Außerferner Huagart

Huagarten über Außerferner Themen


zurück zu
Extra verren - das Außerfern


Sie sind nicht angemeldet.

#1 16.04.2019 16:44:21

Kalle
Administrator
Registriert: 09.03.2019
Beiträge: 22

Demo gegen den Ausweichverkehr der B179

Unter dem Titel "Der Hilferuf aus dem Außerfern" luden die Grünen und die SPÖ zur Demonstration in Pflach

Während der vielen Stauwochenenden versuchen „findige“ Autofahrer immer wieder von der B179 abzufahren und entlang der Straßen niederer Ordnung (wie etwa der L69) „ein paar Minuten“ an verhinderter Stehzeit im Stau herauszuholen. Fast immer mit dem Ergebnis, dass sämtliche Orte entlang der B179 Fernpassstraße binnen kurzer Zeit hoffnungslos verstopft sind und dann nicht nur die Verursacher selbst, sondern auch die Anrainer lange Warte- und Fahrzeiten für ihre Erledigungen benötigen. Am 13. April 2019 um Punkt 9 Uhr schlossen diesmal Mitarbeiter des Baubezirksamtes jedoch die Scherengitter zwischen dem Kreisverkehr in Pflach und der ersten Einfahrt in den Ortsteil Wiesbichl. Abgesehen von den Veranstaltern selbst gesellten sich jedoch nur recht wenige Demonstranten hinzu.

Vielleicht weil die Veranstaltung schon im Vorfeld recht kontrovers diskutiert und die Grünen selbst als Verursacher dieser Verkehrsmisere im Bezirk angesehen werden, stellvertretend für die in der Landesregierung abgestellten Grünen Politiker, welche das Resort Verkehr und Kraftfahrwesen im Land Tirol inne haben und für die zahlreichen Versäumnisse in Bezug auf die B179 der Vergangenheit (mit)verantwortlich gemacht werden. Etwa 60 Personen befanden sich dann während der nächsten drei Stunden auf der Fahrbahn. Die Reaktionen der „Stauflüchtlinge“ waren dann sehr gemischt. Manche gaben sich gelassen als man sie wieder auf die zugestaute B179 zurückverwies, andere hingegen zeigten offen ihren Ärger über diese Aktion. Um nicht die anderen Orte entlang der Ausweichroute über Gebühr zu schädigen, wurden sämtliche Fahrzeuge am jeweiligen Kreisverkehr wieder auf die Fernpassstraße zurück geschickt. Trotzdem setzte sich das übliche Ausweichverhalten fort und so wurde selbst der Schotterweg von der Bärenfalle nach Oberletzen benutzt, jedoch nur solange, bis die Polizei auch diese Strecke sperrte.

Um 12 Uhr wurde die Sperre dann aufgehoben und die Straße wieder für den Verkehr freigegeben.

Ob diese Demonstration als „Erfolg“ verbucht werden kann bleibt abzuwarten. Die Probleme in dieser Angelegenheit beginnen nämlich bereits mit der Uneinigkeit über die „richtigen Lösungsansätze“ innerhalb der Bevölkerung. Neben den Tunnelbefürwortern gibt es jene, die einen dreispurigen Ausbau der Strecke favorisieren, die, die am liebsten einen Bahntunnel vom Außerfern über den Fernpass nach Innsbruck sähen, jene, die den Ausbau „in kleinen Schritten“ für den richtigen Weg halten, solche, die einen Ausbau von „Zweitwegen“ forcieren möchten usw. All diese Modelle stehen aber dem Druck gegenüber, dass die Strecke bei einer Änderung zum Positiven womöglich das 7,5-Tonnen-Limit nicht weiter halten kann, die EU dieses Limit kippt und dadurch letztendlich noch viel mehr Verkehr durch die engen Täler und über den Fernpass rollen würde.

Eine Patt-Situation, welche einen ganzen Bezirk im Würgegriff hält und beinahe jedes Wochenende zur Verärgerung vieler Anwohner führt. Ein unveränderlich scheinender Zustand, der das private aber auch geschäftliche Leben über weite Teile des Außerferns behindert und immer mehr zum Parteipolitikum herabwürdigt.

Offline

#2 24.04.2019 10:58:18

Kalle
Administrator
Registriert: 09.03.2019
Beiträge: 22

Re: Demo gegen den Ausweichverkehr der B179

Bericht aus einer Zeit, in welcher man dem Verkehr im Außerfern noch wesentlich optimistischer gegenüberstand:

"Im Vergleiche bis vor einigen Jahren kann erfreulicherweise konstatiert werden, daß von einem eigentlichen Fremdenverkehr im wahren Sinne des Wortes erst jetzt die Rede sein kann. Die Gaststätten von Reutte und Umgebung sind von ständigen Sommergästen und den massenhaft durchziehenden Passanten beinahe tagtäglich voll besetzt, ebenso viele Privatquartiere. Der Verkehr durch Reutte ist zurzeit großartig. Autos, Zweispänner, Stell-, Post- und Gesellschaftswagen, Radfahrer usw. wechseln von den frühen Morgenstunden bis in die tiefe Nacht in bunter Folge. Die Hotels am Plansee und im Ammerwald sind vollbesetzt. Auch im Tannheimertal und im oberen Lechtal halten sich viele Fremde auf.

In Reutte tut man aber für die Fremden auch etwas. Eine besondere Anziehung haben die Promenadekonzerte der strammen Bürgermusik unter der tüchtigen Leitung des Klosterchorregenten Pater Erasmus, dessen Versetzung zum Leidwesen der Musiker und des ganzen Marktes vor der Türe steht."
Allgemeiner Tiroler Anzeiger vom 31. Juli 1912

Offline

Schnellantwort auf dieses Thema

Einen Beitrag schreiben und versenden