hund und mit großen, feurigen Augen. Wenn im Frühjahr Leute zum Zaunmachen kamen und etwa in der Hütte übernachteten, so hatten sie die ganze Nacht keine Ruhe, hörten den Geist herumtappen und poltern, und oft war es, als wollte er an der Thüre den Schlüssel anstecken.
Reiser, 1895





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