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#1 10.10.2019 11:29:15

Kalle
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'Wahrheitsfindung', Folter und die Todesstrafe

BAUMANN

"...um ein Geständnis des Beklagten herbeizuführen, schritt man, namentlich in den Städten [...] zur Folterung. Mit der Aufsicht während derselben, die vom Henker und seinen Gesellen vorgenommen wurde, waren in den Städten [...] die Einunger neben dem Stadtammanne betraut. Bevor man den Beklagten peinlich oder strenglich, so lautete der technische Ausdruck, fragte, suchte man ihn durch Vorzeigung der Folterwerkzeuge zum Geständnis zu bringen. Half das nicht, dann schritt man zur Folter selbst.

Bei uns war die gewöhnliche Art der Folter das 'Aufziehen', d.h. man band dem Beklagten die Hände rücklings zusammen und zog ihn an denselben in die Höhe, bis die Arme über dem Kopfe standen. Verschärft wurde diese Folter, bei der die Arme aus den Achselhöhlen gezerrt wurden, wenn der Delinquent nicht gestehen wollte, durch das Anhängen schwerer Steine an die Füße, durch Geißelhiebe oder durch Brennen mit Lichtern..." (Geschichte des Allgäus; Baumann - Bd. 2 S. 313)

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Abbildung aus der Constitutio Criminalis Theresiana von 1769

"...wie die Behandlung der Übelthäter während der Untersuchung, so kann auch deren Bestrafung nicht zu den ehrenden Vorzügen des spätern Mittelalters gerechnet werden. Es tritt hier ein hoher Grad von Grausamkeit und Willkür zu Tage.

Weniger gilt dies freilich von den Niedergerichten auf dem Lande, welche nach uraltem Herkommen die Frevel und Raufhändel um Geld nach bestimmtem Ansatze sühnten [= vergelten], als von den eigentlichen Blut- und insbesondere von den Stadtgerichten..."

"Die Todesstrafe wurde in mannigfacher Weise vollzogen. Als einfachste und zugleich am wenigsten ehrenwürdige galt die Enthauptung. Auf Diebstahl eines Gegenstandes, der über 60 Pfennige Wert hatte, stand die entehrende Strafe des Hängens. Des Mörders und des Straßenräubers harrte ein furchtbares Loos; er wurde gerädert, d.h. seine Arme und Füße wurden oberhalb der Gelenke und Kniee mit einem Rade abgestoßen (= abgeschlagen), und dann wurde er lebend auf das Rad geflochten und mit diesem auf einem Pfahle erhöht. In dieser grauenhaften Lage ließ man denselben schmachten, bis ihm der Tod noch Stunden, ja Tage als Erlöser nahte..." (Bd. 2, S. 322 u. 323)

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