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Die Strafe für einen Fluchenden




Im Vilsthal südlich von Tannheim liegt links oben vom Vilsalpsee und gegen den Litnisschrofen zu die wildgelegene Gappenfeldalpe. Da, wo man es "auf der Staig" heißt, und wo im Sommer viele Geißen gehalten werden, geschah es einmal, daß die zwei Geißhirten mit ihrer Geißherde von einem schrecklichen Gewitter überrascht wurden. Die beiden Hirten wollten nun ihre Geißen an einen schützenden Ort treiben, allein die Tiere zeigten sich auf einmal überaus ängstlich und furchtsam und waren fast gar nicht mehr weiter zu treiben. Während nun der eine der beiden Hirten zu beten begann, fing der andere, erzürnt über die störrischen Geißen, recht zu schwören an, und obwohl jener ihm es hart verwies, bei so schrecklichem Wetter und Blitz und Donner so zu schwören und zu fluchen, ließ er davon nicht ab. Da lösten sich ober ihnen vom Gewitterguß losgewordene Felsen ab, und eine Steinlawine kam, erfaßte den frevlerisch Fluchenden und begrub ihn unter tiefem Steinschutt, während der fromme Betende wundersam gerettet blieb. Noch heute ist die Schutthalde erkenntlich, unter welcher der von Gottes Strafgericht Ereilte begraben liegt.
Reiser, 1895





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