Mittwoch - 20. Feb. 2019


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Der Bezirk Reutte

- das Außerfern




Das Außerfern - der Bezirk Reutte mit den Tallandschaften

Bezirk Reutte und seine Tallandschaften
• Lechtal
• Reuttener Talkessel
• Tannheimer Tal und
• Zwischentoren

umfasst eine Fläche von 1237 km². In 37 Gemeinden leben rund 32.500 Menschen, die Bevölkerungsdichte beträgt dabei 21 Einwohner pro km². Lediglich 9% der Bezirksfläche werden als Dauersiedlungsraum genutzt, der Rest verteilt sich auf landwirtschaftliche Nutzflächen und dem alpinen Raum.

Während der Bronze- und Eisenzeit wurde das nachmalige Außerfern mehr oder weniger ausschließlich als Transitstrecke und Durchzugsgebiet genutzt. Trotzdem gibt es Hinweise für die zeitlich begrenzte Anwesenheit von bronzezeitlichen Siedlern und später keltisch stämmigen Bauern in unserem Gebiet. Mit den Römern entstand dann die Via Claudia Augusta als wichtigste Heeresstraße der frühen Kaiserzeit. In ihrem Einflussbereich entstanden erste fassbare Siedlungen in Form von Straßenstationen. Mit dem Ende der römischen Provinz Rätien als Teil des Imperium Romanum sinkt offenbar die Bevölkerungszahl wieder. Erst mit den ansteigenden Temperaturen am Übergang in eine Warmphase in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends lassen sich wieder Siedler dauerhaft hier nieder. Ja, sie mussten es sogar, da eine durch den Anstieg der Temperaturen hervorgerufene Bevölkerungsexplosion im gesamten nördlich der Alpen gelegenen Landstrich eine Verknappung des bebaubaren Landes nach sich zog und obendrein kriegerische Auseinandersetzungen mit den Franken eine Fluchtbewegung alamannischer Gruppen bis in die Bergtäler zur Folge hatte.

Die alte Bezeichnung des Gerichtsbezirkes iudicium extra Verren begegnet uns erstmals in einer Urkunde des Jahres 1269. Mit dem übrigen Tirol verbunden ist der heutige Bezirk Reutte nur durch die ganzjährig befahrbare Straße über den Fernpass und die Eisenbahnstrecke von Kempten über Reutte und Ehrwald nach Garmisch mit Anschluss nach Seefeld und Innsbruck. Die Besiedlung und großflächige Kultivierung erfolgte erst spät und maßgeblich von Schwaben aus. Daher ist das Außerfern der einzige von den Alamannen geprägte Lebensraum Tirols mit zahlreichen grenzüberschreitenden Beziehungsfäden in das benachbarte Allgäu. Politisch gehört das Außerfern seit dem Ende des 13. Jahrhunderts zur gefürsteten Grafschaft Tirol, kirchlich immerhin noch bis 1816 zum Bistum Augsburg und dann zum Bistum Brixen. Wirtschaftlich über lange Zeiträume im Abseits, konnte sich das Außerfern ab dem 14. Jahrhundert als eine Salzmetropole - und das ohne eigenes Salz - etablieren. Reutte war bald der Hauptumschlagplatz des sogenannten "Weißen Goldes" und die Bevölkerung entlang dieser Route von Hall bis in das Bodenseegebiet und dem Raum Breisgau bescherte einem großen Teil der Bevölkerung des damaligen Gerichts Ehrenberg einen ansehnlichen Reichtum.

Der landschaftliche Wechsel vom noch weitgehend unangetasteten Lechtal bis hin zu den touristisch erschlossenen Gebieten des Tannheimer Tals und der Zugspitzregion bilden eine vielfältige Kulisse für Ruhesuchende als auch sportlich ambitionierte Menschen in dem von Gebirgen und Tälern dominierten Landstrich innerhalb der nördlichen Kalkalpen. Der Bezirkshauptort Reutte hingegen ist mit zahlreichen Handels- und einigen mittleren bis wenigen großen Gewerbebetrieben der wirtschaftliche Kern dieses ansonsten klimatisch rauen Gebietes im Nordwesten Tirols.

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