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Der Alm-Sudl von Tarrenton




Hinter Imst, unter dem Kamm der Heiterwand, liegt die ausgedehnte Tar(r)enton-Alpe mit der herrlichen Aussicht nach Bayern. Auf dieser Alpe wirtschaftete einst eine Sennin. Das war eine saubere Magd, aber hochmütig und eigensinnig und ließ sich zu sündhaftem Treiben von spitzbübischen Bauern verleiten. Diese Bauern wollten die Alm gern käuflich erwerben und brachten die Magd dazu, dass sie die Milch in das Bachwasser goss, sodass man meinen konnte die Alm erbringe wenig Ertrag und diese dadurch zu einem günstigen Preis verkauft werde.
Tatsächlich erwarben die Bauern durch diesen teuflischen Betrug die Alm und bezahlten nur einen Spottpreis an die vormaligen Inhaber. Die Magd aber hatte diese Unredlichkeit zusammen mit dem Melker veranstaltet, woraufhin beide nach ihrem Ableben auf der Alm "geisten" mussten. Die Magd als Alm-Sudl und der Melker als Kasermanndl. Da trieben sie nun im Spätherbst und Winter oben ihre Geisterwirtschaft und man sah sie oft - die Magd als Sennerin herausgeputzt vom "Gampa" herabschreitend und an jedem Arm einen Milcheimer tragend über die Almfläche wandeln. Sie arbeitet so Tag und Nacht und schwitzt und keucht. Ihr Milchvorrat will nicht enden, ist sie müde und setzt sich, so sinkt der Schemel unter ihr weg direkt in den Boden, dann springt sie wieder auf und gießt, so scheint es, die Milch in den Bach - weshalb er auch so weiß schäumend daherkommt.

Der Melker tut nichts anderes, als was Almputze seines Gleichen eben tun, versprengt das Vieh, rumort im Haus und traktiert jene die ihm missfallen oder macht sie steif und unbeweglich.
Mythen und Sagen Tirols - Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg (1850)





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