Dienstag - 10. Dez. 2019


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Der Geist auf dem Fuhrwerk




Zur Zeit, als die Salzfahrt von Tirol über den Gachtpaß und duch das Tannheimerthal ins Allgäu und die Schweiz noch im Schwange war, kam einmal nachts der alte Rimmel von Ehenbichl mit einem Salzfuhrwerk am "Gächtle" unterhalb Weißenbach, wo rechts sich die steilen Schrofen des Gachtberges erheben, vorbei. Da hörte er immer eine Stimme gar jämmerlich rufen: "Laß mi o mit! Laß mi o mit!" Lange sagte er nichts, dann aber verleidete ihm das ewige "Laß mi o mit!" und so rief er unwillig: "So gang hear, du Teufelsnarr!" Sofort saß aber auch schon einer auf dem Schlitten; zugleich aber stockte das Fuhrwerk, und die Ochsen konnten dasselbe um keinen Schritt mehr vorwärts bringen. Er mochte sie treiben und peitschen, so viel er wollte, sie kamen nicht mehr "aus ihren Fußstapfen". Da forderte er den Aufgesessenen auf, wieder abzusitzen; allein der rührte sich nicht und blieb. So wollte ihn der Rimmel, der ein baumstarker Mensch war, nun gewaltsam herunterreißen. Als er ihn aber berührte, merkte er, daß er ganz glatt und schlüpfrig war und sich kalt wie ein Fisch anfühlte, und nun erfaßte ihn Schauder und Entsetzen. Er merkte, daß da mit Gewalt nichts auszurichten wäre. So fing er an zu beten und sprach, während er dreimal um den Schlitten herumging, das Salve Regina. Das half; denn nun sprang der Geist ab und verschwand, und der Rimmel konnte wieder weiter fahren.
Reiser, 1895





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