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Füssen


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Füeßen im Jahr 1643 von Matthäus Merian
'Füeßen' (Füssen) in einem Kupferstich von Matthäus Merian - 1643

Füssen Lechhalde - Geschichte des Allgäus (Baumann)
aus - Geschichte des Allgäus - Baumann (1883)

Siegel Füssen
ältestes Siegel der Stadt Füssen
- aus 'Geschichte des Allgäus' (Baumann)
Füssen geht - wie archäologische Grabungen im Jahr 1955 erwiesen - auf das spätrömische Kastell Foetes (auch Foetibus) zurück, dass sich vermutlich schon ab dem 4. Jahrhundert am höchsten Punkt des Schlossbergs befand und als Wachposten für den Flussübergang an der römischen Heerstraße Via Claudia Augusta fungierte. Als Ort am Fuß der Berge und an der Engstelle des Lusalten (Lechfall) kam dem vorgeschichtlichen Füssen also schon früh eine wichtige Rolle als Sperrwerk des Alpenüberganges am Fernpass zu. Im späten 5. Jahrhundert wurde das Römerkastell mit dem Niedergang des Imperium Romanum dann allerdings geräumt.

Erst Mitte des 8. Jahrhunderts findet sich für Füssen wieder ein historisch erhellendes Ereignis, als im Jahr 748 durch den Mönch Magnus zunächst eine Einsiedelei und später eine Zelle unterhalb des Schlossbergs errichtet wird - aus dieser durch den Missionar aus St. Gallen eingerichteten Zelle wird später das Benediktinerkloster St. Mang hervorgehen. In etwa zur selben Zeit dürfte in Füssen wohl auch ein fränkischer Königshof entstanden sein. Mit der Wandlung des Frankenreichs im 9. Jahrhundert, hin zum Heiligen Römischen Reich deutscher Nation, erhoben sich die Welfen als Machthaber über das Herzogtum Schwaben.

1191 gelangten die Staufer in den vormals welfischen Besitz, welcher aber schon 1268 mit der Enthauptung des letzten Staufers Konradin in Neapel an das Reich zurückfiel. Füssen selbst war in der Zwischenzeit zu einer ansehnlichen Ansiedlung herangewachsen und wohl 1286 zur Stadt erhoben. 1313 musste der durch seine konfliktbehaftete Italienpolitik in finanzielle Schwierigkeiten geratene Kaiser Heinrich VII. Füssen an das Bistum Augsburg verpfänden. Der Kaiser verstarb noch im selben Jahr auf einem Italienfeldzug und nachfolgende Kaiser beließen Füssen im Besitz des Bischofs von Augsburg, womit sie letztlich zu den rechtmäßigen Eigentümern wurden.

Ab 1486 wurde mit dem Bau des Hohen Schlosses begonnen, welches nach seiner Fertigstellung 1505 zur Sommerresidenz der Fürstbischöfe wurde. Der repräsentative Schlossbau konnte nun auch hohem Besuch gerecht werden und so weilte etwa der habsburgische Kaiser Maximilian mitsamt seinem Hofstaat vierzig Mal in Füssen. Diese für Füssens Stadtgeschichte glorreiche Zeit endete jedoch mit der Belagerung der Stadt während des Schmalkaldischen Krieges, welche für Füssen Zerstörung, Plünderung und Tod bedeutete. Die nächste Prüfung für die Füssener stand ihnen mit dem Dreißigjährigen Krieg bevor. Kriegerische Auseinandersetzungen begleitet von Pest und einem zu kühlen Klima (Kleine Eiszeit) brachten den vormals florierenden Handelsplatz in arge Bedrängnis. Allein durch die Seuche wurden offenbar 1600 Seelen hinweggefegt, ein Viertel der Füssener Stadtbevölkerung jener Zeit.

Ab Füssen war die Flösserei auf dem Lech möglich, weshalb schon früh ein reger Warenhandel in und aus der Stadt am nördlichen Alpenrand hervorging. Im ehemaligen Landgerichtsbezirk war deshalb der Holz- und Gipshandel vorherrschend, daneben aber auch der Flachsanbau und die Herstellung von Käse bedeutend. Wie alle bergnahen Gebiete spielte zudem die Rinder- sowie die Pferdezucht ein maßgebliche Rolle an dem wirtschaftlichen Auskommen der Region. Ein weiterer bedeutender Handel gelang mit dem für die Kirchenbauten der nahen sowie weiteren Umgebung gefragten Benkener Marmor, welcher etwa am Südufer des Weißensees abgebaut wurde.




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