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Elbigenalp

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Bezirk Reutte

Region: Lechtal


erste urkundliche Erwähnung: 1312
Fläche: 33,10km²
Höhe: 1039m
Ortsteile: Obergiblen, Untergiblen, Grünau, Köglen

alamannischer Fund


Im Gemeindegebiet von Elbigenalp wurde eine bronzene Gürtelschnalle aus dem 6. Jahrhundert aufgefunden.


Elbigenalp mit der noch komplett freistehenden Pfarrkirche St. Nikolaus (etwa 1900)

Namensherkunft


Es wird allgemein angenommen, dass sich der Ortsname von Elbigenalp von elmige Alpe ableitet, was soviel bedeutet wie auf der mit Ulmen bewachsenen Alpe

erste Kirchenbauten


"...die St. Martinskapelle auf dem Friedhofe in gothischer Bauart, einst die Pfarrkirche; sie ist ohne Zweifel auch die älteste Kirche im Thale. Die angeschriebene Zahl 1489 bezieht sich auf das Jahr der Ausbesserung. An dem Gebeinhause ist die freilich etwas undeutlich gewordene Aufschrift 1104 zu lesen..."
Tirol und Vorarlberg, Johann Jakob Staffler (1841)

wechselnde Besitzverhältnisse


Schon drei Jahre nach der erstmaligen Nennung gelangen die Güter zu Elbigenalp durch eine Schenkung der Herren von Rettenberg an das Zisterzienserstift Stams.
1348 wird der Gerichtssprengel Lechtal - welcher zuvor dem Gericht Imst unterstand - dem Pfleger des Gerichts Ehrenberg zugeteilt.
Kirchlich wird die Pfarre Elbigenalp 1394 dem Kloster Füssen unterstellt.

der Taufstein


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Elbigenalp mit der Pfarrkirche St. Nikolaus
Der Taufstein stammt ursprünglich aus der St. Martinskapelle, welche die ältere Kirche und vermutlich das erste Gotteshaus im Tal darstellte. Eine umlaufende lateinische Inschrift nennt das Jahr 1440 als Produktionsjahr des Steins. Die auf dem Taufbecken abgebildeten Symbole geben zum Teil Rätsel auf und können nicht immer klar gedeutet werden. Die Darstellung eines zweischwänzigen Wesens wirkt stark vereinfacht und bildet möglicherweise eine zweischwänzige Sirene ab. Diese Figur taucht schon seit dem 11. Jahrhundert immer wieder in der sakralen Kunst auf und gilt als Versinnbildlichung der weiblichen Versuchung und soll als Warnung vor derselben verstanden werden. Ein von zwei Hostien flankierter Kelch, ein ziegenähnliches nach links blickendes Tier, ein stilisierter menschlicher Kopf sowie eine Mondsichel und eine Darstellung der Sonne umspannen den Stein. Am Fuß des Beckens finden sich weitere klerikale Abbildungen und Ornamente, deren Deutung ebenfalls nicht ohne weiteres möglich ist.

Falger's Gedanken


...in seiner Chronik meint Falger, die Bevölkerung des Thales rühre von den Alemannen her, welche nach ihrer im Jahre 496 durch die Franken erlittenen Niederlage sich zum Theile auch am obern Lech niedergelassen hätten. Darauf deute, meint er, noch der im Lechthal übliche auf Veraltetes angewendete Ausdruck "altfränkisch" hin, in welchem noch der Hass gegen die Franken nachklinge.

Als "Grund der Geschichte" nimmt er an, Lechthal sei eine Alpe gewesen und habe dem Kloster des hl. Magnus in Füssen gehört. Für die älteste Kirche Lechthals hält er das St. Martinskirchlein mit dem Beinhause in Elbigenalp. Er erinnert daran, dass schon früh auch auf den Höhen zerstreute Höfe standen, weil manche Bewohner den Lech gefürchtet hätten und dass Saumwege über die Höhen gingen. Auf einer Truhe sei die Jahrzahl 1001, auf einem Balken 1414 gestanden; der Taufstein in der Kirche zu Elbigenalp trägt eine fast unleserliche lateinische Umschrift vom Jahre 1411.

Anton Falger und das Lechthal - Christian Schneller

Königin Marie von Bayern


Über mehrere Jahre und gar Jahrzehnte hinweg besuchte Marie von Bayern - die Mutter König Ludwigs II. - immer wieder die Lechtaler Gemeinde. Schon bald erwarb sie auch ein Anwesen in Elbigenalp und galt als große Gönnerin für den Ort, aber auch für den Großteil des Lechtals.

Holzschnitzereien


Bekannt ist Elbigenalp auch durch die Holzschnitzereien und der im Ort ansässigen Schnitzschule. Diese Schnitzschule geht in ihren Grundzügen auf Anton Falger zurück, der 1835 seine Zeichenschule eröffnete um der Lechtaler Jugend eine Weiterbildungsmöglichkeit bieten zu können. Bis zum beginnenden 20. Jahrhundert erweiterte man das Lehrangebot um das Thema der Stuckateure, da viele Wanderhandwerker aus dem Tal in der Ferne neues Wissen auf diesem Gebiet erwarben und es so an die nächste Generation weitergeben konnten. Ab 1951 begründete Rudolf Geisler-Moroder die Schnitzschule Elbigenalp in ihrer heutigen Form. Ab 1989 kam zu der Ausbildungsform des Bildhauers noch jene des Vergolders und Schriftdesigners hinzu.
Quelle: Fachschule für Kunsthandwerk und Design - Schnitzschule Elbigenalp

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